Aktuelles

Sparringstreff beim Fightclub Freiburg

Freiburg. Der Fightclub Freiburg lädt ein zum Sparringstreff amSamstag, 14. Januar 2012, in der Freiburger Wiesentalstr. 13 (14 bis 16 Uhr). Außerdem findet dort am 21. und 22. Januar 2012 ein  Kampfrichterseminar statt.
 
Zum Sparringstreff sind alle Kampfsportler aus allen Stilrichtungen, aus allen Vereinen und aus allen Verbänden eingeladen.  Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstalter Sven Schemmer weist darauf hin: Bitte nur mit Zahnschutz, Tiefschutz und Kopfschutz! Keine durchgeschlagenen Handschuhe und auch keine kleinen, dünnen Wettkampfhandschuhe (keine 8 Oz und / oder 10 Oz). 
 
Schemmer: "Bitte gebt uns zur Planung  eine Woche vorher Bescheid (info@fightclub-freiburg.de), mit wie vielen Sportlern ihr kommt! Weibliche Sportler separat mitteilen. Teilweise erfolgt von den Teilnehmern keine Meldung der Sportler, d.h. wir können für die Wettkämpfer nicht planen, ob ausreichend Sparringspartner für ein spez. Gewicht zur Verfügung stehen. Besonders wichtig ist die für unsere weiblichen Kämpferinnen."

Weitere Fusion: Boxsportverband Nordrhein-Westfalen gegründet

Duisburg. Das Beispiel des Box-Verbands Baden-Württemberg macht Schule: "Nordrhein-Westfälische Box-Landesverbände beweisen große Weitsicht und Teamfähigkeit." So lautet der Titel eines Berichts über die Fusion der drei bisherigen Landesverbände Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen zum gemeinsamen Boxsport-Verband Nordrhein-Westfalen. Diese wurde am 17. Dezember 2011 einstimmig mit den 13 Stimmen der Delegierten der Landesverbände vollzogen. DBV-Sprecher Alexander Mazur zitiert: "Alle Verantwortlichen haben, trotz teilweiser kontroverser Diskussionen, immer das übergeordnete Ziel, zum Wohle unserer Athleten/innen zu agieren, im Auge behalten und am Ende zu einer einvernehmlichen Lösung beigetragen." Präsident ist der DBV-Vizepräsident und Kampfrichterobmann Erich Dreke.

Fit-Boxing Esslingen bietet Training an Schulen an

Werte wie respektvoller Umgang miteinander und Disziplin soll das Fit-Boxing-Training den teilnehmenden Schülern vermitteln.

Esslingen. Das Kooperationsprojekt zwischen dem Verein Fit-Boxing  Esslingen (FBE) und den Ganztagesschulen Lerchenäcker- und Herderschule läuft: Zum ersten Training kamen 23 Schüler.

Wie Erik Fuhrmann (FBE) mitteilt, treffen in diesen Schulen viele Nationalitäten und Mentalitäten aufeinander. Durch das gemeinsame Box-Training sollen Werte wie Respekt, Disziplin sowie Verantwortungsbewusstsein vermittelt werden.

"Gerade für Jugendliche ist Boxen weit mehr als nur Sport. Nur wenige Sportarten beanspruchen die Jugendlichen sowohl physisch als auf psychisch", weiß Fuhrmann. Neben dem optimalen Muskeltraining werden deshalb auch die mentale Leistungsfähigkeit, der Widerstandswille und das Selbstbewusstsein entwickelt. Die Schüler lernen „Nein“ zu sagen, Aggressionen werden abgebaut und im Gruppentraining wird der Teamgeist gestärkt.

Erfahrungen zeigen, so Fuhrmann, dass nicht selten die Kids ihre schulischen Leistungen verbessern und besser in der Gruppe und im Schulalltag zurecht kommen. Das Boxtraining steht unter der Leitung von Volker Kauffmann und  Schwergewichtler Burhanettin "Bohne" Sümengen. zg

Box-Ländervergleich BVBW mit Kasachstan in jeder Hinsicht ein Gewinn

Impressionen vom Ländervergleich überwiegend junger BVBW-Boxer mit Gegnern aus Kasachstan.

500 Zuschauer allein in Singen sehen Bene Probst siegen / Johann Witt gewinnt in Schwenningen  

Singen/ Schwenningen/ Bad Mergentheim. Eine Auswahl des Box-Verbands Baden-Württemberg (BVBW) traf zunächst in Singen auf eine Staffel aus Kasachstan. Von zehn Kämpfen im Ring gewann das Gastgeberteam vor rund 500 Zuschauern in der Scheffelhalle sieben Begegnungen. Auch Lokalmatador Benedikt Probst trumpfte auf.

Der wertvolle Vergleich wurde in Schwenningen (Sportzentrum Deutenberg, Spittelstraße) und sonntags in Bad Mergentheim (Kopernikus-Realschule, 15 Uhr) fortgesetzt (Ergebnisse zum Anklicken siehe unten). In Schwenningen kam auch der frisch gebackene Deutsche Schwergewichtsmeister und EM-Dritte dieses Jahres zum Einsatz: Lokalmatador Johann Witt vom gastgebenden Boxing VS schlug seinen Kontrahenten Alexander Aleksic mit 21:6 klar nach Punkten.

Landestrainer Oliver Vlcek zog insgesamt eine positive Bilanz, obwohl laut Schwarzwälder Bote aufgrund von Problemen bei der Einreise nur sechs statt wie geplant zehn Kasachen einreisen durften: "Ich denke, dass rund 2000 Zuschauer die Kämpfe gesehen haben. Unsere Boxer haben die Fans mit tollen Kämpfen belohnt."

Hier berichtet die Tageszeitung Schwarzwälder Bote über die Boxnacht in Schwenningen:
www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.villingen-schwenningen-faeuste-fliegen-bei-boxing-night.42876635-7505-43ca-98d1-aef1d4169b6f.html

Hier die Ergebnisse von der Veranstaltung in Singen:

Yusif Agayev (KAZ) vs. Dennis Foos (BW) – Punktsieger Dennis Foos (BW)
Tim Alberg (KAZ) vs. Eric Erhardt (BW) – Punktsieger Tim Alberg (KAZ)
Asker Kissayev (KAZ) vs. Thomas Halfinger (BW) – RSC. Sieger Runde 1. Thomas Halfinger
Leonid Smirnov (KAZ) vs. Alex Fengler (BW) – Punktsieger Alex Fengler (BW)
Alina Zubkov (KAZ) vs. Bettina Budai (BW) – Punktsieger Bettina Budai (BW)
Attin Batabayev (KAZ) vs. Robert Forsch (BW) – Punktsieger Robert Forsch (BW)
 Aidar Zhapakov (KAZ) vs. Benedikt Probst (BW) – Punktsieger Benedikt Probst (BW) 
Marco Kraner (KAZ) vs. Petrit Bujubi (BW) – Punktsieger Marco Kraner (KAZ)
Ivan Obradovic (KAZ) vs. Erich Fuhr (BW) – Punktsieger Erich Fuhr (BW) Michael Gagiev (KAZ) vs. Andreas Wahl (BW) – Punktsieger Michael Gagiev (KAZ)

Kampfrichter-Obmann Klaus Kaibach (VfB Friedrichshafen) hatte folgende Frauen und Männer in Weiß nominiert.

Veranstaltung in Singen am Freitag, 16. Dezember 2011:
RR. u. PR.: Holger Kußmaul BVBW, Mesut Sarak BVBW, Günter Rosin BVBW, Abay Samanbekov Kasachstan.
          
Veranstaltung in Villingen-Schwenningen am Samstag, 17. Dezember 2011:
RR. u. PR.: Holger Kußmaul BVBW, Siegfried Blaschke BVBW, Stefan Hipp BVBW, Abay Samanbekov Kasachstan. Hauptkampfrichter jeweils Kaibach. 
         
Veranstaltung in Bad Mergentheim am Sonntag, 18. Dezember 2011:
Delegierter Kampfrichter: Holger Kußmaul, RR. u. PR.: Holger Kußmaul BVBW, Georg Mornhinweg BVBW, Günter Rosin BVBW, Abay Samanbekov.

Marina Hermann und Oli Vlcek frisch gebackene Eltern

Villingen-Schwenningen. Er heißt Lennox, so wie der dreifache britische Schwergewichtsweltmeister "The Lion" Lewis. Die Rede ist vom neugeborenen Sohn von Marina Hermann, der BVBW-Gschäftsführerin, und Landestrainer Oli Vlcek. Am 13. Dezember erblickte Lennox das Licht der Welt. Wir gratulieren ganz herzlich!

Amtsgericht Weinheim bestätigt Satzung

Weinheim/ Leonberg. Jürgen Wiedemann, Chef des Box-Verbands Baden-Württemberg (BVBW), freut sich über Post vom Amtsgericht Weinheim: Demnach wurde die beim außerordentlichen Verbandstag in Pforzheim verabschiedete Satzung per 28. November 2011 rechtlich gewürdigt. Wiedemann: "Wir haben es jetzt also auch schriftlich, dass wir ein gemeinsamer Verband sind."

Johann Witt als neuer Deutscher Meister im Schwergewicht bald auf den Spuren Krasniqis?

Der baden-württembergische Schwergewichtler Johann Witt (Boxing VS) ist Deutscher Meister 2011. Zur Siegerehrung aller Meister kam erstmals in Deutschland auch Weltverbandschef Dr. Wu in den Ring. Der Mittelgewichtler Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg) holte Silber. Für Kastriot Sopa (SpVgg Ludwigsburg), im Kampf und bei der Siegerehrung zu sehen, und Eduard Schmidt (Boxing VS, Kampfbild) blieb es bei Bronze. Das ganze Team hielt stets zusammen.
 

Villingen-Schwenninger EM-Dritter Witt holt erstmals seit 1995 wieder Schwergewichtstitel nach Baden-Württemberg / Ludwigsburger Xhek Paskali Deutscher Vizemeister / Jeweils Bronze für Eduard Schmidt (Villingen-Schwenningen)  und für Kastriot Sopa (Ludwigsburg) / Hervorragender Rang 5 für Baden-Württemberg unter 15 Landesverbänden in der Medaillenwertung dieser DM

Leipzig, 3. Dezember. Was für eine Freude im Team Baden-Württemberg: Im Schwergewichtsfinale der 89. DM in Leipzig schlug der EM-Dritte Johann Witt (25, Villingen-Schwenningen), 2007, 2008 und 2010 jeweils noch DM-Dritter, den Vorjahresvizemeister Stefan Sittner (28, Marne), mit 15:11 nach Punkten. Damit krönte Witt sein bisher erfolgreichstes Jahr als Boxer (hier stellt ihn die Tageszeitung Südkurier ihren Lesern vor: www.suedkurier.de/sport/regionalsport/schwarzwald/Johann-Witt;art2816,4966439. )

Deutsche Meister im Schwergewicht aus Baden-Württemberg waren in den vergangenen 26 Jahren 1985 Bernd Schwab (Heidelberg), 1988 Markus Bott (Karlsruhe), 1990, 1991 und 1992 Bert Teuchert (Freiburg) sowie 1994 und zuletzt 1995 Luan Krasniqi (Rottweil). Vize-Weltmeister und Europameister Krasniqi holte 1996 bei den Olympischen Spielen von Atlanta Bronze! Wandelt Witt bald gar auf Krasniqis Spuren?

„Ich bin überglücklich und hoffe, dass ich jetzt auch die Chance bekomme, ins Olympiateam zu gelangen“, sagte Witt, dem vor Rührung und Stolz bei der Siegerehrung Tränen in den Augen standen. Bislang setzte der DBV auf Alexander Povernov (Velbert), der zugunsten der Weltboxserie am Samstagabend nicht bei den DM angetreten war. Chefbundestrainer Valentin Silaghi sagte in Leipzig: "Beide kommen für das Olympia-Qualifikationsturnier im April in Betracht."

Zweiter Grund zum Jubeln: die Silbermedaille für Xhek Paskali aus Ludwigsburg. Gegen Überflieger Denis Radovan (19, Köln), WM-Dritter der Jugend von 2010 und schon einmal Deutscher Vizemeister der Elite, war im Mittelgewicht-Finale letztlich kein Kraut gewachsen: Der sich wacker wehrende und respektlos angreifende Süddeutsche Meister Xhek Paskali (21, MBC Ludwigsburg) verlor mit 13:20. Allerdings erscheint das Urteil angesichts der Leistung von Paskali überhöht. Respekt zollten alle Experten dem jungen Ludwigsburger Vizemeister.

Und so berichtete tags darauf DBV-Sprecher Alexander Mazur (Böblingen) über Paskali in seinem Bulletin für die bundesweite Presse: "Im Mittelgewicht hatte man den Kölner Denis Radovan als neuen Meister erwartet, doch er traf auf ein neues Talent, den Ludwigsburger Xhek Paskali, der in der BoxBundesliga den amtierenden DM und WM-Teilnehmer Stefan Härtel bezwungen hatte und in Leipzig für Furore sorgte, indem er im ersten Kampf den Buga-Bezwinger Jacob Deines knapp ausschaltete, sich dann über Hochschulmeister Raymund Meilinger hinwegsetzte und im Finale nach einem großen Kampf gegen Denis Radovan verlor."

Die Regionalzeitung NNZ in Nordhausen schreibt: "Der für Nordhausen in der 1. Bundesliga boxende Johann Witt ist Deutscher Meister im Schwergewicht. Den Titel holte er am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften in Leipzig. Jeweils hervorragende 2. Plätze schafften Xhek Pascali im Mittelgewicht und David Müller im Halbweltergewicht. Im Bantamgewicht erreichte Kazim Sopa den 3. Platz. Alle drei Kämpfer stehen ebenfalls im Nordhäuser Bundesliga-Kader. „Für Johann Witt kann der große Traum von Olympia nun wahr werden“, sagte Konrad Werner, Cheftrainer der Nordhäuser Mannschaft.

Am Ende landete Baden-Württemberg auch dank der Bronzemedaille für Eduard Schmidt (Boxing VS) hinter Mittelrhein, Niederrhein, Sachsen und Niedersachsen auf Rang 5 in der Medaillenwertung der 15 Landesverbände bei diesen DM. 2010 in Oldenburg war Württemberg 12. und Baden 13. gewesen. "Wir dürfen sehr zufrieden sein", sagte Verbandschef Jürgen Wiedemann (Leonberg). Die Trainer und Betreuer der insgesamt neun Athleten in alphabetischer Reihenfolge der Nachnamen: Achim Böhme, Alex Geier, Steven Nichols, Anton Oehler (für Asslani, Überlingen), Vitali Tarasov, Oliver Vlcek, Fikret Yöreci. Kampfrichter aus BW: Patricia Tauscher und Holger Kußmaul.

Leipzig, 2. Dezember. Sensationelle Zwischenbilanz für Baden-Württemberg: Mittelgewichtler Xhek Paskali (21, MBC Ludwigsburg) hat mit einem hervorragend herausgeboxten 21:5-Punktsieg gegen den Deutschen Hochschulmeister Raymund Meilinger (24, Kassel) die Schlussrunde der 89. Elite-DM erreicht. Auf Paskali wartet der Kölner Denis Radovan, Vorjahresvizemeister und Dritter der Jugend-WM von 2010.

Auch Johann Witt steht im Finale: Dort trifft der 25-jährige EM-Dritte aus Villingen-Schwenningen im Schwergewicht in der Ernst-Grube-Halle auf Stefan Sittner (28, Marne). Witt, 2010 noch DM-Dritter, schlug am frühen Freitagabend den Titelverteidiger Eugen Schellenberg (28, Seelze) mit 16:8 nach Punkten.

Für Bantamgewichtler Kastriot Sopa (19, SpVgg Ludwigsburg), zweifacher Deutscher U21-Meister, bleibt es indes bei Bronze: Er verlor gegen Titelverteidiger Denis Makarov, Europameister von 2010, mit 6:13 nach Punkten. Sopa legte zu spät seinen Respekt ab: Wer weiß, wie es ausgegangen wäre, hätte Sopa von Anfang an so geboxt wie in Runde 3.

Im Leichtgewichtshalbfinale verlor der DM-Dritte Eduard Schmidt (21, Villingen-Schwenningen) mit 9:22 nach Punkten gegen den 19-jährigen Artur Bril (Köln), Sieger der Olympischen Spiele der Jugend und U19-Weltmeister 2010. Erneut Bronze für Schmidt.

Leipzig, 1. Dezember. Leider verlor der superschwere Avdi Asslani (Überlingen) am Ende doch mit 20:11 gegen den Deutschen Vizemeister aus Sachsen, Phillip Gruner. Doch nach Runde 1 stand es noch 5:5! Das Team Baden-Württemberg feuerte den Überlinger wie ein Mann an. Immerhin: Mit Mittelgewichtler Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg) ist der vierte Baden-Württemberger im Halbfinale der 89. Männer-DM in Leipzig: Er bezwang in einem spannenden und starken Viertelfinal-Gefecht Jacob Deines (NS) haarscharf, der zuvor Konstantin Buga geschlagen hatte. Paskali beeindruckte mit diesem Sieg das Publikum. Bantamgewichtler Kastriot Sopa (19, SpVgg Ludwigsburg), zweifacher Deutscher U21-Meister, steht ebenfalls im Halbfinale: Er bezwang Tobias Tatai in einer kämpferischen Begegnung souverän mit 22:13 n.P. Damit hat Baden-Württemberg mit Eduard Schmidt, der dank Freilos in einem kleinen Teilnehmerfeld kampflos ins Halbfinale einsteigt, drei Medaillen sicher.

Denn auch der EM-Dritte Johann Witt (25, Villingen-Schwenningen) hat im Schwergewicht das Halbfinale erreicht. Witt schlug den relativ unerfahrenen, aber beachtlich auftretenden Arthur Mann (21, Isenbüttel) mit 16:9 nach Punkten. Witts nächster Gegner: Der Titelverteidiger in diesem Limit bis 91 Kilogramm, Eugen Schellenberg (28, Seelze). Dieser setzte sich in der Runde der besten Acht gegen den zweiten schweren Baden-Württemberger Andreas Wahl (19, Backnang) klar durch und sicherte sich damit ebenfalls einen Medaillenrang.

Aytekin Yöreci (22, BR Knielingen), DM-Dritter von 2010, hat seinen Viertelfinalkampf gegen den WM-Teilnehmer und Deutschen Meister von 2009, David Müller, mit 12:15 verloren. Nach Runde 2 stand es noch 9:8 für Yöreci, der im Halbwelter-Duell der Rechtsausleger anfangs mit sehenswerten Haken und Geraden sowie Meidbewegungen agierte – und zunehmend begeisternd punktete. In der Schlussrunde, etwa 70 Sekunden vor der Schlussglocke, warf Müller aber in einem letzten Aufbäumen seine ganze  internationale Erfahrung in die Waagschale, setzte drei klarere Treffer und Yöreci verlor seine Linie. "Es war wie ein Blackout", sagte Yöreci. Dennoch ein Bravo für Aytekin Yöreci.

Leipzig, 30. November.  Trotz einer starken Leistung und vieler guter Aktionen verlor Yasin Basar (20, Friedrichshafen) den Vorrundenkampf im Limit bis 81 Kilogramm gegen Titelverteidiger Tyron Zeuge (Berlin) mit 13:19 nach Punkten. Vor allem in der dritten Runde wirkte Zeuge erschöpft und es sah für die Anhänger Basars so aus, als könnte er das Blatt doch noch wenden.

Im Schwergewicht räumte der EM-Dritte Johann Witt (Villingen-Schwenningen) seinen ersten Gegner Aryan Sheriffi (Westfalen) mit 16:9 aus dem Weg. Sheriffi wurde in Runde 1 nach einem Treffer von Witt angezählt. Der EM-Dritte trifft im Viertelfinale am Donnerstag auf Artur Mann (Niedersachsen).    

Ebenfalls im Schwergewicht bezwang Andreas Wahl (Backnang) den Hamburger Artur Bühl klar nach Punkten. Wahl verlor im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Eugen Schellenberg.

Patricia Tauscher und Holger Kußmaul sind erneut die Kampfrichter aus Baden-Württemberg bei den Deutschen Meisterschaften. Die 89. Auflage der Titelkämpfe findet in Leipzig statt. Die Finalkämpfe finden bereits am Samstagvormittag in der Leipziger Ernst-Grube-Halle statt, weil dort abends der zweite Heimkampf der "Leipzig Leopards" in der Weltboxliga WSB, diesmal gegen Istanbul, steigt.

Erstmals nehmen neun Boxer aus dem in diesem Jahr gegründeten Landesverband Baden-Württemberg teil. Es sind dies:

Ansetzungen aus BW-Sicht:

Bantamgewicht: Kastriot Sopa (SV 07 Ludwigsburg) schlägt Tobias Tatai (Mittelrhein) und Dieter Geier (SV Gold Blau Stuttgart) verliert gegen Marcel Schneider (Brandenburg).
Leichtgewicht: Eduard Schmidt (Boxing Villingen-Schwenningen) dank Freilos im Halbfinale gegen Artur Bril (Mittelrhein).
Halbwelter: Aytekin Yöreci (BR 46 Knielingen) verliert gegen David Müller (TH)
Mittel: Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg) schlägt Jacob Deines.
Halbschwer: Yasin Basar (VfB Friedrichshafen) verliert gegen Tyron Zeuge (Berlin).
Schwer: Johann Witt (BR Villingen-Schwenningen) schlägt Aryan Sheriffi Westfalen)
und Artur Mann (NS); Andreas Wahl (KSC Backnang) schlägt Artur Bühl (Hamburg), verliert gegen Eugen Schellenberg (NS).
Superschwer: Avdi Asllani (BC Überlingen) verliert gegen Philipp Gruner (Sachsen).

Bei den Championaten 2010 in Oldenburg war der Landesverband Württemberg (zwei Bronzemedaillen, für Eduard Schmidt und Johann Witt, beide Boxing VS) in der Medaillenwertung Zwölfter und Baden (einmal Bronze für Aytekin Yöreci, BR Knielingen) Dreizehnter geworden.

Zwei junge BW-Asse im Finale von Wismar, Gold für Cajic

Sieben U18-Boxer aus sechs Vereinen bei IDJM am Start / Dejan Cajic (VfB Friedrichshafen) holt Gold, Alex Hoffmann (BR Knielingen) verliert im Finale / Aus für Hill (Konstanz) und Salim (Reutlingen) im Viertelfinale / Bronze für Orsinger (Villingen-Schwenningen), Slavoljub Cajic (Friedrichshafen) und Valerij (Öhringen) 

Wismar. Die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Jugend 2011 fanden in der Hansestadt Wismar statt. Die Staffel des Boxverbandes Baden-Württemberg (BVBW), die vor einigen Wochen bei den Süddeutschen Titelkämpfen des Nachwuchses in Straubing acht der ausgeschriebenen zehn Gewichtsklassen gewonnen hatte, wollte auch im hohen Norden das Maximale herauskämpfen. Dies gelang nur teilweise. Doch zwei, nämlich Dejan Cajic (Friedrichshafen) und Alex Hoffmann (Knielingen), erreichten das Finale. Dort mussten Dejan und Alex nun die härtesten Aufgaben lösen.

Finale aus BW-Sicht: Dejan Cajic schlägt Alexander Kvaktusin (WE) 15:11 nach Punkten und Alex Hoffmann unterliegt Mike Fanselow (BE) durch Aufgabe in Runde 2.

Bilanz: Mit einem Deutschen Meister sowie einem Deutschen Vizemeister verabschiedeten sich die Youngsters von der diesjährigen IDJM. Mit einer abschließend versöhnlichen Bilanz von 1 Gold-, 1 Silber- und insgesamt 3 Bronzemedaillen und einem 4. Platz in der Länderwertung hinter Berlin, Mittelrhein und Mecklenburg-Vorpommern konnten die jungen Wilden doch noch zeigen, was in ihnen steckt.

Hier berichtet Oli Vlcek, BVBW-Ressortleiter "Nachwuchs": 

Dejan Cajic vs Alexander Kvaktusin (WE) 15:11 Punktsieg

Wie erwartet, startete der Westfale aus einer sehr kompakten Doppeldeckung und riskierte sehr wenig. Kvaktusin beschränkte sich darauf, den Häfler nach dessen Aktionen über die Schlaghand abzukontern. Dies gelang ihm in der ersten Runde auch, wodurch er einen dünnen Punktvorsprung heraus holen konnte. Gleichzeitig konzentrierte sich Dejan darauf, den Gegner mit Einzelhänden zum Körper zu ermüden. Bereits in Runde 2 drehte sich dann die Partie. Kvaktusin musste vermehrt Körpertreffer einstecken, welche seine Explosivität verminderten. Auch deckte Dejan nun die linke Seite, um die Konter über die Schlaghand zu verteidigen. In Durchgang 3 setzte sich Dejan dann ab und führte Stellenweise mit 6 Punkten. Kvaktusin baute nun physisch stark ab und konnte seine kompakte Deckung nicht mehr halten. Somit stand der 4 Titel für den Friedrichshafener fest.

Alex Hoffmann
vs Mike Fanselow (BE) Aufgabeniederlage Runde 2

Der Überraschungsfinalist Alex Hofmann erwies sich im Finale als abgebrühter Kämpfer. Aus einer kompakten Deckung reagierte er auf die heftigen Angriffe von Mike Fanselow. Dieser gilt als sehr erfahrener und harter Schwergewichtler. Mit seinem Körpergewicht neutralisierte Alex die schwungvollen Angriffe des Berliners, indem er sich im richtigen Moment dagegen stemmte. Durch eine kleine Unaufmerksamkeit in Runde 1, wo Alex einen Schritt nach hinten machte, geriet er in ein Ungleichgewicht. Der Ringrichter zählte den Knielinger an. Auch in Runde 2 zeigte der junge Schützling von Fikret Yöreci, dass er schnell lernt. Immer wieder konnte er den schnellen Berliner über die Schlaghand abkontern. Leider lehnte er sich abermals zu weit nach hinten und verlor das Gleichgewicht, woraufhin der Ringrichter ihn ein zweites Mal anzählte. Um hier einer Schutzsperre vorzugreifen, wurde der Kampf aufgegeben. Alex zeigte aber eine Spitzenleistung, insbesondere wenn man bedenkt das der Athlet erst seit einem Jahr im Boxsport tätig ist.

Insgesamt ist das Ergebnis der Truppe aus BW als durchschnittlich zu bewerten. Mit Patric Hill und Marcel Orsinger mussten zwei Titeljäger das Rennen im Halbfinale aufgeben. Für Patric Hill war es die Chance, den Titel zu erlangen. Sein Gegner gewann ohne weitere Mühe alle Kämpfe und krönte sich zum Deutschen Meister. Für nächstes Jahr hat sich der Konstanzer ein großes Comeback vorgenommen.

Slavoljub Cajic, Wins Valerij und Omid Salim überzeugte hingegen in ihren Kämpfen. Der jüngere Bruder von Dejan Cajic zeigte den besten Kampf gegen den mehrfachen Deutschen Meister Omar El-Hag aus Berlin. Dieser zerlegte seinen Finalgegner regelrecht. Genauso erging es dem Gegner von Roman Fress im Finale. Jener Roman, welcher im Halbfinale noch knapp an einer Niederlage gegen unseren Wins vorbeischrammte. Auch Wins zeigte in seinen beiden Kämpfen eine Spitzenleistung.

Hier stellt Vlcek das siebenköpfige Team aus sechs Vereinen vor:

Halbfliegen bis 49 Kilogramm: Dejan Cajic vom VfB Friedrichshafen ist dreifacher Deutscher Meister und EM-Teilnehmer 2011. In einem kleinen Vierer-Feld muss er zeigen, dass er auch im kommenden Jahr zu den Favoriten zählen will. Mit Lucic Dubravke vom Berliner TSC trifft er im Halbfinale auf einen Underdog, welcher ihm sicher das Leben schwer machen möchte.

Fliegen bis 52 Kilogramm: Omid Salim stammt vom SSV Reutlingen und zählt zu den Überraschungssiegern der Int. Süddeutschen Meisterschaft 2011. Dieses Jahr konnte der junge Reutlinger eine deutliche Leistungssteigerung zeigen. Besonders der Wechsel von 56kg auf 52kg deutete seine hohe Motivation an. Leider erwischte Salim gleich ein hartes Los. Im Viertelfinale bekommt er es mit dem Lokalmatadoren und Titelfavoriten Nadir Achverdiev vom PSV Wismar zu tun. Drücken wir Omid die Daumen.

Bantam bis 56 Kilogramm: Slavoljub Cajic, ebenfalls vom VfB Friedrichshafen, ist der jüngere Bruder von Dejan. Der mehrmalige DM-Teilnehmer möchte auch bei diesem Wettbewerb zeigen, dass er wieder einen Sprung in der Entwicklung gemacht hat. Der Häfler gilt als qualifizierter Boxer für internationale Turniere. Hier konnte der junge Cajic schon mehrere starke Athleten schlagen. Insbesondere sein Kontersieg im April diesen Jahres gegen den neuen Europameister aus Ungarn ist noch vielen in Erinnerung. Mit Erem Aggül aus Berlin wartet ein erfahrener Boxer auf den jungen Cajic.

Leicht bis 60 Kilogramm: Patric Hill trainiert beim KSV Rheinstrom Konstanz. Der erfahrene Rechtsausleger konnte bereits mehrere DM - Finals bestreiten. Leider reichte es bisher noch nicht bis aufs oberste Treppchen. Dies lag aber oftmals daran, dass Patric die mitunter bestbesetzten Gewichtsklassen erwischte in seiner Karriere. Erst im April bestritt er das U19 DM Finale gegen den amtierenden Weltmeister aus Berlin Theo Krechlok. Nun heißt sein Gegenüber Chatschik Abramov aus Schleswig Holstein.

Halbwelter bis 64 Kilogramm: Marcel Orsinger tritt für den Boxing VS an. Nach langer Verletzungspause meldete sich der Doppelstädter eindrucksvoll bei den BW-Nachwuchsmeisterschaften zurück. Auch die Int. Süddeutschen Meisterschaften entschied der 2 fache Deutsche Meister, sowie WM 8. und EM-Teilnehmer klar für sich.
Sebastian Wirtz aus Hessen wurde ihm heute für das morgige Viertelfinale zugelost.

Halbschwer bis 81 Kilogramm: Wins Valerji vom TSG Öhringen musste die Int. Süddeutsche Meisterschaft leider als Zuschauer beobachten. Der Öhringer machte im Frühjahr auf sich aufmerksam, als er den amtierenden U19 DM und neuen U21 DM Vize Igor Teziev nach Punkten schlagen konnte. Im gutbesetzten Limit bis 81kg trifft er nun auf Robby Lange aus Sachsen.

Schwer bis 91 Kilogramm: Alex Hoffmann gehört zum Team des Boxring Knielingen. Alex ist der Youngster unter den jungen Wilden. Durch Freilos konnte er sich bereits eine Medaille sichern und trifft am Freitag auf Islam Aliorev aus Niederrhein. Ursprünglich sollten auch Knielingens Alex Mironow und Olgun Istanbullu bei der IDJM antreten. Krankheit und eine Ausbildung machten hier jedoch einen Strich durch die Rechnung. 

Süddeutsche Meisterschaften: Paskali bester Kämpfer

Wurde in Friedrichshafen zum besten Kämpfer des Turniers gekürt: Xhek Paskali (2.v.l.) vom MBT Ludwigsburg. Vereinskamerad Benjamin Schmidt (l.) holte den Titel des Süddeutschen Meisters im Schwergewicht. Der Knielinger Aytekin Yöreci wurde als Titelfavorit im Limit bis 64 Kilogramm auch 2011 Süddeutscher Meister (unteres Bild).

Klub des Ludwigsburger Mittelgewichtlers auch dank Benjamin Schmidt zum besten Verein gekürt / Knielinger Aytekin Yöreci holt Titel im Halbwelterlimit / Lokalmatador Yasin Basar glänzt / Natalie John holt einzigen Frauensieg für Baden-Württemberg / Bayern jedoch nicht mit Topteam

Friedrichshafen. Einige der kommenden Größen im olympischen Boxen Deutschlands waren in der städtischen Festhalle Friedrichshafen im Ring des örtlichen VfB zu sehen. Es trafen die Landesmeister der Männer und Frauen aus den beiden größten Landesverbänden Deutschlands aufeinander, nämlich dem frisch gebackenen Box-Verband Baden-Württemberg (BVBW) als Gastgeber sowie Bayern. Diese konnten nur im Weltergewicht einen Titel holen, waren aber aufgrund des Bundesligakampfs Straubing gegen Velbert sicher nicht mit dem stärksten Team am Bodensee vertreten. So fehlten beispielsweise im Schwergewicht Bayerns Roman Gorst, der in Straubing vor 600 Zuschauern dem früheren Baden-Württemberger Gottlieb Weiss im Limit bis 91 Kilogramm unterlag, sowie Eugen Dahinten, der am Samstag in Straubing Velberts WM-Teilnehmer Eugen Burhard im Leichtgewicht bezwang.

In den acht Männerlimits holte Baden-Württemberg in Friedrichshafen sieben Mal Gold, in sechs Finalfights waren Bayern vertreten. Bei den Frauen zeigte sich die weiß-blaue Dominanz in Süddeutschland.

Hier berichtet Jochen Dedeleit am 14. November online für die Schwäbische Zeitung über die Meisterschaften und ihre Besonderheiten: www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/pfullendorf/pfullendorf-sport_artikel,-Basar-und-Asslani-Sueddeutsche-Meister-_arid,5162137.html

Zu den Ergebnissen (zum Anklicken siehe unten):

Bester Kämpfer (weiblich): Sandra Rösch (SC Freising, Bayern)
Bester Kämpfer (männlich): Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg)
Fairnesspokal (weiblich): Vera Wintermeier (SSV Ulm, Baden-Württemberg)
Fairnesspokal (männlich): Ali Celik  (TV Kempten, Bayern)
Bester Verein: MBC Ludwigsburg (Baden-Württemberg) mit zwei Titeln für Paskali (Mittel) und Benjamin Schmidt (Schwer).

Im Finale setzten sich die Favoriten durch: Der erfahrenere Dieter Geier (GB Stuttgart) bezwang im Duell der Baden-Württemberger den frisch gebackenen Deutschen U21-Meister Kastriot Sopa (SpVgg Ludwigsburg) im Limit bis 56 Kilogramm.

Im Leichtgewicht setzte sich der DM-Dritte und frühere Junioren-Europameister Eduard Schmidt (Boxing Villingen-Schwenningen) gegen Selcuk Bilgin aus Bayern durch.

Wie erwartet schlug der DM-Dritte und Titelverteidiger Aytekin Yöreci (22, BR Knielingen) in der Klasse bis 64 Kilogramm den 20-jährigen Bayer Bojan Aladzic, Fünfter der U21-DM, mit 11:5 Punkten klar. Aladzic (20) hatte im Halbfinale den mitfavorisierten Ex-Hochschulmeister und mehrfachen Süddeutschen Leichtgewichtsmeister Sinan Bayrak (25, KSC, 2010 noch DM-Teilnehmer im Leichtgewicht) besiegt. In der Runde der besten Vier in diesem Limit hatte sich am Samstag Ibrahim Trena (BT Langenargen) dagegen dem Knielinger Yöreci geschlagen geben müssen.

Im Weltergewicht unterlag Bayraks Vereinskamerad Dimitri Sorokin (KSC) dem kernigen Bajuwaren-Boxer Johannes Winter mit 4:9 nach Punkten.

Im Mittelgewicht setzte Xhek Paskali, der Internationale Baden-Württembergische U21-Meister von 2010 und 2011, aus Ludwigsburg (MBC Ludwigsburg) seine diesjährige Erfolgsserie fort, indem er auch den Bayern Ali Celik im Finale mit 12:9 schlug. 2010 war Paskali dem Karlsruher Marco Grund, diesmal nicht am Start, im Finale der Süddeutschen unterlegen gewesen, hatte aber dennoch bei den DM das Viertelfinale erreicht. Dieses Ergebnis will Paskali, der in der Bundesliga kürzlich sogar den WM-Teilnehmer und 2012-Olympiastarter Stefan Härtel aus Berlin bezwingen konnte, bei den nationalen Titelkämpfen in Leipzig 2011 toppen.

In der Halbschwergewichtsklasse bis 81 Kilogramm zeigte Lokalmatador Yasin Basar vom örtlichen Ausrichter VfB Friedrichshafen, wer der Herr im Hause ist: Der Bayer Ramil Fattulaew zog mit 4:17 Punkten klar den Kürzeren.

Im Schwergewicht gewann der starke Benjamin Schmidt (MBC Ludwigsburg) im Finale gegen Mike Lehnis aus Bayern, der sich in Runde 2 verletzte und aufgeben musste.

Der Überlinger Avdi Aslani bezwang, dies ebenfalls keine Überraschung, im Limit über 91 Kilogramm den Karlsruher Andreas Becker mit 12:5 nach Punkten.

Die nationalen Titelkämpfe der Männer finden Anfang Dezember in Leipzig statt.

Bei den Frauen gelang nur der Baden-Württembergerin Natalie John (Nattheim), zugleich Deutsche Meisterin im Kickboxen, ein Finalsieg gegen eine der starken Bayerinnen. Asya Sarayeva verlor gegen Ramona Hein. Die Langenargenerin Melike Meddur unterlag Susanne Hofstetter, Vera Wintermeier der am Ende ausgezeichneten Mittelgewichtlerin Sandra Rösch

Unten: Alle Ergebnisse zum Anklicken

U21-DM in Köln: Baden-Württemberg zweitbester Landesverband

Team aus Baden-Württemberg krankheitsbedingt nur mit Rumpfteam am Start / Dennoch vier Finalisten: Sopa, Spomer, Teziev und Wahl / Sopa holt Titel/ Backnanger Wahl schlägt früheren EM-Dritten Okosun im Viertelfinale / Ehrgeiziger Vlcek wollte mehr / Lob für Trainer Seel und Müller

Köln. Mit vier Finalisten, nämlich Kastriot Sopa (SpVgg Ludwigsburg), Vjaceslaw Spomer (Neckargartach), Igor Teziev (Esslingen) und Andreas Wahl (Backnang), präsentierte sich der Landesverband Baden-Württemberg bei den 4. U21-DM glänzend. Mit einmal Gold für den Ludwigsburger Sopa und drei Vizemeistern sowie Bronze bei den Frauen für die Ulmerin Brzezinska belegte Baden-Württemberg am Ende den zweiten Platz in der Verbandswertung hinter Brandenburg und vor Mittelrhein.

"Wir haben Grund zum Feiern", sagte BVBW-Chef Jürgen Wiedemann nach dem Halbfinale. Gemessen an seinen wie immer hochgesteckten Zielen, zeigte sich allein Oli Vlcek nicht ganz zufrieden: Der Landestrainer hatte mit drei Titeln gerechnet. Jedoch trat Spomer schon seit dem Viertelfinale mit einer sehr schmerzhaften Rippenprellung an, wurde Terziev trotz Überlegenheit im Ring in Runde 3 nur wegen seines zu locker sitzenden Mundschutzes disqualifiziert, was freilich ärgerlich ist, und verlor Okosun-Bezwinger Wahl im Finale gegen den türkischen U19-WM- und Jugendolympia-Teilnehmer Patir aus Worms (ausführliche Finalkämpfe-Analysen weiter unten). Schwacher Trost für Vlcek: Alle fünf BW-Boxer außer Sopa, darunter auch der Karlsruher Marco Grund, verloren gegen die späteren Deutschen U21-Meister.   

Und so sind die U21-DM als Erfolg zu verbuchen. Und dies trotz weiterer Handicaps: Bereits im Vorfeld der 4. Deutschen U21-Meisterschaften in Köln musste das zunächst zehnköpfige Team schmerzhafte Ausfälle verkraften: Neben den Deutschen Vizemeistern Mohammed Maher (VfB Friedrichshafen) und Aznaur Magomedov (Gold Blau Stuttgart) mussten auch die beiden Deutschen Meister und Medaillenfavoriten Erkan Bozkaya (Boxing VS) und Viktoriya Avramenko (KSC Backnang) vorzeitig absagen. Besonders hart traf es die Deutsche U19-Meisterin Avramenko, welche am Anreisetag mit Fieber absagen musste.

