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Wird Ramie Al-Masri aus Kaiserslautern im Dezember Präsident des Weltverbands AIBA?

Kaiserslautern/Salem. Wird Ramie Al-Masri aus Kaiserslautern (Landesverband Südwest) neuer Präsident des Weltverbands der Amateurboxer (AIBA)? Am Montag, 2. November, hat der 49-jährige Südwest-Chef und international erfahrene Kampfrichterobmann des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) seinen Hut in den Ring geworfen. Der DBV unterstützt die Kandidatur.

Beim Online-Wahlkongress am 12. und 13. Dezember konkurriert er mit fünf internationalen Mitbewerbern. Der promovierte Informatiker, ein gebürtiger Kaiserslauterer palästinensischer Abstammung, rechnet sich Chancen aus, weil er als „sauber“ gilt, also keine Verbindungen zur früheren Führungsriege der krisengeschüttelten AIBA aufweist.

Vorläufiger Tiefpunkt: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die AIBA im Mai 2019 bis auf Weiteres suspendiert. Sogar die Vorbereitung und Durchführung des olympischen Boxturniers der Corona-bedingt inzwischen für 2021 geplanten Spiele von Tokio hat das IOC dem Weltverband entzogen und vorerst unter Eigenregie gestellt.

Als Gründe dafür gelten Defizite bei Verbandsführung, Finanzen, Anti-Doping und Kampfrichterwesen. Bevor eingefrorenen Zahlungen für die beiden jüngsten Olympischen Spiele in London und Rio an die AIBA fließen, fordert das IOC um den Deutschen Thomas Bach Reformen und einen unbelasteten Neuanfang mit völlig neuen Leuten.

Immerhin: Unter dem derzeit amtierenden Interimspräsidenten der AIBA, Mohamed Moustahsane (Marokko), wurde eine Reformkommission eingesetzt. Auch deren Ergebnisse sind Thema beim virtuellen Wahlkongress Mitte Dezember.

Auch der selbstständige IT-Unternehmer und Boxkampfrichter Al-Masri, der außer Deutsch fünf Sprachen beherrscht (Englisch, Französisch, Arabisch, Russisch und Spanisch), spricht von „folgenschweren Fehlern“ der alten AIBA-Führung. Al-Masri will aufräumen: Es gelte, „das Verhältnis zum IOC und zu den internationalen Partnern so zu verbessern, dass die AIBA wieder als Dachverband der Boxer weltweit anerkannt werden kann“, so Al-Masri im Gespräch mit boxverbandbw.de.

„Ich kann mir als Vorteil auf die Fahnen schreiben, dass ich mit der bisherigen Führung nicht im Zusammenhang stehe“, erklärt der frühere Südwestmeister. Diese Bedingung des IOC, dass „alte Seilschaften“ nicht akzeptabel seien, gelten als Problem für mehrere Mitbewerber, die dem AIBA-Exekutivkomitee um den international umstrittenen und 2019 zurückgetretenen Präsidenten Gafur Rakhimov (Usbekistan) angehört hatten.

Es handelt sich dabei laut Medienberichten um Umar Kremlev, den Generalsekretär des russischen Boxverbands, Anas Al Otaiba (Vereinigte Arabische Emirate), den Präsident des Asiatischen Kontinentalverbands, und Suleyman Mikayilov (Aserbeidschan). Außerdem bewirbt sich der AIBA-Vizepräsident Domingo Solano (Dominikanische Republik).

Im Gegensatz zu ihnen gilt neben Al-Masri auch der Niederländische Verbandspräsident Boris van der Vorst als aussichtsreich, weil nicht vorbelastet.  Al-Masri, der von 1986 bis 2000 für den 1. FC Kaiserslautern mehrfach Landesmeister war, sieht sich auch deshalb im Vorteil, weil er, rein geschäftlich, vor Jahren AIBA-Datenbank und Turniersoftware entwickelt und dabei Kontakte geknüpft habe. Auch die organisatorisch allseits gelobten Weltmeisterschaften 2017 in Hamburg gelten als Pfund, mit dem Al-Masri wuchern kann.

Uwe Hamann (Salem), Präsident des Südwest-Nachbarverbands Baden-Württemberg, findet Al-Masris Kandidatur „absolut spitze“. Er sieht „keinen besseren Kandidaten“ als den Ex-Chefkampfrichter mit internationaler Lizenz aus Kaiserslautern: „Der AIBA könnte nichts Besseres passieren, auch weil Ramie schon immer für sauberen Sport steht.“

Ramie
Der 49-jährige Ramie Al-Masri, zwischen 1986 und 2000 zuletzt Halbmittelgewichtsboxer des 1. FC Kaiserslautern, seit 2018 Chef des Landesverbands Südwest und seit Jahren Kampfrichter mit internationaler Lizenz, stellt sich Mitte Dezember beim Onlinekongress der AIBA zur Präsidentschaftswahl. Foto: Privat/Al-Masri
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