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Kleinhans und Baryshnik mit Siegen bei Round Robin in Köln, doch europäische Olympia-Quali wahrscheinlich erst im Juni und Welt-Quali-Turnier vor dem Aus

Köln. Trotz Corona gibt es weitere Lebenszeichen aus dem leistungssportlichen Boxen: Einen Blick auf den aktuellen Leistungsstand seiner Kaderathleten hat der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) am Wochenende und am Montag, 15. Februar, bei Internationalen Round-Robin-Turnieren der Erwachsenen geworfen. Gleiches ist eine Woche später für die Altersklassen U22 und U19 ebenso in Köln geplant.

„Diese Turniere stehen im Kontext bevorstehender internationaler Wettbewerbe“, heißt es auf der Internetseite des Dachverbands.

Das Round-Robin-Turnier der Elite (erwachsene Männer und Frauen) ist ein Teil des DBV-internen Qualifikationsweges für die Olympischen Spiele in Tokyo.

Zur weiteren Quali in Europa und den Chancen auf letzte Olympiastartplätze laut aktueller Welt-Rangliste des IOC siehe weiter unten am Ende dieses Beitrags.

Aus Baden-Württemberg waren am Wochenende und am Montag in Köln am Start: Maya Kleinhans (BT Metropolregion Rhein-Neckar) und Wladislaw Baryshnik (KSC Backnang) aus dem DBV-Olympiateam 2020. Außerdem kletterten in Köln noch Leonie Müller (Fit Boxing Esslingen), Simon Vollmer und Erik Reisenhauer aus dem BVBW in den Ring.

„Ein erfolgreiches Wochenende in Köln: Alle BVBW-Athleten haben eine saubere Leistung gezeigt. Wir können zufrieden sein", so die Bilanz von Okan Sezer, BVBW-Ressortleiter Elite und Nachwuchs.  

Denn Kleinhans (Leicht) schlug nacheinander Esra Özyol (Türkei) und Sandra Brügger (Schweiz). Am Montag besiegte Kleinhans auch noch Tugcenaz Sürmeneli (Türkei) und zeigte sich mit einer makellosen Bilanz.

Baryshnik (Halbwelter) bezwang Hakan Dogan (Türkei). Am Sonntagnachmittag schlug er auch David Gkevorgkian (Deutschland).

Auch Vollmer (Halbwelter) gelang ein Sieg gegen Dogan.

Der direkte Vergleich zwischen Baryshnik und Vollmer sollte laut Ansetzung am Montag erfolgen.

Müller (Welter) unterlag Stefanie von Berge ( Deutschland 1) und gewann gegen Sema Caliskan (Türkei).

Baden-Württembergs Erik Reisenhauer (Schwer) unterlag Belgiens Viktor Schelstraete.

Hamza Touba (Fliegen), der am OSP in Heidelberg trainiert, schlug Ibrahim Kurtay (Türkei). Im DBV-internen Fliegen-Vergleich unterlag Touba (GER 1) am Montag Salah Ibrahim (GER 2).

Mit den Athletinnen und Athleten vor Ort: Eddie Bolger und Vladimir Pletnev als Trainer vom Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg sowie Okan Sezer, BVBW-Ressortleiter Elite und Nachwuchs, und Achim Böhme.

Corona-Risiko wirksam minimiert

Die Turniere finden in der Kölner Motorworld statt, wo im Dezember bereits der Cologne Boxing World Cup über die Bühne ging. Die Kölner Motorworld sei in dieser Phase der Pandemie zu einer Außenstelle des Bundesstützpunktes Köln geworden, so der DBV. Mit Eingangstestungen und angeschlossenen Hotel soll laut DBV für die Dauer der jeweiligen Maßnahmen ein Corona-regelkonformes Aufeinandertreffen in einer homgenen Gruppe möglich sein, Risiken sollen wirksam minimiert sein.

Das darauf folgende Round-Robin-Turnier der Altersklassen U22 und U19 findet vom 19. bis zum 21. Februar statt und ist ein Teil des DBV-internen Qualifikationsweges für die U22-Europameisterschaft (geplant in Italien) bzw. der U19-Weltmeisterschaft (geplant in Polen). 