Zwei Wochen nach dem ersten offiziellen Start einer baden-württembergischen Auswahl bei der Internationalen Süddeutschen Meisterschaft in Straubing trat der frisch gebackene Boxverband Baden-Württemberg (BVBW) nun auch auf nationaler Ebene geschlossen auf. Und die Geburt des Landesverbandes Baden-Württemberg war auch Thema am Rande der Meisterschaften. Vlcek berichtet: "Gratulanten aus allen Ebenen des Leistungssports und aus allen Winkeln Deutschlands begrüßen die fortschrittliche Veränderung im südwestlichen Bundesland. Auch die Landesverbände aus NRW arbeiten an einer Fusion, um sich ebenfalls zukunftsorientiert ausrichten zu können."

Die unmittelbare Wettkampf-Vorbereitung zur DM lief parallel zum Fusionsverbandstag des BVBW, was eine optimale Vorbereitung erschwerte. BVBW-Jugendleiter Oli Vlcek und das Team war froh, auf die ausgezeichnete Gastfreundschaft des Boxcenters Pforzheim und dessen Vorsitzenden Ayhan Isik zurückgreifen zu können.

Hier Vlceks Analyse der Finalkämpfe:

Im Finale des Limits bis 56 Kilogramm schlug Titelverteidiger Kastriot Sopa wie bereits 2010 Vitali Gafurov vom Niederrhein mit 24:14 Punkten. Ausschlaggebend für diesen hohen Sieg war eine sehr starke Runde des Ludwigsburgers. Hier konnte er den Essener klar in die Schranken weisen und einen Vorsprung herausboxen. In Runde 2 und insbesondere in Runde 3 merkte man Kastriot dann doch die lange Ringpause an. Die Luft war raus nach drei Kämpfen. Sein Kontrahent erhielt ein Freilos und konnte sich somit im Viertelfinale ausruhen. Taktisch schlau unterband Kastriot immer wieder die stürmischen Attacken von Gafurov. Auch konterte er konsequent jede Aktion ab und behielt somit sein Vorsprung. Somit konnte er sich nach 2010 wiederholt zum Deutschen Meister krönen lassen.

Nach dem kurzzeitigen Ausfall der Punktmaschine musste nun Slawa Spomer ins Gefecht. Hier ist anzumerken, dass der Neckargartacher sich bereits im Viertelfinale eine starke Rippenprellung zugezogen hatte. Der Sieg im Halbfinale gegen den starken Niklas Krieger ist somit schon als Sensationell zu werten. Aber im Finale bekam er es mit Vincenco Gualtieri aus Niederrhein zu tun, welcher als unbequem galt und gerne zum Körper schlägt. Als Favorit wurde zu diesem Zeitpunkt jedoch Slawa aufgrund seiner Vorrundenleistungen angesehen. Das Wissen um dessen Verleztung blieb innerhalb des Teams. So gestaltete Slawa die erste Runde auch sehr dominant und kontrollierte den Wuppertaler nach belieben. Immer wieder konnte er Vincenco gut stellen und mit zweiten Angriffen eindecken. Mit einem 3 Punktevorsprung ging es denn auch in die Pause. Zu diesem Zeitpunkt war Slawa aber bereits nicht mehr voll leistungsfähig. Zwei harte Körpertreffer setzten dem jungen Athleten zu, da die Rippenverletzung dadurch wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde. Jede Bewegung tat ihm weh und das Luftkriegen war nur schwer möglich. Jeder der einmal eine Rippenverletzung hatte, kann dies gut nachvollziehen. Trotzdem gelang es Slawa noch, die zweite Runde mit großen Einschränkungen für sich zu entscheiden. Spätestens im dritten Durchgang musste er jedoch der Verletzung Tribut zollen. Die Beweglichkeit war stark eingeschränkt und Schläge nur noch unter Schmerzen möglich. Dies nutzte sein Kontrahent aus und entschied die Begegnung mit 14:11 knapp für sich. Den Titel vor Augen musste Slawa aufgrund seiner Verletzung nachgeben. Die erste bittere Pille für ihn und das gesamte Team.

Nun lag es an Igor Teziev, möglichst den nächsten Titel einzufahren. Allein: Es misslang ihm. Gegen Eshan Maududi ging Igor ebenfalls als Favorit ins Rennen. Hatter er doch alle Vorrundenkämpfe mehr als dominiert. Und auch das Finale gestaltete sich boxtechnisch einseitig. Der Bayer kämpfte mehr ums Durchkommen als gegen den motivierten Esslinger. Drei Runden lag trieb Igor den Bayer vor sich her. Doch das Schicksal nahm seinen Lauf. Ein zu locker sitzender Mundschutz hatte seine eigenen Pläne und flog im zweiten Durchgang aus dem Mund. Dazu kamen Showeinlagen des Kontrahenten, um sich weitere Verschnaufspausen zu erarbeiten. Einmal saß der Kopfschutz nicht, dann flog auch der Mundschutz des Bayern raus. Im weiteren Verlauf verlor Igor den Mundschutz zwei weitere Male. Dies bedeutete ein Abzug von insgesamt 4 Punkten aufgrund von zwei ausgesprochenen Verwarnungen. Trotz dieser Umstände stand es Unentschieden oder Igor führte zeitweillig wieder mit einem Punkt. 15 Sekunden vor dem Schluss der Partie passierte es dann. Der Mundschutz wollte einfach nicht mehr halten und flog zum vierten Mal heraus während Igor seinen müden Gegner unter Druck setzte. Die Disqualifikation wurde ausgesprochen und der DM-Titel war weg. Ein weiterer Schlag für das starke Team aus BW.

Für Andi Wahl kam es nun zur Spitzenbegegnung gegen den Spitzenboxer der türkischen Nationalmannschaft Can Patir aus Worms. In der Vorrunde konnte Andi bereits auf sich Aufmerksam machen und starke Athleten rausschmeissen. Mit Patir wartete jedoch eine wirklich große Aufgabe für den jungen Backnanger. Der Türke war WM 3. der Jugend und Olympiateilnehmer der Jugend 2010. In der Türkei gilt er als große Hoffnung, weshalb auch der Vizepräsident des türkischen Boxverbandes extra nach Köln zum Finale anreiste. Alle Vorrundengegner des Türken wurden angezählt. Das Viertelfinale endete sogar vorzeitig. Andi jedoch zeigte hier einen würdigen Abschluss seiner gesamten Turnierleistung. Drei Runden lang kämpften beide Athelten Kopf an Kopf. 3 x 3 Minuten Schlagabtausch ohne Pause. Beide Athleten konnten hier mehrere Wirkungstreffer anbringen, jedoch wurde keiner der beiden Athleten im Kampfverlauf angezählt. Für einen Punktsieg fehlte Andi noch das letzte Quentchen an internationaler Erfahrung. Mit 16:10 entschied der erfahrene Türke den Kampf für sich. Andi ist aber in der nationalen Spitze angekommen. Hatte er doch die Konkurrenz auf die Plätze verwiesen.

Vlceks Fazit: "Durch die unglücklichen Niederlagen von Spomer und Teziev sowie die schwere Aufgabe für Wahl verpasste das Team aus BW den Titel des besten Landesverbandes. Die Brandenburger konnten mit zweimal Gold diesen Sieg einfahren. So war die Stimmung in der Kabine denn auch sehr gedrückt nach den unglücklichen Ereignissen. Auch der frischgebackene Deutsche Meister Kastriot Sopa konnte sich nicht wirklich freuen. Dies zeigte aber, wie gut das Teamgefühl innerhalb der BW-Mannschaft war. Die Athleten aus Baden-Württemberg sind längst eine geschlossene Einheit und feiern Erfolge im Kollektiv. Dies ist ein klares Signal an die Vorstände der Vereine und insbesondere an die Kritiker des Boxverbandes BW, sich endlich nach den Bedürfnissen der ATHLETEN und nicht den Befindlichkeiten einzelner Personen zu richten. Ich möchte mich hier nochmals ausdrücklich beim gesamten Team für dessen hervorragenden Einsatz bedanken. Insbesondere die beiden Verbandstrainer Alex Seel und Georg Müller haben einen Spitzenjob gemacht. Und die Athleten und Athletinnen haben gezeigt, was Teamgeist und Charakter ist."

Vlcek nennt die wichtigsten Daten zum Team:

56 Kilogramm: Kastriot Sopa (SpVgg 07 Ludwigsburg) war letztes Jahr Deutscher Meister der U21. Danach musste er aber eine einjährige Pause absolvieren aufgrund einer komplizierten Handverletzung an der Schlaghand.

69 Kilogramm: Vjaceslaw Spomer (VfL Neckargartach) ist der Deutsche Vizemeister von 2010. Diesen Titel erlang er damals mit einer umstrittenen Punktniederlage in Köln. Hoffen wir auf eine gelungene Revange an gleicher Stelle.

81 Kilogramm: Igor Teziev (Fit Boxing Esslingen) ist der Internationale Deutsche Meister der U18 von 2010. Bei den Landes-U21-Meisterschaften 2011 konnte er überraschend den Favoriten Yasin Basar aus Friedrichshafen besiegen.

91 Kilogramm: Andreas Wahl (KSC Backnang) machte 2010 mit einem beachtlichen dritten Platz bei der U21 DM auf sich aufmerksam. Damals musste er sich nur dem mehrfachen Deutschen Meister Avdi Avdijaj geschlagen geben.

Ausgeschieden: Olga Brzezinska (SSV Ulm, 60 Kilogramm), die Deutsche Meisterin der U19 2009 und Bronzemedaillengewinnerin der DM Frauen 2011 demonstrierte im Halbfinale der DM 2011 ihr ganzes Können gegen die spätere Deutsche Meisterin Julia Irmen.

Ausgeschieden: Marco Grund (KSC, 75 Kilogramm) ebenfalls Deutscher Vizemeister aus dem Jahre 2009. Nach dem Süddeutschen Meistertitel 2010 bei den Männern musste der Karlsruher ebenfalls aufgrund einer Handverletzung lange pausieren.

Boxverband Baden-Württemberg im Pressespiegel

Impressionen vom Verbandstag in Pforzheim, den Dr. Schulte-Ebbelich (Bruchsal) in den Arcus-Sportkliniken ermöglicht hatte: DBV-Präsident Kyas gratulierte dem neuen BVBW-Chef Wiedemann. Dessen Stellvertreter ist Dr. Hans-Jürgen Gund, hier mit seinem Lahrer Vereinsfreund Peter Franz. Das Finanzielle managt künftig Holger Dörr (PBG Bruchsal, hier links neben Ayhan Isik aus Pforzheim). Landestrainer Vlcek ist für die Jugendarbeit verantwortlich. Der Ludwigsburger Achim Böhme ist neuer "Sportwart". Rechtsanwalt Lamadé aus Heidelberg ist fürs Juristische verantwortlich zuständig.

Pforzheim. Der neu gewählte Vorstand des Boxerverbands Baden-Württemberg (BVBW, ausführlicher Bericht weiter unten) hat die Arbeit aufgenommen. Es ist viel zu tun. Am Rande der Süddeutschen Meisterschaften am 12. und 13. November tagt das Präsidium um Jürgen Wiedemann in Friedrichshafen. Wir dokumentieren beispielhaft Zeitungsartikel, die bis jetzt neben vielen Kurzmeldungen zum Thema erschienen sind, und zeigen Bilder vom historischen Verbandstag in den Arcus-Sportkliniken zu Pforzheim. Im Bereich darunter gibt es die Teilnehmerliste der "Süddeutschen" zum Anklicken, die uns Steven Nichols zur Verfügung stellte.

Hier geht´s zum bebilderten Beitrag auf der Internetseite der "Sportregion Stuttgart":

http://www.sportregion-stuttgart.de/index.php?tacoma=webpart.pages.report.ReportViewPage&navid=4000&coid=5462&cid=0

Die "Schwäbische Zeitung" rechnet in ihrem Artikel vom 3. November mit den Fusionsgegnern ab:

www.schwaebische.de/sport/regional/sport-bodensee_artikel,-Denkwuerdig-Baden-Wuerttemberg-hat-einen-Verband-_arid,5156159.html

Hier berichtet die Stuttgarter Zeitung/ Leonberger Kreiszeitung:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wiedemann-ist-landeschef.5ea78c42-00cd-4239-a9b7-b7c6303d26ff.html

Hier der gleichlautende Beitrag in den Stuttgarter Nachrichten/ Strohgäu Extra:

www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wiedemann-ist-landeschef.1d8c5808-24e7-4bc2-a197-d473dc7770c0.html

Hier der Artikel im "Südkurier":

http://www.suedkurier.de/sport/regionalsport/bodensee_west/Patric-Hill-als-Aktivensprecher;art2783,5196651

So berichteten der Mannheimer Morgen und ähnlich auch die Rhein-Neckar-Zeitung:

www.morgenweb.de/region/schriesheim/20111031_mmm0000002406146.html

AC-Fightnight: Timo Glessmann bester Kämpfer

Boxgala beim AC: Timo Glessmann, hier mit Trainer Reza Müller (l.), war in Weinheim der Mann des Abends und wurde zum besten Boxer des gelungenen Turniers gekürt. Rechts: AC-Chef Matthias Merz.

Gäste sehen 21 Begegnungen / Vitali Klettke (BC Aalen) bester Techniker / Starke Lokalmatadoren / 3. Auflage geplant

Weinheim. Über 250 Besucher und Aktive erlebten bei der 2. Box Gala des Weinheimer Athletik-Clubs 1892 hochklassigen Boxsport. 21 Begegnungen von Athleten aus ganz Süddeutschland machten die „AC Fight Night“ zu einem gelungenen Kampfsportabend.

Herausragend die Begegnung im Mittelgewicht zwischen Vitali Klettke vom Boxclub Aalen und Johannes Schneider von Blau Weiß Pforzheim, den Klettke nach Punkten gewann. Klettke wurde zusätzlich zum besten Techniker des Abends gekürt.

Bemerkenswert auch der Kampf im Superschwergewicht von Andrej Udalstov aus Aalen und Manuel Kiesling vom Boxring Ötisheim. Der 120-Kilogramm-Kämpfer Udalstov bezwang seinen deutlich größeren Gegner mit wuchtigen Schlägen auf den Körper bereits in der zweiten Runde.

Einen intensiven Schlagabtausch lieferten sich die erfahrenen Halbweltergewichtler Can Bayraktar vom BC Pforzheim und Esbin Navara Lara vom AC, den der Weinheimer in einer knappen Punktentscheidung für sich verbuchen konnte.

Höhepunkt des Abends war das Duell im Halbschwergewicht zwischen Timo Hinze vom Box Club Blau Weiß Lahr und Timo Glessmann, dem Lokalmatador des AC Weinheim. Nach intensiven und auf hohem technischem Niveau geboxten drei Runden entschied Glessmann unter dem Jubel der Fans die Begegnung für sich. Das Kampfgericht ernannte Glessmann zusätzlich zum besten Kämpfer des Abends.

Unterhaltsame Einlagen von Kick-Boxern, den AC-Wrestlern sowie der HipHop- und Bauchtanzgruppe rundeten den Abend ab. Aufgrund der positiven Resonanz können sich die Kurpfälzer Boxsportfans schon heute auf eine Fortsetzung der Reihe im neuen Jahr freuen.

Box-Verband Baden-Württemberg (BVBW) steht im Ring

Das neue Vorstandsteam des Boxverbands Baden-Württemberg um Jürgen Wiedemann (oben, 2.v.r.). Frühere Vorstandsmitglieder der beiden ehemaligen Landesverbände wurden verabschiedet. Auf diesem Bild fehlt ebenso versehentlich wie bedauerlicher Weise Bernd Sitterle, der langjährige Vizechef des LV Baden und Fusionsbefürworter aus Freiburg. Bild daunter: Dieter Schmidt-Volkmar (LSV, 2.v.r.) und Jürgen Kyas (DBV, r.) gratulierten den Machern als erste. Auch Ehrenvorstandsmitglied Dipl.-Ing. Heinz Birkle (KSC, hier mit LSV-Chef Schmidt-Volkmar am Samstag in Pforzheim) strahlte nach dem Beschluss, den der LSV-Chef als "zukunftsweisend" bezeichnet hatte. Bild ganz unten: Der Konstanzer Patric Hill, Internationaler Süddeutscher Jugend-Meister 2011, wurde zum Athletensprecher ernannt.

Neue Satzung im Tagungslokal der Pforzheimer Arcus-Sportkliniken verabschiedet / Jürgen Wiedemann führt zweitgrößten Landesverband Deutschlands / Werner Kranz zum Ehrenpräsident ernannt

Pforzheim. Große Freude: Der Box-Verband Baden-Württemberg (BVBW) ist jetzt endgültig gegründet. Bei einem außerordentlichen Verbandstag war es am Samstag, 29. Oktober, um genau 13.46 Uhr im Tagungsraum der Arcus-Sportkliniken in Pforzheim endlich soweit: Die neue Satzung wurde verabschiedet.

Historischer Tag

„Wir haben Großes erreicht“, sagte Werner Kranz (65, KSV Schriesheim) am Ende sichtlich erleichtert nach insgesamt dreijähriger Vorarbeit mit einigen Rückschlägen. Kranz, der bisherige Chef des früheren Amateur-Boxverbands Baden (10.000 Mitglieder in 44 Vereinen), wurde kurz darauf unter großem Applaus zum Ehrenpräsident des BVBW ernannt. Dessen Chef ist Jürgen Wiedemann (52, RF Leonberg), der bisherige Vorsitzende des früheren Württembergischen Amateur-Boxverbands (5.500 Mitglieder in 53 Vereinen).

Kyas (DBV): "Eine tolle Arbeit geleistet"

Der BVBW ist jetzt mit rund 15.500 Mitgliedern in 97 Vereinen hinter Bayern (105 Vereine) der zweitstärkste Landesverband im Deutschen Boxsport-Verband (DBV). Dessen Präsident Jürgen Kyas (Lengerich) gratulierte vor Ort und stellte fest: „Das ist ein denkwürdiger Tag. Sie haben Historisches beschlossen. Das wird möglicherweise bundesweit zu empfehlen sein. “ Kyas dankte Kranz, Wiedemann und allen Mitstreitern: „Es wurde von allen eine tolle Arbeit geleistet.“

Schmidt-Volkmar (LSV): "Zukunftsweisend"

Dieter Schmidt-Volkmar von Landessportverband (LSV) Baden-Württemberg war unter anderem neben Daniel Strigel (Olympiastützpunkt Rhein-Neckar) ebenfalls gekommen und sagte: „Das ist ein zukunftsweisender Beschluss. Wir brauchen im Leistungsport den Fokus auf dem Wesentlichen und Strukturen, die den heutigen Gegebenheiten angepasst sind. Der Spitzensport braucht solche Strukturen. Partikularinteressen und Persönliches sollten da hintenanstehen.“           

U19-Boxer Patric Hill Athletensprecher

Wiedemann zur Seite stehen unter anderem Dr. Hansjürgen Gund (Vizepräsident, BW Lahr), Achim Böhme (Ressortleiter Leistungssport und Ausbildungswesen, MBC Ludwigsburg), Oli Vlcek (Ressortleiter Nachwuchs, Boxing Villingen-Schwenningen), Holger Dörr (Ressortleiter Finanzen, PBG Bruchsal), Klaus Kaibach (Ressortleiter Kampfrichterwesen, VfB Friedrichshafen), Thomas Lamadé  (Ressortleiter Rechtswesen, Boxgymnasium Heidelberg), Peter Jaschke (Öffentlichkeitsarbeit, KSV Schriesheim), Matthias Merz (PR und Sponsoring, AC Weinheim), Dres. Andreas Antonowicz (Friedrichshafen), Volker Rudi (Sinsheim), Henner Schulte Ebbelich (Bruchsal, alle Ärztekommission), Patric Hill (Aktivensprecher, Rheinstrom Konstanz), Dipl.-Ing. Heinz Birkle (Ehrenvorstandsmitglied, Karlsruher SC). Peter Jaschke

Paskali schlägt WM-Achtelfinalist Härtel

Na also, geht doch: Xhek Paskali aus Ludwigsburg, hier in Blau und missmutig nach seiner Niederlage gegen Denis Radovan bei den DM 2010 in Oldenburg, schlug in der 1. Bundesliga den Berliner WM-Starter Stefan Härtel mit 20:18 nach Punkten. Jetzt strahlt er sicher.

Dem Bundesliga-Erfolg soll bei den Süddeutschen Meisterschaften im kommenden November der Titel für Paskali folgen/ Johann Witt hofft indes weiter auf seine Olympiachance, hat jedoch ein Handicap: seinen Beruf

Nordhausen/ Friedrichshafen. Sensation in der 1. Box-Bundesliga: Kurz nach seinem erfolgreichen WM-Einsatz in Baku, wo Achtelfinalist Stefan Härtel einen Olympiastartplatz ergattern konnte, unterlag der Berliner von Hertha BSC in Nordhausen dem baden-württembergischen Spitzenmann im Mittelgewicht, Xhek Paskali aus Ludwigsburg, mit 18:20 nach Punkten.  Wie Paskali ebenfalls im Trikot des Nordhäuser SV boxend, schlug Johann Witt, EM-Dritter im Schwergewicht aus Baden-Württemberg, den Berliner DM-Dritten im Superschwergewicht, Florian Unger.

Paskali ist sowohl Landesmeister der Männerklasse (Elite) als auch der Internationale Baden-Württembergsiche U21-Meister von 2010 und 2011. Am 12. und 13. November startet der Ludwigsburger Mittelgewichtler in seinem Limit bis 75 Kilogramm hochfavorisiert bei den Süddeutschen Meisterschaften der Männer (und Frauen) in Friedrichshafen. Bei den Gruppenmeisterschaften 2010 war Paskali noch dem Karlsruher Marco Grund unterlegen. Aufgrund einer Handverletzung Grunds nahm dennoch Paskali an den DM 2010 in Oldenburg teil, wo er im Achtelfinale dem Kölner Denis Radovan unterlag, dem WM-Dritten der Jugend 2010.

Schwergewichtler Johann Witt (Villingen-Schwenningen) schlug bei den EM in Ankara 2011 den heutigen WM-Dritten Siarhei Karneyeu (Weißrussland) im Viertelfinale, unterlag erst im Halbfinale dem heutigen Vizeweltmeister Teymur Mammadov (Kasachstan). Weil Witt, Nummer 18 der Weltrangliste, als voll berufstätiger Freizeitboxer nicht wie beispielsweise ein Sportsoldat der Bundeswehr-Sportförderguppe täglich trainieren kann und die WM als zweiter Saisonhöhepunkt nur wenig später stattfand, wurde Alexander Povernov, WM-Dritter von 2005, für die WM in Baku nominiert, wo für Deutschlands allein der Superschwere Erik Pfeifer eine Bronzemedaille holte. Nachdem Povernov nach starken Leistungen im WM-Achtelfinale ausschied, ist noch unklar, ob Witt im April 2012 in Istanbul beim letzten europäischen Qualifikationsturnier für die Spiele von London eine Chance erhält. Bei den kommenden "Süddeutschen" sollte er das Ticket für die nationalen Titelkämpfe Anfang Dezember in Leipzig knipsen.

Irin Katie Taylor holt fünften EM-Titel

Keine Medaille: Teils Lospech für deutsche Boxerinnen bei EM in Rotterdam / Keine deutsche Starterin im Fliegengewicht / Viermal Gold für Russinnen, zweimal für Türkinnen / Ein Titel für Gastgeber Niederlande (Achtung: Aktualisierter Text)

Rotterdam. Ihren fünften EM-Titel in Folge schnappte sich die Irin Katie Taylor in Rotterdam. Bei der achten Auflage des Kräftemessens der besten Boxerinnen Europas schlug die dreifache Weltmeisterin aus Irland im Leichtgewichtsfinale als einem wahren „Duell der Gigantinnen“ im Frauenfaustkampf die zweifache russische Weltmeisterin Sofya Ochigava mit 10:5 nach Punkten. Was für ein Pech, dass die Deutsche Meisterin Julia Irmen bereits in der Vorrunde ausgerechnet auf die lebende irische Legende Taylor traf. Die Regenburgerin verlor mit 7:15 Trefferpunkten.     

„Der Punktsieg der international sehr erfahrenen Irin geht schon in Ordnung, wenn auch nicht in dieser Höhe“, relativierte Frauenbundestrainer Roland Kubath das Ergebnis eines Kampfs „auf hohem Niveau und mit sehr viel Dynamik“. Kubath betonte, dass Irmen die erste Runde „noch recht ausgeglichen gegen die sehr schnelle und explosive Weltmeisterin“ gestalten konnte. Kubaths Fazit: „Julia hielt im gesamten  Kampfverlauf gut mit und landete in der letzten Runde dank ihrer guten Kondition noch spektakuläre Überraschungstreffer.“

Ansonsten konstatierte Kubath schon tags darauf der EM „einen rabenschwarzer Tag für das deutsche Team bei teilweise fragwürdigen Kampfrichter-Entscheidungen“: Christina Rupprecht verlor gegen die Französin Lydia Boussadia und Jule Jakob gegen die Französin Laetitia Chevalier. Auch die erfahreneren deutschen Starterinnen und WM-Teilnehmerinnen Maike Klüners (gegen Becky Price aus Wales) und Andrea Strohmaier (gegen Maria Kovacs, Ungarn) mussten leider früh die Segel streichen.
 
Immerhin gelang Elena Walendzik ein Überzeugender Sieg gegen die Spanierin Marta Maria Branas. Doch gegen die spätere russische Weltmeisterin Elena Savelyeva aus Russland hatte auch sie das Nachsehen. Mit einem Freilos war Nadine Apetz ebenfalls in die zweite Runde gelangt, wo sie aber der späteren Weltmeisterin Marchelle de Jong aus dem Gastgeberland unterlag. Somit blieb Deutschland medaillenlos.

Schade, dass das Fliegengewicht als eine der drei olympischen Gewichtsklassen im Frauenboxen seitens des DBV unbesetzt geblieben war. Im Vorfeld gab es offenbar Zoff zwischen den EM-Kandidatinnen Pinar Yilmaz (Wuppertal) und Azize Nimani (Berlin) um den Startplatz. Um den eskalierenden Streit, der sich an einem verbandsinternen Ausscheidungskampf entzündet hatte, zu schlichten, entschied die Leistungssportkommission des DBV, dass im Limit bis 51 Kilogramm keine Athletin nach Rottterdam fährt.

Auch bei den Frauen zeigt sich insgesamt die Dominanz Osteuropas: Wenn auch Türkei, Polen und England jeweils vier Boxerinnen ins Halbfinale brachten, so gewannen doch insgesamt 14 Frauen aus Russland und Ukraine Edelmetall. Die letzte deutsche Medaille bei Frauen-EM gab es 2009 für Ulrike Brückner (Bronze im Mittelgewicht). Bei den Frauen-WM 2011 in Antalya waren, allerdings im Jugendbereich, neben Gold für Ornella Wahner eine Silber- und vier Bronzemedaillen heraus gesprungen.

Das für die Tickets zu den Spielen von London entscheidende Turnier sind die WM im Juni 2012 in China, übler Weise nur wenige Wochen vor dem Olympiastart. Für die mangels Fördermittel und aufgrund von verbandspolitischen Entscheidungen spät gestarteten deutschen Damen bleibt viel zu tun, um den Vorsprung nahezu aller europäischen Nationen aufzuholen. 

Zurück zu den Elite-EM in Rotterdam: Die russische Vizeeuropameisterin Svetlana Gnevanova sicherte sich im Halbfliegengewicht diesmal eine Goldmedaille mit ihrem Sieg gegen die erste Frau aus Wales, die je ein Boxfinale erreichte, nämlich Lynsey Holdaway. Drei weitere Goldmedaillen für Russland sollten folgen.

Die zweifache englische Vizeweltmeisterin Nicola Adams schlug im Fliegengewicht am Ende auch Frankreichs Sara Ourahmoune. Die russische Titelgewinnerin Yelena Savelyeva siegte als großer Favorit im Bantamgewicht gegen die polnische Überraschung Sandra Drabik.

Jeweils sieben russische und ukrainische Kämpferinnen hatten das Halbfinale von Rotterdam erreicht. Zwei Ukrainerinnen standen am Ende im Finale. Nur Natalya Biryuk gewann gegen Englands Lisa Whiteside auch Gold. Die zweifache türkische Weltmeisterin Gulsum Tatar verteidigte ihren EM-Titel im Halbwelter gegen Armeniens Armine Sinabian, die früher für Schweden boxte.

Die 33-jährige Marichelle De Jong aus Niederlande holte im Welterlimit  Gold gegen Maria Badulina (Ukraine). Russlands amtierende Weltmeisterin  Nadezhda Torlopova startete zwei Limits tiefer im Mittelgewicht, wo sie im Finale die holländische EU-Cupsiegerin Nouchka Fontijn aus dem Gastgeberland bezwang.

Die vierte russische Goldmedaille sicherte sich die 19-jährige Jugend-Europameisterin Svetlana Kosova, die Polens Sylwia Kusiak im Schwergewicht keine Chance ließ. Die frühere türkische Weltmeisterin Semsi Yarali schlug schließlich im Superschwer die zweifache russische Weltmeisterin Irina Sinetskaya knapp mit 12:10 nach Punkten. Peter Jaschke

Historischer Erfolg bei den Internationalen "Süddeutschen" der Jugend

Das erfolgreiche U19-Team aus Baden-Württemberg zeigte bei den Jugend-DM in Straubing eine großartige Leistung. Der überragende Sieg in der Medaillenwertung wird als Meilenstein angesehen. Erstmals schlug sich die Zusammenarbeit am Ende auch in der Bilanz nieder.

Straubing. Bei den Internationalen Süddeutschen Jugend-Meisterschaften in Straubing holten die U19-Boxer aus Baden-Württemberg nicht weniger als acht von zehn Titeln. „Das ist ein historischer Erfolg“, ordnete Landestrainer Oli Vlcek den Triumph in der Nachwuchsklasse ein. Das U19-Team war erstmals offiziell unter dem Namen Box-Verband Baden-Württemberg angetreten und erstmals schlug sich die bisherige Zusammenarbeit nun auch offiziell in der Medaillenwertung und im Ranking der Landesverbände nieder.Damit ist man dem erklärten Ziel näher gekommen, nach der Verschmelzung der beiden Landesverbände Baden und Württemberg auch in der Eliteklasse erfolgreichster Landesverband Deutschlands zu werden.

Die Meister und Vizemeister aus Baden-Württemberg heißen (siehe auch Ergebnisse unten):

Halbfliegen: Dejan Cajic, Vize: Alex Mironow
Fliegen: Omid Salin
Bantam: Slavoljub Cajic
Leicht: Patric Hill
Halbwelter: Marcel Orsinger, Vize: Lukas Fauser
Welter: Vizemeister Isah Bajrami
Mittel: Vizemeister Artur Kinderknecht
Halbschwer: Wins Walerij
Schwer: Alex Hoffmann (kampflos)
Superschwer: Olgun Istanbullu.

Heinz Birkle feierte seinen 80. Geburtstag

Hat immer etwas zu sagen und den kritischen Blick auf das Geschehen im und am Ring nie verloren: Heinz Birkle (KSC), hier als Ringsprecher bei einem Boxturnier in Karlsruhe-Knielingen. Das 1931 geborene Karlsruher Urgestein des Boxsports feiert am 12. Oktober Geburtstag.

Karlsruhe. Heinz Birkle, der frühere Sportwart und langjährig ebenso erfolgreiche Vizepräsident „Leistungssport“ des damals noch so bezeichneten Deutschen Amateur-Boxsport-Verbands (DABV), feierte am 12. Oktober seinen 80. Geburtstag. Birkle ist längst Ehrenmitglied und Ehrenringträger „seines“ Karlsruher Sport-Clubs (KSC) sowie Ehrenvorstandsmitglied des bisherigen badischen Amateurboxverbands.

Seit 1959 ist der Diplom-Ingenieur und ehemalige Spezialist für Brückenbau dem KSC verbunden, die längste Zeit davon aktiv - ob als Kämpfer, Trainer oder Funktionär. Der Karlsruher kletterte zuvor auch für Grünweiß Baden-Baden in den Ring und trainierte dort Studenten von der heutigen Uni (TH) Karlsruhe. Er war selbst viermal Deutscher Studentenmeister. Die letzten 18 seiner insgesamt 169 Kämpfe bestritt Birkle für den KSC. Dessen von ihm mitgegründete Boxabteilung leitete er ab 1962 weit über 40 Jahre lang und begründete deren legendären Ruf auch als Trainer, unter anderem zusammen mit Helmut Schwab.

Teammanager der legendären KSC-Staffel

Unter Birkle als Teamanager der KSC-Staffel kam es zu 20 Deutschen Meistertiteln und vielen internationalen Erfolgen, unter anderem für Horst Rascher, Alexander Künzler, Markus Bott, Sven Ottke, Harald Geißler, Konstantin Airich und Tasheena Bugar. Die KSC-Staffel gewann in den goldenen 60er und frühen 70er-Jahren zweimal den deutschen Box-Pokal, abwechselnd in Kooperation mit BW Pforzheim und BAC Hockenheim.

Über 160 Landesmeister-Titel

Über 160 Landesmeistertitel wurden in Birkles Ära von KSC-Athleten unter Trainern wie Tyson Gray und Siggi Mehnert erboxt. Birkle war auch als Ring- und Punktrichter mit AIBA-Lizenz im Einsatz und hatte ab 1978 internationale Funktionärsaufgaben beim Weltverband AIBA inne. Im Landesverband wirkte er in verschiedenen Ämtern, von 1964 bis 2003 als Vizepräsident und von 1968 bis 2003 zugleich als Kampfrichter-Obmann, mit. Bei zwei olympischen Spielen war er als Leiter der deutschen Olympiastaffel dabei.

Die Würdigung eines so umfangreichen Lebenswerks kann nicht vollständig sein. Vor Birkles Leistungen kann man sich nur respektvoll verbeugen. Für seine sportlichen Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene wurde Birkle 1987 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Birkle ist außerdem seit langem DBV-Ehrenmitglied und Träger des DBV Ehrenrings. abvbaden.de gratuliert zum 80. und wünscht alles Gute.

Neckargartach vor Weinheim im Baden-Württemberg-Cup

Waldshut-Tiengen. 16 Kämpfe gab es bei der jüngsten Auflage des Baden-Württemberg-Teamcups in Waldshut-Tiengen zu sehen. Einer der Höhepunkte war der siegreiche Kampf von Lokalmatador Isah Bajrami im Mittelgewicht der Jugendklasse gegen Ferhat Yildiz aus Backnang. In der Männerklasse untermauerte Timo Glessmann, baden-württembergischer Vizemeister der B-KLasse, mit seinem Aufgabesieg in Runde zwei gegen Nikolaj Dantschula von Boxing VS den zweiten Platz des AC Weinheim in der Teamwerung vor Boxing Villingen-Schwenningen und hinter Spitzenreiter VfL Neckargartach (Ergebnisse und Punktestand zum Anklicken siehe unten). Am 22. Oktober geht es beim BSV Rottweil, am 10. Dezember beim SV Böblingen weiter. 

Werner Schredle feierte am 4. Oktober seinen 75. Geburtstag

Werner Schredle, wie er leibt und lebt, hier noch als technischer Leiter beim inzwischen aufgelösten BC Olympia.

Heidelberg. Mit Werner Schredle feierte am 4. Oktober eine der bekanntesten und sympathischsten Persönlichkeiten des Boxsports im Lande den 75. Geburtstag. Bis 1968 absolvierte der Heidelberger als Aktiver 197 Kämpfe, war süddeutscher Juniorenmeister und badischer Vizemeister der Männer. Fast 40 Jahre lang trainierte der frühere Installateur und Vorarbeiter der Heidelberger Stadtwerke die Boxer des BC Heidelberg sowie zwischen 1993 und 2009 auch die des KSV Schriesheim.

Ausgezeichneter Sportsmann

Schredle war ab 1976 rund drei Jahrzehnte lang Landestrainer des Amateur-Boxverbands Baden (ABVB). Noch bis 2008 stand der bereits 1987 vom Deutschen Boxsport-Verband mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnete Sportsmann als Honorartrainer dem Bundesleistungszentrum der Boxer am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar zur Verfügung. Dort ist er bis heute als erfahrene "Allzweckwaffe" unentbehrlich. Und noch immer ist er auch als Coach gefragt, inzwischen nämlich beim Boxgymnasium Heidelberg, wo er auch K1- und MMA-Kämpfern den nötigen boxerischen Feinschliff gibt.

Viele Titel und Medaillen gehen auf Schredles Konto

Viele Titel und Medaillen bei deutschen und internationalen Box-Meisterschaften gehen auf das Konto Schredles als Trainer und Sekundant. 1986 führte Schredle seinen jüngeren Sohn Ingo zur Deutschen Männermeisterschaft (DM) im Halbweltergewicht. Auch der damalige Schredle-Schützling Bernd Schwab gewann in jenem Jahr erstmals das DM-Finale im Superschwergewicht für den BCH. Und mit einigen weiteren Medaillen wurde der Amateur-Boxsport-Verband Baden (ABVB) damit vor genau 25 Jahren bester Landesverband Deutschlands.

Gründungsmitglied des BC Heidelberg

Mit dem Faustkampf angefangen hat Schredle als Elfjähriger beim (1952 aufgelösten) Boxring 46 Heidelberg. 1957 gehörte er zu den Gründern des BC Heidelberg (BCH), für den Schredles ältester Sohn Michael Dritter bei Deutschen Juniorenmeisterschaften wurde. Auch an den Titeln des früheren Vize-Weltmeisters und Olympiadritten Rustam Rahimov (bis 2004 KSV Schriesheim) ist Schredle beteiligt gewesen. 2005 führte Schredle, der auch eine Tochter hat, in Worms die Heidelbergerin Sandra Gandré (BCH) zur Deutschen Frauenmeisterschaft.

Vielfältige Verdienste

Zwischen 1994 und 2001 holten Schredles Schriesheimer Boxer Magomed Schaburow (heute Profi-Trainer), Khodor Zaher, Artur Gritzfeld und Denis Wagner bei nationalen Titelkämpfen eine Goldmedaille, drei Mal Silber und sechs Mal Bronze. Dem von Schredle mitbegründeten Ligaboxclub Olympia (BCO) Rhein-Neckar diente er als Technischer Leiter. 

„Früher gab es fast in jedem Heidelberger Stadtteil einen Boxclub, und auch in Mannheim", erinnert sich Urgestein Schredle an die alten Hoch-Zeiten und zwei frühere Hochburgen der Disziplin in Baden. „Spätestens seit Ende der 80er Jahre laufen uns andere Sportarten den Rang ab", bedauert der alte Fuchs, der noch beim früheren Box-Bundestrainer Dieter Wemhöner die Lizenz zum Coachen erworben hat. Was Schredle oft bedauert: „Die Leute strömen zum Fitnessboxen ins Training, aber kaum einer will mehr richtig Sparring machen und bei Turnieren boxen." Allerdings, so Schredle, sei festzustellen, dass das Kickboxen inzwischen wesentlich mehr Zuschauer anlocke als das klassische Boxen.

Schwarzwälder Boxing VS auch bei U21-Titelkämpfen führend im Ländle

Schriesheimer Kuzembaev holt Bantam-Titel / Ludwigsburgs Paskali im Südwesten Nummer 1 im Mittelg´wicht

Wangen/ Friedrichshafen. Bei den 2. Internationalen baden-württembergischen U21-Meisterschaften in Wangen und Friedrichshafen sorgte der junge Bantamgewichtler Dias Kuzembaev vom nordbadischen KSV Schriesheim für eine Überraschung: Der aus Kasachstan stammende 19-jährige Leimener Auszubildende bezwang den Polen Dawid Oborski mit 11:5 nach Punkten. Bei den 1. baden-württembergischen Meisterschaften vergangenen Sommer in Schwetzingen war Kuzembaew erst Landesmeister der C-Klasse geworden und mit seinem siebten Sieg in bis dahin zehn Kämpfen in die B-Klasse aufgestiegen. 

Im Mittelgewicht kam es nicht zum erhofften Duell zwischen den U21-Spitzenboxern Marco Grund (Karlsruher SC) und Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg) als Neuauflage des Finalkampfs bei den Süddeutschen Meisterschaften im Vorjahr, den der Karlsruher gewonnen hatte. Denn Grund unterlag im Viertelfinale in Wangen Aznaur Magommedov (Gold-Blau Stuttgart). Tags darauf schlug Grund in Friedrichshafen im Kampf um Platz 3 immerhin den Polen Damian Migazc klar mit 10:4 Punkten, während Paskali, DM-Teilnehmer von 2010, den Stuttgarter Magommedov im Finale der 75-Kilogramm-Klasse durch Kampfabbruch in Runde 3 (RSC) bezwang.

Erwartungsgemäß schnappte sich der deutsche U21-Meister Dieter Geier (Gold-Blau Stuttgart) den Fliegengewichtstitel gegen den Polen Pitor Lewandowski.

Nach seinem Sieg vor Wochenfrist bei den Landesmeisterschaften der Jugendklassen triumphierte der DM-Dritte seiner Altersklasse und Lokalmatador Slavoljub Cajic (VfB Friedrichshafen) erneut, indem er vor heimischer Kulisse im Junioren-Leichtgewicht bis 57 Kilogramm Ivan Kischenko aus der starken Staffel des Villingen-Schwenninger Boxing VS mit 12:5 besiegte.

Albert Mut und Erkan Bozkaya vom Boxing VS als insgesamt erfolgreichstem Verein des zweitägigen Turniers in zwei Orten gestalteten ihre Finalkämpfe siegreich. Athleten aus dem Klub Boxing VS hatten eine Woche zuvor schon die Landesmeisterschaften der Jugendklassen in der Sportschule Ruit dominiert. 

Für manchen Friedrichshafener überraschend unterlag Lokalmatador Yasin Basar  im Halbschwergewicht dem Esslinger Igor Teziev mit 13:15 nach Punkten. Basar hatte tags zuvor in Wangen den Polen Piotr Pacyna in Runde 3 zum Kampfabbruch durch den Ringrichter (RSC) gebracht. 

Die deutsche U19-Meisterin Avramenko aus Backnang schlug im Frauenfinale bis 60 Kilogramm die Ulmerin Olga Brzezinska knapp mit 9:8 Wertungspunkten und wurde zur besten Technikerin gekürt.

Folgende Boxer und ein Verein aus dem Schwarzwald wurden ausgezeichnet:

Bester Techniker/-in: Viktoriya Avramenko (KSC Backnang)
Bester Verein: Boxing VS
Fairness-Pokal: Grzegorz Antoniak (Polen).

Alle Ergebnisse zum Anklicken unter dem Artikel zu den Landesmeisterschaften der Jugendklassen, wo Boxing VS ebenfalls führend war.

Landestitelkämpfe: Friedrichshafener Cajic bester Techniker

Trainertagung zum neuen Punktsystem geplant / RA Lamadé stiftet Boxpointer / Baden-württembergische U21-Meisterschaften in Wangen und Friedrichshafen

Ostfildern-Ruit/ Wangen/ Friedrichshafen. Die Internationalen Baden-Württembergische Meisterschaften der Jugendklassen fanden in der Sportschule Ruit (Ostfildern) statt. Diese Landestitelkämpfe dienten auch der Qualifikation zu den Internationalen Süddeutschen Jugend-Meisterschaften  der U18-Jahrgänge (1994 und 1995)..

Hier die ausgezeichneten Boxer und der beste Verein (siehe Ergebnisse im Artikel darunter):

Bester Techniker: Slavoljub Cajic (VfB Friedrichshafen)
Bester Nachwuchsboxer: Robert Lacher (Kings Gym Ravensburg)
Knappster Verlierer: Anzor Magommedov (Gold Blau Stuttgart)
Bester Verein: Boxing VS

Hier der Link zum Bericht in der regionalen Tageszeitung "Schwarzwälder Bote" vom 29. September: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.villingen-schwenningen-boxer-raeumen-in-ruit-so-richtig-ab.3f876e31-5ad9-4e49-98ff-41053304d509.html

"Wir sind auf dem richtigen Weg in Baden-Württemberg", zog Landestrainer Oli Vlcek Bilanz. Vlcek teilt ferner mit: "Wie erwartet, fand der Einsatz der neuen Punktmaschine reges Interesse. Hier nochmal einen großes Dankeschön an die Stifterin, die Rechtsanwaltskanzlei Lamadé aus Heidelberg."

Jedoch konnte man auch feststellen, dass viele Athleten noch Schwierigkeiten bei der Kampfesführung unter dem neuen System hatten. Die jeweiligen Ergebnisse stießen zum Großteil auf Verständnis bei den betroffenen Trainern. Aber: Das Punkten hat sich verändert und verlangt ein Umdenken ab.

Hintergrund: Schon bei den EM in der Türkei war zu beobachten, dass es keine so genannten „Fußball-Ergebnisse“ mehr gibt, also beispielsweise einen 2:1-Punktsieg nach drei Runden. „Man hat in Ankara gesehen: Das Amateurboxen ist wieder attraktiv geworden und so spektakulär wie lange nicht mehr“, findet DBV-Cheftrainer Valentin Silaghi. Denn das neue Punktsystem bedeutet weniger abwarten und Doppeldeckung, stattdessen mehr Risiko im Ring und die Möglichkeit, Fehler auch wieder auszubügeln.

Es wird der Kämpfer belohnt, der viel schlägt und viele Aktionen bringt“, sagt auch Erich Dreke. Der Kampfrichter-Obmann des DBVerklärt die neue AIBA-Punktmaschine so: „Das neue System sucht sich stets nur die drei Kampfrichter aus, die in der Punktwertung am nächsten beieinander liegen. Daraus wird nach jeder Aktion für die rote und blaue Ecke jeweils der Mittelwert gebildet. Weil sich das ständig verändert, werden die Punktstände nur zur Pause öffentlich angezeigt.“

Welche Auswirkungen hat die neue Wertung? Dreke: „Man muss Angriffsboxen machen, die Schlagfrequenz muss sich erhöhen, man muss mehr Treffer setzen, auch mehr Körpertreffer. Auch die Trainingsmethodik muss umgestellt werden.

"Deshalb", so kündigt Vlcek an, "findet zeitnah eine Trainertagung für alle BW-Vereine statt, um die Thematik zu erörtern. Abschließend möchte ich mich nochmals beim kompletten Organisationsteam für dessen tollen Einsatz im Rahmen der Meisterschaft bedanken. Für die Jugendlichen war dieses Wochenende wieder ein Highlight mit vielen Möglichkeiten, um ihren Sport auszuleben."

Bereits am Wochenende darauf ging es beim BC Wangen (Freitag, 30. September) und beim VfB Friedrichshafen (Samstag, 1. Oktober) um die 2. Internationalen Baden-Württembergischen U21-Meisterschaften. Geboxt wurde am Freitag in der Alten Sporthalle, Jahnstraße 9, in 88239 Wangen sowie am Samstag in der Städtischen Festhalle, Scheffelstraße 16, in 88046 Friedrichshafen (alle Ergebnisse zum Anklicken unten).

Jetzt anmelden fürs Bruchsaler Boxfestival am 5. November

Irina Schönberger ist die Deutsche Vizemeisterin der Jugendklasse (U19). In Straubing wurde sie gerade zur besten Kämpferin des 9. DM-Turniers gekürt. Beim Boxfestival in Bruchsal soll sie den Fans ihr Können vor heimischer Kulisse unter Beweis stellen.

Große Boxturniere in Lahr und Weinheim schon am 29. Oktober 

Bruchsal/ Lahr/ Weinheim. Das auch für seine vorbildliche Sozialarbeit mit Hausaufgabenbetreuung vielgerühmte Pugilist Boxing Gym Bruchsal ist die sportliche Heimat der Deutschen U19-Vizemeisterin Irina Schönberger (siehe Bericht über die Frauen-DM in Straubing weiter unten). Und dort in der Schwetzinger Straße findet jedes Jahr eine attraktive Boxveranstaltung statt. Erneut werden im kommenden November rund 1000 Zuschauer erwartet. „Das ist eine tolle Kulisse für Eure Kämpfer“, wirbt Tim Sperling von den Pugilisten (= Faustkämpfer) darum, Athleten und Athletinnen aller Alters-, Leistungs- und Gewichtsklassen schon jetzt (bis spätestens 19. Oktober) anzumelden. Hier die Daten:

Ort:          Pugilist Boxing Gym, Schwetzinger Str. 60, 76646 Bruchsal

Zeit:         Samstag, den 05.11.2011

Beginn:    19.00 Uhr

Wiegen    15.00 Uhr – 16.00 Uhr

Arzt:         ab 16.00 Uhr

Extras:     jeder Teilnehmer erhält eine Medaille

Kämpfermeldungen mit Name und Vorname, Verein, Jahrgang, Gewicht, Kämpfe (S/N/U) bitte bis zum 19.10.2011 an: Pugilist Boxing & Fitness Gym e.V, Timofej Sperling, Schwetzingerstr 60, 76646 Bruchsal, Email: Tim(at)pugilist.de, Tel: 07251/934988. Bitte für eigenes Boxequipment sorgen.

Außerdem finden schon am 29. Oktober Box-Galen statt, und zwar in Lahr und in Weinheim:

Lahr schreibt: "Die Boxstaffel Blauweiß Lahr organisiert am 29.10.11 eine Abend- Boxgala. Wir brauchen noch Athleten. Falls Ihr Interesse habt, meldet Euch bitte bei Dan Hoffmann www.dan-hoffmann.com, 07821-99 24 234, 0177-90 60 64 44.

In Weinheim bittet Reza Müller um Meldungen unter 0171-48 36 662 oder Email: rezamueller@arcor.de.

 

Rang 18 für Johann Witt auf Weltrangliste

Der EM-Dritte Johann Witt hat einen Weltranglistenplatz, Alex Povernov, WM- und EM-Dritter von 2005 und 2006 (im Bild darunter als Deutscher Meister von 2007, als Witt erstmals national Dritter wurde), einen WM-Startplatz. Der 33-jährige Povernov hatte seine internationale Karriere eigentlich scnon beendet, wurde jedoch für die WM reaktiviert.

Am 26. September beginnen die WM in Baku / Im Schwergewicht ist Alex Povernov für Deutschland am Start

Villingen-Schwenningen/ Baku. Johann Witt, EM-Dritter aus Villingen-Schwenningen, zählt mit dem 18. Platz auf der Rangliste der AIBA zu den weltbesten 44 olympischen Schwergewichtsboxern. Sein EM-Halbfinalgegner, Europameister Mammadov aus dem diesjährigen WM-Gastgeberland Aserbeidschan, belegt Rang 2. Auf Platz 1 der schweren Jungs: Artur Beterbiev aus Russland.

Der Chemnitzer Fliegengewichtler Ronny Beblik, WM- und EM-Bronzegewinner von 2009 und 2010, ist der aktuell höchstplatzierte deutsche Boxer in der Rangliste des Weltverbands AIBA. Als Zweiter hinter dem überragenden Europameister und WM-Dritten Misha Aloian aus Russland zählt Beblik im Limit bis 52 Kilogramm damit zum Favoritenkreis der diesjährigen WM, ab 26. September in Baku, auch wenn dieses Ranking vergangene Erfolge abbildet und nicht die gegenwärtige Form.

Außerdem führt der Weltverband den deutschen Europameister von 2010, Denis Makarov, auf einem der punktgleichen fünften Plätze im Bantamgewicht, das der bulgarische Weltmeister Detelin Dalakliev als Primus anführt. Ebenfalls den fünften Rang belegt der Niedersachse Eugen Burhard im Leichtgewicht. Außerdem ist noch der WM-Starter David Müller (34., Halbwelter) im AIBA-Ranking platziert.

Die Deutschen Artur Bril (10., Leicht, Jugend-Weltmeister 2010), Konstantin Buga (16., Mittel, WM-Fünfter 2007 und 2009) gehören wie Witt nicht zum zehnköpfigen WM-Kader. Außerdem sind bei der AIBA gelistet: Thomas Vahrenholt (32., Halbwelter), Denis Radovan (31., Mittel), René Krause (27., Halbschwer) und Donat Avdijaj (33., Schwer).

Das WM-Team 2011

49 Kg: Hamza Touba, (FK Neuss, NR), DM 2010 im Halbfliegengewicht.

52 Kg: Ronny Beblik, (BC Chemnitz, SN), Vize-DM 2010, 3. WM 2009, 3. EM 2010.

56 Kg: Denis Makarov (Velberter BC, NR), DM 2010 u. Europameister 2010.

60 Kg: Eugen Burhard (Raspo Osnabrück, NS), DM 2010 u. Bronze EM 2010.

64 Kg: David Müller (SSV Saalfeld, TH), DM 2009, EM-Teilnehmer 2010.

69 Kg: Patrick Wojcicki (AKBC Wolfsburg, NS), DM 2010, EM Teilnehmer 2010.

75 Kg: Stefan Härtel (SV Lichtenberg, BE), DM 2010, Teiln. WM 2006.

81 Kg: Enrico Kölling (SC Berlin, BE), DM 2009, Mitglied World Series Boxing.

91 Kg: Alexander Povernov (BC Gifhorn, NS), mehrf. DM, Bronze WM 2006.

91+Kg: Erik Pfeifer (TuS Lohne, NS), mehrf. DM, WM-Teilnehmer 2009.

Siege bei Internationalem Turnier in Ungarn

Die Boxerinnen und Boxer aus Baden-Württemberg glänzten im ungarischen Köszeg.

Köszeg. Mit zwei Athletinnen und sechs Athleten machte sich eine Auswahl aus Baden-Württemberg wieder einmal auf den Weg ins idyllische Köszeg in Ungarn und folgte der Einladung des dortigen Veranstalters Aron Varsanyi. Hochmotiviert stellten sich die Baden-Württemberger ihren Aufgaben und traten mit drei Turniersiegern, dreimal Silber und zweimal Bronze mehr als zufrieden ihre Heimreise an.

Hier die Ergebnisse im Einzelnen.

Halbfinale:

Slavojub Cajic (BW) PS vs. Roland Kiss (HUN)
Aylin Zorlu (BW) PN vs. Eva Dittrich (HUN)
David Schenzle (BW) PN vs. Arpad Birkes (HUN)
Albert Kinderknech
t (BW) RSC. S. R.2 vs. Balazs Szentivanyi (HUN)
Olga Brzezinska (BW) PN vs. Bea Szabo (HUN)
Slawa Spomer
(BW) PS vs. David Peer (HUN)
Bereits Finale: Benjamin Schmidt (BW) PS vs. Gabor Horvath (HUN)

Finale:
Slavojub Cajic
(BW) PS vs. Kristian Koday (SLO)
David Schenzle (BW) PN vs. Thomas Premauer (AUT)
Albert Kinderknecht (BW) PN vs. Rudolf Tellesa (HUN)
Aylin Zorlu (BW) Aufg. S. R.2 vs. Katalin Takacs (HUN)
Olga Brzezinska (BW) PS vs. Bea Szabo (HUN)
Slawa Spomer (BW) PS vs. Aron Szimler (HUN)
Marco Grund (BW) PN vs. Jozsef Toth (HUN)

"Unser Dank", so Steven Nichols (Sportwart LV Württemberg), "gilt allen Heimtrainern die ihre Athletinnen/en bestens auf diese internationale Maßnahme vorbereitet haben."

Frauen-DM: Bugar unterliegt Irmen im Finale

Das DM-Team aus Baden-Württemberg um "Goldmädchen" Viktoriya Avramenko (U19, hintere Reihe, 1. Frau v.l.) mit Trainern und Trophäen in Straubing (Bild ganz oben). Tasheena Bugar (untere Reihe Mitte), Deutsche Frauen-Meisterin 2008 und 2010 vom KSC (Bild unten, Bugar im Ring: BC Straubing) wurde in Straubing ebenso Deutsche Vizemeisterin wie Irina Schönberger (U19, im oberen Bild stehend, 5.v.r. und unten im Pugilist Boxing Gym)! Die Bruchsalerin wurde als beste Kämpferin der Jugendklasse ausgezeichnet.

DM-Silber auch für Bruchsalerin Irina Schönberger und Stuttgarterin Felicitas Vogt (beide U19) / Viktoriya Avramenko (Backnang) neue nationale U19-Meisterin / Außerdem drei Bronzemedaillen

Straubing.
Die 9. DM der Frauen - diesmal fanden die nationalen Titelkämpfe in drei Altersklassen erneut in Straubing (Ejadon-Halle) statt - sind Geschichte: Sechs Boxerinnen aus Baden-Württemberg kletterten in den Ring. Neben Tasheena Bugar (Karlsruher SC, am Ende Vizemeisterin) schafften die U19-Kämpferinnen Felicitas Vogt (GB Stuttgart, Vizemeisterin) und Viktoriya Avramenko (KSC Backnang, Deutsche Meisterin) den Sprung ins Finale. Ebenso wie am Vortag bereits Irina Schönberger (PBG Bruchsal, Vizemeisterin) in der Jugendklasse (U19). Die junge Bruchsalerin verlor am Ende in der Minigruppe ihres Limits gegen die aktuelle WM-Dritte Darlene Jörling (Westfalen), die sie im Auftaktkampf des Turniers noch sensationell hatte schlagen können, nur knapp mit 12:14 nach Punkten - ein toller Erfolg für Schönberger, die am Ende auch zur besten Kämpferin in der U19-Klasse gekürt wurde.

Die weiteren "Youngsters" Britta Wolf (Ludwigsburg), Olga Brzezinska (Ulm) und Aylin Zorlu (Nürtingen) zeigten laut Landestrainer Oli Vlcek durch die Bank gute Kämpfe: "Selbst die anwesenden Bundestrainer zeigten sich beeindruckt von den drei Bronzemedaille-Gewinnerinnen aus Baden-Württemberg." Zum Team gehörten auch noch die Boxerinnen Sabrina Stotz (Kings Gym Ravensburg) und Maylin Künzler (BC Pforzheim). Einmal Gold, je dreimal Silber sowie Bronze also, so lautet die gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserte Bilanz für Baden-Württemberg. 2010 gewannen die beiden kooperierenden Verbände gemeinsam einmal Gold (Bugar), einmal Silber und dreimal Bronze.

Als eine der aussichtsreichsten Starterinnen galt Titelverteidigerin und zweifache nationale Meisterin Tasheena Bugar (Karlsruher SC) im Leichtgewicht bis 60 Kilogramm. Die WM-Teilnehmerin von 2010 und eine von Baden-Württembergs Olympiahoffnungen schlug in der Vorrunde des Limits bis 60 Kilogramm erwartungsgemäß Dilara Kotschak (Niedersachsen). Im Halbfinale der Frauen-DM bezwang Bugar auch die Vorjahresmeisterin im Limit bis 57 Kilogramm, Maike Klüners aus Düsseldorf, die ebenso wie Bugar bei den WM 2010 dabei war. Vlceks Analyse: "Tasheena kontrollierte den kompletten Kampf und kann sich nun auf die Spitzenbegegnung mit der Vorjahres-Vizemeisterin Julia Irmen vorbereiten." Gegen die Regensburgerin Julia Irmen, im Vorjahr in Wismar von der Karlsruherin noch knapp mit 3:2 geschlagen, verlor Bugar im Finale der Frauen diesmal jedoch mit 7:13 nach Punkten (siehe Analyse des Kampfs von Landestrainer Vlcek weiter unten).

Große Freude im Landesverband Württemberg: In der Jugendklasse (U19) behauptete sich Backnangs Senkrechtstarterin Viktoriya Avramenko im Finale der 64-Kilogramm-Kämpferinnen gegen die Bayerin Lina Maier, die Vorjahresmeisterin der Juniorinnen (U17), klar mit 17:13. Die DM war ein wichtiges Kriterium für die Nominierung zu den U17/U19-EM ab Ende August in Russland sowie die Frauen-EM im Oktober in Rotterdam. Die Frauen-WM als entscheidendes Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2012, bei denen das Frauenboxen erstmals im Programm ist, findet erst im Frühjahr 2012 statt. Peter Jaschke     

Die Finalkämpfe siehe unten

Hier noch Abschließendes und Analysen von unserem Landestrainer Oli Vlcek: "Die Einführung des Frauenboxens bei Olympischen Spielen zeigt ihre Auswirkungen.
Viele Mädels wechselten ihre Gewichtsklassen, um konkurrenzfähiger zu sein. Die technische Ausbildung erreicht neue Dimensionen und die Landesverbände stockten ihr Trainerpersonal deutlich auf im Kampf um die Medaillen. Mit dem Landesverband Bayern schälte sich wiederholt ein alter Bekannter als bester Landesverband heraus. Dies resultiert aus einer langjährigen und visionären Förderung des Frauenboxens im Freistaat. Hier waren die Bayern allen anderen einiges voraus. Aber dieser Vorsprung schmilzt, dies konnte man bei der diesjährigen Meisterschaft deutlich erkennen. Insbesondere Berlin und Mecklenburg-Vorpommern holen mächtig auf. Auch die Athletinnen aus Baden-Württemberg zeigten eine geschlossen starke Mannschaftsleistung. Dies konnte der zur Unterstützung angereiste Sportwart Steven Nichols bereits am Freitag feststellen. Nachdem 2010 lediglich Tasheena Bugar und Olga Zerikova das Finale erreichen konnten, starteten dieses Jahr bereits 4 Ladys im Finale und zeigten technisch versierte Kämpfe. Die Ausbeute von einer Gold- und drei Silbermedaillen bestätigt die guten Leistungen der Damen. Für zwei faustdicke Überraschungen sorgten Viktoriya Avramenko und Julia Irmen. Vika besiegte die Topfavoritin Lina Maier klar nach Punkten, während Irmen die Titelverteidigerin Tasheena Bugar besiegte.

48kg: Felicitas Vogt 14:9 Punktniederlage gegen Jasmine Paul (HA)

Hochmotiviert startete Felicitas in die erste der drei Revangebegegnungen um das begehrte Edemetall. So gestaltete Sie den ersten Durchgang über Angriffsboxen offen. Der Punktestand spiegelte dies jedoch nicht wieder. Auch im zweiten Durchgang konnte Sie die Paarungoffen halten. Punkte waren hier Fehlanzeige. Die konsequenten Angriffshandlungen der ersten beiden Runden ließ Feli in Runde drei vermissen. Dies nutzte die erfahrene Hamburgerin für überstürzte Angriffe aus, welche ihr einen weiteren Punktvorsprung verschaffte. Nun musste Feli alles auf eine Karte setzen und startete im letzten Durchgang ein Feuerwerk. Immer wieder konnte Sie die ermüdete Hamburgerin in Bedrängnis bringen. Leider reichte es dennoch nicht für die Goldmedaille. Den Titel der deutschen Vizemeisterin hat sich Feli aber wirklich sehr verdient.

64Kg: Viktoriya Avramenko 17:13 Punktsieg über Lina Maier (BY)
Die erste Sensation des Tages gelang der jungen und bundesweit unbekannten Viktoriya Avramenko im Limit bis 64kg. Im Viertelfinale musste Sie sich noch der amtierenden Deutschen Meisterin Lina Maier klar nach Punkten geschlagen geben. Nicht nur das! Sie musste insbesondere in Runde 2 bis 4 darum kämpfen, nicht vorzeitig aus der Begegnung genommen zu werden. Von dieser Unterlegenheit war im Finale um den Titel nichts mehr zu sehen und zu spüren. Mit einer konsequenten Dominanz dirigierte die Backnangerin die überraschte deutsche Meisterin aus dem Vorjahr durch den Ring. Über eine gute Beinarbeit und perfektem Konterboxen punktete sie die anstürmenden Maier wiederholt aus. Nach zwei Runden führte Vika daher bereits mit 6 Punkten. Lediglich in Runde 3 verlor sie kurz den Überblick und ließ sich auf einige Schlagabtäusche ein. Gegen Ende der Runde und insbesondere in Runde 4 zeigte sie nochmals, wer der neue Meister dieser Gewichtsklasse werden würde. Viktoriya Avramenko!

69kg: Irina Schönberger 14:12 Punktniederlage gegen Darlene Jörling (WE)
Irina musste den letzten von drei Rückkämpfen bestreiten. Konnte sie ihre Kontrahentin in der Vorrunde noch durch RSCI schlagen, gestalteten beide nun eine offene und spannende Partie. Nach Runde 1 führte Irina noch mit einem Vorsprung von 2 Punkten. Die fehlende Wettkampferfahrung von Irina führte dazu, dass sie in Runde 2 etwas zu vorsichtig an die Sache heran ging. Dies nutze die Vizeeuropameisterin und WM Dritte zum sofortigen Ausgleich aus. Nun schwankte die Begegnung hin und her. Beide Damen schenkten sich nix und wechselten sich in der Führung immer wieder ab. Zum Abschluss bewies der Routinee aus Westfalen ein bißchen mehr Coolness und entschied das knappe Duell für sich. Aber mit der deutschen Vizemeisterin Irina wächst hier ernsthafte Konkurrenz für den Platzhirsch heran.

Frauen:
60kg: Tasheena Bugar 13:7 Punktniederlage gegen Julia Irmen (BY)
Voarb sei erwähnt, dass das Punkturteil für Diskussionsstoff sorgte. Die verschiedensten Ansichten prägten den Abend zum Ausgang dieser Partie.
Festzustellen ist, dass die beim Chemie Pokal klar unterlegene Irmen deutlich zugelegt hatte. Bereits im Halbfinale, welches Sie gegen Olga Brzezinska bestritt, zeigte sich, dass die Konkurrentin um die Olympiaquali nicht geschludert hatte in der Vorbereitung. Eine knappe und spannende Begegnung zeichnete sich bereits hier ab. Auch der Umstand, dass die Austragung der Meisterschaft im bayrischen Straubing stattfand, machte einen positiven Kampfausgang für Bugar nicht unbedingt leichter. So starteten beide Athletinnen entsprechend dominant in Runde 1. Bugar übernahm sofort das Tempo und setzte die Herausforderin unter Druck. Diese boxte kompakt und konterte Bugar ab. Mit explosiven Einzelhänden nutzte Irmen die Lücken von Bugar nach deren Angriff geschickt aus. Bugar seinerseits bearbeitete die Bayerin in der Halbdistanz mit schnellen Kombinationen zu Körper und Kopf. Hier konnte sie insbesondere nach Aktionen von Irmen punkten. Beide Athletinnen konnten klare Treffer verbuchen, welche aber in einem 3:1 für Irmen gewertet wurden. Die zweite und dritte Runde gestalteten sich ähnlich. Bugar gab das Tempo vor und Irmen konterte diese wiederholt ab. Beide Kämpferinnen zeigten Boxen auf Männerniveau. Irmen konnte hier mit jeder Runde bei den Punktrichtern ihren Vorsprung ausbauen. In Runde 4 blieb Bugar beim aktuellen Punktestand nur noch der sogenannte Lucky Punch. Sie setzte alles auf eine Karte und zündete ein abschließendes zweiminütiges Feuerwerk runter. Aber auch dies änderte nichts am klaren Vorsprung von Julia Irmen. Hier einen klaren Sieger zu bestimmen, fällt in dieser Spitzenbegegnung jedem Anwesenden definitiv schwer. Aber ein gegebener deutlicher Vorsprung von 6 Punkten spiegelte keineswegs die Partie zwischen den beiden Spitzenathletinnen wieder. Trotzdem gehen unsere herzlichen Glückwünsche an Julia Irmen und ihr Team!

Abschließend möchte ich mich bei den mitgereisten Verbandstrainern Achim Böhme, Georg Müller, Ayhan Isik und Tyson Gray für ihre tolle Arbeit am "Mann" bedanken."

AIBA-Pläne sorgen für Schlagzeilen

Geht es nach den Plänen der AIBA, könnte auch einer wie Jack Culcay (r.), der nach dem WM-Titel 2009 zu den Profis gewechselt ist, unter dem Dach der AIBA 2016 an Olympischen Spielen teilnehmen. Auf unserem Bild ist er 2008 mit Profi Ruslan Chagaev (M.) und dem damaligen Olympiateilnehmer Konstantin Buga zu sehen.

Astana. Die vom Weltverband AIBA beim Kongress in Astana/ Kasachstan geäußerten Pläne, unter gewissen Bedingungen möglichst ab 2016 auch Profis die Olympiateilnahme zu ermöglichen und selbst Profis zu promoten, sorgt für Schlagzeilen. Die Journalisten Matthias Brzezinski und Gunnar Meinhardt haben u.a. für die "Welt" auch viele Stimmen dazu gesammelt. Hier der Link zu dem Artikel:

www.welt.de/sport/article13521813/Boxen-die-Klitschkos-2016-in-Rio-um-Olympia-Gold.html

Darin sagt beispielsweise Profitrainer Fritz Sdunek: "Grundsätzlich ist es eine tolle Sache. Das olympische Boxen würde viel mehr in den Fokus rücken. Beide Seiten müssten aber Abstriche machen."

DBV-Präsident Jürgen Kyas bestätigt als Mitglied des AIBA-Exekutivkomitees auf Anfrage die zitierten Äußerungen von AIBA-Chef Dr. Wu zu Profis bei Olympia, schränkt jedoch ein: "Noch handelt es sich dabei eher um Wunschdenken. Man muss erst die Voraussetzungen schaffen, damit das praktikabel wird. Da ist noch sehr viel Arbeit zu leisten... Unsere Sportler werden immer eine reelle Chance behalten, an Olympia teilzunehmen. Wir sind allein auf die Stärkung des olympischen Boxens aus. Vom Gesamtkonstrukt her soll es künftig die drei Säulen Amateure, World Series of Boxing und Profis unter dem Dach der AIBA geben. Eine noch zu gründende Vermarktungsgesellschaft, die aber stets von der AIBA kontrolliert werden wird, soll die AIBA-Profis promoten. Wenn ein junger Boxer Profi werden will, soll er ordentlich aufgebaut werden, ein sportlich transparentes System vorfinden und auch sozial abgesichert sein." (Auszug aus einem Interview, das im Fachmagazin Boxsport am 27. August erscheint).

DBV-Pressewart Alexander Mazur weist indes nach einer entsprechenden Anfrage bei der AIBA darauf hin, dass sich zunächst mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2012 auch an der Helmpflicht im Ring nichts ändert.

Boxjournalist und BoxSport-Autor Bertram Job erklärt in der "Neuen Züricher Zeitung" schon einmal ganz richtig, wenn auch etwas spöttisch:

"Beim «Aiba Professional Boxing» sollen Faustkämpfer künftig auf drei Wettkampf-Ebenen (national, kontinental, global) gelistet und bewertet werden. Nicht nur die Ranglisten, sondern auch die Promotion der dazu nötigen Veranstaltungen will die Aiba mit einem noch einzurichtenden Unternehmen, dem «Boxing Marketing Arm», ab 2013 in Eigenregie betreiben. So steht es im fünfseitigen, online veröffentlichten Papier, das der fast 65-jährige Präsident in überschaubarer Demut als «historische Bekanntmachung» deklariert.

Statt näherer Details, die bis Jahresende in einem Konzept folgen sollen, gibt es darin viel Pathos und Zukunftsmusik. «Ich bin entschlossen, das Profiboxen unter die Schirmherrschaft der Aiba zu stellen», heisst es etwa, «auf dass wir die wahre und anerkannte Führung unseres Sports sein werden und nicht irgendeine andere Organisation.» Darum sollen die 195 angeschlossenen nationalen Verbände das Programm nach Kräften unterstützen." (Zitat aus NZZ Ende)

Link zu Jobs NZZ-Artikel: http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/aktuell/profis_an_olympischen_turnieren_1.11765554.html

Unten stehend das zitierte AIBA-Papier zu den Profiplänen (in englischer Sprache)

Neckarsulmer Melvin Perry Vize-Weltmeister

Frohe Mienen am Frankfurter Flughafen: Vizeweltmeister Melvin Perry mit seinem Vater Robert, sowie der WM-Fünfte Wladi Baryshnik und Landestrainer Vlcek strahlen. Die Familien beider Boxer waren zum Empfang der jungen Boxer gekommen.

Zwei Baden-Württemberger hinterlassen Eindruck bei AIBA-Berichterstatter - und bei Gegnern / Riesenfreude über Perrys WM-Silbermedaille

Astana. Bei den U17-WM in Kasachstan machten Boxer aus Baden-Württemberg von sich reden: Der Internetberichterstatter des Weltverbands AIBA bezeichnete Wladislaw Baryshnik (Backnang) nach dessen Vorrundensieg gegen den favorisierten Russen Chechenov sogar als „Deutschlands neue Überraschung“ und pries Melvin Perry (16), den laut AIBA ältesten Teilnehmer dieser WM, für seine Schlagkraft.

Zu Recht, denn der Neckarsulmer Halbschwere erreichte sogar das Finale. Dort unterlag er aber am Samstag, 30. Juli, dem Australier Jai Opetaia mit 3:5 nach Punkten. Einer der fünf Punktrichter des Weltverbands AIBA hatte Perry am Ende mit 4:3 Punkten vorne gesehen, doch in der kombinierten Wertung wurden die Runden 1:2, 0:1 und 2:2 gewertet, was schließlich einen 5:3 Punktsieg für den Australier ausmachte.

Opetaia hatte im Halbfinale der U17-Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm schon den hoch eingeschätzten Favoriten Ruslan Yourchenko (Russland) mit 17:7 deklassiert.

Über das voran gegangene Halbfinale mit Perry berichtete Alexander Mazur, Pressesprecher des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV): "Einen famosen Kampf lieferte wieder der Neckarsulmer Melvin Perry, der es mit dem Usbeken Akbarjon Meliziyayev zu tun hatte. Melvin hat offenbar die sportlichen Gene seines Vaters Robert (Bubi) geerbt, der vielfacher Meister von Württemberg wie auch süddeutscher Meister war und 1995 bei der DM die Bronzemedaille gewann. Sein 16-jähriget Sohn Melvin ließ im Halbfinalkampf nie Zweifel daran aufkommen, wer dieses Duell gewinnen wird."

Dank Perry hat Baden-Württemberg nach dem dritten EM-Platz für Johann Witt (Boxing Villingen-Schwenningen) in der Männerklasse nun schon die zweite internationale Medaille 2011 ergattert.

Der Backnanger Wladislaw Baryshnik musste sich nach zwei Siegen dann im WM-Viertelfinale dem Türken Cengiz Onat knapp geschlagen geben, erreichte immerhin den 5. Rang. Doch hatte der nationale U17-Champ im Limit bis 52 Kilogramm, der bei den jüngsten DM auch als bester Techniker ausgezeichnet worden war, zuvor überraschend den favorisierten Russen Shamil Chechenov klar mit 18:12 sowie danach auch noch den Italiener Vincenzo Colella mit 15:10 bezwungen. 

WM-Bilanz Perry:

80 Kg: 14 Teilnehmer

Melvin Perry (SU Neckarsulm) RSCI-Sieg 1.R. ü. Temirlan Raimbekov (KGZ

Vf: Perry 12:07 PS ü. Allaksel Dzemushkan (BLR) 

Hf: Perry 15:11 PS Akbarjon Meliziyayev (UZB) 

Finale: Perry 3:5 PN Jai Opetaia (AUS).

Ursprünglich starteten elf DBV-Youngsters in Astana. Der Bielefelder Tilev holte Bronze. Insgesamt traten 273 Boxer der Jahrgänge 1995/96 an.

89. DM Anfang Dezember in Leipzig

Kassel/ Leipzig. Wie der Sport-Informationsdienst (sid) mitteilt, finden die  deutschen Box-Meisterschaften in diesem Jahr Anfang Dezember in Leipzig statt. Das habe der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) am Mittwochabend bekannt gegeben, "nachdem er Anfang Juli Hamburg nach Streitigkeiten mit den Organisatoren in der Hansestadt die Ausrichtung entzogen hatte". Zu den Hintergründen siehe frühere Meldung mit Link zum Hamburger Abendblatt weiter unten auf auf dieser Seite.

Die Internetseite www.leipzig-seiten.de meldet u.a.:

"Ausschlaggebend für die Vergabe nach Leipzig war die erfolgreiche Ausrichtung des Chemiepokal 2011 in Halle (Saale) durch die 4heads-media und das Interesse der Stadt Leipzig. Das ursprünglich in Hamburg vorgesehen Turnier wurde neu vergeben, nachdem Differenzen zwischen dem Hamburger Landesverband und dem DBV nicht beigelegt werden konnten."

Sparringslehrgang des WM-Kaders am OSP

Sparringslehrgang am OSP Rhein-Neckar: Der WM-Kader wurde mit dem neuen AIBA-Punktsystem vertraut gemacht. Im Ring mit den DBV-Assen standen auch Klasse-Kämpfer und AIBA-Kampfrichter aus Baden-Württemberg.
 
 

Neues Punktsystem der AIBA vorgestellt / Boxer und Kampfrichter aus Baden-Württemberg im Einsatz

Heidelberg. Dass der DBV über einen starken zehnköpfigen WM-Kader und klasse Reservekämpfer verfügt, zeigte sich beim Sparringslehrgang am OSP Rhein-Neckar in Heidelberg. Dabei wurde unter Leitung von DBV-Kampfrichterobmann Erich Dreke das neue Punktsystem der AIBA vorgestellt und erklärt. Unter anderem auch die baden-württembergischen Kampfrichter mit AIBA-Lizenz, Patricia Tauscher und Holger Kussmaul, waren neben den Herren Kretschmann, Dr. Al-Masri und Vogel im Einsatz. Wie Dreke erklärte, drücken die Punktrichter künftig Treffer, vor allem auch Körpertreffer, und Aktionen. Die Maschine bildet stets einen Mittelwert der Punktrichter, die von der Wertung her am engsten beieinander liegen. Angriffsboxen und eine Vielzahl von Aktionen ab der ersten Runde sind angesagt! Nach vorne gehen und Serien schlagen, heißt die Devise. Zu den starken Sparringspartnern der WM-Kandidaten Touba, Beblik, Makarov, Burhard, Müller, Wojcicki, Härtel, Kölling, Povernov und Pfeiffer zählten u.a. Dieter Geier, Eduard Schmidt, Xhek Paskali und Igor Titzief aus Baden-Württemberg neben Boxern aus Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen. Weitere Bilder sind im kommenden Boxsport, der nach dem jüngsten Doppelheft und der Sommerpause erst am 27. August erscheint, zu sehen. Peter Jaschke

Deutsche Frauen stark gegen Rumäninnen

Das deutsche Frauen-Team und DBV-Trainer am OSP in Heidelberg und Kampfszenen von Nimani gegen die Halbfliegen-Vizeweltmeisterin von 2010, Steluta Duta, sowie von Walendzik und der Ludwigsburgerin Wolf beim WK-Sparring (von oben nach unten).

Auch Baden-Württembergin Tasheena Bugar ist schon in EM-Form 

Heidelberg/ Speyer. Das Wettkampf-Sparring der deutschen Olympiahoffnungen im Frauenboxen gegen eine rumänische Auswahl hatte am Freitagnachmittag Lust auf mehr gemacht: Der offizielle Vergleichskampf am Sonntag, 10. Juli, 10 Uhr, auf dem Brezelfest in Speyer bot denn auch rund 400 Zuschauern spannende und attraktive Kämpfe. Da war sich auch der mehrfache frühere Deutsche Meister Stefan Gertel (Worms), der unter den rund 50 Gästen am OSP-Ring gesessen hatte, ganz sicher. Er sah das deutsche Team im Vorteil. Zu Recht, denn das Ergebnis lautet so:

Frauen-Länderkampf Deutschland – Rumänien in Speyer 16:4.