Der DBV erläutert den Turniermodus so: „Im Gegensatz zu den klassischen Turnieren, bei denen die Sportler bei einem Sieg in die nächste Turnierrunde vorrücken bzw. bei einer Niederlage aus dem Wettbewerb ausscheiden, kämpft bei einem Round-Robin-Turnier jeder Sportler bzw. jede Sportlerin gegen jeden Gegner bzw. Gegnerin in der Turniergruppe. Dies ermöglicht einen guten Eindruck vom aktuellen sportlichen Leistungsstand der Teilnehmenden.“

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage sind keine Zuschauer zugelassen. Die Kämpfe finden dennoch nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. DBV-Partner fight24.tv übertrug das Turnier im Livestream.

Hintergründe zur Olympia-Quali, die möglicherweise im Juni stattfindet

Als einziger deutscher Boxer hat sich bislang Federgewichtler Hamsat Shadalov (Berlin) im März 2020 in London bereits das Ticket für Olympia gesichert.

Neun deutsche Athletinnen und Athleten des DBV sind noch im Turnier, das in London wegen der Corona-Lage abgebrochen worden war: Hamza Touba schlug seinen Gegner aus Italien, und Nadine Apetz gewann gegen Bulgarien. Sie setzen das Turnier fort, um ihre Fahrkarten nach Tokyo noch zu lösen.

Ebenso noch im Turnier, aber bis zum Abbruch des Wettbewerbs ohne Kampf, sind Ornella Wahner, Wladislaw Baryshnik (Backnang), Sarah Scheurich, Silvio Schierle, Ammar Riad Abdulljabber und Nelvie Tiafack.

Allerdings hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) die für Ende April 2021 geplante Fortsetzung des europäischen Olympiaqualifikationsturniers in London gerade abgesagt. Die Entscheidung der "Boxing Task Force" des IOC fiel laut DBV angesichts der aktuellen Situation und der zunehmenden Einschränkungen der Reisen von und nach Großbritannien. Bekanntlich ist dem Weltboxverband AIBA die Regie des olympischen Boxturniers bis auf Weiteres entzogen worden. 

Voraussichtlich findet das europäische Quali-Turnier im Juni statt. Damit wird aber die Welt-Quali als weitere Chance auf einen Olympiastartplatz unwahrscheinlich und deshalb eher ersatzlos gestrichen. Diese Plätze sollen jetzt vielmehr nach einer Rangliste der Boxing Task Force des IOC (Pdf-Datei zum Herunterladen siehe am Ende dieses Beitrags) vergeben werden. 

Nachzulesen u.a. hier:
https://www.st-pauli-boxen.de/weltqualifikationsturnier-gestrichen-letzte-olympia-tickets-durch-ranking?fbclid=IwAR0WxCskOSnh51iDt7Bvc8Hv_yV-Jn4kqbv90XWEIatdjyMEU7pJJ0YxMZA

Letzteres könnte zwei BVBW-Athleten betreffen, die bislang theoretisch noch hoffen durften: Baden-Württembergs Maya Kleinhans (Metropolregion Rhein-Neckar) war im März 2020 in London ebenso wie Kastriot Sopa (Heilbronn) und zwei weitere deutsche Boxer ausgeschieden. Das bedeutete bislang aber noch nicht, dass Tokyo für sie grundsätzlich kein Thema mehr sein durfte, denn beim Weltqualifikationsturnier sollten, so der ursprüngliche Plan, weitere Startplätze für die Spiele ausgeboxt werden. So bestanden bislang zumindest grundsätzlich noch Chancen, weitere DBV-Athletinnen und -Athleten zur Olympiade entsenden zu können.

Maya Kleinhans Köln 2021
Baden-Württembergs Maya Kleinhans (M.) mit den OSP-Trainern Pletnev (l.) und Bolger (r.) nach ihrem ersten Sieg in Köln. Zwei weitere sollten folgen.
Baryshnik_Köln
Backnangs und Baden-Württembergs Olympiahoffnung Baryshnik aus dem DBV-Olympiateam für Tokyo mit OSP-Coach Pletnev nach dem Sieg gegen Dogan in Köln.
Vollmer
Auch Simon Vollmer war erfolgreich im Ring von Köln.
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