Juniorinnen (U 17): 48 kg: Kimberly Klingelhöfer (Deutschland, Erbach) Punktniederlage gegen Melinda Pantis. – 69 kg: Viktoria Avramenko (D, Backnang) Punktsieg über Florina Radu.

Jugend (U 19): 41 kg: Azize Nimani (D, Berlin) PS über Xenia Jorneac. – 54 kg: Pinar Yilmaz (D, Wuppertal) PS über Claudia Nechita. – 57 kg: Elena Walendzik (D, Seelze) Aufgabesiegerin 2. Runde über Petruta Draghiciu.

Frauen (Elite): 48 kg: Christina Rupprecht (D, Augsburg) PN gegen Steluta Duta. – 60 kg: Cindy Rogge (Blankenburg/Harz) PS über Gabriela Dinca. – 64 kg: Tasheena Bugar (D, Karlsruhe) PS über Julia Navacioio. - 70 kg: Sarah Scheurich (D, Schwerin) PS über Gabriela Bols. – 75 kg: Andrea Strohmaier (D, Augsburg) PS über Luminita Turcin.

Einlagekampf (U 15; nicht für Länderkampf gewertet): Kadettinnen (U 15): 51 kg: Jule Lacher (Ravensburg) PS über Noemi Lo-Curto (AV 03 Speyer).

In der Tageszeitung "Rheinpfalz" berichtet Wolfgang Kauer:

SPEYER. Auf dem erst vor zwei Jahren und damit verspätet eingeschlagenen Weg zum kleinen Elitekreis des internationalen Frauenboxens triumphierte Deutschland erneut. Dem 9:7 vom Mai in Berlin gegen die Türkei folgte beim Speyerer Brezelfest ein 16:4 über Rumänien.

Der  unerwartet deutliche Erfolg stellt zwar die Auswahl des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) auf den Sockel, doch im Hinblick auf das olympische Debüt 2012 verfälscht er etwas die Realität. „Wenn Rumänien alle Asse aufgeboten hätte, wäre es für uns sehr schwer geworden“, erkannte Frauen-Bundestrainer Roland Kubath. Offensichtlich aber testete der Partner eines gemeinsamen Lehrgangs im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in den zehn Duellen auch einige Sportlerinnen aus dem erweiterten Spitzenzirkel.

Doch das reichte, um gemeinsam mit der wegen Krankheit und Verletzung auch nicht optimal besetzten DBV-Staffel vor nicht ganz 400 Zuschauern einen Frauen-Länderkampf von Brisanz zu bieten. Die Finalpartie (64 kg, Halbmittelgewicht) der zweimaligen Deutschen Meisterin Tasheena Bugar aus Karlsruhe-Neureut mit Julia Navacioio krönte die Beweisführung, nach der die zwei großen T des Boxsports auch dessen weibliche Variante mitreißend machen können: Talent und Testosteron, das als körpereigenes Hormon auch beim schwache Geschlecht die Angriffslust steigern kann.

Ohne taktische Möglichkeiten auszulassen und auch damit zu imponieren, gingen die spätere Punktsiegerin Bugar und ihre Ringpartnerin über vier mal zwei Minuten mit Serienattacken derart energisch zur Sache, dass das Publikum in Beifall ausbrach.

Ähnlich flink und flott präsentierten sich in der Junioren-Altersklasse (U 19) die Berliner Vizeweltmeisterin Azize Nimani/51 kg und Xenia Jorneac sowie Pinar Yilmaz (Wuppertal, 54 kg) und Claudia Nechtia.

Das DBV-Kampfgericht erkannte die beiden Deutschen ebenso eindeutig als Siegerinnen an wie im 48-kg-Kampf der Elite-Frauen die je dreimalige rumänische Vizeweltmeisterin und Europa-Titelgewinnerin Steluta Duta im Duell mit der deutsche U 19-Meisterin Christina Rupprecht. Trotz ebenfalls ausgezeichneter Technik kam die Augsburgerin gegen die ungemein bewegungsfreudige, reaktionsschnelle kleine Wuchtbrumme aus dem Land der unteren Donau einfach nicht an.

Zum Sparringswettkampf am OSP: Einer der Höhepunkte in Heidelberg war das Aufeinandertreffen von Vizeweltmeisterin Steluta Duta und Azize Nimani (Berlin). Die deutsche Kämpferin und WM-Teilnehmerin zog sich im Sparring unter Turnierbedingungen gegen die hart schlagende kleine Weltklasse-Fighterin sehr gut aus der Affäre.

An ihrem  27. Geburtstag zeigte auch die in Heidelberg lebende Rechtsauslegerin Elena Walendzik (Seelze) einen schönen Kampf. Britta Wolf (20) vom MBC Ludwigsburg, die einzige Starterin aus Baden-Württemberg neben Viktoria Avramenko (TSC Backnang), behielt gegen die stürmisch attackierende Petruta Draghiciu die Übersicht. „Es hat dann ganz gut geklappt, sie abzufangen“, war die DM-Dritte der Frauen und EU-Meisterschaftsteilnehmerin ganz zufrieden. Außerdem präsentierte sich stark: Kimberly Klingelhöfer von der Boxschule Culcay in Pfungstadt: Die erst 15-jährige Deutsche Vizemeisterin aus Michelstadt war bei den U19- und U17-WM in Ankara Fünfte geworden und will im August bei den DM in Straubing Meisterin ihrer Klasse werden.    

Ferner überzeugten im OSP-Ring Avramenko, Pinar Yilmaz, Cindy Rogge, Sarah Scheurich, die WM-Dritte der U19 aus Schwerin, sowie die ebenfalls in Heidelberg lebende WM-Teilnehmerin von 2010, Andrea Strohmaier aus Bayern. 

Zur Vorbereitung der EM im Oktober trifft diese Auswahl des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) als Abschluss des Grundlehrgangs unter Leitung von Roland Kubath und Zoltan Lunka, den DBV-Nationaltrainern der Frauen, am Sonntag, 10. Juli, beim Brezelfest in Speyer im Festzelt Seibert erneut auf die Rumäninnen. Dort soll auch WM-Teilnehmerin Tasheena Bugar, die zweifache Deutsche Meisterin vom Karlsruher SC, ins Geschehen eingreifen. Bei den Sommerspielen in London 2012 ist das Frauenboxen erstmals olympisch. Die Tickets werden erst bei den WM in China im kommenden Mai geknipst, was eigentlich ein Skandal ist: Die Spiele sind bereits keine drei Monate später im August.

Erstmals gemeinsamer C-Trainerlehrgang in Ruit

Teilnehmer Dr. Thomas Lamadé stiftet Punktmaschine

Ruit/ Heidelberg. Zur 1. gemeinsamen Ausbildung von C-Trainer aus den beiden Landesverbänden Baden und Württemberg begrüßte Lehrwart Achim Böhme zusammen mit Landestrainer Oliver Vlcek 25 Teilnehmer an der Sportschule Ruit. Unter den angehenden Boxcoachs befindet sich auch der Vater der baden-württembergischen Frauenbox-Hoffnung aus Heidelberg, Clara Lamadé. Als Freund des Boxsports und Befürworter der Fusion der beiden Landesverbände stiftet die Rechtsanwaltskanzlei Dr. Thomas Lamadé und Kollegen dem zu gründenden Box-Verband Baden-Württemberg (BVBW) eine neue Punktmaschine im Wert von rund 3.500 Euro. Dies teilt Vlcek zum Abschluss des Grundlagenlehrgangs mit. Der Aufbaulehrgang folgt im November dieses Jahres. 2012 finden die Prüfungen nach einem weiteren Lehrgang statt.

Frauenboxen: Olympiahoffnungen in Heidelberg und Speyer

Baden-Württembergs Hoffnung für Olympia 2012: Tasheena Bugar, die zweifache Deutsche Meisterin vom KSC.

Heidelberg/ Speyer. Wer die deutschen WM- und Olympiahoffnungen im Frauenboxen im Ring sehen will, dem bietet sich am kommenden Wochenende Gelegenheit: Zur Vorbereitung der EM im Oktober trifft eine Auswahl des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) auf einige der stärksten Boxerinnen Rumäniens.

Am Freitag, 8. Juli, findet um 16 Uhr zunächst in der Boxhalle im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg ein öffentliches Wettkampf-Sparring statt. Der Eintritt ist hier frei. Zum Abschluss des Grundlehrgangs unter Leitung von Roland Kubath, dem DBV-Nationaltrainer der Frauen, klettern die Boxerinnen am Sonntag, 10. Juli, beim Brezelfest in Speyer in den Ring im Festzelt Seibert. Beginn des Ländervergleichskampfs ist um 10 Uhr.

Unter anderem sollen auch WM-Teilnehmerin Tasheena Bugar, die zweifache Deutsche Meisterin vom Karlsruher SC, sowie erfolgreiche Athletinnen der jüngsten U19- und 17-WM in Antalya am Start sein. Bei den Sommerspielen in London 2012 ist das Frauenboxen erstmals olympisch. Die Tickets werden bei den WM in China im kommenden Frühjahr geknipst.

Weg frei für Boxverband Baden-Württemberg

Werner Kranz (stehend), der alte und nach einstimmiger Wiederwahl auch der neue ABVB-Präsident, hat es nun doch noch geschafft: Der Weg für den Box-Verband Baden-Württemberg ist offen. In rund zwei Monaten soll es, nach Beitritt der württembergischen Vereine zum ABVB, endgültig zur Gründung kommen.

Baden-Baden. Beim außerordentlichen Verbandstag des Amateurboxerbands Baden (ABVB) machten die Mitglieder am Sonntag den Weg frei für einen Beitritt der Vereine des Landesverbands Württemberg. Für die dafür notwendige Satzungsänderungen bekam Präsident Werner Kranz (Schriesheim) die erforderliche Zweidrittelmehrheit, wenn auch denkbar knapp: Von 52 Stimmzetteln lauteten 35 ja, 17 nein. Es gab dafür Beifall seitens der Mehrheit in der südbadischen Sportschule Steinbach. Damit ist die seit längerem angestrebte und vor einem Monat zunächst gescheiterte Gründung des Boxverbands Baden-Württemberg (BVBW) wieder in greifbare Nähe gerückt.

Kranz sagte: "Ich wünsche mir, dass vielleicht nach ein, zwei Jahren die Gegner der Satzungsänderung sagen können: Wir haben damals falsch gewählt, die Entscheidung des Verbandstags war richtig."

Im Anschluss an die Abstimmung,  wurde Kranz einstimmig im Amt bestätigt. Auch die weiteren Vorstandsmitglieder bleiben nach ihrer einstimmigen Wiederwahl so lange im Amt, bis in etwa zwei Monaten bei einem neuerlichen Verbandstag die württembergischen Vereine zunächst dem ABVB beitreten und dann der neue BVBW-Vorstand zu bestimmen ist. Ausnahme: Lothar Knöpple (Karlsruher SC), der vor dem Verbandstag als Kampfrichterobmann zurückgetreten war. Sportwart Jürgen Müller (BR Knielingen) übernahm dessen Posten kommissarisch. Eine klassische Fusion im Sinne einer Verschmelzung der Verbände war im Mai 2011 an der satzungsrechtlichen Hürde der Dreiviertelmehrheit knapp gescheitert.

DM 2011 nicht in Hamburg

Worms. Beim DBV-Kongress am Sonnabend, 25. Juni, wurde die DM in Hamburg abgesagt.

Über die haarsträubenden Hintergründe informiert Boxsportjournalist Björn Jensen im Hamburger Abendblatt hier:

www.abendblatt.de/sport/article1936747/Rueckschlag-fuer-das-olympische-Boxen-in-Hamburg.html

EM-Bronze für Johann Witt

Johann Witt kehrt mit einer Bronzemedaille von den EM in Ankara zurück.

Schwergewichtler aus Baden-Württemberg holt die einzige Medaille für Deutschland / Sieben weitere DBV-Starter früh ausgeschieden

Ankara. Der Schwergewichtler Johann Witt (Villingen-Schwenningen) hat als Einziger von acht deutschen EM-Startern das Viertel- und das Halbfinale in Ankara erreicht. In der Runde der besten Vier im Limit bis 91 Kilogramm unterlag Witt allerdings dem 18-jährigen Aserbeidschaner Teymur Mammadow, Viertelfinalist der U19-WM 2010, mit 12:18 nach Punkten - trotz engagierter Leistung, wie der Sportinformationsdienst bundesweit meldet. 

Hier der Link zu einem Interview des Sportjournalisten Christof Kaltenbach von der Tageszeitung Südkurier mit EM-Halbfinalist Witt, das nach dem EM-Erfolg am 28. Juni erschien:

www.suedkurier.de/sport/regionalsport/schwarzwald/art2816,4966440

EM-Chronik: Im Kampf um eine Medaille schlug Witt im Viertelfinale Siarhei Karneyeu. Das war eine nicht ganz leichte Aufgabe für Witt: Der 23-jährige Weißrusse hat international mehr Erfahrung, war 2009 im Halbschwergewicht WM-Teilnehmer, schied 2010 bei den EM im Achtelfinale  - und jetzt bei den nun jährlich abzuhaltenden EM 2011 im Schwergewicht-Viertelfinale - aus. Doch immerhin war der Weißrusse unter der Namensschreibweise Sergej Korneyev 2008 in Liverpool Vize-Europameister im Halbschwergewicht geworden. Und: Vergangenen Mai schlug er bei einem internationalen Turnier in der Ukraine überraschend den ukrainischen Schwergewicht-Europameister von 2008, Aleksandr Usyk. Witt hat also einen starken Gegner aus dem Weg geräumt. Überglücklich und stolz deshalb auch: Witts Heimtrainer Witali Tarassow.

Im Achtelfinale des Schwergewichts (bis 91 Kilogramm) besiegte der 24-jährige Baden-Württemberger Johann Witt (Boxing Villingen-Schwenningen) am Sonntag den 21-jährigen Marko Radonjic (Mazedonien) mit 14:12 nach Punkten. Mit einem sicheren 20:11-Sieg gegen den zweifachen spanischen WM-Teilnehmer Juan Agostin Oliva hatte Witt zuvor seinen Einzug in das Achtelfinale perfekt machen können.

Der Lokalzeitung Schwarzwälder Bote erzählte Witt vor der Abreise nach Ankara: "Ich bin in einem kleinen Dorf in Kasachstan aufgewachsen. Da gab es keine Möglichkeiten zum Boxen, obwohl mein Vater selbst im Ring stand", blickt der DM-Bronzemedaillengewinner von 2007 bis 2010 zurück. Als Witt dann im Januar 2003 nach Deutschland kam, dauerte es aber nicht lange, bis er zum ersten Mal die Handschuhe anzog. "Ich habe dann in Ravensburg geboxt. Aber nach einigen Jahren bei der Bundeswehr wollte ich eine örtliche, sportliche und berufliche Veränderung. So bin ich vor rund zwei Jahren nach Villingen-Schwenningen gekommen."

In der 2. Box-Bundesliga für den Nordhäuser SV startend, gelang es Witt dieses Jahr sogar, den zwölffachen litauischen Meister und international renommierten Vitalijus Subacius zu besiegen. Endgültig machte Schwergewichtler Witt auf sich aufmerksam, als er beim Round-Robin mit zwei deutschen Nationalteams, England und Irland im vergangenen Mai alle Favoriten im Superschwergewicht (über 91 Kilogramm) aus dem Feld schlug (siehe Artikel weiter unten). Witt gehört seitdem zum C-Kader des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV).

Die Tageszeitung Südkurier freut sich am Tag nach dem Viertelfinalsieg mit Witt und O-Tönen von Landestrainer Oliver Vlcek über die Medaille hier: www.suedkurier.de/sport/regionalsport/schwarzwald/art2816,4957071

Weitere Ergebnisse

56 kg:  Edgar Walth GER schlägt Martin Steinberg (EST) Sieg 21:2

69 kg: Arayk Marutyan GER schlägt Aston Brown SCO Sieg 14:7; verliert im Achtelfinale gegen Fred Evans (Wales) 8:13.

+91 kg: Eric Brechlin GER verliert gegen Anthony Joshua ENG Niederlage 16:23

Weitere Vorrunden-Ergebnisse vom Sonntag, 19. Juni:

60 kg: Artur Bril GER Punktsieg gegen Ayrin Ismetov BUL, Bril im Achtelfinale
75 kg: Denis Radovan GER verliert gegen Darren O´Neil IRL
81 kg: Tyron Zeuge GER verliert gegen Dmytro Bulgakov (UKR) 12:14

Montag, 20. Juni:

Bantamgewicht (- 56 kg), Achtelfinale:
Edgar Walth (Straubing) verliert gegen Veaveslav Gojan (Moldawien) 9:14

Leichtgewicht (- 60 kg),Achtelfinale:
Artur Bril (Köln) verliert gegen Redouane Kaya (Schweden) 15:19

Halbweltergewicht (- 64 kg), Achtelfinale:
Thomas Vahrenholt (Köln) verliert gegen Gyula Kate (Ungarn) 5:14 n. P.

Team BW: Vergleichskampf in Pocking

Pfingstmontag in Pocking, Teamsieg inklusive. Die Reise nach Bayern hat sich gelohnt.

Pocking. Bei einem Mannschaftsvergleichskampf konnte sich am Pfingstmontag das Team Baden-Württemberg gegen den SV Pocking (Bayern) nach Punkten durchsetzen.

Hier die Ergebnisse im Einzelnen:

David Börkircher (BaWü) PN vs. Artur Herdt (Pocking)
Alexander Mironow (BaWü, BR Knielingen) PS vs. Heinrich Meier (Pocking)
Artur Derrer (BaWü) Unentschieden vs. Anton Ageev (Pocking)
Stefan Nikitin
(BaWü) PS vs. Edward Birkle (Pocking)
Kiril Meie
r (BaWü) RSC. Sieger R.3 vs. Benjamin Robl (Pocking)
David Schenzle
(BaWü) PS vs. Andreas Leis (Pocking)
Steven Fischbuch (BaWü) PN vs. Vadim Gorte (Pocking)
Benedikt Probst
(BaWü, BC Singen) PS vs. Rene Aschbrenner (Pocking)
Yasin Basar (BaWü) PN vs. Sergej Michel (Pocking)
Harun Karaslan (BaWü) Aufg. N. R.3 vs. Florian Hackinger (Pocking)
Benjamin Schmidt (BaWü) Unentschieden vs. Roman Gorst (Pocking).

Film "Klitschko" kommt ab 16. Juni in die Kinos

Der Film "Klitschko" kommt am 16. Juni bundesweit in die Kinos. Vor einem Kampf in der Mannheimer SAP-Arena war Wladimir vor einigen Jahren zu Besuch am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg, Auf unserem Bild ist der über zwei Meter große Profi-Schwergewichtler mit Alexander Miller (amtierender Deutscher Vizemeister im Weltergewicht vom Velberter BC, vormals BW Lahr) zu sehen.

Berlin. Der faszinierende und authentische Dokumentarfilm „Klitschko“ kommt am 16. Juni bundesweit in die Kinos. Die berühmten Boxbrüder Vitali und Wladimir hat Regisseur Sebastian Dehnhardt (u.a. „Das Wunder von Bern“) begleitet, interviewt und in den USA, in Deutschland und der Ukraine gefilmt. Es soll bislang unveröffentlichtes Archivmaterial zu sehen sein.

SPIEGEL-online urteilt auf der Sportseite: "Natürlich ist "Klitschko" ein PR-Film - aber ein klug inszenierter und recht unterhaltsamer dazu. Er kommt ohne emotionalen Schnickschnack aus. Wer das Leben der Klitschkos zeigen kann, braucht solche Tricks aber auch nicht."

Unter anderem kommt auch der große deutsche Boxsport-Journalist Hartmut Scherzer zu Wort. 

Hier das komplette Interview mit Scherzer über die Klitschkos, das auszugsweise im Film vorkommt:

Das Wochenmagazin ZEIT bezeichnete Hartmut Scherzer (72) als den Doyen unter den deutschen Sportjournalisten. Vielfach ausgezeichnet, berichtet er seit 1960 von allen großen Sportereignissen, so von unzähligen Boxkämpfen, Fußballweltmeisterschaften, Olympischen Spielen und der Tour de France. Über die Kämpfe der Klitschkos berichtet er für circa 20 deutschsprachige Zeitungen, darunter auch für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das folgende Interview ist das für den Film gedrehte Gespräch in Auszügen zwischen Regisseur Sebastian Dehnhardt und Hartmut Scherzer.

Wie sind Sie das erste Mal auf die Klitschkos aufmerksam geworden und wie war Ihr Eindruck?

Zum ersten Mal bewusst bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. Gesehen habe ich sie schon vorher, 95, bei den Weltmeisterschaften in Berlin. Es waren Kolosse, die alle ihre Gegner überragten, und dann diese Figuren, die wie Herkules und Adonis aussahen. Man konnte sich für sie begeistern, und mir war klar, dass alle Promoter nur darauf lauerten, sie als Profis unter Vertrag zu nehmen – zumal im Doppelpack. Es war ja nicht nur einer, sondern gleich zwei von dieser Statur. Die Klitschkos kamen daher wie Naturgewalten, da war mir klar, die haben das Zeug, die werden Weltmeister,
entweder beide oder auf alle Fälle einer. Das war schon zu Beginn klar, dass die nicht aufzuhalten sein werden.

Wie würden Sie den Stil der Klitschkos bezeichnen?

Vitali hat einen unorthodoxen Stil. Sein Bruder sagt, er ist ein grauenhafter Stilist. Vitali kann man überhaupt nicht einschätzen, er kämpft wie ein Cowboy. Bei ihm baumeln die Fäuste an der Hüfte, und dann zieht er einfach durch. Er zermürbt seine Gegner mehr mit seinem Stil, und er hat selbst jetzt, obwohl er schon 39 ist, eine sagenhafte Reaktion, tolle Reflexe. Er vermeidet Schläge nicht durch Deckung, sondern allein mit seinen Reflexen. Und er hat einen ganz eigenartigen Boxstil, ein Stil, den kein Trainer
irgendjemandem beibringen würde. Wladimir dagegen ist ein klassischer Stilist, er schlägt einen einmaligen linken Jab, also die linke Führhand, mit der er den Kampf und auch den Gegner total unter Kontrolle hat. Das ist eigentlich sein bester Schlag. Er schlägt natürlich auch mit der Rechten, aber die kommt eher zögerlich. Wladimir boxt sehr intelligent und letztendlich hat das auch mit seinen beiden K.o.-Niederlagen zu tun, die sind in seinem Kopf festgesetzt. Er boxt sehr vorsichtig, bei ihm wird das Boxen zum Schachspiel. Er benutzt seine Intelligenz und geht kein Risiko ein.

Sie haben früher selbst geboxt. Entstand dadurch die besondere Liebe zum Boxsport und Ihr Respekt vor Boxern?

Ich hatte immer die Hosen voll. Ich hatte zwar Talent und war gut im Training, aber dem Kampf selbst war ich psychisch nicht gewachsen. Aus dieser Erfahrung weiß ich, welche psychische Belastung das ist, dass jeder Boxer, der ein kleines bisschen Grips hat, erst mal sich selbst besiegen muss, ehe er den Gegner besiegt. Das hat mich fasziniert, und deswegen habe ich einen Heidenrespekt vor jedem Boxer, der in den Ring geht. Und aus diesem Grund ist das Boxen von allen Sportarten, über die ich schreibe, diejenige, vor der ich am meisten Respekt habe.

Was ist das besondere am Boxen, wieso übt dieser Sport so eine Faszination für Filmemacher und Schriftsteller aus?

Es gibt keine Sportart auf der Welt, die so oft Filmstoff hergegeben hat wie das Boxen. Sei es jetzt biografisch oder fiktiv. Und es gibt keine Sportart, die die großen Schriftsteller so magisch angezogen hat wie das Boxen, ob das Hemingway war, Norman Mailer, Berthold Brecht oder Budd Schulberg. Schulberg war eine Autorität, er hat diese beiden großen Boxerromane geschrieben, „The Harder They Fall“, der dann mit Humphrey Bogart verfilmt wurde, und „On the Waterfront“, der mit Marlon Brando verfilmt wurde. Budd Schulberg und Norman Mailer habe ich in Kinshasa beim „Rumble in theJungle“ zwischen Ali und Foreman persönlich kennen gelernt. Da fällt mir eine nette Anekdote über Wladimir ein: Als er seinen ersten Kampf in Las Vegas hatte, hat er an einem Freitag in einem schäbigen Kasino für 500 Dollar geboxt. Und am nächsten Abend nach dem Kampf Holyfield gegen Lewis gehe ich zu Budd Schulberg und sage, „Hey Budd“, da war er 85 Jahre alt, “was hast du von dem Kampf gehalten, Holyfield gegen Lewis“? Da sagt er, „Holyfield ist ein Champion der Vergangenheit, dem läuft die Zeit davon. Und Lewis ist „a lazy fighter“. Aber den Weltmeister des 21. Jahrhunderts, den habe ich gestern Abend gesehen, diesen Wladimir Klitschko. Der schlägt jetzt schon eine bessere Linke als Lennox Lewis. Das wird der nächste Champion“. Das war 1998, da war Wladimir ganz jung.

Wie schwer war es für Wladimir, nach seinen Niederlagen wieder aufzustehen und weiter zu machen?

Ich habe für ihn die größte Bewunderung. Das sind für mich die wahren Champions, die mal schwer k.o. waren und zurückkommen, die ein schweres Tief durchgehen mussten und die Größe hatten, zurückzukommen. Wie auch Joe Louis, der gegen Max Schmeling derart schwer k.o. gegangen ist und zurück kam und ein großer Champion wurde.

Wird der entscheidende Kampf David Hayevs Wladimir Klitschko um den letzten fehlenden Weltmeistergürtel nun diesen Sommer stattfinden?

Haye, der amtierende WBA-Weltmeister, kann nicht dauernd tönen und diese geschmacklosen Fotos mit den abgehackten Köpfen der beiden Klitschkos zeigen und dann zwei Mal absagen, also kneifen. Er kann sich auf die Dauer nicht verstecken. Wenn er überhaupt ernst genommen werden will, muss er sich den beiden stellen, da kommt er gar nicht dran vorbei. Ich würde sagen, dass David Haye sowohl gegen Vitali als auch gegen Wladimir k.o. ginge.

Ist die Intelligenz der Klitschkos im Boxring ein entscheidender Vorteil?

Diese Kombination von Kraft und Kultur, von Vernichtungswillen und Intelligenz, diese ganzen Komponenten zusammen sind natürlich ein großer Vorteil, aber sie sind die Ausnahme. Max Schmeling beispielsweise war nicht so intelligent wie die Klitschkos. Die beiden haben eine andere Intelligenz. Für mich sind die beiden Klitschkos die intelligentesten Schwergewichtler in der Geschichte des Boxsports. Muhamad Ali hatte Charme, Bauernschläue, Bauernwitz und er war schlagfertig. Aber er war nicht intelligent im Sinne von viel wissen oder zu philosophischen Ansätzen zu kommen. – Die Philosophie der beiden Klitschkos, die gibt es nie wieder.

Warum werden Vitali und Wladimir niemals gegeneinander kämpfen?

Die leidige Frage in jeder Pressekonferenz, sei es bei Vitali oder bei Wladimir, ist: Wann boxt ihr gegeneinander? Aber diesen Kampf „Kain gegen Abel“, den gab es nur in der Bibel, den wird es in der heutigen Boxgeschichte nicht geben. Erstens will es ihre Mutter nicht und zweitens: In der Vergangenheit, als sie noch Amateure waren, haben sie in Kiew im Sportclub zusammen trainiert, also gegeneinander geboxt. Vitali hat sich dabei einmal die Hand verletzt und Wladimir hat sich, nicht durch irgendwelche Schlageinwirkung, nur durch einen Rückschritt eine Knieverletzung zugezogen, die ihn zehn Monate außer Gefecht gesetzt hat. Und als er zum ersten Mal wieder zum Training in den Armeesportclub von Kiew kam, da haben die beiden Brüder sich geschworen: Wir werden – auch im Training – nie mehr gegeneinander boxen, weil das nur Unglück bringt. Vitali hat gesagt: Gott will das nicht."

Und so lautet der Pressetext zum Streifen: "Der abendfüllende Kinofilm kommt in dem Moment in die deutschen Kinos, in dem Boxfans aus der ganzen Welt gespannt sind auf den entscheidenden Kampf: Wladimir Klitschko wird kurz nach Kinostart gegen WBA-Champion David Haye um den letzten relevanten Titel kämpfen, der den Klitschkos noch fehlt, um als uneingeschränkte Alleinherrscher über das Schwergewicht zu thronen."

„Klitschko“ erzählt die mitreißende Geschichte der berühmtesten Boxbrüder der Welt: Von der vom sozialistischen Drill geprägten Kindheit in der Ukraine, über die grundlegenden Erfolge als Amateure und Olympiaboxer und dem Umzug nach Deutschland bis zum Aufstieg zu internationalen Superstars des Profi-Boxsports, die kurz davor stehen, die Weltmeistertitel aller fünf Profi-Boxverbände zu halten.

Dabei werden auch Niederlagen und Rückschläge, der steinige Weg zur Spitze, die Karrieretiefs und triumphalen Comebacks sowie die Konflikte zwischen den Brüdern nicht ausgespart. Durch spannende Gespräche mit Wegbegleitern und Gegnern, bewegende Einblicke in das Privatleben (erstmals treten Klitschkos Eltern vor die Kamera) sowie noch nie gesehene Aufnahmen der kräftezehrenden Kampf-Vorbereitungen und spektakulären Boxkämpfe gelingt Regisseur Sebastian Dehnhardt ein intimes und faszinierendes Portrait zweier Ausnahmesportler, die vor allem eins sind: Brüder.

Hier der Link zum Filmtrailer: www.klitschko-film.de

 

Witt zu den EM nach Ankara

Johann Witt, hier bei den DM 2010 in Oldenburg, wo er Bronze holte, ist gerade noch so auf den EM-Zug aufgesprungen.

Hennef. Schwergewichtler Johann Witt (Boxing Villingen-Schwenningen) hat beim Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Hennef den Qualifikationskampf gegen Kevin Künzel (Schkopau), den Chemiepokalsieger 2011 im Halbschwer, knapp nach Punkten gewonnen und damit sein Ticket zu den EM in Ankara (16. bis 26. Juni) gelöst.

Damit hat Baden-Württemberg wieder einen Teilnehmer an internationalen Meisterschaften in der Eliteklasse.

Witt (Boxing VS) hatte sich spätetens im Mai für internationale Einsätze zwingend ins Gespräch gebracht: Beim "Round-Robin" (Jeder gegen Jeden) mit zwei deutschen Nationalteams sowie Auswahlen Englands und Irlands schlug Schwergewichtler Witt, DM-Dritter von 2010, jedenfalls sowohl Eric Brechlin (Babelsberg) als auch den irischen Superschweren (!). Am abschließenden Kampftag in Chemnitz gelang es Witt sogar, den deutschen Topfavoriten im Limit über 91 Kilogramm, WM-Teilnehmer Erik Pfeiffer (Lohne), zwar hauchdünn per Hilfspunktewertung, aber immerhin, zu besiegen. 

In diesem Jahr muss der DBV aufgrund der dichten Terminfolge von EM, Militär-WM und ziviler WM (1. Chance zur Olympiaqualifikation) drei unterschiedliche Teams nominieren.

BaWü-Meisterschaften: Knielingen gewinnt Teamwertung

Bilder von oben nach unten: Die Jungs vom BR Knielingen führten mit drei Mal Gold und drei Mal Silber die Medaillenwertung an. Der Karlsruher Mammadou (Rot) boxte "schöner", war der aktivere Mann, doch der Esslinger Rudolph punktete effektiver. Yasin Basar (Blau, Friedrichshafen) boxte beachtlich variabel und siegreich gegen Artur Schmidt, dessen rechte Gerade im nächsten Bild zu bewundern ist. In der C-Klasse punktete der Schriesheimer Kuzembaew in der letzten Runde.

Schwetzingen. Die 1. baden-württembergischen Box-Meisterschaften der Männer und Frauen sind Geschichte: Die Ergebnisse des Halbfinales und Finales sind im Artikel unten zu finden. Der BR Knielingen holte die meisten Goldmedaillen vor Karlsruher SC und MBC Ludwigsburg. Das meiste Edelmetall insgesamt ging jedoch mit dem KSC vor Boxing Villingen-Schwenningen heim (siehe Medaillenspiegel unten).

Der erhoffte „Knaller“ blieb jedoch aus: Der mehrfache Süddeutsche Leichtgewichtsmeister Sinan Bayrak (Karlsruher Sport-Club) trat im Finale der 1. baden-württembergischen Box-Meisterschaften in Schwetzingen nicht an. „Kreislaufprobleme beim Gewicht abkochen“, hieß es seitens Bayrak-Coach Siggi Mehnert. Somit ging der Titel im nächsthöheren Halbwelter-Limit bis 64 Kilogramm kampflos an den darüber enttäuschten Aytekin Yöreci (BR Karlsruhe-Knielingen) vom Landesverband Baden.

 Die Veranstaltung in der Schwetzinger Hildaschule war am Finaltag mit 63 zahlenden Gästen zwar nur schwach besucht: Doch den Kampf des jungen DM-Dritten Yöreci, dem „Platzhirsch“ des Landesverbands Baden im Limit bis 64 Kilogramm, und dem erfahrenen Bayrak vom Karlsruher Konkurrenzklub SC hätten alle gerne gesehen. Nach den Deutschen Meisterschaften 2010 war Bayrak aus seiner bislang angestammten Klasse bis 60 Kilogramm ins Halbwelter gewechselt. Als kampflos gebliebener Vizemeister ist er dennoch für die "Süddeutschen" qualifiziert. 

„Wir hätten uns gewünscht, dass der Vergleich stattfindet“, sagte Knielingens Trainer Fikret Yöreci wenig begeistert. Immerhin: Dessen Team gewann mit jeweils drei Gold- und Silbermedaillen in drei Leistungsklassen (A: mehr als 14, B: weniger als 14, C: bis sieben Siege) die Teamwertung vor dem KSC und dem württembergischen MBC Ludwigsburg.

Ein Höhepunkt der insgesamt, sieht man von einigen sehenswerten Anfängerkämpfen wie dem zwischen Arez Djaf (Knielingen) und Daniel Soziev (Friedrichshafen) ab, glanzarmen Veranstaltung mit 16 Begegnungen: Der Leichtgewichtskampf zwischen Diallo Mammadou (KSC) und Tobias Rudolph (Fitbox Esslingen). Der Karlsruher, der am Vortag überraschend den früheren Kadetten-Europameister Eduard Schmidt (Boxing Villingen-Schwenningen) aus dem Feld geschlagen hatte, wirkte zwar aktiver im Ring. Doch traf er zumeist nur die Doppeldeckung des effektiver punktenden Esslingers.

Lediglich vier weitere Kämpfe der A-Klasse (mit der Qualifikation für die Gruppenmeisterschaften) gab es zu sehen. Denn auch Weltergewichtler Dimitri Sorokin (KSC) siegte kampflos: Slawa Spomer (Neckargartach) hatte sich beim Halbfinalsieg am Vortag gegen Schwetzingens  Aujla im Weltergewicht verletzt. Bereits am Samstag hatte der Württemberger Mittelgewichtler Xhek Paskali (Ludwigsburg) im vorgezogenen Finalkampf Roman Lysun (BR Knielingen) geschlagen. Badens Topmittelgewichtler und amtierender Süddeutscher Meister Marco Grund (KSC) war bei den Landestitelkämpfen nicht angetreten.   

Im Halbschwer der A-Klasse setzte sich Yasin Basar (VfB Friedrichshafen) gegen den Fünften der Jugend-WM von 2008, Artur Schmidt (Boxing Villingen-Schwenningen), mit 2:1 knapp nach Punkten durch. Im Schwergewicht gewann Rechtsausleger Benjamin Schmidt (MBC Ludwigsburg) erwartungsgemäß gegen den kleiner gewachsenen Konstantin Klejbaum (SSV Ulm) mit 4:2. Im Superschwer über 91 Kilogramm hatte im Baden-Duell der Überlinger Avdi Asslani am Ende gegen KSC-Kämpfer Andreas Becker mit 7:2 Wertungstreffern klar die Nase vorne.

Im einzigen Frauenkampf am Finaltag schlug Pia Porter (KSC) die Ludwigsburgerin Natalie John mit 3:2 nach Punkten. Der Finalkampf von Tasheena Bugar, der zweifachen WM-Teilnehmerin des KSC, gegen die junge Clara Lamadé (BC Heidelberg) entfiel. Bugar befand sich mit dem Frauen-Nationalteam auf einem Grundlagenlehrgang des nationalen Boxverbands. Ergo: Lamadé Landesmeisterin im Limit bis 60 Kilogramm.      

Bei Bronze blieb es für Lokalmatador Prabhpreet Aujla vom Ausrichter BC Schwetzingen (BCS). Aujla verlor am Samstagabend im Halbfinale des Limits bis 69 Kilogramm in der neuen Turnhalle der Hildaschule gegen den favorisierten Slawa Spomer (VfL Neckargartach) mit 2:6 nach Punkten.

„Ich bin nicht enttäuscht von seiner Leistung, konditionell war das okay“, sagte BCS-Vorsitzender Bernd Schwab und führte aus: „Prabhpreet boxt zu zurückhaltend, ihm fehlt es an Durchsetzungs- und Siegeswillen.“

Schade aus Sicht der Gastgeber und mit ein weiterer Grund für den äußerst schwachen Finalbesuch bei Freibadwetter am Sonntagvormittag: Der fürs Halbwelter-Finale der B-Klasse (Kämpfer mit weniger als 14 Siegen) gesetzte BCS-Boxer Serkan Zeyrek hatte verletzungsbedingt passen müssen und ging leer aus.

Mit insgesamt rund 140 zahlenden Besuchern an beiden Tagen war Schwab nicht zufrieden: Das örtliche Publikum sei „nicht besonders boxbegeistert“. Als mit ursächlich wird aber auch der frühsommerliche Termin knapp sechs Monate vor den „Deutschen“ angesehen.

Am Ring begrüßte Schwab unter anderem Ingo Schredle, den Deutschen Halbweltergewichtsmeister von 1986 des BC Heidelberg. Als Ringarzt fungierte Dr. Henner Schulte-Ebbelich (Vorsitzender Pugilist Bruchsal). Ringsprecher: Jürgen Wiedemann (Leonberg), Chef des Landesverbands Württemberg. Beim Halbfinale war Badens Boxchef Werner Kranz (Schriesheim) zu Gast. Mit insgesamt rund 140 zahlenden Besuchern an beiden Tagen war Schwab nicht zufrieden: Das örtliche Publikum sei „nicht besonders boxbegeistert“. Als mit ursächlich wird aber auch der frühsommerliche Termin knapp sechs Monate vor den „Deutschen“ angesehen.

An beiden Tagen war Herbert Pütz (Stockach) vom Förderverein des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) zu Gast am Ring: „Es gab hier Licht und Schatten zu sehen. Gerade die Jungen bieten gute Ansätze, die aber sicher noch ausbaufähig sind. Schade, dass so wenig Zuschauer da sind. Es ist aber auch zu verstehen: Das Wetter ist zu schön und es wird zu wenig geboten.“

Einer der Jungen, die Pütz meinte, ist Igor Tetziev (Fitbox Esslingen): Der Internationale Deutsche Jugendmeister von 2010 bot Artur Schmidt im Halbfinale des Halbschwerlimits am Samstag gehörig Paroli und verlor nur nach Hilfspunktewertung beim Stand von 1:1 Treffern.

Alle Termine und örtliche Ausrichter der 1. BaWü-Titelkämpfe:

16. April 2011

Vorrundenkämpfe

VFL Sindelfingen

14. Mai 2011

Viertelfinalkämpfe

Boxteam Langenargen

04. Juni 2011

Halbfinalkämpfe

BC Schwetzingen

05. Juni 2011

Finalkämpfe

BC Schwetzingen

Baden-Württemberg stellt fünf U15-Meister und einen Dritten

Lob von Bundesnachwuchstrainer Hans Birka für die geschlossene Teamleistung / Landestrainer Vlceks Appell / Dank an Heimtrainer

Bad Lindow (Brandenburg). Die "besten Jungboxer kommen aus Berlin und Württemberg" überschreibt DBV-Sprecher Alexander Mazur seine Bilanz der U15-DM. Das Sport- und Bildungszentrum Lindow in der Mark Brandenburg ist seit Jahren die Veranstaltungsstätte für die Austragung der deutschen Meisterschaften der Jungboxer (Kadetten). In diesem Jahr waren es die Geburtsjahrgänge 1997/1998, die sich in Lindow einfanden, um die Meister dieser Altersgruppe der 16. DM zu ermitteln.

An drei Tagen waren bei sechs durchgeführten Veranstaltungen insgesamt 110 Kämpfe in den 20 Gewichtsklassen erforderlich, um schließlich die jüngsten Titelträger beim DBV ausfindig zu machen.

Siebzehn Landesverbände konnten sich mit den 77 zu vergebenden Medaillen (Gold, Silber und Bronze) schmücken und wurden somit durch die jungen Athleten für die Fördermaßnahmen durch die teilnehmenden Vereine belohnt.

Die erfolgreichsten Vereine kommen aus Berlin (erfolgreichster LV, 6x Gold) und Württemberg, (5x Gold), die zusammen elf der 20 zu vergebenden Goldmedaillen erboxen konnten.

Berlin stellte zusätzlich auch mit Paul Wall (BR Eintracht) den besten Techniker der Meisterschaft von Lindow

Als bester Kämpfer wurde Robin Leinweber vom Verein Müritzboxing (Mecklenburg/Vorpommern) von der Jury ausgezeichnet.

So sieht es Baden-Württembergs Landestrainer Oliver Vlcek: "Fünf Finalteilnehmer, fünf Meister. Auch unsere 3. und 5. Plätze haben einen guten Eindruck hinterlassen. Mit knappen Niederlagen und technisch hochklassigen Kämpfen wussten auch die weiteren Platzierten, sich gut zu präsentieren. Was dann auch ein Sonderlob des DBV-Nachwuchsundestrainer Hans Birka einbrachte, welcher sich über die technische Klasse und die Geschlossenheit im Team in technischer und psychischer Hinsicht positiv äußerte.

Alle Teilnehmer aus BW zeigten konstante und gute Leistungen. Erkennbar ist eine gemeinsame Linie der Vereine in Baden-Württemberg.

Trotzdem täuscht das gute Ergebniss nicht über die noch vorhandenen Lücken hinweg.
An dieser Stelle möchte ich alle Vereine dazu motivieren, ihre Athleten und Athletinnen verstärkt auf Turniere und Wettkämpfe außerhalb von Baden-Württemberg einzusetzen.
Gelegenheit hierzu gibt es jeden Monat. Steven Nichols und ich leiten euch alle Einladungen weiter. Die Resonanz auf diese Informationen ist noch ausbaufähig.
Unsere Boxer und Boxerinnen brauchen aber diese Erfahrung und Stabilität, um sich positiv weiter zuentwickeln.

Daher meine eindringliche Bitte: Bündelt eure Ressourcen, bildet Fahrgemeinschaften und ermöglicht euren Youngsters diese Teilnahmen, um sie weiter zu fördern.

Meinen Dank und größten Respekt möchte ich den Vereinen und ihren Heimtrainern aussprechen. Diese haben sehr gute Arbeit geleistet! Auch möchte ich mich vielmals beim Betreuerstab vor Ort bedanken. Das Team hat bestens zusammengearbeitet. ... Wir sind längst eine Mannschaft. Und gemeinsam sind wir stark." (Zitat Ende)

Die Meister und der DM-Dritte aus Baden-Württemberg (fett gedruckt, mit Final- bzw. Halbfinalergebnis):

34 Kg:              (4 Teilnehmer)

Pascal Stern                 (BC Oberkochen)          - 15:08 PS ü. Tony Jesch          (BC Frankfurt/O)

36 Kg:              (8 Teilnehmer)

Alexander Fengler         (BR Schwenningen)       - 08:05 PS ü. Mustafa Chettata  (SG Bitterfeld)

38 Kg:              (8 Teilnehmer)

Jonas Stang                 (BR Schwenningen)       - 12:04 PS ü. Haris Hokic          (BR Hertha Berlin)

44 Kilogramm:

Paul Wall                      (Eintracht Berlin)           - 10:02 PS ü. Christian Foos     (BC Radolfzell, Bronze)

Paul Wall                      (Eintracht Berlin)           - 17:07 PS ü. Dennis Gashi       (Blau Weiß Lohne)

50 Kilogramm:

Denis Schneider           (Blau Gold Stuttgart)     - 12:06 PS ü. Ramadan Siala     (Flexx Isenbüttel)

66 Kg:              (3 Teilnehmer)

Jonathan Fischbuch      (VfL Neckargartach)      - 09:05 PS ü. Saleh Özdemir     (TG Worms).

Traurig, aber wahr: Fusion ist gescheitert

Tapferes Lächeln, das der tatsächlichen Stimmungslage nicht entspricht: Werner Kranz (2. v. l.) ist mit seinen zukunftsweisenden Fusionsplänen vorerst gescheitert. Dennoch: Uwe Hamann (l.) überreichte dem Präsident als Zeichen des Dankes und der Wertschätzung für die geleistete Arbeit ein historisches Baden-Schild. Auch Landestrainer Oliver Vlcek (r.), zugleich Jugendwart des zur Fusion bereiten Landesverbands Württemberg, bedauerte den am Ende doch überraschenden Ausgang des Verbandstags in Lahr. Quo vadis, Baden?

Zeitgleiche Verbandstage der Verbände Baden und Württemberg / BVBW kommt vorerst nicht zustande

Lahr/ Leonberg. Eine historische Chance wurde am 21. Mai 2011 vertan: So sieht es die Mehrheit der Befürworter eines gemeinsamen Box-Verbands Baden-Württemberg. Doch mit nur 36 Ja-Stimmen ist die Fusion vorerst gescheitert. Und zwar an Baden. 39 Ja-Stimmen wären im entscheidenden Wahlgang bei 52 Stimmberechtigten im "Grünen Baum" zu Lahr erforderlich gewesen. 15 Vereinsvertreter stimmten (in geheimer Wahl) dagegen, einer enthielt sich.

Vizepräsident Bernd Sitterle (Freiburg) lädt jetzt zu einem außerordentlichen Verbandstag ein. Dann muss ein neuer Vorstand für Baden gewählt werden.

Am Samstag, 21. Mai, ging es um die Wurst: In beiden benachbarten Landesverbänden trafen sich die Vertreter der Vereine, insgesamt sind es über 90 Klubs, davon 43 in Baden. Zur Erläuterung: Delegierte aktiver Vereine haben doppeltes Stimmrecht. Es ging um die Frage: Fusion, ja oder nein? Wäre es nach den jeweiligen Vorständen gegangen, sollten eigentlich die Voraussetzungen für die Gründungsversammlung des Box-Verbands Baden-Württemberg (BVBW) am 18. Juni in Pforzheim geschaffen werden. Für die Fusion sprechen nach wie vor wichtige Gründe wie unterm Strich finanzielle, personelle und sportliche Vorteile. 

Seit März 2010 hatte ein Kommission mit Vertretern aus beiden Verbänden intensiv an der schon länger angedachten Fusion gearbeitet. Vor allem Badens Präsident Werner Kranz hatte viel Zeit investiert, um Zweifler mit ins Boot zu holen. Am Ende waren sogar frühere Skeptiker aus dem südbadischen Verbandsteil überzeugt. Ein Verschmelzungsvertrag und die neue Satzung lagen auf dem Tisch.

"Es geht um die Athleten. Auch der Fortschritt ist eine Tradition", sagte Landestrainer Oli Vlcek in einem flammenden Plädoyer für die Fusion in Lahr. "Wir müssen uns den Herausforderungen der Zukunft stellen", hatte auch Helmut Ranze (BC Olympia) für die Verschmelzung geworben. Die Fusion kommt möglicherweise sowieso: Im Koalitionsvertag der neuen Landesregierung ist die Zusammenlegung der Sportbünde politisch gewollt.

Auch seitens des Landessportverbands (LSV), des Badischen Sportbunds und des Deutschen Boxsportverbands wurden die zukunftsweisenden Pläne mit Interesse und Wohlwollen verfolgt.

Witt und Yöreci im C-Kader

Villingen-Schwenningen/ Karlsruhe-Knielingen. Wie Landestrainer Oli Vlcek von Bundestrainer Silaghi erfahren hatte, stand auch Aytekin Yöreci (BR Knielingen) auf der Vorschlagsliste für die kommende EM. Jedoch bekam der Kölner WM-Dritte (U19) Thomas Vahrenholdt den Vorzug. Trotzdem bleibt Yöreci als Ersatzkandidat im Rennen und sollte sich unbedingt fit halten.

Und: Sowohl Yöreci als auch Johann Witt (Boxing VS) wurden jetzt in den C-Kader der Nationalmannschaft aufgenommen.

"Wilde 13" in Berlin: Sieben im Finale, drei Goldmedaillen

Der Knielinger Juniorboxer Mironow (Bild unten neben Florian Karimow, Boxing VS, und Kampfrichter Reza Müller, AC Weinheim) bewies 2010 bei den Badischen Nachwuchsmeisterschaften im Boxgymnasium Heidelberg Klasse. Auch er will sich wie zwölf weitere DM-Starter aus Baden-Württemberg in Berlin stark präsentieren. Dort begrüßte Siegfried Kauder, der CDU-Bundestagsabgeordnete für Schwarzwald, Baar und Kinzigtal, das Team im Reichstagsgebäude und wünschte Glück.

Württemberg gewinnt die Landesverbandswertung bei U17-DM / Bronze für Alex Mironow (BR Knielingen/ Baden)

Berlin. Sogar 13 Athleten haben die im Nachwuchsbereich kooperierenden Landesverbände Baden und Württemberg letztendlich zu den U17-DM nach Berlin (11. bis 14. Mai) gebracht. Sensationell: Sieben Baden-Württemberger kämpften im Finale am Samstag um den jeweiligen Titel.

Die Krönung: Es gab drei Gold- und vier Silbermedaillen für das Team Baden-Württemberg. Da die Fusion der Landesverbände noch nicht vollzogen ist, heißt der Teamsieger der DM offiziell freilich Württemberg.

Meister ihres Limits wurden Wladislaw Baryshnik (KSC Backnang, zugleich bester Techniker des Turniers), Melvin Perry (SU Neckarsulm) und Orkun Tuncer (Fit Box Esslingen). Die Vizemeister heißen Alex Mironow (BR Knielingen/ Baden), German Steinle (Gold-Blau Stuttgart), Dior Gainullin (SpVgg 07 Ludwigsburg) und Nikitin Stephan (Boxing VS).

Badens Landestrainer Oli Vlcek, zugleich Jugendwart des württembergischen Verbands, sagte im Namen des gemischten Teams und der Trainer aus beiden Landesverbänden: "Knapp, aber verdient konnten die Youngsters aus Baden-Württemberg den Mannschaftspokal einheimsen. Mit drei Deutschen Meistern und vier Vizemeistern unterstrich die talentierte Truppe, dass man zukünftig mit ihnen rechnen muss! Erst im letzten Kampf, welchen Orkun Tuncer bestreiten musste, konnten die motivierten Boxer den begehrten Pokal holen. Zu den drei Deutschen Meistertiteln sowie dem Pokal für den besten Landesverband gesellte sich auch noch der Pokal des besten Techniker, welcher unserem Wladislaw Baryshnik verliehen wurde. Das Team zeigte sich von seiner besten Seite. Die Harmonie und ein Wir-Gefühl ist da. Nun schauen alle Athleten aus Baden-Württemberg hoffnungsvoll auf das kommende Wochenende mit den parallelen Fusionsverbandstagen in Baden und Württemberg."

Vlceks Appell: "Bereiten wir den Jungs eine perspektivenreiche Zukunft"

Hier die Verläufe der entscheidenden Finalkämpfe:

44kg Alexander Mironow BW vs Paul Krüger BB 14:19
In einer spannenden Begegnung musste sich der Vorjahresmeister Mironow dem stürmischen Krüger geschlagen geben. Lag der Knielinger in Runde 1 noch nach Punkten vorne, musste er konditionell bedingt in der zweiten Runde Punkte abgeben. In Runde 3 gelang es dem jungen Talent nicht mehr, den Kampf noch zu drehen. Leider blieb es bei Silber.

46kg German Steinle BW vs Denis Weber BB 5:13
Mit Denis Weber stand German ein kleiner kompakter Gegner gegenüber, der es wußte, seine Körpergröße vorteilhaft zu nutzen. Immer wieder pendelte sich der Brandenburger in die Halbdistanz, um seine Wertungstreffer anzubringen. German boxte in der langen Distanz und versuchte seinerseits, den Kampf zu seinen Gunsten zu drehen. Verdient konnte sich Weber dann zum Meister küren lassen. German kann mit seiner Leistung zufrieden sein. Hier kann man mehr erwarten in Zukunft.

48kg Dior Gainullin BW vs Ibrahim Tarik WE 12:15

Dior fand leider nicht zu seiner vollen Stärke und boxte unter seinen Möglichkeiten. Immer wieder ließ er sich zu hektischen Aktionen hinreißen. Immer wieder gelang dem Westfalen der eine oder andere Treffer, welchen Dior mit einem Angriffsabschluss hätte vermeiden können. Aber das Ludgwigsburger Talent wird seinen Weg gehen.

50kg Nikitin Stephan BW vs Yildirim Murat BE 5:11
Mit Yildirim Murat traf Nikitin Stephan auf einen ebenfalls starken Techniker. Es entwickelte sich eine hochklassige Begegnung, welches von Strategie, Technik und Frechheit gekennzeichnet war. Beide Athleten zeigten vorbildliches Boxen und versuchten jeweils den anderen zu überlisten. Knapper als es der Punktestand zeigte, ging dann das Gefecht auch aus und kürte den verdienten Deutschen Meister. Nikitin Stephan zeigte hier jedoch, welches Potenzial auch in ihm steckt.

52kg Wladislaw Baryshnik BW vs Cem Korkmaz NR 21:6

Der frisch gekürte beste Techniker der Deutschen Meisterschaft gestaltete die Finalbegegnung dominant und kontrollierte den Niederrheiner nach Belieben. Zu keiner Zeit ließ er den tapferen Korkmaz in den Kampf kommen und zeigte diesem, wer die unangefochtene Nummer 1 werden möchte. So konnte sich Wladislaw sich dann auch noch den zweiten Pokal sichern. Die Aufholjagd um den Mannschaftspokal war nun eröffnet, denn die Konkurrenten aus Brandenburg legten mit zwei Goldmedaillen vor.

80kg Melvin Perry BW vs Albon Pervizaj HA 16:13
Wieder einmal war es der Mundschutz, der Melvin fast den Titel gekostet hätte. 2010 musst er sich dem späteren Deutschen Meister durch Disqualifikation geschlagen geben, weil er sein Mundschutz vier Mal verloren hatte. Auch diesmal brachte das lockere Stück den jungen Boxer in Schwierigkeiten. Als der Munschutz in Runde 2 beim Stand 6:4 für Melvin wiederholt rausflog, gab es 2 Punkte Abzug. Die Begegnung, welche bis zu diesem Zeitpunkt eh schon brisant knapp verlaufen war, gewann nun an noch mehr Tempo. Beide Boxer standen ausschließlich in der Halbdistanz und schossen aus allen Rohren. Beide schenkten sich bis zur letzten Sekunde nichts. Im Endspurt hatte Melvin jedoch mehr Kondition und auch die nötige Einstellung, um den Hamburger mit 3 Punkten Unterschied zu schlagen.

86kg Orkun Tuncer BW vs Artjom Ditel BB 10:9
Nun trafen die beiden Landesverbände BW und Brandenburg in der entscheidenden Begegnung aufeinander. Beide Seiten wußten, dass der Gewinner den Pokal der besten Mannschaft holen würde. Brandenburg mit jeweils zwei Goldmedaillen, wie auch wir, waren nun auf das dritte Gold angewiesen. Mittelhrein hatte bereits drei Goldmedaillen, aber keine einzige Silbermedaille. Daher hatten es beide Verbände nun im direkten Vergleich in der Hand. So starteten beide Boxer auch höchst motiviert. Auch das restliche Team gab ordentlich Gas und übertönte die gesamte Halle. Nach den ersten beiden Runden stand es Unentschieden. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt. In der dritten Runde machte er es dann aber spannend. Anstatt den Gegner unter Druck zu setzen, legte er den Rückwärtsgang ein und versuchte sein Glück in der Distanz. Mit einem glücklichen Treffer konnte Orkun sich den Deutschen Meistertitel sichern und dem Team den Pokal.


Alle Boxer bei den DM (aufgefettet: Finalisten):

44kg: Alexander Mironow BR Knielingen (Silber)
46kg: German Steinle Gold Blau Stuttgart (Silber)
48kg: Dior Gainullin SpVgg 07 Ludwigsburg (Silber)
50kg: Nikitin Stephan Boxing VS (Silber)
52kg: Wladislaw Baryshnik KSC Backnang (Gold)
52kg: Oliver Sapronov PBG Bruchsal
54kg: Slavoljub Cajic VfB Friedrichshafen (Bronze)
57kg: Robert Forsch BC Radolfzell (Bronze)
60kg: Byron Carrey Gold Blau Stuttgart
66kg: Nikolaj Samek TSG Öhringen (Bronze)
70kg: Atanasios Kazakis DABC Schwäbisch Gmünd
80kg: Melvin Perry SU Neckarsulm (Gold)
86kg: Orkun Tuncer Fit Box Esslingen (Gold)

Teamleitung: Lothar Schwaiger, Trainer: Oliver Vlcek, Fikret Yöreci, Alex Geier, Witali Tarassow, Giovanni Saravo, Kampfrichter: Günter Rosin, Reza Müller.

Landestrainer Oliver Vlcekim Vorfeld zu den Chancen: "Unser starkes Team konnte sich bei der Süddeutschen Meisterschaft geschlossen gegen Bayern durchsetzen. Hier zeigte das gemeinsame Baden-Württemberg zum ersten Mal seine Schlagkraft. Nun hoffen wir alle, dass sich das Team auch hier durchsetzen kann gegen die großen Verbände." Einige der Starter konnten erst kürzlich beim Ländervergleich mit der ungarischen Junioren-Auswahl glänzen oder gegen einen potentiellen EM-Kandidaten der Magyaren wertvolle Erfahrungen sammeln.

Ansetzungen/ Ergebnisse

Tag 1:

Oliver Sapronov BW vs Waldemar Maier HE 6:17
Leider übergab Oli dem druckvoll boxenden Maier von Beginn an das Zepter. Dies lies sich der selbstbewußte Maier nicht mehr nehmen. Oli kämpfte tapfer über drei Runden und versuchte, den cleveren Maier, auszuboxen.

Wladislaw Baryshnik BW vs Benjamin Voegt BB 16:5
In Runde 1 und 2 konnte Wladi noch nicht überzeugen. Erst in der dritten Runde konnte er den Brandenburger entscheidend treffen, um sich in der Punktwertung absetzen.

Byron Carrey BW vs Sebastian Wirtz HE 7:10
Wirtz startete mit einer kompakten Deckung in die erste Runde, welche Byron in Runde 1 noch über gute Körpertreffer überwinden konnte. In Runde 2 zog der DM von 2009 sich langsam zurück und in Runde 3 überließ Carrey seinem Kontrahenten die komplette Kampfesführung. Verdient zog Wirtz in das Halbfinale ein.

Samek Nikolaj BW vs Benjamin Lühr MV 14:7
Mit seinem individuellen Stil kontrollierte Samek den Mecklenburger über die komplette Distanz. Über ständige Tempowechsel gelangen Samek vermehrt klare Wertungstreffer, welchen seinen Halbfinaleinzug sicherten.

Stephan Nikitin BW vs Alexander Graser HE 20:9
Technisch kontrolliert zeigte Stephan eine gute Leistung und demonstrierte flexibel den ganzen Wettkampf. Trotz einzelnen Leichtsinnsfehlern bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für den jungen Nikitin.

Robert Forsch BW vs Felix Fischer MV Aufgabe R1
Für eine faustdicke Überraschung sorgte der junge Robert Forsch, welcher über lediglich 7 Kämpfe an Wettkampferfahrung verfügt. Den weitaus erfahrenen Fischer bezwang er bereits in der ersten Runde nach einer Serie von harten Wirkungstreffern zum Kopf. Der MV´ler musste angezählt werden und wurde dann von seinem Trainer aus dem Kampf genommen. Damit konnte Robert nach seinem bereits sensationellen Sieg bei der Süddeutschen Meisterschaft seinen Einzug in das Halbfinale der DM feiern. Mit Medaillen bei der BW Meisterschaft, der Süddeutschen und nun auch bei der Deutschen Meisterschaft steht nun fest, dass auch Robert keine Alltagsfliege ist.

Atanasios Kazakis BW vs Rene Kuschel BE 4:7
Mit einem schmeichelhaften 3 Punktevorsprung gelang dem Deutschen Meister Kuschel der Einzug in das Halbfinale. Mehrere Landestrainer mussten hier mit dem Kopf schütteln, da ein satter Heimvorteil in den ersten beiden Runde keine Punkte auf das Konto des gut boxenden Atanasios zuließen. Atanasios zeigte in Berlin seine beste Wettkampfleistung und konnte 100% abrufen.

Slavoljub Cajic BW vs Abdulsamet Ekici HE 9:3
Ekici startete mit der atlbewährten Doppeldeckung in die Begegnung, musste aber bereits nach Runde 2 erkennen, dass das neue Punktsystem neue Regeln für die Kampfesführung mit sich bringt. Slavoljub boxte in der Langdistanz und konterte den anstürmenden Hessen ab. In Runde 3 konnte Slavoljub sich dann absetzen und seinen Halbfinaleinzug sichern.

Tag 2

Mit 7 Siegen und 3 Niederlagen zeigten die Youngsters aus Baden-Württemberg im Halbfinale, welche Schlagkraft im Süden steckt.

46kg German Steinl BW vs Ekram Hakmiyr HA 13:8

Ekram übernahm in der ersten Runde das Tempo und drückte in der Nahdistanz. German benötige hier eine Runde, um seine richtige Einstellung zum Gegner zu finden. Ab Runde 2 dominierte German den Hamburger aus der Langdistanz. Ein ungefährderter Einzug ins Finale war der verdiente Lohn.

50kg Nikitin Stephan BW vs Oleg Pachomenko BY 10:6
Bereits bei der Süddeutschen Meisterschaft standen sich die beiden Athleten gegenüber. Hier beschwerten sich die bayerischen Trainer noch über das 5:3 Urteil für den BW - Boxer Nikitin. So startete Nikitin auch übermotiviert in die Begegnung und drückte in der ersten Runde ordentlich aufs Gas. Pachomenko konnte hier nur reagieren und kaum selbst Akzente setzen. In Runde 2 und 3 musste Nikitin dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Trotzdem schaukelte er das Ding sicher nach Hause und steht nun dem starken Berliner Yilderim gegenüber.

52kg Wladislaw Baryshnik BW vs Nenad Stancic HA 16:6
Nach einer eher schwachen Vorstellung in der Vorrunde, packte der Backnanger heute den Technikkorb aus. Mit guter Beinarbeit dominierte er den Hamburger über alle drei Runden. Lediglich in Runde 1 konnte der Hamburger kurz das Tempo übernehmen. Wladi unterband diesen Aktionismus aber umgehend mit einer cross geschlagenen Rechten, welche Wirkung zeigte. Das Finale wartet nun auf den hochverdienten Sieger Baryshnik.

57kg Robert Forsch BW vs Erem Aggül BE 5:16
Erem Aggül war zu erfahren und abgebrüht für den Youngster vom Bodensee. Trotzdem kämpfte sich Robert tapfer durch alle drei Runden und machte dem Berliner das Leben ordentlich schwer. Zur Bronzemedaille kann man dem jungen Verein in Radolfzell nur gratulieren.

86kg Orkun Tuncer BW vs Waldemar Patschinski SA 13:4
Der Vorjahres DM Orkun Tuncer startete sicher in seine Halbfinalbegegnung. Den technisch guten Waldemar punchte er bereits in der ersten Runde mehrmals in den Seilen. Damit verschaffte er sich den nötigen Respekt und konnte das Geschehen nun weitgehend diktieren. Über die Langdistanz kam Orkun immer wieder zu klaren Wertungstreffern.

44kg Alexander Mironow BW vs Alexander Kvaktusin WE 14:13
Unser Alex wollte es heute spannend machen. Der starke Kvaktusin wollte sich dem Deutschen Meister von 2010 nicht beugen. Er konterte Alex wiederholt geschickt ab und punktete fleißig. Daher war Alex in Runde 2 und 3 mehr damit beschäftigt, den Punkterückstand gering zu halten. Hier fand er nicht zur richtigen Einstellung gegen den druckvollen Westfalen. Erst in Runde 3 packte Alex sein Löwenherz nocheinmal aus und arbeitete konsequent in der Nahdistanz. Mit guten Konteraktionen über die Schlaghand arbeitete er sich Punkt für Punkt an den Westfalen ran und konnte diesen schließlich knapp aus der Meisterschaft schmeißen.

48kg Dior Gainullin BW vs Georg Honstein HA 14:9
Der Ludwigsburger tat sich schwer gegen den großgewachsenen Hamburger Honstein. Immer wieder holte er sich die Konter ab, nachdem er selbst Treffer in der Nahdistanz verbuchen konnte. Auch steigerte er sich in der ersten Runde in einen Schlagabtausch, welcher ihm in Runde 2 und 3 konditionelle Probleme einbrachte. Trotzdem konnte er seinen Vorsprung leicht ausbauen und die Begegnung schließlich für sich entscheiden.

54kg Slavolub Cajic BW vs Marcel Hadyiali NR 13:22
Mit dem Niederrheiner Hadyiali bekam es Slavo mit einem sehr unbequemen Boxer zu tun. Hadyiali gehört zu den sogenannten Allroundern. Vorwärts, wie Rückwärts, Halb oder Langdistanz. Immer wußte der Niederrheiner eine Antwort. Mit explosiven Attacken setzte er den Häfler unter Druck. Slavo zeigte sich jedoch nicht beeindruckt und versuchte seinerseits, den Kampf zu bestimmen. Über drei Runden entstand dadruch ein spannendes Gefecht mit vielen Schlagabtäuschen, welche beim alten Punktsystem nie möglich gewesen wären. Leider endetete der Kampf mit einem etwas zu großen Unterschied. Trotzdem verließ der richtige Gewinner den Ring.

66kg Nikolaj Samek BW vs Achmed Semmo MR 13:15
Zwei Runden lang sah Samek wie der sichere Sieger dieser Begegnung aus. Immer wieder konnte er den starken Semmo in der Halbdistanz mit Haken über die Außenbahen stoppen und sichere Punkte einfahren. Zum Ende der zweiten Runde deuteten sich aber bei Nikolaj deutliche Mängel in der Konditon an. Spätestens in Runde 3 war dann die Luft raus. Leider konnte Nikolaj hier keinen mehr draufsetzen, um die Begegnung noch zu seinen Gunsten zu drehen.

80kg Melvin Perry BW vs Daniel Pohl BY 20:9
Die zweite Wiederholung einer Begegnung von der Süddeutschen Meisterschaft fand im Limit bis 80kg statt. Mevlin und Daniel hatten es damals bereits heftig. In drei temporeichen Runden schenkten die beiden Athleten sich nichts. Auch diesesmal wollte der Bayer den Sieg nicht einfach so an den Neckarsulmer abgeben. Melvin zeigte aber bereits in Runde 1 seine ganze Klasse. Mit schnellen Serien zum Kopf und Körper dominierte er den Bayer. In der zweiten Runde zog sich Melvin etwas zurück. Dies nutzte Daniel sofort aus und startete einen zweiten Anlauf. Er übernahm das Tempo und konnte Melvin des öfteren stellen. Erst in Runde 3 machte Melvin wieder Druck und konnte den Bayer nun endgültig stoppen. Das Finale war erreicht.

Tag 3: Ansetzungen fürs Finale

44kg Alexander Mironow BW vs Paul Krüger BB
46kg German Steinle BW vs Denis Weber BB
48kg Dior Gainullin BW vs Ibrahim Tarik WE
50kg Nikitin Stephan BW vs Yildirim Murat BE
52kg Wladislaw Baryshnik BW vs Cem Korkmaz NR
80kg Melvin Perry BW vs Albon Pervizaj HA
86kg Orkun Tuncer BW vs Artjom Ditel BB

Ungarn mit Paprika in den Fäusten

Die Teams aus BaWü (l.) und Ungarn im Trainingslager.

Baden-Württembergs Youngster halten gut mit / Wertvolle Erfahrungen gesammelt  / Sieg für Konstanzer Hill in Friedrichshafen

Spaichingen/ Friedrichshafen. Der erste Teil des Ländervergleichs zwischen einer U17/U19-Auswahl Ungarns und baden-württembergischen Boxern endete ausgeglichen: In der Spaichinger Stadthalle gab es bei zwölf Kämpfen sechs Siege für "B" wie blaue Ecke oder Baden-Württemberg. Eine durchaus starke Leistung, denn die Ungarn testen ja einige ihrer besten Nachwuchsleute im Hinblick auf die kommenden Junioren-EM.

Mit 8:0 gewann der leicht favorisierte Lokalmatador Erich Fuhr klar gegen den jüngeren, wenn auch etwas schwereren Dany Richard im Weltergewicht. Für das heimische Publikum erfreuliche Siege gab es außerdem dank Stephan Nikitin, Lukas Fauser, Melvin Perry und Albert Mut. Die Spaichinger Meier und Schmidt (Kampfabbruch nach Verletzung in Runde 3) sowie die Rottweiler Bytiqi und Geissler zahlten bei ihren ersten internationalen Kämpfen wertvolles Lehrgeld.

Tags darauf in Friedrichshafen endete der Vergleich mit 5:4 Siegen vor rund 300 Zuschauern knapp für die Gastgeber: Die Friedrichshafener Cajic-Brüder, deren Vereinskamerad Maher sowie der Konstanzer Patric Hill (6:0 gegen Zoltan Sinko) glänzten neben Aznur Gasanov aus dem Team Baden-Württemberg. Yasin Basar unterlag in einem internen Duell der Baden-Württemberger Igor Tetziev. Deshalb floss dieses Ergebnis nicht mit in die Wertung ein.

So sah es Rasiah

Hier der Bericht des württembergischen Ex-Ligaboxers und früheren Süddeutschen Vizemeisters Justin Rasiah, der für abvbaden.de die Kämpfe in Friedrichshafen beobachtet hat. Sein fachkundiges Fazit: „Es wurde Boxen von sehr hoher Klasse gezeigt. Das hat Geschmack auf mehr gemacht.“

„Vergangenes Wochenende kam es zu einem interessanten Ländervergleichskampf zwischen Topathleten aus Baden-Württemberg (Junioren und U21) gegen die ungarische Nationalmannschaft, welche ihrerseits einige ihrer Spitzenleute im Hinblick auf die kommende Junioren-EM fit machen möchte. Ungarn reiste mit mehreren nationalen Meistern an.

In Spaichingen bot Lokalmatador Erich Fuhr, der zweifache Deutsche Meister und EM-Fünfte dank Unterstützung des heimischen Publikums einen technisch guten Kampf, den er souverän 8:0 für sich entscheiden konnte. Siege für BW holten sich zudem Stephan Nikitin, Lukas Fauser, Melvin Perry Albert Mut sowie Igor Teziev. Dieses Aufeinandertreffen endete mit einem Unentschieden.

In Friedrichshafen gingen gleich vier Lokalmatadore an den Start: Slavojub Cajic , Dejan Cajic (dreifacher DM)  sowie Mohammed Maher (Deutscher U19-Vizemeister)  konnten in sehr spannend und technisch geführten Kämpfen ihre Klasse unter Beweis stellen. Beide siegten für Baden-Württemberg. Yasin Basar (U21-Vizemeister) bot ein Spitzenleistung, musste sich aber dem Punktrichterurteil von 1:0 zugunsten seines Gegners Igor Teziev (U19-DM) geschlagen geben. Die weiteren Siege für BW holten Wladislav Baryshnik, Patric Hill  sowie Aznaur Gasanov.Dieses Aufeinandertreffen konnte das Team aus Baden-Württemberg für sich entscheiden."

Alle Ergebnisse bitte unten anklicken!

Der "Südkurier" berichtet aus Friedrichshafen hier: www.suedkurier.de/sport/regionalsport/bodenseeost/art10611,4863219

U19-DM: Cajic holt Titel nach Friedrichshafen

Das U19-Erfolgsteam: Boxer Hill, Cajic (knieend), Maher und Tuncer (jeweils v. r.) sowie die Trainer (oberes Foto mit freundlicher Genehmigung von Thomas Häussler, Fototron). Unten: Auch Patric Hill (Konstanz) hat bei den diesjährigen U19-DM der Jugend in Straubing die Silbermedaille geholt, zum vierten Mal. Der Friedrichshafener Dejan Cajic wurde erneut Meister seines Limits.

DM-Silber für Hill (Konstanz), Maher (Friedrichshafen) und Tuncer (Esslingen)

Straubing. Mit einer Gold- und drei Silbermedaillen kehrte das Boxer-Quartett aus Baden-Württemberg von den Deutschen Jugendmeisterschaften (U19) aus Straubing zurück: Dejan Cajic (VfB Friedrichshafen) holte zum dritten Mal den nationalen Titel in seiner Altersklasse. Auch Patric Hill (Rheinstrom Konstanz) blieb sich treu: Er wurde zum vierten Mal Vizemeister seines jeweiligen Limits. Erst im Finale mussten sich auch der U21-Landesmeister Mohammed Maher (Friedrichshafen) und Orkan Tuncer, Süddeutscher Jugendmeister von Fit Boxing Esslingen, gegen Titelverteidiger und international erfahrene Boxer geschlagen geben.

„Insgesamt haben sich unsere Youngster sehr gut geschlagen und einen guten Eindruck bei den DM hinterlassen“ zog Landestariner Oliver Vlcek (Villingen-Schwenningen) zufrieden Bilanz. Dem Team aus Baden-Württemberg gelang als einziger Mannschaft komplett der Einzug ins Finale. In Vorrunde und Halbfinale haben die Jungs laut Vlcek „strategisch gutes Boxen gezeigt“.

Ab dem Halbfinale, so Vlceks Eindruck, steigerte sich das Niveau der Veranstaltung vor allem durch den Einsatz der neuen Punktmaschine des Weltverbands. Alle Athleten, Trainer und Kampfrichter waren nun gefordert, den Ansprüchen des neuen Systems gerecht zu werden. Vlcek: „Auch dies meisterten unsere Athleten mit Bravour. Nun hoffen sie auf eine verdiente Nominierung zum internationalen Brandenburg-Cup der Jugend in Frankfurt an der Oder, um sich einen Platz bei der kommenden U19-EM zu sichern.“

Vorschau: Bereits Ende dieses Monats trifft eine Landesauswahl zur Vorbereitung kommender Aufgaben auf die Ungarische Nationalmannschaft: am 29. April in Spaichingen (Stadthalle) und am 30. April in Friedrichshafen (Alte Festhalle, jeweils 20 Uhr). Die Ungarn nutzen den Vergleich zur Vorbereitung auf die Junioren- und Jugend-WM.

Hier die einzelnen Final-Ergebnisse:

49 kg: Dejan Cajic (Friedrichshafen) 11:7-Punktsieg gegen Sergej Neumann (Niedersachsen).

56 kg: Patric Hill (Konstanz) 4:21-Punktniederlage gegen Theo Krechlok (Berlin).

60 kg: Mohammed Maher (Friedrichshafen) 13:18-Punktniederlage gegen Juri Berlinger (Westfalen).

Über 90 kg: Orkan Tuncer (Esslingen) 3:15-Punktniederlage Florian Schulze (Mecklenbg-Vorpommern).

"Süddeutsche" 2011: Baden-Württemberg vor Bayern

Titel für Hill (Konstanz), Mironow (Knielingen), Forsch und Foos (beide Radolfzell) aus badischen Klubs / Zwei Silbermedaillen für PBG Bruchsal, eine weitere für Radolfzell / 13 Meister aus Württemberg, davon drei von Boxing VS / Vlcek: "Bombastisch"

Mingolsheim. Bei den Süddeutschen Jugendmeisterschaften in der Mingolsheimer Schönbornhalle dominierten die Nachwuchsboxer aus Baden-Württemberg. Sie holten insgesamt 17 Meistertitel. Sieben Goldmedaillen gingen in den drei Altersklassen Kadetten, Junioren und Jugend nach Bayern. Örtlicher Ausrichter war der BC 1954 Mingolsheim-Kronau, der zwei seiner Kämpfer, nämlich Joshua Schumacher und Denis Helwig, bei der Abendveranstaltung am Samstag in Einlagekämpfen präsentierte. Es gewannen jedoch Can Cangür (Boxing VS) und Eugen Nuschny (PBG Bruchsal).

Die Tickets zu den jeweiligen DM haben folgende Baden-Württemberger erworben:

Jugend (U19): Patric Hill (Rheinstrom Konstanz), Mohammed Maher (VfB Friedrichshafen), Orkan Tuncer (Fit Box Esslingen).

Junioren (U17): Alex Mironow (BR Knielingen), Stefan Nikitin (Boxing VS), Wladislaw Baryshnik (KSC Backnang), Kiril Meier (SV Spaichingen), Robert Forsch (BC Radolfzell), Byron Carrey (Gold-Blau Stuttgart), German Steinle (GB Stuttgart), Nikolaj Samek (TSG Öhringen), Melvin Perry (Neckarsulm).

Kadetten (U15): Jonas Stang (Boxing VS), Patrick Müller (SSV Ulm), Christian Foos (BC Radolfzell), Onur Kart (Boxing VS), Alexander Kaiser (TSV Öhringen). 

Die vier erfolgreichsten Boxer aus Baden sind Foos (U15, BC Radolfzell), Mironow (U17, KA-Knielingen), Forsch (U17, BC Radolfzell) und Hill (U19, Konstanz). Oliver Sapronov (PGB Bruchsal) verlor erst im Finale der Junioren bis 52 Kilogramm, sein Vereinskamerad Lukas Fauser im Finale der Jugend bis 64 Kilogramm. In diesem Limit scheiterte Benedikt Probst (BC Singen) im Halbfinale an dem Bayern Jeremy Bens. Ebenso verlor der Bruchsaler Marcel Soth seinen Auftaktkampf gegen den Bayern Arsumanjan. Somit zwei Mal Silber für das Pugilist Boxing Gym sowie einmal für BC Radolfzell: Dessen Thomas Hailfinger stand im Finale der Kadetten bis 42 Kilogramm. Beste Vereine in Baden-Württemberg sind Boxing VS (drei Titel) sowie TSG Öhringen, Gold-Blau Stuttgart und BC Radolfzell mit je zwei Titelträgern. Erstmals traten die beiden vor der Fusion stehenden Landesverbände Baden und Württemberg bei den süddeutschen Regionalmeisterschaften als ein Team an. 

"Mit Radolfzell geht für mich ein neuer Stern auf", lobte Landestrainer bzw. Jugendwart Oliver Vlcek (Villingen-Schwenningen) die Bilanz des jungen Vereins aus Baden mit zwei Titelträgern, der bei den Landesmeisterschaften mit fünf Meistern geglänzt hatte. Das ganze Team Baden-Württemberg habe sich "bombastisch" geschlagen: Alle Favoriten hätten sich durchgesetzt.

Der "Südkurier" stellte den aufstrebenden BC Radolfzell um seine Trainer Rocco Rando und Alexander Beilmann im Februar vor. Hier der Link zum Artikel

www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/radolfzell/Schnelle-Faeuste-zu-Gold-gemacht;art372455,4734794

Tasheena Bugar schlägt Australierin in Halle klar

In Form: Badens Olympiahoffnung Tasheena Bugar (KSC), hier beim Grundlagenlehrgang in Isny (Foto: Julia Langer, Bundeswehr)

Bugar einzige Starterin aus Baden-Württemberg beim 38. Chemiepokal / MZ: Karlsruherin schreibt Turniergeschichte / Link zu MDR-Beitrag

Halle (Saale). Beim 38. Chemiepokalturnier hat Tasheena Bugar (KSC) in ihrem Auftaktkampf die Australierin Shelley Watts mit 9:0 nach Punkten geschlagen. 

Die "Mitteldeutsche Zeitung" merkte dazu an: "Chemiepokal-Geschichte schrieb Tasheena Bugar. Die Karlsruherin gewann nicht nur den ersten Kampf der 38. Turnierauflage überhaupt. Sie war auch die erste Boxerin, die sich in die Siegerlisten der halleschen Wettbewerbe eintragen konnte - obgleich ihre Gewichtsklasse bis 60 Kilo offiziell nur als Rahmenprogramm geführt wird. Für die Verbandsverantwortlichen haben diese Kämpfe dennoch Selektionscharakter. Denn nächsten Sommer in London werden die schlagstarken Frauen ihr Olympia-Debüt geben. Die Siegerinnen von Halle sollen für die anstehenden Qualifikationsturniere nominiert werden."

Tasheena Bugar gelang noch ein weiterer 6:2-Sieg am zweiten Turniertag gegen ihre verbandsinterne Rivalin Julia Irmen (Regensburg).

Hier noch ein Link zu einem interessanten Radiobeitrag des MDR über das Turnier in Halle und die Marschroute der deutschen Boxer 2011: http://www.mdr.de/mdr-info/8364539.html

Länderkampf II: Vier Siege für Südafrika

Deutschland gewinnt in Wittenhofen 14:8 und bei Vergleichskampf Nummer 3 gegen Südafrika im Schriesheimer Festzelt 18:4 / Jeweils rund 800 Zuschauer/ Aytekin Yörecis Knockout-Sieg bei 100. Kampf am Sonntag / Beitrag von RegioTV im Internet über Wittenhofen unter http://www.regio-tv.de/video/124364.html / Fotoserie auf der Seite www.linzgau-aktuell.de

Schriesheim/ Wittenhofen. Im Schriesheimer Mathaisemarkt-Festzelt gelang dem deutschen Team Sieg Nummer drei gegen Südafrikas Auswahl: 18:4 stand es nach elf Kämpfen vor rund 800 Zuschauern. Auch beim jüngsten von drei Ländervergleichskämpfen zeigte Edgar Walth, der Bayer mit dem Bundesadler auf der Brust, gehörig Biss. Walth gewann zwei Tage zuvor schon die Begegnung im doppelt besetzten Bantamgewicht bis 56 Kilogramm überzeugend nach Punkten.

Beim Erststart vor einer Woche in Wolfsburg siegte eine stärker besetzte Nationalmannschaft nach 13 Fights mit 22:4 Wertungspunkten. „Diese Länderkampfserie ist sehr wertvoll für uns“, erklärte Michael Müller (Dortmund), der Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV), in Schriesheim. Man habe im Hinblick auf drei große Turniere in diesem Jahr, darunter EM und WM, innerhalb einer Woche drei unterschiedlich besetzte Teams an internationalen Gegnern messen können.

„Mir war es wichtig, dass die Jungen zum Einsatz kommen“, betonte Oliver Vlcek, der badische Landestrainer und Nachwuchscoach am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg. Zusammen mit Rustam Rahimov, dem Olympiadritten des gastgebenden KSV Schriesheim von 2004, sekundierte er unter anderem die ebenfalls siegreichen Kämpfer André Stoika, Erik Sokolov, Eduard Schmidt und Xhek Paskali.

Zum U21-Kader zählt auch Aytekin Yöreci. Der DM-Dritte vom Boxring Karlsruhe-Knielingen machte im Halbweltergewicht bis 64 Kilogramm in seinem 100. Kampf ganz kurzen Prozess mit dem Südafrika-Meister Philaska Mpontshane, der in Wittenhofen dem Kölner WM-Dritten (U19) Thomas Vahrenholt mit 2:10 unterlegen war: Als dieser einmal zu viel mit beiden Armen wedelte, um zu provozieren, traf ihn die linke Schlaghand des Rechtsauslegers: Knockout nach „Kasperles“ in Runde eins.

Ebenso kurz der Kampf des Kempteners Sergej Lerke: Nach fünf Sekunden hatte der 69-Kilogramm-Boxer den Südafrika-Vizechampion Wophela erstmals am Boden. Auch  Schwergewichtler Johann Witt gewann durch Abbruch vorzeitig. Trotz sehenswerter Kämpfe verzeichneten Südafrikas Boxer gestern nur zwei Siege. Ihre Stärken - Reflexe und Beweglichkeit -  reichten nicht aus, um der Effektivität, Deckungsarbeit und Schlaghärte der deutschen Auswahl Paroli zu bieten. Das Publikum war in Schriesheim mit einem Punktrichterurteil zu Recht nicht einverstanden.

Eine krankheitsbedingt ersatzgeschwächte deutsche Auswahl bezwang Südafrikas Boxer zwei Tage zuvor mit 14:8 Wertungspunkten. Die laut Veranstalter Uwe Hamann rund 800 Zuschauer in der ausverkauften Schmidtmeisterhalle zeigten sich begeistert. Für den besten Kampf des Abends sorgte Edgar Walth (Straubing). Der Deutsche Vizemeister der Männer im Bantamgewicht ließ dem hochgewachsenen südafrikanischen Vizemeister, Rechtsausleger Sopotela, bei seinem souveränen 13:1-Punktsieg keine Chance. Den Erststart in Wolfsburg hatte ein stärker besetztes DBV-Team 22:4 gewonnen.

Kampfrichter in Wittenhofen: Lothar Knöpple, Egido Piseddu, Patricia Tauscher, Siegfried Blaschke, Holger Kussmaul, Temebekile Gacula (RSA), Alexander Wilding. Delegierter: Klaus Kaibach.

Zu den Bildern: Das von Oliver Vlcek, Rustam Rahimov und Gregory Tolkovets sekundierte DBV-Team, darunter U19-Weltmeister Artur Bril (Köln) beim Abspielen der deutschen Nationalhymne. Neben Kampfszenen (Sopa bei einem Aufwärtshaken, Sokolov im Ring gegen Siyo, AIBA-Kampfrichter: Tembekile Gacula aus Südafrika) sind die Ehrengäste Sven Ottke und René Weller im Interview mit Ringsprecher Hermann Czujan zu sehen, der in Wittenhofen seinen 100. Einsatz absolvierte. Gewürdigt wurden auch die Leistungen von Boxpointer-Lady Marianne Seitz (l., Karlsruhe) und AIBA-Punktrichterin Patricia Tauscher (Pforzheim). Zwei Stunden vor dem Beginn beim Einzug in die Halle: Südafrikas Boxer singen und tanzen! Rechts: Peter Ritter, Niedersachsens Boxchef, der mit seinem Team vieles organisiert die Gäste von Wolfsburg nach Wittenhofen chauffiert hat. Kampfrichter Egido Piseddu (2. v. l., ganz rechts dessen Frau) und Lothar Knöpple treffen ihren alten Kumpel Sven Ottke im "Hotel Schwanen", Salem. 

Siegreicher Erststart überzeugte

Südafrikaner ab 9. März am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg / Gesandte aus Berlin sagt Besuche ab

Deggenhausertal-Wittenhofen/ Schriesheim. Beim Erststart in Wolfsburg am vergangenen Samstag, 5. März, unterlag die südafrikanische Auswahl vor rund 400 Zuschauern dem deutschen Team mit 4:20 klar. Mit ihren Siegen wollen sich einige der deutschen Kämpfer für das Team zur diesjährigen Box-WM der Männer in Baku empfehlen. „Die Länderkämpfe sind dafür ein Warmup“, sagte Michael Müller, der Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV), im Vorfeld der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung (WAZ). Südafrikas Delegationsleiter Tembekile Gacula erklärte derselben Zeitung: „Wir sind vor allem hier, um voneinander zu lernen.“

Die WAZ urteilte nach dem ersten Vergleich: "Box-Sport vom Feinsten: Der Länderkampf im Wolfsburger Congress-Park zwischen Deutschland und Südafrika, den die deutsche Staffel mit 20:4 deutlich gewann, überzeugte." Der Ehrgeiz der Südafrikaner dürfte geweckt sein. Am Freitag, 11. März (20 Uhr, Schmidtmeister-Halle Wittenhofen), und Sonntag, 13. März (10.30 Uhr, Festzelt Schriesheim), zeigt es sich.

Schon am Mittwochnachmittag, 9. März, trifft das südafrikanische Box-Team am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg ein und bezieht dort bis Sonntagabend Quartier. Werner Kranz, Präsident des Amateur-Box-Verbands Baden und zugleich Organisator der 36. Schriesheimer Boxmatinee, empfängt die Delegation um Tembekile Gacula.

Soeben wurde leider bekannt, dass die Gesandte Cassandra Mbuyane-Mokone wegen der Internationalen Tourismus-Börse doch nicht in den Südwesten kommt, um die Länderkämpfe Deutschland gegen Südafrika zu verfolgen. Im Absageschreiben von Kerstin Cook aus der südafrikanischen Botschaft in Berlin an die Veranstalter heißt es wörtlich: "Im Rahmen der ITB erwarten wir eine größere Delegation aus Südafrika, angeführt von dem Minister für Tourismus, Herrn van Schalkwyk. Ich habe versucht Ersatz für Frau Gesandte Mbuyane-Mokone zu organisieren, leider ohne Erfolg! Die ITB, insbesondere der hochrangige Besuch aus Südafrika, bindet das ganz Team der Botschaft ein. Ich möchte mich für die Unannehmlichkeiten, die Sie durch diese kurzfristige Absage haben werden, entschuldigen."

Auch die Veranstalter bedauern die in der Tat kurzfristige Absage dieses längst fest eingeplanten und im Vorfeld mit viel Aufwand verbundenen Programmpunkts überaus. Dennoch sei weiterhin von einem spannenden und sportlich anspruchsvollen Boxspektakel mit Weltmeistern und Olympiahoffnungen aus Deutschland im Ring auszugehen.

Erfahrungen in England gesammelt

In Sheffield wurde das Team weiter zusammengeschweißt.

Sparringstreffen für alle Altersklassen am 6. März in der Sportschule Ruit als Vorbereitung zu den "Süddeutschen" / Vlcek sichtet dort auch Nachwuchs

Ostfildern/ Sheffield. Junge Boxer aus dem LV Württemberg waren zu einem internationalen Vergleichskampf zum Aspire Boxing Club nach Sheffield in England gereist. Stahl aus der alten Industriestadt Sheffield war einst ein Markenzeichen. Stahlhart kämpfen auch die englischen Boxer traditionsgemäß. Zu Siegen kamen nur die Baden-Württemberger Viktoriya Avramenko, Ibrahim Trena und Matthias Karicaj. Letzterer war ebenso wie Boxerin Avramenko kürzlich bereits in Ungarn (siehe Bericht weiter unten auf der Seite) erfolgreich. Wertvolle Erfahrungen sammelten wohl alle. Slawa Spomer und Erich Fuhr sind auch beim Vergleichskampf gegen Südafrika in Wittenhofen (11. März) und Schriesheim (13. März) dabei. Die Ergebnisse aus Sheffield im Einzelnen, wie von Steven Nichols übermittelt:

Viktoriya Avramenko (WÜ) Punktsieger vs. Jasmin Yeats (ABC Sheffield)
Bianca Johnson (ABC Sheffield) Aufgabe Sieger R.2 vs. Aylin Zorlu (WÜ)
Sharon Holford (ABC Sheffield) Punktsieger vs. Britta Wolf (WÜ)
Rhiana Murray ( ABC Sheffield) Punktsieger vs. Jasmina Andree (WÜ)
Georg Rhodes (ABC Sheffield) Punktsieger vs. Slawa Spomer (WÜ)
Daniel Coomber (ABC Sheffield) Punktsieger vs. Artur Herter (WÜ)
Scott Jenkins (ABC Sheffield) Aufgabe Sieger R.1 vs. Erich Fuhr (WÜ)
Mathew Atkinson (ABC Sheffield) Punktsieger vs. Connor Lane (WÜ)
Quasim Hussain (ABC Sheffield) Punktsieger vs Mohammed Maher (WÜ)
Ibrahim Trena (WÜ)
RSC Sieger R.1 vs. Kyle Winters (ABC Sheffield)
Matthias Karricaj (WÜ)
Punktsieger vs. Lee Appleyard (ABC Sheffield).

Wie Landestrainer Oliver Vlcek außerdem mitteilt, führen die Vereine SV Gold Blau Stuttgart und SpVgg 07 Ludwigsburg am Sonntag, 6. März, von 10.30 bis 13.30 Uhr, ein Sparringstreffen für alle Altersklassen in der Boxhalle der Sportschule Ruit (Ostfildern) durch. Diese führen die Vereine hinsichtlich der kommenden Süddeutschen Meisterschaften am 19./ 20. März in Mingolsheim-Bad Schönborn durch.

Hierzu sind alle Vereine aus Baden-Württemberg recht herzlich eingeladen. Es lohnt sich bestimmt, daran teilzunehmen! Die Meldungen bitte an Alex Geier richten: Email: dimi.geier(at)arcor.de , Tel: 0157 / 86069678.

Achtung: Im Rahmen dieses Sparringstreffen wird, wie allen Vereinen im Verteiler auch per Email mitgeteilt, Vlcek die Jahrgänge 2001 bis 1997 sichten. Auch werden schwerpunktmäßig alle weiblichen Nachwuchsboxer gesichtet, die am Lehrgang teilnehmen. Hier geht es um die Einstufung in einen Förderkader.

1. baden-württembergische Titelkämpfe erfolgreich

Erstmals baden-württembergische Meisterschaften der Jugendklassen in der Sportschule Ruit / Beide Finalisten jeweils für "Süddeutsche" qualifiziert

Ostfildern-Ruit. Die 1. baden-württembergischen Meisterschaften der Jugendklassen sind vorüber. Werner Kranz (Amateurboxverband Baden) sprach von einer erfolgreichen Veranstaltung, die sich über drei Tage hinzog. "Alle haben sich angetan geäußert", freute sich auch Landestrainer Oli Vlcek. Es kam unter anderem besonders gut an, dass neben den Wertungskämpfen in zwei weiteren Bodenringen Sparrings möglich waren. "Die größte Überraschung war mich der BC Radolfzell - aus dem Nichts heraus mit fünf Meistern bei sechs Teilnehmern", so Vlcek. Knappster Verlierer: Wladislaw Baryshnik, KSC Backnang, bester Nachwuchsboxer: Christian Foos, BC Radolfzell, bester Techniker: Jonas Stang, Boxing VS, und bester Verein: Boxing Villingen-Schwenningen.

Rückblick: Die für dieses Jahr geplante Verschmelzung der benachbarten Landesverbände zum Box-Verband Baden-Württemberg (BVBW) wirft Schatten voraus: Erstmals finden ab Freitag, 11. Februar, gemeinsame Landesmeisterschaften in den Jugendklassen (U13 bis U19)  statt. Bis Sonntag, 13. Februar, kreuzen rund 200 Nachwuchsboxer beiderlei Geschlechts in der Sportschule Ruit in 73760 Ostfildern (Kirchheimer Straße 125) bei Stuttgart die Fäuste.

Durch diese Zusammenlegung der Landestitelkämpfe kommt es in bislang schwach besetzten Gewichtsklassen wieder zu echten Qualifikations- und Meisterschaftskämpfen. Konkurrenz fördert Leistung: Der zuletzt bisweilen mangels Gegner sogar kampflos zu erwerbende Titel des Landesmeisters wird damit wieder aufgewertet. Bei den kommenden Meisterschaften finden lediglich zwölf von 195 Kämpfern in vier Alters- und drei Leistungsklassen (A, B, C) keinen Gegner vor.

"Die beiden jeweiligen Finalisten sind automatisch für die Süddeutschen Meisterschaften qualifiziert", zerstreut Landestrainer Oli Vlcek (Villingen-Schwenningen) Befürchtungen, die Landesverbände könnten im Hinblick auf die Gruppenmeisterschaften, wo es um die Tickets für die nationalen Titelkämpfe geht, Nachteile haben. "Die Bayern haben zugestimmt: Beide Startplätze pro Limit, also für Baden und Württemberg, bleiben erhalten", erklärt Vlcek. Für ihn ist es wichtig, dass man schon vor der eigentlichen Fusion, "sportlich zueinander findet". Dies gelang schon bei den gemeinsamen U21-Meisterschaften in Oberkochen und Friedrichshafen 2010. 

Im Nachwuchsbereich besteht seit längerem eine Zusammenarbeit zwischen dem Amateur-Box-Verband Baden (ABVB)  um Werner Kranz (Schriesheim) und dem Württembergischen Amateur-Box-Verband (WABV) um Jürgen Wiedemann (Leonberg). Künftig will man, wenn die Fusion klappen sollte, auch überregional und im Männer- und Frauenbereich als eine Delegation antreten. ABVB-Präsident Kranz: "Baden-Württemberg soll der sportliche stärkste Verband in Deutschland werden."

Ergebnisse von den Nachwuchs-Landesmeisterschaften

 
 

Beide Elitekader beim Ausdauertraining auch auf der Loipe

Tasheena Bugar, Erzieherin aus Karlsruhe, will zu den EU-Meisterschaften der Frauen. Dafür trainierte auch sie hart beim DBV-Grundlagenlehrgang in Isny. Täglich ging es auf die Loipe. Bugar läuft rechts. Links ist Konstantin Buga zu erkennen (Fotos: Julia Langer, Bundeswehr).

Isny/ Karlsruhe. Beim Grundlagenlehrgang der beiden Elitekader mit Kondi-Coach Alfred Segerer in Isny fühlte sich auch Badens Box-Queen Tasheena Bugar vom KSC gut aufgehoben. „So gut wie dieser Lehrgang war es schon lange nicht mehr von der Harmonie und der Disziplin her“, sagt Bundeswehr-Sportlehrer Alfred Segerer (49) aus München. In dem dreiwöchigen Grundlagenlehrgang des Elitekaders bis Anfang Februar sieht Segerer eine „ideale Vorbereitung“, auch für die EU-Titelkämpfe der Frauen vom 29. Mai bis 4. Juni. Elena Walendsik, Julia Irmen und Andrea Strohmaier waren neben elf Männern, darunter Gottlieb Weiss und Denis Makarov, auch dabei in Isny.

"Die Jungs waren sogar disziplinierter als sonst“, berichtet DBV-Trainer Valentin Silaghi über die guten Erfahrungen mit dem gemischten Trainingslager. Im schneesicheren Isny im Allgäu ging es auf 900 Meter Höhe vom Tagungshotel „Stefanuswerk“ täglich auch bis zu zwei Stunden lang auf die Loipe. Warum Skilanglauf? „Die Technik ist sehr viel Koordination, und es sind die gleichen Schrittbewegungen wie beim Boxen“, erklärt Segerer

(Wir danken Bundeswehrfotografin Julia Langer für die Bilder aus Isny)

Vor den Länderkämpfen gegen Südafrika: Presse berichtet

Wittenhofen/ Schriesheim. Über die bevorstehenden Ländervergleichskämpfe Deutschland gegen Südafrika im Bodenseekreis und an der badischen Bergstraße berichtete neben dem "Südkurier" auch die "Schwäbische Zeitung" schon.

Weltmeister in Wittenhofen

Termin für Box-Länderkampf Deutschland – Südafrika in Wittenhofen (11. März) rückt näher - 5. Ländervergleich seit 2003 / 36. Boxmatinee am 13. März in Schriesheim

Artur Bril (r.) der amtierende U19-Weltmeister und Sieger der 1. Olympischen Jugendspiele 2010 soll im März  in Wittenhofen boxen.

Artur Bril (r.) der amtierende U19-Weltmeister und Sieger der 1. Olympischen Jugendspiele 2010 soll im März in Wittenhofen boxen.

DEGGENHAUSERTAL/WITTENHOFEN - Schriesheim? Die Weinstadt an der Bergstraße bei Heidelberg dürfte den meisten Menschen im Bodenseekreis ähnlich unbekannt sein wie umgekehrt im nordbadischen Rhein-Neckar-Kreis der Teilort Wittenhofen. Dass sich das allmählich zu ändern beginnt, liegt an Bäderbetreiber Uwe Hamann (Salem) und Werner Kranz (Schriesheim). Beide sind dem Boxsport seit Jahrzehnten eng verbunden. Hamann war in seiner Oldenburger Zeit sogar mehrfacher Niedersachsen- und zweimal Deutscher Vize-Meister. Der ebenfalls in Niedersachsen geborene Kranz ist seit 1991 Präsident des Amateurboxverbands Baden. Zusammen führen sie das Kuratorium, also den offiziellen Förderverein des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV).

Gemeinsam machen sie die beschaulichen Ortschaften im Südwesten auch dieses Jahr wieder kurzzeitig zu einer Box-Hochburg. Schon zum fünften Mal: Nach Kuba (2003), Ungarn (2005), Italien (2009) und Großbritannien (2010) ist am Freitag, 11. März (19.30 Uhr) sowie am Sonntag, 13. März (10.30 Uhr), eine Box-Auswahl aus Südafrika zu Gast: erst in Wittenhofen, dann in Schriesheim, wo im Frühlingsfestzelt bereits die 36. Boxmatinee steigt. Der Erststart der Staffeln findet diesmal aber schon am 5. März in Wolfsburg statt, anlässlich des 60. Jubiläum des niedersächsischen Landesverbands. Dessen langjähriger Vorsitzender Jürgen Kyas, inzwischen Chef des nationalen Verbands und auch Mitglied im Vorstand des Boxweltverbands AIBA, hat schon 2009 die Grundlagen für diesen Vergleich geschaffen: Da initiierte Kyas nämlich eine Kooperation zum boxerischen Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Regionen.

„Das ist eine große Sache“, ahnte Andile Mofu damals: 2009 war der Trainer einiger südafrikanischer Nationalboxer aus jener Region Eastern Cape im Land des Tafelbergs zu Gast in Deutschland gewesen. „Das ist eine willkommene Abwechslung für die Kader-Athleten beider Länder“, war auch der am Heidelberger Olympiastützpunkt stationierte Bundestrainer Roland Kubath sogleich Feuer und Flamme: Am Rande eines Trainingslagers mit Kämpfern vom boxverrückten Kap hatten sich Kyas, Kranz und Kubath mit Mofu damals getroffen, um erste Pflöcke einzuschlagen.

Der bevorstehende Länderkampf dient nun auch der Vorbereitung unter anderem auf jeweils kontinentale sowie Weltmeisterschaften in diesem Jahr. Es geht ja ab Herbst 2011 bereits um die ersten Tickets für die olympischen Sommerspiele 2012 in London. „Die Südafrikaner sind sehr stark. Wir müssen uns warm anziehen“, weiß Hamann, dessen Kuratorium seit Jahren den deutschen Box-Nachwuchs fördert. Leute wie den amtierenden U19-Weltmeister Artur Bril aus Köln beispielsweise: Im Sommer 2010 gewann der Abiturient bei den 1. Olympischen Spielen der Jugend in Singapur Gold. Der 18-jährige Leichtgewichtler Bril zählt nun auch zu den zwölf deutschen Hoffnungen, die am 11. März in Wittenhofen gewinnen wollen: Dort soll Bril auf Mpontshane Philazande treffen. Krankheitsbedingt war Bril vergangenes Jahr in Wittenhofen nicht mit von der Partie. Den Kölner Denis Radovan dagegen, WM-Dritter und Deutscher Vizemeister im Limit bis 69 Kilogramm, kennt das Wittenhofener Publikum bereits von früheren Länderkämpfen her. Beide kennen nur ein Ziel: Olympia 2012 in London.

Im Halbwelterlimit bis 64 Kilogramm stellt sich voraussichtlich Aytekin Yöreci (Box-Ring Karlsruhe-Knielingen), DM-Dritter des badischen Landesverbands wie Ex-Europameister Eduard Schmidt (Villingen-Schwenningen) im Leichtgewicht, dem jeweiligen Südafrikaner. Der halbschwere Artur Schmidt aus Villingen-Schwenningen soll sich als früherer WM-Teilnehmer der U19 gegen den südafrikanischen Meister Luvuyo Sizani in der Klasse bis 81 Kilogramm bewähren. Aus Ludwigsburg kommen der Süddeutsche Vize-Meister im Mittelgewicht, Xhek Paskali, und der Württembergmeister im Bantamgewicht, Kastriot Sopa. Sopa ist sogar amtierender Deutscher U21-Meister und konnte Edgar Walth, den deutschen Vizemeister der Männer, im U21-Halbfinale klar schlagen. An den Männer-DM konnte Sopa nur nicht teilnehmen, weil er keinen deutschen Pass hat. "Somit kommt es in Wittenhofen und Schriesheim zum Quervergleich der beiden jungen Wilden im Bantamgewicht", sagt Landestrainer Oli Vlcek (Villingen-Schwenningen). Weitere Schwabenboxer neben Paskali und Sopa im Aufgebot: u.a. die Deutschen U21-Meister Dieter Geier Erich Fuhr (Stuttgart),  (Spaichingen) und Jugendmeister Vjaceslaw Spomer (Neckartgartach).

So mancher hofft auf ein Ticket zu den sportlichen Höhenpunkten des Jahres 2011 mit EM, Militär-WM sowie ziviler WM, und will sich mit den Südafrikanern messen. Stilistisch liegen die Boxnationen weit auseinander: Die Afrikaner boxen nicht so aufrecht und sind beweglicher als die Deutschen.

Info: Box-Ländervergleich Deutschland gegen Südafrika am Freitag, 11. März, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), Alfons-Schmidmeister-Halle in Wittenhofen/ Deggenhausertal. Tickets von 15 bis 80 Euro im Aquatal Wittenhofen.

(Erschienen: 04.02.2011, abgeändert von Jaschke zuletzt 10.02.2011 )

Team BW gewinnt in Ungarn

Köszeg (Ungarn). Überzeugende Leistung: Das gemischte Team aus Baden-Württemberg holte erneut den Gesamtsieg beim internationalen Vergleichskampf in Köszeg/Ungarn.

Nachfolgend die Ergebnisse (HU steht für Hungary, Ungarn):

Richard Toth (HU) RSC Sieger R. 2 über Oliver Sopranov (BaWü)
Viktoriya Avramenko (BaWü) RSC Aufgabe Sieger R. 1 über Beatrix Pesti (HU)
Slavojub Cajic (BaWü) Punktsieger über David Bogdan (HU)
Nikoletta Wurst (HU) Punktsieger über Felicitas Vogt (BaWü)
Peter Hangai (HU) Punktsieger über Isah Bayrami (BaWü)
Britta Wolf (BaWü) Punktsieger über Csilla Nemedi (HU)
Igor Tetziev (BaWü) Punktsieger über Lajos Sarkadi (HU)
Adam Harmori (HU) Punktsieger über Melvin Perry (BaWü)
Matthias Karricaj (BaWü) Punktsieger über Geza Nagy (HU)
Nikolaj Dantschula (BaWü) Punktsieger über Alex Sarnyas (HU)
Zsolt Hodosi (HU) Punktsieger über Justin Rasiah (BaWü).

IT Schwetzingen: Viele Siege für Baden und Württemberg

Lokalmatador Prapbhpreet Aujla vom BC Schwetzingen (auf dem Kampfbild oben, rechts), sekundiert vom Turniermacher Bernd Schwab (Bild darunter), schlug den Italiener Maurizio Landi. Der junge Heidelberger Kurosh Arbabian unterlag dem erfahreneren Luca Rodan, ebenfalls vom Klub Boxe Massa. Immer auf Höhe wie fast alle Kollegen in Weiß: Kampfrichter Peter Franz (Lahr). Nie vergessen: Ohne Referees kein Boxen! Fair applaudiert Andreas Wahl (r.), der Süddeutsche Meister und DM-Drittte der U21 vom KSC Backnang, nach einem guten und technisch hochstehenden Kampf dem Sieger, Benjamin Popej (Winterthur/ Schweiz).

Aus badischer Sicht: Fünf Siege für Hockenheim, drei für Knielingen

Schwetzingen. Eine rund tausend Kilometer weite Autofahrt war 13 Italienern nicht zu lang: Die „Panthers Lauri“ und Landsleute von „Boxe Massa“ hatten ihre Besten über die Alpen geschickt. In der Turnhalle der Hildaschule kreuzten sie beim 19. Internationalen Turnier des Box-Clubs Schwetzingen (BCS) die Fäuste nicht nur mit deutschen Kämpfern, sondern auch mit Schweizern und Holländern. Insgesamt sahen insgesamt rund 200 Zuschauer bis in den späten Abend knapp 40 Kämpfe. Aufgrund von Absagen und Missverständnissen fand nicht jeder Gemeldete auch einen Gegner.  

„Nach Schwetzingen komme ich gerne: Das ist ein interessantes Sichtungsturnier zum Jahresbeginn, das mir Aufschluss darüber gibt, wo meine Athleten stehen“, erklärte Siggi Mehnert, Trainer des Karlsruher Sport-Clubs. „Dass man mal gegen internationale Leute boxen kann, ist gerade für Anfänger eine seltene Gelegenheit“, weiß auch Fikret Yöreci, der sogar neun Mädchen und Jungs des badischen Boxrings Knielingen betreute.

Dass auch italienische Boxer mit Wasser kochen, sprich nur zwei Fäuste haben, erfuhr BCS-Lokalmatador Prabhpreet Aujla: Der 21-jährige besiegte Maurizio Landi (Massa) mit sehenswerten Hakentreffern trotz konditioneller Schwächen. BCS-Chef Bernd Schwab zeigte sich zwar mit der Leistung des Vize-Landesmeisters zufrieden. Dennoch muss der Ludwigshafener Aujla, Azubi zum Sport- und Fitnesskaufmann im PBG Bruchsal, aufpassen: „Man muss ihn ständig anstoßen. Wenn er nicht ehrgeiziger trainiert, bleibt er ein ewiges Talent“, so Schwab.

Seinen ersten Kampf bestritt auch Schwab-Schützling Sascha Stephan erfolgreich: „Beherzt.“ So beurteilte der fachkundige Zuschauer Günther Baunach (Heddesheim) knapp, aber anerkennend den Punktsieg gegen den Knielinger Ringnovizen Markus Zimmermann. Über fünf Siege freute sich Dieter Hiegl, der Coach von BAC Hockenheim: In der Männerklasse bezwangen der unerfahrene BAC-Boxer Endrit Deskaj sowie die Vereinskameraden Kostja Gutjahr und Michael Stroh jeweils routiniertere „Panther“ aus Lauri. „Super geboxt“ hat laut Hiegl auch BAC-Youngster Michael Gärtner bei seinem Triumph über den Neckargartacher Stefan Schmidt. Und Tolgahan Özkan verzeichnete seinen dritten Sieg bei sechs Fights im BAC-Kampfpass gegen den Freiburger Marinovic.

Siege verzeichneten auch weitere Boxer und Boxerinnen badischer sowie württembergischer Vereine: Nora Blattmann (Fightclub Freiburg) schlug Caterina Aldini (Panthers Lauri), Denis Rotte (VfL Neckargartach) bezwang den Bonner Hasedov, Daniel Reimchen (Boxing VS) den Schweizer Morandi, Axmad Abdulrahman (PBG Bruchsal) den Knielinger Ari, Marcel Soth (PGB Bruchsal) den Knielinger Cangür, Hewal Angelow (BR Knielingen) den Mannheim-Waldhöfer Green, Yves Bartz (BR Knielingen) den Schriesheimer Valentino Mazzuca, Dias Kuzembaev (KSV Schriesheim) den Italiener Tassi (Massa), Diallo Mammadou (KSC) den Italiener Papa (Lauri), Steffen Kuchelmeister (BS Waldhof) den Bonner Deva, Michael Roth (KSC) den Hockenheimer Knopf, Albert Muth (Boxing VS) den Backnanger Yildiz, Robin Wunder (BR Knielingen) den Italiener Gehaj (Lauri) sowie Yavuz Azal (BR Knielingen) den Italiener Lorenzo (Massa).  

 „Ich bin sehr zufrieden, mit der Resonanz der Teilnehmer und mit meinen Helfern. Es sind aber zu viele Kämpfe für einen Ring“, sagte Organisator Schwab. Als Chef der nordbadischen Boxvereine bereitet der BCS-Chef die Fusion der Landesverbände Baden und Württemberg zum Box-Verband Baden-Württemberg (BVBW) mit vor. 2012 soll das Schwetzinger Traditionsturnier dann erstmals Teil des Baden-Württemberg-Cups sein – mit zwei Ringen in der Nordstadthalle.

Ab sofort auch international im Einsatz: Patricia Tauscher (SC Pforzheim) hat neben sieben weiteren DBV-Referees, darunter Holger Kussmaul vom LV Württemberg, bei den DM in Oldenburg die Prüfung zur AIBA-Kampfrichterin abgelegt. Jetzt ist der Erfolg auch amtlich. ABVB-Präsident Werner Kranz (r. ) und Uwe Hamann (DBV-Kuratorium) waren sich von Anfang an sicher, dass Patricia erfolgreich sein würde.

Jetzt amtlich: Patricia Tauscher mit AIBA-Stern

Oldenburg. Wie Kampfrichter-Obmann Lothar Knöpple mitteilt, haben sowohl Patricia Tauscher (Baden) als auch Holger Kußmaul (Württemberg) in Oldenburg die umfangreichen Prüfungen zur Qualifikation als AIBA–Kampfrichter mit einem Stern vor dem Prüfungsausschuss des Weltverbands erfolgreich absolviert. Insgesamt haben neun DBV-Kampfrichter die von Terri Smith (Wales) und DBV-Kampfrichterobmann Erich Dreke geleitete Prüfung bestanden.

Außerdem waren Dr. Ramie Al-Masri (Landesverband Südwest), Daniela Otten (Mittelrhein), Rene Straphel (Mittelrhein), Michael Vogel (Niederrhein), Alexander Wilding (Bayern), Marco Wilzopolski (Schleswig-Holstein) und Dirk Wuttke (Brandenburg) erfolgreich.

Vlcek: "2010 aus leistungssportlicher Sicht zufriedenstellend"

Jürgen Wiedemann (Leonberg, links), Chef des württembergischen Landesverbands, und sein badischer Kollege Werner Kranz (Schriesheim), hier im Gespräch am Rande der DM in Oldenburg, wollen 2011 möglichst die Fusion zum Box-Verband Baden-Württemberg in trockene Tücher bringen.

Villingen. Landestrainer Oli Vlcek, künftig betreut er zusammen mit Sandro Schaer am Olympiastützpunkt in Heidelberg und der Außenstelle Ruit auch die derzeit neun Internatsboxer, bilanziert 2010: "Rückblickend war das vergangene Jahr aus leistungssportlicher Sicht zufriedenstellend. Mit insgesamt 10 Deutschen Meistern und Meisterinnen konnte sich unser Nachwuchs aus Baden-Württemberg in der Leistungsspitze etablieren.

Anschluss an Elite im Vordergrund

Für 2011 steht nun der Anschluss zur Elite im Vordergrund. Im Bereich der U21 konnten unsere Athleten bereits mehrere Erfolge feiern. Diesbezüglich stehen für 2011 mehrere Kaderturniere an, um die Wettkampfstabilität der Topkader zu formen. Mit der großen Unterstützung von Steven Nichols werden hier mehr Maßnahmen realisierbar.

Qualitätsoffensive im Trainerbereich

In 2010 startete auch die Qualtitätsoffenisve im Trainerbereich. In den Bereichen B und C wurden neue Richtlinien erarbeitet und bereits angewendet, um die Vereine und deren Trainer auf den neuesten Stand zu bringen. Hier geht mein besonderer Dank an Achim Böhme und Roland Kubath. Ziel der Offensive ist eine Steigerung der Trainingsqualität durch verstärkte Schulung des Trainerpersonals in den Vereinen.

Landesjugend-Meisterschaften

Mit Spannung fällt nun der Blick auf die kommenden Baden-Württembergischen Jugendmeisterschaften im Februar. Hinsichtlich der Förderung unserer Athleten steht hier natürlich die Einführung in das Turniersystem im Mittelpunkt. Die verstärkte Konkurrenz durch die Teilnahme beider Verbände führt zu einer Stabilisierung der Wettkampfleistung aller Athleten. Die sportliche Kommunikation steht natürlich ebenfalls im Fokus der gemeinsamen Meisterschaft.

Süddeutsche Meisterschaften der Elite zweitägig

Im Zuge dieser Umstrukturierung wurden auch Gespräche mit den Verantwortlichen des Bayerischen Boxverbandes geführt. Ergebnis ist hier eine verträglichere Durchführung der Süddeutschen Meisterschaften im Sinne der Athleten. Im Jugendbereich, sowie im Elitebereich stehen den Baden-Württembergischen Boxern zukünftig weiterhin zwei Startplätze zur Verfügung. Auch wurde die eintägige Süddeutsche Elitemeisterschaft abgeschafft und durch eine leistungssportgerechte zweitägige Meisterschaft ersetzt.

U21-Meisterschaften Baden-Württemberg

Die 1. Baden-Württembergischen U21-Meisterschaften 2010 können als Erfolg betrachtet werden. Diese Fördereinrichtung für die sensible Altersklasse der U21 startete mit hochklassigen Halbfinal- und Finalbegegnungen in 2010. Die internationale Teilnahme aus Polen und der Türkei komplementierten das Gesamtbild. Im neuen Jahr werden hier wiederholt starke Mannschaften aus Deutschland und Europa geladen, um die U21 zu fördern.

Geplante Fusion der Landesverbände

Für die anstehenden Fusionsgespräche zwischen den beiden Verbänden wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg und konstruktive Gespräche. Unsere fleißigen Jugendlichen in den vielen Vereinen haben eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Verbände verdient. Bereiten wir Ihnen den Weg in eine solide Zukunft im Boxsport in Baden-Württemberg.

Ich freue mich auf das kommende Sportjahr und die Zusammenarbeit mit den Vereinen in Baden-Württemberg."

DM 2010 in Oldenburg: Bronze für Schmidt, Yöreci und Witt

Viertelfinalsieg für Aytekin Yöreci bei den DM in Oldenburg (Bild). Auch Eduard Schmidt, der am Ende den Pokal für die knappste Niederlage zuerkannt bekam, und Johann Witt (Hochbild) standen im Halbfinale in der EWE-Arena. Es blieb für alle drei bei Bronze. Der enttäuschte Xhek Paskali (in Blau) reichte dem Viertelfinalsieger im Mittelgewicht und späteren Vizemeister Dennis Radovan (18) die Hand.
 
 

Verteidungsorientiertes Boxen auf dem Vormarsch? / Punktrichterin Patricia Tauscher und Kampfrichter Holger Kussmaul bei DM von AIBA-Obmann Terry Smith geprüft

Oldenburg. Bei den 88. DM in Oldenburg gewann das Team Baden-Württemberg drei Bronzemedaillen.

Für Aytekin Yöreci (BR Knielingen, Bild im Anhang), den DM-Dritten auch des Vorjahres, blieb es erneut bei Bronze im Halbweltergewicht bis 64 Kilogramm. Nach einem hervorragenden Viertelfinalsieg mit 14:4 nach Punkten gegen Artem Harutyunyan (Hamburg)  schied Yöreci in der Runde der besten Vier gegen den 18-jährigen Schweriner Arayk Marutyan, den Dritten der U19-EM 2009 und späteren Titelträger, mit 4:8 nach Punkten aus.

Bei den Titelkämpfen hat der sachsen-anhaltinische Trainer Sigfried Vogelreuter vom Landesleistungszentrum Halle/ Saale laut Journalistin Petra Szag (Mitteldeutsche Zeitung) einen "neuen Trend" ausgemacht, den wir den Lesern von abvbaden.de nicht vorenthalten wollen: "Das verteidigungsorientierte Boxen ist auf dem Vormarsch: Jetzt wird verstärkt aus einer geschlossenen Deckung hart und präzise geschlagen, dabei Aufwand und Nutzen genau abgewogen." Karlsruhe-Knielingens Coach Fikret Yöreci bezeichnete das beispielsweise bei dem Berliner Mittelgewichtsmeister Stefan Härtel zu beobachtende Konzept mit dem Fachbegriff "aktive Verteidigung".

Das von Landestrainer Oli Vlcek (Villingen-Schwenningen) sportlich betreute Team der an der Fusion arbeitenden Landesverbände Baden und Württemberg sicherte sich zwei weitere Bronzemedaillen: Eduard Schmidt (Villingen-Schwenningen) setzte sich knapp, aber verdient per Hilfspunktewertung nach einem 9:9-Remis gegen Yassine Zitoun (Hessen) durch und erkämpfte sich so den Einzug ins Halbfinale der Leichtgewichtler bis 60 Kilogramm. Dort verlor Schmidt hauchdünn gegen Robert Harutyunyan (Hamburg).

Was war geschehen? Württembergs Sportwart Steven Nichols sah es so: "Obwohl Edi immer knapp in Führung lag, gelang es seinem Gegner, Sekunden vor Schluss auszugleichen, was letztendlich zu einem Punktrichterentscheid führte, da die individuelle Wertung ebenfalls ein Unentschieden hervorbrachte." Schmidt bekam am Ende neben einer Bronzemedaille den Pokal für die knappste Niederlage zuerkannt.

Dritter Platz auch für Schwergewichtler Johann Witt (BR Villingen-Schwenningen): Der DM-Dritte von 2009 bot gegen den Dortmunder Dimitri Propp eine überzeugende Leistung. Sein Gegner wurde in Runde 2 und 3 angezählt. Um 23.34 Uhr hieß es im Viertelfinale: Abbruch-Sieg für Witt, dritte Medaille sicher. "Witt hat mich beeindruckt", sagte Valentin Silaghi, der Disziplintrainer des Deutschen Boxsport-Verbands. Pech hatte Witt jedoch im Halbfinale gegen Stefan Sittner (Marne): Die Punktrichter hatten leider das hochgewachsene Nordlicht mit den langen Amen am Ende mit 14:12 knapp vorne. DBV-Pressesprecher Alexander Mazur aus Böblingen schreibt in seinem DM-Resümee: "Stefan Sittner hatte im Halbfinale große Probleme mit Johann Witt, um schließlich am Ende den Ring als glücklicher Sieger zu verlassen."

Die weiteren DM-Starter aus Baden-Württemberg gingen leer aus:

Eine knappe (und umstrittene) 9:10-Punktniederlage gab es für Michael Loginov: Der Bantamgewichtler vom Karlsruher SC musste sich leider Marko Lebeda (Brandenburg) geschlagen geben und schied somit aus.

Der KSC-Leichtgewichtler Sinan Bayrak verlor mit 12:22 nach Punkten gegen den 19-jährigen Erfurter Sebastian Günther (Thüringen), den DM-Dritten von 2008.

Der Ludwigsburger Xhek Paskali (20), Süddeutscher Vize-Meister, bot dem favorisierten Denis Radovan (Köln), dem Dritten der U19-EM und späteren Vizemeister von Oldenburg (er unterlag im Finale dem Berliner Titelverteidiger Stefan Härtel), überraschend stark Paroli. Er verlor 4:14, was in dieser Höhe umstritten war.

Andreas Becker (KSC) ist ebenfalls in der Vorrunde ausgeschieden: "Nach einem beherzten Kampf musste sich Andreas Becker vom Karlsruher SC gegen den mehrfachen Deutschen Meister Erik Pfeifer aus Niedersachsen nach Punkten geschlagen geben", so die Analyse von Steven Nichols.

In der Oldenburger EWE-Arena waren 94 Boxer aus 20 Landesverbänden angetreten. DBV-Präsident Jürgen Kyas zeigte sich zufrieden: „Alle Spitzenleute waren da. Es gibt in einzelnen Gewichtsklassen echte Konkurrenzlagen. Hier wurden die Grundlagen geschaffen für die Entsendung unserer Athleten nach London 2012. Diese DM war ein Meilenstein, aber natürlich nicht der endgültige auf dem Weg zu den Spielen.“

Auch DM-Punktrichterin Patricia Tauscher (Pforzheim) und Kampfrichter Holger Kussmaul (Mögglingen) wurde geprüft: Sie nahmen im Rahmen der Meisterschaften erfolgreich an einer AIBA-Kampfrichterprüfung unter Referee-Obmann Terry Smith (Wales) und DBV-Chefkampfrichter Erich Dreke (Mettmann) teil.

Viertel- und Halbfinale aus BW-Sicht:

56 kg: Michael Loginov (KSC) unterliegt Marko Lebeda (Cottbus) 9:10 n. P.

60 kg: Eduard Schmidt (Boxing VS) schlägt Yassine Zitoun (Hessen) mit 9+:9 n. P.

          Schmidt unterliegt Robert Harutyunyan (Hamburg) 5:5+ (nach KR-Entscheid)

64 kg: Aytekin Yöreci (BRK) schlägt Artem Harutyunyan (Hamburg) 14:4

           Yöreci unterliegt Arayk Marutyan 4:8

75 kg: Xhek Paskali (MBC) unterliegt Denis Radovan (Köln) 4:14

91 kg: Johann Witt (Boxing VS) schlägt Dimitrij Propp (Dortmund) RSC R. 3

           Witt unterliegt Stefan Sittner (Marner TV) mit 12:14 n. P.

+91 kg: Andreas Becker (KSC) verlor gegen Erik Pfeifer (Lohne) 2:24 n.P.

Friedrichshafen gewinnt Württemberg-Cup

Friedrichshafen/ Böblingen. Wie der württembergische Sportwart Steven Nichols nach dem letzten Kampftag am 11. Dezember in Böblingen mitteilt, hat VFB Friedrichshafen den diesjährigen Württemberg-Cup gewonnen. Der Wanderpokal verbleibt nun für ein Jahr im Besitz der Sieger. 

Yöreci und Grund Süddeutsche Meister 2010

Schöne Erfolge für Karlsruher von KSC und Knielingen / Bronze für Sorokin im bayrischen Leipheim / Württemberger Witt holt Schwergewichtstitel / Bayern stärkster Landesverband

Leipheim. Mittelgewichtler Marco Grund (19, Karlsruher Sport-Club) aus Bensheim wurde mit seinem 6:3-Finalsieg gegen Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg)  im bayrischen Leipheim Süddeutscher Meister. Im Halbfinale hatte der Süddeutsche Jugendmeister des Vorjahres Grund bereits den Villingen-Schwenninger Michael Gulakow (Boxing VS) spektakulär aus dem Weg geräumt: Der Kampf schien bis kurz vor Ende der dritten Runde ausgeglichen. Dann schlug Grund eine Linke, zog die Rechte nach und Gulakow ging k.o. Wir sehen Grund voraussichtlich bei den DM der Männer vom 8. bis 11. Dezember in Oldenburg wieder.

Ebenso hat sich Aytekin Yöreci (21) qualifiziert: Der Halbweltergewichtler vom BR Knielingen, DM-Dritter von 2009 und Deutscher U21-Vizemeister von 2008, gewann seinen Finalkampf mit 9:1 überragend gegen Ibrahim Trena (Langenargen). Zuschauer sprachen von einem der besten Kämpfe der Veranstaltung. Yöreci ist BWL-Student in Mannheim und boxt in der 2. Bundesliga für Seelze (Niedersachsen). Grund ist Abiturient in Heidelberg.

Bundeswehr-Sportsoldat Dimitri Sorokin (KSC) verlor im Halbfinale gegen Klemens Ruder (BC Straubing) knapp mit einem Punkt Differenz. Damit blieb es bei Bronze für den 22-jährigen badischen Weltergewichtler und DM-Dritten von 2007.

Die Lokalzeitung "Augsburger Allgemeine" berichtet am Montag nach dem Finale in Leipheim unter anderem auch aus regionaler Sicht:

"Für den sportlichen Höhepunkt des Abends sorgten zweifellos Johann Witt (Ravensburg) und Roman Gorst. Die beiden Finalisten im Schwergewicht boten ein großartiges Kräftemessen zweier technisch ausgereifter, variabler und schlagstarker Faustkämpfer. Je länger der Kampf dauerte, desto mehr fesselte er die Zuschauer in der Halle. Einige hielt es nicht mehr auf den Sitzen, sie rückten immer näher an den Ring heran und feuerten die verbissen um den entscheidenden Vorteil ringenden Athleten lautstark an. In einem Vergleich, der keinen Verlierer verdient hatte, fiel die Entscheidung am Ende hauchdünn zugunsten des Württembergers Witt. Ganz bitter aus Sicht des 21-jährigen Bayern Gorst: Er unterlag demselben Kontrahenten im dritten Meisterschaftsduell hintereinander.

Sportlich herausragend waren neben dem Finale der schweren Jungs die Vorstellungen des Bantamgewichtlers Edgar Walth und des Weltergewichtlers Alfonso Fusco. Beide trugen mit ihren Finalsiegen entscheidend dazu bei, dass Bayern die inoffizielle Wertung der Landesverbände gewann.

Im einzigen Titelkampf der Frauen sorgte die 27-jährige Jule Jacob schnell für klare Verhältnisse. Der Ringrichter schützte ihre hoffnungslos unterlegene Kontrahentin und stoppte den Kampf in der zweiten Runde.

Eine Chance für die Jugend

Weil nach dem Wettkampf vor dem Wettkampf ist, reichen die Planungen der Leipheimer bereits ins kommende Jahr. Schramm würde 2011 gerne zwei große Veranstaltungen aufziehen. Eine soll jugendlichen Boxern aller Alters- und Gewichtsklassen offenstehen. Der VfL-Spartenchef hofft hier auf einen weitreichenden Werbe-Effekt, denn: „Bei uns sieht´s ein bisschen mau aus im Nachwuchs.“ Als zweite Veranstaltung wäre wieder eine Meisterschaft denkbar. Allerdings will Schramm hier nicht gleich nach den Sternen greifen - zumal er gerade erst eine Sternstunde erlebt hatte." (Zitat Ende Augsburger Allgemeine)

Marco Grund (KSC) aus Bensheim triumphiert: Im Finale der Süddeutschen in Leipheim schlug er Xhek Paskali mit 6:3. Aytekin Yöreci (Hochbild) wurde mit seinem Sieg gegen Ibrahim Trena Gruppensieger. Beide Boxer haben sich damit für die Deutschen Meisterschaften in Oldenburg qualifiziert.

Kommt der Box-Verband Baden-Württemberg?

Lahr/ Schriesheim/ Leonberg. Die 2011 angestrebte Fusion der Box-Landesverbände Baden sowie Württemberg ist einen entscheidenden Schritt weiter gekommen: Beim außerordentlichen Verbandstag der Badener am Sonntag in Lahr fiel die Abstimmung mit 34:15 Stimmen klar zugunsten einer Verschmelzung aus. Den Vertretern von jeweils 16 Vereinen aus den beiden Verbandsgruppen Nord- und Südbaden standen jeweils 20 Stimmen zu, dazu kamen die einfachen Voten der neun Vorstandsmitglieder.

„Das ist ein historischer Meilenstein“, freute sich Werner Kranz (Schriesheim), der Präsident des Amateur-Boxsport-Verbands Baden (ABVB). Der Württembergische Amateur-Box-Verband (WABV) um Jürgen Wiedemann (Leonberg) ist jetzt dabei einen außerordentlichen Verbandstag einzuberufen, „um über die Auflösung des WABV abstimmen zu lassen, damit der ABVB unsere Vereine aufnehmen kann".

Man verspricht sich dadurch Synergie-Effekte in sportlicher, personeller und finanzieller Hinsicht. Im Nachwuchsbereich gibt es bereits seit längerem eine Zusammenarbeit.

Team Baden-Württemberg stolz auf U21-Bilanz

Das U21-DM-Team um Olympiatützpunkttrainer Zoltan Lunka (oberes Bild, mit Pokal) und Landestrainer Oli Vlcek (weiße Trainingsjacke) und alle Beteiligten. Alle sind stolz auf den Pokal für den besten Landesverband.

U21-DM: Württemberg holt drei Titel, Baden geht leer aus

Eichstätt. Die Vorbereitung beim baden-württembergischen U21-Turnier eine Woche zuvor (siehe Bericht weiter unten) hat sich bezahlt gemacht, auch oder gerade weil wenn der eine oder andere damals noch unterlegen war: Bei den U21-DM in Bayern wurde Württemberg mit drei Titeln bester Landesverband. Gold holten Eduard Schmidt, Kastriot Sopa (schlug den starken Walth von Bayern im Halbfinale) und Dieter Geier, der den leicht favorisierten Bayern Erik Sokolov im Finale schlagen konnte. Für Erich Fuhr und Andreas Wahl blieb es bei Bronze. Die badischen Starter Marco Grund (KSC) und Andreas Mazara (Freiburg) mussten ebenso wie u.a. der stark eingeschätzte Villinger Erkan Bozkaya schon in der Vorrunde die Segel streichen. 

Hier die Bilanz des DBV-Sprechers Alexander Mazur für die Bundespresse:

Kastriot Sopa und Christian Lewandowski: Neue Talent entdeckt

Der bayerische Verein, der BC Eichstätt, war der 3. Ausrichter der U21-Boxmeisterschaften des DBV, an den 55 Athleten in neun Gewichtsklassen von 16 Landesverbänden vertreten waren. Der Verein selbst, mit seinem Cheforganisator Gerhard Heubusch und seine zuverlässigen Assistenten, sorgten für eine problemfreie Abwicklung dieser Titelkämpfe und wurden mit viel Lob bedacht.

Als erfolgreichster Landesverband erwies sich Württemberg, der durch Dieter Geier, Kastriot Sopa und Eduard Schmidt drei Meisterschaften erboxte.

Die restlichen Goldmedaillen holten sich die LV Mittelrhein, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Berlin, die sich je ein Mal in die Liste der u21-Meister eintragen konnten.

Die Boxer Dieter Geier aus Stuttgart und Artem Harutyunyan aus Hamburg konnten sich, wie im Vorjahr mit dem Titel eines u21-Meisters schmücken.

Es wurden aber auch viele neue Talente in Eichstätt entdeckt , so besonders Bantamgewichtler Kastriot Sopa vom SV 07 Ludwigsburg, der den eigentlichen Favoriten,  Edgar Walth (BC Straubing), knapp mit 4:2  im Halbfinale eliminierte und im Finale eine hervorragende Leistung vollbrachte und den Essener Vitali Gafurov mit 7:2 niederhielt. Als eine Neuentdeckung ist auch der Greifswalder Superschwergewichtler Christian Lewandowski zu bezeichnen, der im Halbfinale gegen den Hessen Ali Kiydin sicher gewann und im Finale das Kunststück fertig brachte, den für die DM in Oldenburg gesetzten und int. erprobten Erik Brechlin (SV Motor Babelsberg) sensationell mit 10:5 schlug.

Als bester Techniker wurde Denis Radovan vom SC Colonia 06 Köln ausgezeichnet und den Pokal als bester Kämpfer, der amtierende u19 Europameister, Tyron Zeuge vom Berliner Verein Stahl Schöneweide.

Die jeweiligen Finalisten sind nun berechtigt, an den 88. deutschen Meisterschaften, die vom7.-11. Dezember in Oldenburg stattfinden werden, teilzunehmen.

Alle Ergebnisse der 3. u21 DM vom 05.- 07. November 2010 in Eichstätt/Bayern

52 Kg:                3 Teilnehmer

Dieter Geier                    (Gold-Blau Stuttg., WÜ)            - 02:01 PS ü. Erich Sokolov                  (VfL Waldkraiburg, BY)

Erich Sokolov                 (VfL Waldkraiburg, BY) - 04:01 PS ü. Steven Maleika    3.         (TSV Stein, BY)

Dieter Geier         1.         (Gold-Blau Stuttg., WÜ)            - 03:01 PS ü. Erich Sokolov      2.         (VfL Waldkraiburg, BY)

56 Kg:                4 Teilnehmer

Kastriot Sopa                 (SV Ludwigsburg, WÜ)  - 04:02 PS ü. Edgar Walth                    (BC Straubing, BY)

Vitali Gafurov                  (BR Essen, NR)            - 08:00 PS ü. Chris Lauterbach              (BAC Wolfenbüttel, NS)

Chris Lauterbach    3.      (BAC Wolfenbüttel, NS)            - WO-S. ü. Edgar Walth                        (BC Straubing, BY)

Kastriot Sopa      1.         (SV Lidwigsburg, WÜ)   - 07:02 PS ü. Vitali Gafurov       2.         (BR Essen, NR)

60 Kg:                8 Teilnehmer

Brojan Batschuki             (BR Essen, NR)            - 10:03 PS ü. Daniel Jaß                       (ESV Frankfurt/O, BB)

Harun Güler                     (SC Colonia Köln, MR)  - 07:02 PS ü. Amet Eminovic                (PSV Hannover, NS)

Eduard Schmidt              (Vill. Schwenning., WÜ) - 09:05 PS ü. Yassine Zitoun                 (CSC Frankfurt/M, HE)

Murad Ismailov               (1. AC Weiden, BY)       - 17:07 PS ü. Sebastian Günther           (PSV Erfurt, TH)

Harun Güler                     (SC Colonia Köln, MR)  - +02:02 PS ü Brojan Batschuki             (BR Essen, NR)

Eduard Schmidt              (Vill. Schwenning., WÜ) - 05:04 PS ü. Murad Ismailov                (1. AC Weiden, BY)

Brojan Batschuk   3.        (BR Esser, NR)             - WO-S. ü.  Murad Ismailov                   (1.AC Weiden, BY)

Eduard Schmidt   1.        (Vill. Schwenning., WÜ) - WO ü. Harun Güler                  2.         (SC Colonia Köln, MR)

64 Kg:                7 Teilnehmer

Erich Fuhr                       (SV Spaichingen, WÜ)  - 06:01 PS ü. Felix Lamm                      (Nordhäser SV, TH)

Clemens Busse               (Traktor Schwerin, MV)  - 07:00 PS ü. Thulassi Tharumalingam, (TV Schwanewede, NS)

Johannes Winter             (BC Weißenburg, BY)    - 06:00 PS ü. Erkan Bozkaya                (Vill. Schwenning., WÜ)

Artem Harutyunyan          (TH Eilbeck, HA)           - +03:03 PS ü. Erich Fuhr                      (SV Spaichingen, WÜ)

Clemens Busse               (Traktor Schwerin, MV)  - 04:02 PS ü.    Johannes Winter           (BC Weißenburg, BY)

Erich Fuhr           3          (SV Spaichingen, WÜ)  - 02:01 PS ü. Johannes Winter              (BC Weißenburg, BY)

Artem Harutyunyan  1.     (TV Eilbeck, HA)           +02:02 PS ü. Clemens Busse    2.         (Traktor Schwerin, MV)

69 Kg:                8 Teilnehmer

Sebastian Knigge            (St. Blankenburg, SA)   - 04:03 PS ü. Neil Kickelbick                 (BC Minden, WE)

Berat Tolga Aciksari        (Finkenwerder, HA)       - 12:03 PS ü. Marvin Yazdi                    (Pi. Fürstenfeldbr. BY)

Viktor Gasselbach           (PSV Wismar, MV)        - 02:01 PS ü. Darian Neumann              (BSV Boxtehude, HA)

Johannes Bulach             (BC Gifhorn, NS)          - 05:02 PS ü. Ewgenij Jabs                   (UBV Schwedt, BB)

Sebastian Knigge            (St. Blankenburg, SA)   - 06:02 PS ü. Berat Tolga Aciksari         (Finkenwerder, HA)

Johannes Bulach             (BC Gifhorn, NS)          - 03:01 PS ü. Viktor Gasselbach           (PSV Wismar, MV)

Berat Tolga Aciksari   3   (Finkenwerder, HA)        - WO-S. ü. Viktor Gasselbach               (PSV Wismar, MV)

Sebastian Knigge       1.     (St. Blankenburg, SA)            - 06:02 PS ü. Johannes Bulach  2.         (BC Gifhorn, NS)

75 Kg:                8 Teilnehmer

Sadula Abdulai               (ESV Frankfurt/O, BB)  - 06:00 PS ü. Patrick Ester                    (Nordhäuser SV, TH)

Arthur Manchos               (VFB Oldenburg, NS)    - 04:02 PS ü. Marco Grund                   (Karlsruher SC, BA)

Denis Radovan               (SC Colonia Köln, MR)  - 08:01 PS ü. Sascha Arsurmajan          (TSV Stein, BY)

Leon Bunn                      (CSC Frankfurt/M, HE)  - 06:02 PS ü. Asnaur Gasanov              Gold Blau Stuttgart, WÜ)

Sadula Abdulai               (ESV Frankfurt/O, BB)  - 04:01 PS ü. Artur Manchos                 (VFB Oldenburg, NS)

Denis Radovan               (SCColonia Köln, MR)   - 01: 00 PS ü. Leon Bunn                      (CSC Frankfurt/M, HE)

Leon Bunn          3.         (CSC Frankfurt/M, HE)  - +00:00 PS ü. Artur Manchos               (VFB Oldenburg, NS)

Denis Radovan   1.         (SC Colonia Köln, MR)  - 03:00 PS ü. Sadula Abdulai    2.         (ESV Frankfurt/O, BB)

81 Kg:                8 Teilnehmer

Tyron Zeuge                   (St. Schöneweide, BE)  - 02:00 PS ü. Tony Witzke                     (PSV Stralsund, MV)

Philipp Lang                   (BC Weißenburg, BY)    - 02:00 PS ü. Andreas Mazara               (BSV Freiburg, BA)

Islam Sulimanov              (ESG Halle, SA)            - 11:04 PS ü. Yasin ´Basar                    (Friedrichshafen, WÜ)

Kenan Bayrami                (FK Düren Grüng., MR) - +00:00 PS ü. Denis Reich                   (BR Essen, NR)

Tyron Zeuge                   (St. Schöneweide, BE)  - 04:00 PS ü. Philipp Lang                    (BC Weißenburg, BY)

Kenan Bayrami                (Düren Grüngürtel, MR) - 07:04 PS ü. Islam Sulimanov              (ESG Halle, SA)

Philipp Lang        3.         (BC Weißenburg, BY)    - WO-S. ü. Islam Sulimanov                  (ESG Halle, SA)

Tyron Zeuge        1.         (St. Schöneweide, BE)  - 03:01 PS Kenan Bayrami        2.         (Düren Grüngürtel, MR)

91 Kg:                6 Teilnehmer

Marcus Okosun               (Übach-Palenberg, MR) - 03:02 PS ü. Burak Sahin                     (BC Reinickendorf, BE)

Senad Gashi                   (BC Neunkirchen, SL)    - RSC-S. 3.R ü. Marcus Finke               (BC Döbeln, SN)

Marcus Okosun               (Übach-Palenberg, MR) - Disqu.-S. 3.R. ü. ,Senad Gashi           (BC Neunkirchen, SL)

Donat Avdijaj                  (TSV Wallenhorst, NS)  - 06:00 PS ü. Andreas Wahl                  (KSC Backnang, WÜ)

Andreas Wahl      3.         (KSC Backnang, WÜ)    - 06:02 PS ü, Senad Gashi                    (BC Neunkirchen, SA)

Donat Avdijaj      1.         (TSV Wallenhost, NS)   - 04:00 PS Marcus Okosun       2.         (Übach-Palenb., MR)

91 +Kg:              3 Teilnehmer

Eric Brechlin                   (Motor Babelsberg, BB)            - 15:04 PS ü. Ali Kiydin                         (ABC Oberursel, HE)

Christian Lewandowski    (BC Greifswald, MV)     - 13:04 PS ü. Ali Kiydin             3.         (ABC Oberursel, HE)

Christian Lewandowski 1.(BC Greifswald, MV)      - 10:05 PS ü. Eric Brechlin        2.         (Motor Babelsberg, BB).

Patric Hill Internationaler Süddeutscher Jugendmeister

Karlsruhe-Knielingen. Patric Hill (KSV Rheinstrom Konstanz) hat bei den Internationalen Süddeutschen Meisterschaften der Jugend (U19) in Karlsruhe-Knielingen Gold gewonnen: Im Finale des Bantamgewichts bis 56 Kilogramm besiegte Hill den starken Bayern Daniel Gross mit 6:5 Punkten. Gross ist der nationale U17-Champ. Beide waren bereits 2009 in unterschiedlichen Gewichtsklassen Deutsche U17-Vizemeister geworden, Hill auch 2010. "Patric hat mich überrascht, aber er hat die klareren Treffer gesetzt und verdient gewonnen", freute sich Präsident Werner Kranz über den einzigen Titelträger für den Landesverband Baden. Der sich stetig positiv weiter entwickelnde Hill, der binnen eines Jahres vom 44- ins 56-Kilogramm-Limit aufgestiegen ist, qualifizierte sich mit seinem Erfolg nun auch für die Internationale Jugend-DM im November in Plön. Alle Ergebnisse folgen noch.

Ergebnisse der Süddeutschen Jugend-Meisterschaften 2010

Finalergebnisse

C-Lizenzverlängerung diesen Dezember, Neuausbildung erst 2011

Heidelberg. Die Trainer C-Neuausbildung beginnt mit dem Grundlehrgang vom 4. - 8. Juli 2011. Aufbaulehrgang vom 21. - 25. November 2011. Prüfungslehrgang im Jahr 2012. Die Ausbildung findet an der Sportschule in Ruit statt. Die Teilnehmerzahl ist auf ca. 25 Teilnehmer begrenzt.

Tasheena Bugar verliert knapp, keine WM-Medaillen

Drei Deutsche schafften es ins Viertelfinale unter 267 Boxerinnen bei den WM 2010 in Bridgetown auf Barbados / Klüners, Strohmaier und Brückner am Ende jeweils Fünfte

Bridgetown (Barbados)/ Karlsruhe. Jeweils fünfter WM-Platz für Maike Klüners (24, Feder, Düsseldorf) , Andrea Strohmaier (28, Welter, Augsburg) und Ulrike Brückner (33, Mittel, München): Sie verloren ihre Viertelfinalkämpfe jeweils mit 7:10 gegen die Tunesierin Jouini, die Chinesin Yang bzw. 4:9 gegen die Ukrainerin Durnyeva (Brückner). Man muss fast sagen: Immerhin standen bei den 6. WM auf Barbados drei Deutsche im Viertelfinale. Denn Deutschland ist ein Spätzünder im Frauenboxen. Schade, dass die baden-württembergische WM-Teilnehmerin Tasheena Bugar vom Karlsruher SC schon in der Vorrunde knapp gegen die Bulgarin Jelisejewa verloren hatte.

Bugar hatte bei den 6. Weltmeisterschaften im Frauen-Boxen in der Hauptstadt Bridgetown auf Barbados (Karibik-Insel) zuvor kampflos die zweite Runde erreicht: Stephanie Walker (Kanada) war krankheitsbedingt nicht angetreten. Gegen die vorne herein stark einzuschätzende Bulgarin Denisa Jelisejewa, die zum Auftakt immerhin die 24-jährige Schweizerin Sandra Brügger (Basel), Vize-Weltmeisterin von 2006, aus dem Feld geschlagen hatte, verlor Bugar trotz einer anfänglichen 2:1-Führung und einem starken Endspurt in der vierten Runde knapp mit 6:7. Auch Pinar Yilmaz, Julia Irmen und Azize Nimani verloren ihre Vorrundenkämpfe gegen favorisierte Medaillen-Anwärterinnen. PJ

Am Besten mit einer Medaille für London empfehlen

Tasheena Bugar, seit dem DM-Titel 2008 (Bild oben) Trägerin der goldenen Verdienstnadel des ABVB, wurde für ihr jüngstes DM-Gold in ihrem Heimatclub KSC ausgezeichnet (neben Dimitri Sorokin, links, und Michael Loginov). Auf dem unteren Bild ist sie als jüngere Landesmeisterin zu sehen.

Tasheena Bugar (22, Karlsruher Sport-Club) erkämpft sich Ticket für Frauen-WM auf Barbados / Kämpfe: 9. bis 18. September 

Bridgetown/ Karlsruhe. Auf dem Weg zu den olympischen Spielen von London, wo 2012 erstmals auch Frauen boxen werden, sind die anstehenden Weltmeisterschaften in Bridgetown auf Barbados nur eine Zwischenstation. Erst bei den Frauen-WM im Mai 2012 (voraussichtlich in China) werden Olympiatickets geknipst. Und es gibt für Europas Boxerinnen insgesamt nur zwölf und deshalb heiß umkämpfte Startplätze in den drei olympischen Frauenbox-Gewichtsklassen mit je zwölf Teilnehmerinnen. Umso mehr gilt es auch für die deutschen Hoffungsträgerinnen auf internationaler Ebene Erfahrungen mit den Besten zu sammeln und sich bei den Kampfrichtern einen Namen zu machen.

Dazu bietet die 6. WM von 9. bis 18. September Gelegenheit. Mit rund 300 Athletinnen aus 75 Ländern hat sich die Teilnehmerzahl gegenüber den WM 2008 laut Weltverband AIBA um 50 Prozent erhöht: Olympia zieht. Mit zu den aussichtsreichsten Boxerinnen mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust zählt Tasheena Bugar. Die 22-jährige zweifache Deutsche Meisterin vom Karlsruher Sport-Club (KSC) stand nach ihrem Wechsel in die nächsthöhere Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm vorübergehend im Schatten von Julia Irmen, der mehrfachen nationalen Championesse im Leichtgewicht.

Doch bei den jüngsten Deutschen Meisterschaften sorgte die Karlsruher Erzieherin aus dem Stadtteil Neureut für eine Überraschung in Fachkreisen. ?Tasheenas 3:2-Punktsieg über die bayrische Titelverteidigerin ist ihr bisher größter Erfolg?, freut sich KSC-Boxchef Heinz Birkle mit dem früheren Schützling von Ex-Europameister und KSC-Coach Siggi Mehnert. Seit zwei Jahren trainiert allerdings Tyson Gray die Boxerin. ?In unserer Boxstaffel gibt es keinen, der über den Trainingsfleiß und Einsatzwillen von Tasheena verfügt?, weiß Birkle um die größten Stärken der nationalen Meisterin von 2008 sowie Vizemeisterin von 2009, jeweils noch im Federgewicht bis 57 Kilogramm.       

Von ihren derzeit 54 Kämpfen im Pass gewann Bugar 35. Nehmerqualitäten bewies die KSC-Kämpferin gleich bei ihren ersten drei Fights. Zweimal unterlag sie der damaligen Vize-Weltmeisterin Dina Burger (Schweiz). Dass sich Bugar 2004 schon zu Beginn ihrer Karriere im Ring auch der als Amateurin schon starken heutigen Profiweltmeisterin Susi Kentikian mutig gestellt hat, beweisen in Birkles Augen die Kompromisslosigkeit und den Kampfeswillen seiner inzwischen auch technisch gereiften Vorzeige-Athletin. 2008 war sie als Deutsche Federgewichtsmeisterin Teilnehmerin an der WM in China.

Bugars Stärken bekam nun ihre Rivalin Julia Irmen (vormals Göldner) gleich zweimal zu spüren: Vom deutschen Boxverband aufgrund ihrer internationalen Erfahrung und konstanten Leistungen eigentlich favorisiert, verlor die Regensburgerin nicht nur das jüngste DM-Finale Mitte Juli in Wismar, sondern kürzlich auch den eigens zur Entscheidungsfindung ausgetragenen internen Qualifikationskampf in der Bundes-Sportschule Hennef.

?Noch etwas klarer als in Wismar hat Tasheena am 16. August die WM-Ausscheidung gewonnen?, so Birkle. Glück für Irmen: Die starke Regensburgerin startet nun im bislang vom Boxverband unbesetzten Limit bis 64 Kilogramm bei den WM und erhöht so unsere Medaillenchancen. ?Auch wenn es schwer wird: Ich will mich möglichst mit einer WM-Medaille für die olympischen Spiele in London empfehlen?, sagt Tasheena.

Mit ein wenig Losglück könnte es der sympathischen Badenerin glücken. Für ihre Fans gilt es am Tag der Kampfauslosung (am 8. September?) die Daumen zu drücken, dass Bugar nicht gleich zum Auftakt auf solche Kaliber wie  beispielsweise die irische Titelverteidigerin Katie Taylor, mehrfache Welt- und amtierende Europameisterin sowie AIBA-Boxerin des Jahres 2008, trifft. Auch alle Osteuropäerinnen und die Chinesinnen sind stark einzuschätzen. Peter Jaschke  

Info: Sieben deutsche Athletinnen starten bei den 6. Box-Weltmeisterschaften der Frauen auf Barbados (Kämpfe: 9. bis 18. September). Es sind mit Ausnahme von Julia Irmen die amtierenden deutschen Meisterinnen.

Fliegengewicht (bis 51 Kg): Pinar Yilmaz (Wuppertal).

Bantamgewicht (54 Kg): Azize Nimani (Berlin).

Federgewicht (57 Kg): Maike Klüners (Düsseldorf).

Leichtgewicht (60 Kg): Tasheena Bugar (Karlsruher SC).

Halbweltergewicht (64 Kilogramm): Julia Irmen (Regensburg).

Weltergewicht (69 Kg): Andrea Strohmaier (Augsburg).

Mittelgewicht (75 Kg): Ulrike Brückner (München). pj

Landesmeisterschaften in Württemberg

Langenargen. Hier die Ergebnisse der Titelkämpfe 2010 beim Landesverband Württemberg, die uns Sportwart Steven Nichols zur Verfügung stellt. Auf den ersten Blick Überraschung im Schwergewicht: Johann Witt schlägt Vahagn Shakjan. Ist allerdings als WO, also Walk over, gekennzeichnet und heißt in diesem Fall: der Sindelfinger Favorit Sahakjan war verletzt und nicht angetreten.

Kampf  Limit

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

35

Leicht MB 60 kg

ROT BLAU

LANE Connor KUTDAG Hakan

BTLAN NSUSU

ROT

PTS

5:3

36

Leicht MA 60 kg

ROT BLAU

KAYALAR Toygar SCHMIDT Eduard

VFKGE BOXVS

ROT

PTS

+7:7

37

Halbwelter MA 64 kg

ROT BLAU

FUHR Erich TRENA Ibrahim

SVSPA BTLAN

ROT

PTS

9:3

38

Halbwelter MB 64 kg

ROT BLAU

ZITLAU Boris SCHMIDT Paul

NSUSU BCOA

ROT

PTS

1:0

39

Welter MA 69 kg

ROT BLAU

AHMAD Ibrahim KARRICAJ Mattias

BOXVS BCWAN

ROT

PTS

7:1

40

Welter MB 69 kg

ROT BLAU

ENEKEL Marc FEIG Joachim

VFLSI BSVSI

BLAU

PTS

1:0

41

Mittel MA 75 kg

ROT BLAU

BUTZ Alexander PASKALI Xhek

ESVRO MBCLU

ROT

PTS

2:0

42

Welter FR 69 kg

ROT BLAU

MEDDUR Melike RUPPANER Annika

BTLAN BTLAN

BLAU

PTS

3:1

43

Mittel MB 75 kg

ROT BLAU

TARAZZIT Omar HENSCHEL Markus

FBESS BCOBE

ROT

PTS

6:1

44

Halbschwer MA 81 kg

ROT BLAU

SCHMIDT Artur BASAR Yasin

BOXVS VFBFR

ROT

PTS

1:0

45

Halbschwer MB 81 kg

ROT BLAU

DANTSCHULA Nikolaj EDWARD Samson

BOXVS OLYGÖ

BLAU

PTS

6:3

46

Schwer MA 91 kg

ROT BLAU

SAHAKJAN Vahagn WITT Johann

VFLSI BOXVS

BLAU

WO

 

47

Schwer MB 91 kg

ROT BLAU

BALTHASAR David RUSTAMOV Karim

FBESS BCOA

ROT

RSCI

R2

48

ROT BLAU Superschwer MA+91 kg

AL-ALI Salah SÜMENGEN Burhanettin

FBESS FBESS

BLAU

PTS

+1:1

49

ROT BLAU Superschwer MB+91 kg

WOLF Roman UDALCOV Andrey

BTLAN BCOA

BLAU

PTS

3:2

Vier Goldmedaillen in Russland

Tolle Erfolge der Youngster aus Baden und Württemberg / Stärker als Ukraine und Frankreich

Baden-Württemberg. Im Folgenden bietet abvbaden.de kurz vor der Sommerpause einen Überblick über die jüngsten Erfolge des  Box-Nachwuchses Baden-Württemberg. Landestrainer Oli Vlcek teilt uns nämlich interessante Dinge mit.

Erster beim Hessen-Cup 2010

Die Verbandstrainer Alex Seel und Witali Tarassow waren mit einer jungen Auswahlmannschaft beim renommierten Hessen-Cup 2010 in Wetzlar dabei. Unter vielen anderen starteten die Youngster Kastriot Sopa und David Eberle. Insgesamt verkaufte sich das Team sehr gut und konnte wiederholt den ersten Platz in der Mannschaftswertung belegen, wenn man die Bilanz von Baden und Württemberg addiert.

DM der Frauen 2010

Gemeinsam präsentierten sich die Delegationen Baden und Württemberg bei der DM der Frauen in Wismar. Wie auch schon bei den zuvor stattgefundenen Meisterschaften der Jugend, Junioren und Kadetten (siehe Berichte weiter unten auf der Seite) zeigte sich die Staffel aus Baden-Württemberg als eine Mannschaft. Sportlich waren Freud und Leid sehr nah beieinander. Die KSC-Boxerin Tasheena Buga schaffte das Unmögliche und erkämpfte sich den wichtigen DM Titel im Limit bis 60 Kilogramm (siehe auch Meldung weiter unten).

Die Youngster hingegen starteten mit mehreren Niederlagen. Manch fragwürdiges Urteil, aber auch die starke Konkurrenz verhinderten einen weiteren Titel im Nachwuchsbereich. Britta Wolf vom MBC demonstrierte einen Spitzenkampf gegen die Nummer 1 des DBV aus Berlin Azize Nazyme.

Vergleich Baden-Württemberg mit Ukraine

Im Rahmen des Brezelfestes 2010 trat eine U21-Auswahl aus Baden-Württemberg gegen die starke Regionalauswahl aus Lviv/ Ukraine an. Hier waren die Topkaderleute Dieter Geier, Dimitri Sorokin und Eduard Schmidt mit von der Partie. Auch Erich Fuhr kletterte in den Ring, um die Farben BW zu vertreten. Insgesamt zeigte die Mannschaft eine gute Leistung und konnte den Gegner aus der Ukraine mit 10:6 Wertungspunkten besiegen.

Baden-Württemberg Nr. 1 vor Frankreich bei Turnier in Russland

Abschließend trat eine U19- und U17-Auswahl in Kurgan/ Russland an, um internationale Erfahrung zusammeln. Mit den Deutschen Meistern David Eberle, Byron Carrey, Dejan Cajic und Erkan Bozkaya und weiteren Nachwuchsathleten startete die Delegation in den Ural. Insgesamt 35 Teams aus 7 Ländern (GER, FRA, KAZ, UZB, RUS, SUI, POL) mit über 270 Athleten gingen dort an den Start. Mit einer Spitzenleistung setzte sich das Team aus BW für alle überraschend an die Spitze der Teamwertungen.

Vier Goldmedaillen von Kastriot Sopa, Erkan Bozkaya, Vjaceslaw Spomer und Igor Teziew sowie vielen weiteren guten Kämpfen der weiteren Athleten sicherten dem Team den Mannschaftscup.  Erwähnenswert ist, dass sich das Team BW vor der Nationalmannschaft aus Frankreich (dreimal Gold) auf den ersten Platz durchkämpfen konnte.

KSC zeichnet verdiente Athleten aus

Dima Sorokin, Tasheena Bugar und Michael Loginov (oben, v. l.) bekamen von KSC-Boxchef Heinz Birkle ebenso Pokale für ihre Leistungen wie Marco Grund (Kampfbild gegen den Schwetzinger Aujla im KSC-Klubhaus).

Karlsruhe. Heinz Birkle, der Box-Chef beim Karlsruher Sport-Club (KSC), zeichnete am Rande der Landesmeisterschaften im KSC-Klubhaus einige seiner besten Athleten aus. U21-Hoffnung Dimitri Sorokin wurde für seinen 125. Kampf, den er schon 2009 geboxt hatte, nachträglich geehrt. Marco Grund, wie Sorokin (mit seinem 100. Sieg!) frisch gebackener badischer Meister, erhielt einen Pokal für den besten Techniker der jüngsten Titelkämpfe sowie auch seinen 75. Kampf 2009. KSC-Boxerin Tasheena Bugar erhielt eine Auszeichnung zum zweiten Titel der Deutschen Meisterin (2010: Leichtgewicht, 2008: Federgewicht). Auch der mehrfache Süddeutsche Meister Michael Loginov freute sich über einen Pokal.

Favoriten vom KSC holen Landestitel 2010

Karlsruhe. Bei den badischen Landesmeisterschaften im KSC-Klubhaus "Wildparkstadion" bewiesen die Lokalmatadore des Gastgebers Stärke. Es kam zu Siegen und folglich Titeln für die in der A-Klasse favorisierten Bundes- bzw. Landeskader-Athleten Sinan Bayrak, Dimitri Sorokin und Marco Grund. Im Superschwer musste sich Andreas Becker (KSC) allerdings Hasan Göksal vom BR Karslruhe-Knielingen geschlagen geben. Südbadens Avdi Asllani (BV Überlingen) setzte sich erwartungsgemäß gegen den schweren KSC-Mann Daniel Dörrer durch, jedoch nur knapp mit 5:4 Punkten.

Hier alle Resultate von der sonntäglichen Matinee:

 

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

1

FR81 kg

ROT BLAU

STEINBACH Vivien VOLLMECKE Anna

BWL BSVFR

BLAU

RET

R2 11:36

2

MB69 kg

ROT BLAU

MAYER Markus COMO Gennaro

EPP SING

BLAU

RSC

R3 11:50

3

MA91 kg

ROT BLAU

ASLLANI Avdi DÖRRER Daniel

ÜBERL KSC

ROT

PTS

5:4

4

MB81 kg

ROT BLAU

GUEBLI Ryad MERKER Vitali

KSC EPP

ROT

RSC

R2 12:14

5

MA69 kg

ROT BLAU

SOROKIN Dimitri ASLLANI Isuf

KSC ÜBER

ROT

RET

R1 12:20

6

MA60 kg

ROT BLAU

DIALLO Mamadou BAYRAK Sinan

KSC KSC

BLAU

PTS

11:3

7

MB75 kg

ROT BLAU

DELL Erich LYSUN Roman

EPP BRK

BLAU

RET

R1 13:05

8

MA75 kg

ROT BLAU

PRABHPREET Avjala GRUND Marco

BCSCH KSC

BLAU

RSC

R2 13:17

9

MA91+ kg

ROT BLAU

BECKER Andreas GÖKSAL Hasan

KSC BRK

BLAU

PTS

6:3

Tasheena Bugar wieder Deutsche Meisterin

Bronze für Heidelbergerin Clara Lamadé (U19)

Wismar. Wahnsinn: Bei den DM der Frauen besiegte Tasheena Bugar (Karlsruher SC) mit nur einem Punkt Unterschied die starke und in diesem Limit favorisierte Regensburgerin Julia Irmen im Leichtgewicht bis 60 Kilogramm. Bugar war 2008 nationale Championesse und 2009 Vizemeisterin im Federgewicht (bis 57 Kilogramm). Ihr begeisternder Finalsieg im vielleicht stärksten Kampf dieser DM beschert dem deutschen Boxverband ein Luxusproblem: Denn wer vertritt uns nun bei den Frauen-WM auf Barbados im September in diesem Limit? Klar, dass wir von abvbaden.de Badens Bugar die Daumen drücken, doch möge sich die Bessere durchsetzen. Die U19-Boxerin Clara Lamadé (BC Heidelberg) holte in ihrer Altersklasse eine Bronzemedaille. Sie konnte Lisa Hartmann (BC Speyer) schlagen, unterlag im Halbfinale aber der späteren Vizemeisterin Regina Slobodjanikova aus Bayern. PJ

U19: Zwei DM-Finalisten, Bronze für Balaban, Holland und Wahl

Köln. Zwei Silber- und drei Bronzemedaillen: Das ist die positive Bilanz des Jugendteams Baden-Württemberg nach dem Finale der U19-DM 2010 in Köln.

Der Badener
: Mit Fliegengewichtler Remzi Balaban (BR Knielingen) stieg ein noch junger und unerfahrenes Talent in den Ring. Sein Gegner Denis Bauer aus Niedersachsen seinerseits war amtierender Deutscher Meister und zeigte die vorhandene Routine in der Begegnung. Remzi kämpfte sich jedoch beherzt durch das Gefecht und setzte in allen Runden sehr gute Akzente. Besonders in Runde 3 konnte der Knielinger dem Deutschen Meister schwer zusetzen und sein Talent zeigen. Nach dem Schlussgong durfte sich der junge Remzi die Bronzemedaille umhängen.

Die Württemberger: Zum Favoritenschreck entwickelte sich der Mergentheimer Federgewichtler Artur Herter. Doch musste er im Finale gegen den amtierenden Kölner U19-Weltmeister Arthur Bril ran - und verlor.

Slawa Spomer (VfL Neckargartach) unterlag im Welterlimit-Finale Viktor Gasselbach aus Mecklenburg-Vorpommern.

Bei Bronze blieb es auch für den starken Sindelfinger Thomas Holland im Mittelgewicht.

Der Backnanger Andreas Wahl (Schwer) boxte im Halbfinale gegen den WM-Fünften Donat Avdijaj aus Niedersachsen: Drei Runden lag tobte eine erbitterte Schlacht zwischen den beiden Schwergewichtlern. Das Publikum jubelte und die Fanclubs aus Baden-Württemberg und Niedersachsen lieferten sich abseits des Rings ebenfalls einen Kampf um die lauteren Anfeuerungsrufe. Letztlich konnte der WM-Teilnehmer seine Erfahrung ausnutzen, wie uns Landestrainer Oli Vlcek aus Köln berichtet.

U15-DM: Team Baden-Württemberg Zweiter

Dreimal Gold in Brandenburg / Einziger ABVB-Starter Mironow verliert im Viertelfinale

Bad Lindow. Bei den U15-DM der Kadetten in Bad Lindow (Brandenburg) belegte die Baden-Württemberg-Auswahl am Ende Platz 2 in der Länderwertung hinter Berlin. Team BW stellt insgesamt drei Deutsche Meister und vier Vizemeister sowie einen DM-Dritten.

Das Team:

-34kg Alex Fengler Boxing VS (DM 2010)
-36kg Sergej Mironow BR Knielingen
-40kg Patrick Müller SSV Ulm (DM-Vize)
-44kg Dennis Schneider Gold Blau Stuttgart (DM-Vize)
-48kg Wladislaw Baryshnik KSC Backnang (DM-Vize)
-50kg Ivan Kischenko Boxing VS (DM-Dritter)
-57kg Kamil Bochnia SV Böblingen (DM-Vize)
-63kg Alexandros Sisca ESV Rot Weiß Stuttgart (DM 2010)
-75kg Orkun Tuncer Fit Boxing Esslingen (DM 2010)

Die sieben Final-Begegnungen mit BW-Boxern (analysiert von Landestrainer Oli Vlcek):

Alexander Fengler ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, wer Chef im Ring ist. Armend Ljutoli aus Berlin zeigte technisch sauberes Boxen. Trotzdem musste er sich dem druckvollen Angriffen von Fengler geschlagen geben. Alle drei Runden konnte der VS´ler für sich entscheiden und wurde als erster BW´er mit 10:2 Punkten zum Deutschen Meister der Kadetten gekürt.

In der zweiten BW Begegnung bekam es Patrick Müller aus Ulm mit dem Deutschen Meister Toni Kloß aus Sachsen - Anhalt zu tun. Dieser zeigte konzentriertes und abgeklärtes Boxen eines Deutschen Meisters. Aber Patrick zeigte sich hiervon ab Runde 2 unbeeindruckt und suchte seine Chancen in der Offensive. Immer wieder setzte der Ulmer dem Deutschen Meister in der Nahdistanz zu. Schlussendlich reichte es jedoch nicht für den Titel und Patrick musste sich nach Punkten geschlagen geben. Trotzdem kann Patrick sich über diesen Vizemeistertitel freuen.

Der Stuttgarter Dennis Schneider musste gegen den technisch starken Berliner Murat Yildirim ran. Beide kannten sich bereits vom Ostseepokal. Bereits in der ersten Runde sah man dem Talent aus Stuttgart an, dass er mit der Nervosität zu kämpfen hatte. Auch bei Patrick und Alex zeigte sich, dass die Neulinge erst lernen mussten, mit einer derartigen Stresssituation umzugehen. Aber auch Dennis steigerte sich in den Kampf und versuchte, den Konterboxer Murat zu stellen. Murat jedoch gelang es immer wieder, sich den Kampfhandlungen zu entziehen. Abschließend wurde Dennis zum verdienten Deutschen Vizemeister gekrönt.

Die Begegnung von Wladislaw Baryshnik endete mit einem fragwürdigen 2 zu 0. Apti Sulimanov, seinerseits Deutscher Meister 2009 zeigte im gesamten Verlauf eine passive Kampfesführung. Wladi dominierte den Kampf und zog den Hallenser immer wieder aus der Doppeldeckung, um mit seiner Schlaghand klare Treffer zu setzen. Das Kampfgericht würdigte aber keinen der mindestens fünf klaren Treffern mit Punkten und ließen die Partie mit 2 zu 0 Punkten zu Ende gehen. Dies bedeutete für Wladi den 2. Platz und auch die Auswahl rutsche damit auf den zweiten Platz ab.

Kamil Bochnia musste wie schon bei der Süddeutschen Meisterschaft gegen Arthur Krischanowski aus Bayern ran. Damals konnte der Böblinger die Begegnung für sich entscheiden. Diesesmal jedoch zeigte der gut eingestellte Bayer, dass er aus seinen Fehlern gelernt hatte. Mit einem guten Auge konterte er den angreifenden Kamil immer wieder ab und punktete somit eifrig. Abschließend konnte sich Kamil trotzdem über einen mehr als verdienten Deutschenvizemeister Titel freuen.

Die Krönung brachten die beiden "schweren" Jungs Alexandros Sisca im Limit bis 63kg und Orkun Tuncer im Limit bis 75kg. Beide konnten bereits am Vortag jeweils durch KO (Alexandro) und durch RSC (Orkun) auftrumpfen. Und genau dieses Kunststück wiederholten die beiden hochmotivierten Athleten im Finale. Nur hier drehten die Jungs das Ergebnis einfach um. Malik Magamedov aus Hessen musste sich Alexandros bereits in der ersten Runde durch RSC geschlagen geben. Auch Julius Paschy aus Brandenbrug konnte seinen Heimvorteil nicht nutzen und verlor die Finalbegegnung gegen Orkun Tuncer durch KO in Runde 1. Somit gelang es beiden Athleten, ihre gesamten Meisterschaftskämpfe vorzeitig zu beenden.

Ausnahmetalent Mironow Publikumsliebling

Der ABVB-Starter Sergej Mironow (Knielingen) erwischte bereits im Viertelfinale ein schweres Los und musste gegen den Titelfavoriten Schamil Sulimanov aus Sachsen-Anhalt in den Ring steigen. Wortwörtlich frech erkämpfte sich Sergej jedoch die Herzen des Publikums. Trotz starker körperlicher Unterlegenheit bestimmte Sergej den Kampf und drückte den Anhalter in die Seile, um ihn dort immer wieder mit Kombinationen einzudecken. Nach drei starken Runden musste sich das Ausnahmetalent des BR Knielingen einem akzelerierten Sulimanov mit 13 zu 5 Punkten geschlagen geben.

Kölner Bril ist Weltmeister

Weltmeister Artur Bril (links) in Aktion, hier bei seinem Auftaktkampf in Baku gegen den Ukrainer (Quelle: www.aiba.org). Bild unten: Thomas Vahrenholt (hier rechts beim Round Robin gegen Briten in Pforzheim) gehört zu den drei deutschen WM-Medaillengewinnern von Baku.

Bril holt im Finale der U19-WM Gold, für Vahrenholt und Radovan bleibt es bei  Bronze /  Drei Tickets für Jugendolympiade geknipst

Montag, 3. Mai: Artur Bril (SC Colonia Köln) hat den Kubaner im Federlimit-Finale mit 10:3 geschlagen. Herzlichen Glückwunsch zum WM-Titel!

Sonntag, 2. Mai.  Vahrenholt und Radovan mussten im Halbfinale (Gegner: siehe unten) die Segel streichen. Riesenkompliment an alle drei Medailengewinner. 

Freitag, 30. April. Die U19-WM der Boxjugend in Baku (Aserbeidschan): Das ?Kölner Dreigestirn?, nämlich Artur Bril (57 Kilogramm), Thomas Vahrenholt (60 Kilogramm) und Denis Radovan (69 Kilogramm) haben das Halbfinale erreicht. Die Drei von SC Colonia Köln haben damit jeweils Bronzemedaillen sicher und damit auch einen Startplatz bei den 1. Olympischen Jugendspielen im August in Singapur. PJ

Das Team BW bei der DM in Bad Blankenburg mit den beiden Deutschen Meistern Alexander Mironow und Marcel Orsinger, sowie den Deutschen Vizemeistern Patric Hill und Florian Karimow! Ebenfalls auf dem Bild die Youngsters Oliver Sapronov, Melvin Perry, Marcel Soth sowie der zweifache Deutsche Meister David Eberle. Das Kampfbild (Fototron) zeigt Mironow (in Blau) bei einem Treffer mit der Rechten.

U17-DM: Gold für Mironow und Orsinger

Bad Blankenburg. Die 38. U17-DM der Junioren im thüringischen Bad Blankenburg: Das Team BW konnte zwei von drei Finalbegegnungen mit einer Goldmedaille veredeln.

Die Deutschen Meister: Alexander Mironow (BR Knielingen) und Marcel Orsinger (Boxing VS). Bei Silber blieb es für Patric Hill und Florian Karimow.

Fikret Yöreci (Trainer BR Knielingen) sagte: ""Eine tolle Teamleistung. Auch von den ausgeschiedenen Teilnehmern. Hier reift ein tolles Team heran!" Kommentar Witali Tarassow: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Gratulation an den absolut verdienten Deutschen Meister Alexander Mironow." Bardia Gharib (PBG Bruchsal): "Alle Teilnehmer, egal ob Sieger oder Verlierer, haben bei dieser Meisterschaft wertvolles dazu gelernt. Durch die vielen Eindrücke werden wir uns weiter steigern, um den Anschluss an die Spitze zu halten und zu verbessern."

Acht Boxer aus Baden-Württemberg (BW) waren dabei, darunter fünf vom ABVB. Leider mussten nämlich zwei Boxer ihre Teilnehmer absagen: Dejan Cajic (Friedrichshafen) konnte krankheitsbedingt nicht starten und Daniel Dammer (Singen) legt zurzeit seine mittlere Reife ab. Fantastisch: Karimow, Mironow, Hill und Orsinger gelang der Einzug ins Finale.

Hier zunächst alle Teilnehmer des Teams BW:

Gewicht-Los-GR- Vorname- Name- Geb.-Dat- Verein- LV- K- S- N- R

42,0 A-5 Florian Karimow 11.05.1995 Boxing Villingen-Schwenningen WÜ 26 21 5 0

42,0 5 Alexander Mironov 17.08.1995 BR Knielingen BA 13 10 3 0

48,0 A-5 Oliver Sapronov 23.01.1995 PBG Bruchsal BA 12 7 5 0

52,0 5 Patric Hill 06.02.1994 KSV Rheinstrom Konstanz BA 30 22 8 0

54,0 5 Patrick Eberle 01.08.1994 BR Knielingen BA 37 33 3 1

60,0 5 Marcel Orsinger 07.10.1994 Boxing Villingen-Schwenningen WÜ 66 50 12 4

66,0 5 Marcel Soth 29.01.1994 PBG Bruchsal BA 13 4 9 0

75,0 5 Melvin Perry 01.01.1995 SU Neckarsulm WÜ 8 8 8 0

Landestrainer Oliver Vlcek berichtet uns vom Finale:

"Im Baden-Württembergischen Duell der beiden Spitzenathleten im Limit bis 42 Kilogramm konnte Landestrainer Oliver Vlcek sich zurücklehnen. Beide Youngsters haben die starke Konkurrenz aus Deutschland klar in die Schranken gewiesen. Aus Sicht des Landestrainer haben beide Athleten bereits voll überzeugt und sind über sich hinaus gewachsen. Somit oblag es den Verbands- und Heimtrainern Fikret Yöreci und Witali Tarassow, ihre Schützlinge durch das Finale zu führen.

Beide Athleten gestalteten die erste Runde offen und lauerten auf einen Fehler des Gegenübers. Erst in Runde 2 drückte der 2fache Deutsche Meister Karimow aufs Gas und versuchte mit schnellen Serien einen Punkt zu erhaschen. Mirnow reagierte hier eiskalt und gut eingestellt mit einer kompakten Deckung und sauberen Kontern. So stand es nach der 2. Runde 4:2 für den Knielinger. Auch in der dritten Runde, welche sich eng gestaltete, zeigte Mironow gute Nerven und konterte den angreifenden Karimow ab. Absolut verdient wurde Alexander Mironow daraufhin zum Deutschen Meister gekürt. Aber auch Florian Karimow konnte sich über den Vizemeistertitel freuen. Beiden Athleten war es bewußt, dass sie sich auf dem Weg zum Titel gegenseitig geholfen haben und waren glücklich darüber, dass eben Sie die Konkurrenz so in die Schranken weisen konnten.

Mit Patric Hill leuchtete ein weiterer Stern auf. Dieser überzeugte nicht nur die Zuschauer in seinen drei Meisterschaftskämpfen, sondern auch den Bundestrainer Andy Schiemann. Welcher Patric aufgrund seiner hervorragenden Leistung internationale Reife zusprach. Die Aussichten auf weitere Einsätze innerhalb der Nationalmannschaft sind daher sehr gut für den jungen Konstanzer. Im Finale traf er auf den Deutschen Meister und Favoriten Omar El Hag aus Berlin. Die erste Runde gestaltete und dominierte der Berliner klar. Überraschend wertete das Kampfgericht diese Runde unentschieden. In Runde 2 startete Patric durch. Mit schnellen Kombinationen ergatterte er Punkt für Punkt und lag zwischenzeitlich mit 2 Punkten in Führung. Der Deutsche Meister baute konditionell ab. In Runde 3 lagen beide Spitzenathleten Kopf an Kopf. Beide wollten hier nichts mehr riskieren und boxten aus einer kompakten Deckung. Daher mussten nach dem Schlussgong auch die Hilfspunkte ausgewertet werden, da beide Kämpfer punktgleich standen. Hier hatte Patric leider nicht das nötige Quentchen Glück. Das Kampfgericht wertete den Kampf knapp für Omar El Hag. Trotzdem war hier zu erkennen, dass Patric sein Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft hat und insbesondere in den letzten Wochen eine ennorme Entwicklung durchgemacht hat.

Nun lag es am Deutschen Meister und WM-Achten Marcel Orsinger, den letzten möglichen Titel für Baden-Württemberg einzufahren. Er stand Artem Fokin gegenüber, welcher Marcel im Oktober 2009 beim Turnier der Olympischen Hoffnungen klar nach Punkten geschlagen hatte. Daher brannte Marcel auf diesen Rückkampf, um diese Rechnung zu begleichen. Artem startete aggressiv in die erste Runde und versuchte Marcel mit harten Serien unter Druck zu setzen. Marcel, welcher taktisch gut eingestellt war, hatte auf jeden Versuch des Deutschen Meister Artem eine passende Antwort. Er übernahm sofort die Kampfhandlung und punktete klar in Runde 1. Mit einem 2-Punkte Vorsprung startete er in die zweite Runde. Hier nahm er dann das Tempo ein bißchen raus, was der Thüringer sofort erkannte und bis auf einen Punkt an Marcel rankam. Die dritte und letzte Runde sollte die Entscheidung zwischen den beiden Deutschen Meistern bringen. Marcel drückte nun wieder und übernahm das Geschehen im Ring. Mit guten Kombinationen zum Körper schaltete er den Rechtsausleger aus und erkämpfte sich seinen 2. Deutschen Meister Titel nach 2008.

Insgesamt zeigte sich Oliver Vlcek mit der Gesamtleistung des Teams absolut zufrieden. Die Arbeit innerhalb der Mannschaft war absolut professionell und zukunftsorientiert. Das Trainer Team (Vlcek, Tarassow, Yöreci und Gharib) arbeitete Hand in Hand.
Die Athleten zeigten Diszplin und lernten schnell dazu, wie man sich im Rahmen einer Deutschen Meisterschaft zu verhalten hat um optimale Leistungen abzurufen. Bardia Gharib stellte dem Team seine Kenntnisse im Bereich der Physiotherapie und Ernährungsberatung zur Verfügung.

Team Baden-Württemberg begeistert bei Ländervergleich

600 begeisterte Zuschauer in Singen / Starke Gastgeber schlagen starke Gegner mit 22:15

Singen/ Ruit. Zu zwei Internationalen Wettkämpfen kam es für eine Baden-Württemberg-Auswahl in Singen und in Ruit gegen England und Kasachstan. Über die Veranstaltung in Singen (600 Zuschauer in der Münchriedhalle) berichtet der "Südkurier" im Regionalsportteil:

"Landestrainer Oliver Vlcek (Villingen-Schwenningen) zeigte sich zufrieden mit seinen Jungs und dankte besonders dem Box-Club Singen für die ausgezeichnete Organisation dieses Anlasses.

Einige Boxer aus Singen konnten wegen den anstehenden Prüfungen zum Abitur nicht an dem durchgeführten Trainingslehrgang teilnehmen. ?Bei uns hat die Schule immer noch Vorrang vor dem Sport, in Kasachstan ist dies nicht der Fall?, so Singens engagierter Heim- und Vereinstrainer Giovanni Sestito.

Im Boxring kam der Konstanzer Patric Hill zu einem klaren 10:1-Sieg gegen den Engländer Harry Johnson. Dimitrij Abramovic (Singen) ließ dem Engländer Daniel Coomber keine Siegchance. In exzellenter Verfassung waren auch die beiden Friedrichshafener Slavoljub und Dejan Cajic. Dejan Cajic hatte das Pech, auf den enorm starken Chingiz Tursunbaev (Kasachstan) zu treffen, der den russischen Titelträger besiegt hatte. Daniel Dammer, Simon Stromeyer und Benedikt Probst erkämpften sich hohe Siege nach Punkten. Ihre Gegner wurden mehrfach angezählt. Seinem Gegner aus Kasachstan ließ Johann Witt nicht die Spur einer Chance." (Südkurier-Zitat Ende)

Alexander Schreck führt BC Heidelberg

Heidelberg. Der BC Heidelberg hat in Alexander Schreck einen neuen Vorsitzenden als Nachfolger von Manfred Rahm gefunden. Rahm fand, dass es nach 25 Jahren an der Zeit sei, das Amt in jüngere Hände zu legen. Schreck ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Neckargemünd. 

14 Nachwuchs-Titel für Team Baden-Württemberg

Sergej Mironow (links) und sein großer Bruder Alex holten in Straubing ebenso wie Patric Hill (Konstanz) Titel für Baden. Knielingen-Coach Yöreci ist stolz, dass insgesamt vier seiner Jungs die Farben Karlsruhes und des Boxrings bei den kommenden Nachwuchs-DM vertreten.

Alarmierend: Nur drei Finalsiege für Baden / Starke Mironow-Brüder (Knielingen) / Auch Hill (Konstanz) glänzt

Straubing. Süddeutsche Meisterschaften der drei Nachwuchsklassen Kadetten (U15), Junioren (U17) und Jugend (U19) im bayrischen Straubing: Das Team Baden-Württemberg holte 14 Titel. Davon gingen nur drei Goldmedaillen an den badischen Landesverband, die übrigen gewann Württemberg. In beiden Verbänden wird derzeit über eine Fusion nachgedacht. Im Nachwuchsbereich arbeitet man unter der Leitung von Badens Landestrainer Oliver Vlcek (Villingen-Schwenningen) bereits intensiv zusammen.

In der Straubinger Ejadonhalle ging es um das begehrte Ticket zur jeweiligen Deutschen Altersklassenmeisterschaft. Bayern holte elf Titel. Die Meister aus Baden: Sergej (Kadett) und Alex Mironow  (beide BR Knielingen), Patric Hill (Rheinstrom Konstanz, beide Junioren). Benedikt Probst und Simon Stromeyer (beide Jugendboxer des BC Singen) verloren ihre Kämpfe knapp, sind aber Vizemeister. Herzlichen Glückwunsch an alle.

Die weiteren Finalisten aus dem Landesverband Baden,  Oliver Sapronov (PBG Bruchsal), Benard Ukaj (BC Müllheim), Omar Al-Wally (BW Pforzheim), Stanislaw Kindsvater (BC Offenburg) und Lukas Fauser (BR Klettgau-Tiengen) waren teils noch zu unerfahren für ihre starken Gegner bei den ?Süddeutschen?, dürften sich aber mit Silber getröstet fühlen (Kampfanalysen siehe unten). Marvin Schubnell (BW Lahr) und Dimitri Abramovic (BC Singen) schieden je im Halbfinale aus.

Die elf Meister aus Württemberg, darunter vier vom "badisch-württembergischen" Fusionsverein Boxing VS Villingen-Schwenningen: Denis Schneider (Stuttgart), Stefan Nikitin (Villingen-Schwenningen), Ivan Kischenko (Villingen-Schwenningen), Marcel Orsinger (Villingen-Schwenningen), Melvin Perry (Neckarsulm), Kamil Bochnia (Böblingen), Artur Herter (Bad Mergentheim), Albert Mut (Villingen-Schwenningen), Vjaceslaw Spomer (Neckargartach), Thomas Holland (Sindelfingen), Andreas Wahl (Backnang). Respekt, Jungs!

Hier die Einzelanalysen der Finals von Vlcek (Villingen-Schwenningen), zunächst vom Samstagabend: Oliver Sapronov (PBG Bruchsal) musste sich in der ersten Finalbegegnung des Tages einem gut eingestellten Georg Hecht (Bayern) nach Punkten geschlagen geben.

Knielingens Sergej Mironov (BR Knielingen) glich diese erste Finalpunktniederlage mit einem starken Auftritt aus und boxte Andreas Weber (Bayern) mit 5:1 klar aus.

Mit Stefan Fertich (Bayern) erwischte Dior Gainullin (Ludwigsburg) den amtierenden Deutschen Meister und Bayerns hoffnungsvollstes Talent. Nach einer Spitzenpartie musste sich Dior nach Punkten geschlagen geben.

Die erste knallharte Überraschung des Tages lieferte Denis Schneider (Stuttgart), indem er den klaren Favoriten Alexander Fertich (BY) in einer technisch hochklassigen Begegnung besiegte.

Stefan Nikitin (Villingen-Schwenningen) stieg daraufhin ebenfalls hochmotiviert gegen den größeren Sebastian Utz in den Ring und erkämpfte einen technisch sauberen Punktsieg.

Daraufhin folgte die nächste Überraschung des Tages. In einer klar dominierenden Begegnung musste sich Württembergs Wladislaw Baryshnik unverständlicherweise mit einem Punkt gegen Andreas Paschjan (BY) geschlagen geben.

Doch damit nicht genug der Überraschungen: Thomas Scherbluk (BY) punktete den unerfahrenen Ivan Kischenko (Villingen-Schweningen) zunächst klar aus. In der dritten Runde jedoch packte Ivan seine Schlaghand aus und beendete den Kampf nach dreimaligem Anzählen durch RSC zu seinen Gunsten.

Mironow schlägt Deutschen Meister

Nun ging es Schlag auf Schlag. Der zweifache Deutsche Meister Florian Karimow (Villingen-Schwenningen) wurde durch den gut eingestellten Alexander Mironow (Knielingen) klar nach Punkten (7:2) geschlagen.

In der vorletzten Begegnung des ersten Wettkampftages trugen Marcel Orsinger (Villingen-Schwenningen) und Lukas Fauser (Klettgau-Tiengen) die Finalbegegnung um Titelehren aus. Der Routinier Marcel konnte sich hier klar durchsetzen.

Den Abschlusspunkt setzte Melvin Perry (Neckarsulm) gegen den stürmischen K.o.-Boxer Marcel Ciss (BY). In einer schlagstarken Partie schenkten sich beide Athlete nichts. Melvin überzeugte jedoch neben seiner Schlagkraft auch durch technisch saubere Handlungen und konnte seinen Kontrahenten hiermit klar in die Schranken weisen.

Konstanzer Hill glänzt

Sonntag: Den Auftakt der Finalkämpfe machte der Konstanzer Patric Hill (Rheinstrom Konstanz), der per Freilos in die Endrunde gelangt war. Ihm gegenüber stand Manuel Wagner aus Bayern. Patric ließ sich von dessen Halbfinalleistung nicht beeindrucken und demonstrierte Lehrbuchboxen. Nach drei einseitigen Runden stand Patric mit 11:2 als Gewinner fest.

Die zweite Begegnung endete mit einem überraschenden Ausgang. Der Deutsche Meister Byron Carrey (Stuttgart) musste sich dem gut eingestellten Daniel Gross aus Bayern nach Punkten geschlagen geben.

Auch in der dritten Begegnung erlebten das Straubinger Publikum, dass im Boxsport nicht immer der Favorit zum Sieger gekürt wird. Außenseiter Kamil Bochnia (Böblingen), welcher bereits seine Halbfinalbegegnung gegen Lahrs Marvin Schubnell siegreich gestalteten konnte, schaltete den Deutschen Meister Artur Krischanowski (Bayern) aus und löste sein Ticket zur Deutschen Meisterschaft.

Für Omar Al-Wally (Pforzheim) hingegen war der Start bei den Süddeutschen Meisterschaften zu früh. Marko Muggenthaler (Bayern) dominierte das Geschehen über eine klare Führhand, bis Omar in der zweiten Runde aus dem Kampf genommen wurde, um seine Gesundheit zu schonen.

Auch Benard Ukaj (Müllheim) bekam es bei seiner ersten Süddeutschen Meisterschaft mit einem harten Brocken zu tun. Ozan Karadogan (BY) überließ Benard lediglich die erste Runde. Ab der zweiten Runde stellte sich der erfahrene Bayer auf Benard ein und siegte schlussendlich verdient nach Punkten.

Probst findet kein Mittel

In der sechsten Begegnung kam es zum ersten Baden-Württemberg-Derby des Tages zwischen Benedikt Probst (Singen) und Arthur Herter (Bad Mergentheim). Benedikt übernahm von Beginn an die Kampfesführung, konnte sich aber in den ersten beiden Runden nicht auf den geschlossen boxenden Arthur Herter einstellen. Arthur übernahm wiederholt die Führung durch explosivartige Angriffe aus seiner kompakten Doppeldeckung. In der dritten Runde stand der Kampf unentschieden. Beide Athleten boxten auf volles Risiko. Hier erhielt Arthur, Pech für Probst, zwei umstrittene Wertungspunkte, welche den Kampf zu seinen Gunsten 5:3 entschieden.

Villingen-Schwenningens Albert Mut deklassierte im Limit bis 60kg den stürmischen Bayer Jeremy Bens und löste damit verdient sein Ticket zur DM.

In der besten Begegnung des Vormittags standen sich die beiden Deutschen Meister Andreas Hoffmann (Böblingen) und Niklas Krieger (BY) gegenüber. Taktisch gut eingestellt und mit viel Herz konnte Andi die erste Runde klar für sich entscheiden. In einer ausgewogenen zweiten Runde glich Niklas die Begegnung aus. In der dritten und entscheidenden Runde schenkte sich beide Athleten nichts. Im offenen Schlagabtausch suchte beide Boxer ihr Glück. In den letzten Sekunden setzte sich Niklas Krieger mit zwei klaren Wertungstreffern dann ab und entschied diesen Spitzenkampf für sich.

Das Ba-Wü-Derby Nummer 2 wurde von Vjaceslaw Spomer (Neckargartach) dominiert. Stanislav Kindsvater (Offenburg), welcher vor kurzer Zeit die Gewichtsklasse wechselte, fand nicht in den Kampf und musste sich nach Punkten geschlagen geben.

Stromeyer zu passiv

Ereignislos ging der Finalkampf im Limit bis 75 kg der Jugend aus. Simon Stromeyer (Singen) und Thomas Holland (Sindelfingen) wollten nichts riskieren und standen sich in drei Runden meist passiv gegenüber und erwarteten einen Fehler des Kontrahenten. Nach dem Schlussgong stand es kombiniert ebenso wie individuell 0:0. Der Kampfrichterentscheid endete daraufhin mit 3:2 für Thomas Holland.

Den großen Schlusspunkt der Meisterschaft setzte Andreas Wahl (Backnang) im Schwergewicht. Er punktete den amtierenden Deutschen Schwergewichtsmeister Viktor Göttmann klar aus und sicherte sich somit den Titel als Süddeutscher Meister.

Vlceks Fazit: ?Insgesamt kann man ein äußerst positives Fazit der Nachwuchsmeisterschaft ziehen. Die technische Ausbildung der BW-Boxer in ihren Heimatvereinen ist zum großen Teil vorbildlich. Mit insgesamt 14 Meistertitel aus Baden-Württemberg konnte der Ländervergleich klar gewonnen werden. Der Dank meinerseits geht hier an die Vorstände, Trainer, Athleten und auch deren Eltern für die gute Nachwuchsarbeit.? Zusammengestellt von Peter Jaschke

Leistungstests unter Turnierbedingungen im ?Sommerloch?

Vergleichskampf Deutschland gegen Polen am Montag, 30. August (18 Uhr), in der Feuerbacher Jahnhalle / Eintritt frei

Stuttgart. Mitten in der Sommerpause verkürzt ein Internationaler Vergleichskampf in Stuttgart das Warten auf die kommende Box-Saison der Amateure: Am Montag, 30. August, kreuzen in der Feuerbacher Jahn-Sporthalle (Kärntnerstraße, PLZ fürs "Navi": 70469 Stuttgart) deutsche Olympiahoffnungen wie der halbschwere U19-Europameister Tyron Zeuge, der EM-Fünfte (Männer) Eugen Burhardt im Leichtgewicht und WM-Teilnehmer Stefan Köber (Schwergewicht) die Fäuste mit der polnischen Nationalmannschaft um europäische Spitzenboxer wie Lukas Masczyk (Halbfliegen), Mateusz Mazik (Leicht) und Kamil Szeremeta (Weltergewicht). Der Eintritt ist frei.

Die Polen nehmen zurzeit an einem Trainingslager im Olympiastützpunkt Frankfurt/ Oder teil. Der Vergleich ab 18 Uhr in Stuttgart-Feuerbach (Eintritt frei) dient zum Leistungstest, unter anderem auch von Punktrichtern des Weltverbands AIBA, unter Turnierbedingungen. Dies teilt Helmut Ranze (Worms) vom deutschen Boxverband DBV als Vizepräsident der fürs AIBA-Regelwerk zuständigen Kommission mit.

Es sind neben rund zehn Vergleichskämpfen auch verbandsinterne Duelle zwischen einigen deutschen U21-Eliteboxern geplant. Oli Vlcek (Villingen-Schwenningen), Box-Landestrainer Baden-Württemberg, ist für die örtliche Organisation zuständig.

Das deutsche Team in allen (aufgrund des gestrichenen Federgewichts teils neu limitierten) olympischen Gewichtsklassen:

bis 49 Kilogramm (Halbfliegen): Blind Badia (Berlin)

-52 (Fliegen): Hamza Touba (Neuss)

-56 (Bantam): Hafid Bouji (Berlin)

-60 (Leicht): Eugen Burhard (Osnabrück)

-64 (Halbwelter): David Müller (Saalfeld)

-69 (Welter): Patrick Wojcicki (Wolfsburg)

-75 (Mittel): Stefan Härtel (Berlin)

-81 (Halbschwer): Tyron Zeuge (Berlin)

-91 (Schwer): Stefan Köber (Frankfurt/ Oder) / Stefan Sittner (Marne)

über 91 Kilogramm (Superschwer): Erik Pfeiffer (Lohne).

Vier Mal Gold für U19-Team Baden-Württemberg

Benedikt Probst (BC Singen), hier als triumphierender Landesmeister im Trikot des Club-Sponsors Rothaus, holte sich in Eichstätt auch den Süddeutschen Meistertitel. Jetzt geht´s zu den IDJM nach Spaichingen.

Singens Benedikt Probst Süddeutscher Jugendmeister / Silber für Strohmeyer (Singen), Kindsvater (Offenburg) und Schwarz (KSC) / UWV am OSP geplant

Eichstätt/ Spaichingen. Die Internationalen Deutschen Jugend-Meisterschaften (U19-IDJM)) vom 26. bis 28. November in Spaichingen werfen ihre Schatten voraus: Bei den "Süddeutschen" in Eichstätt hat die Staffel aus Baden-Württemberg die "Konkurrenz in ihre Schranken verwiesen", wie Landesrainer Oli Vlcek mitteilt. Sein Fazit: "Sämtliche Kaderathleten aus BW zeigten ihre Klasse. Der Dank geht hier an die gute Arbeit in den Heimatvereinen." Im Nachwuchsbereich arbeiten die benachbarten Südwestverbände mittlerweile bereits eng zusammen. Die Sportschule Ruit, Vlceks Dienstort, ist eine Außenstelle des Box-Bundeszentrums am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar in Heidelberg.

Zum Turnierfinale aus baden-württembergischer Sicht: Die Medaillenjagd wurde vom endlich wieder genesenen Kastriot Sopa (Ludwigsburg) im Limit bis 51kg eröffnet. Den bayrischen Favoriten und EM-Teilnehmer Erik Sokolov punktete er klar aus. Kastriot Sopa löste mit 8:3 Wertungstreffern wie letztlich auch Württembergs weitere Süddeutsche Meister Spomer und Gasanov verdient das Ticket zu den IDJM in Spaichingen. Dies teilt Vlcek abvbaden.de mit.

Die zweite Begegnung mit BW-Beteiligung fand im Bantamlimit zwischen den beiden "Nachbarn" und Turnier-Teamkameraden Benedikt Probst (Singen) und Mohammed Maher (Friedrichshafen, LV Württemberg) statt. Mitte der 4. Runde stand es 4:4 und beide Kontrahenten zeigten technisch sauberes Boxen. Um so mehr der Kampf sich dem Ende neigte, um so hektischer wurden Betreuer und Fans. Die beiden Athleten schenkten sich nichts und fighteten auf Augenhöhe. Benedikt bewies hier seine bekanntlich starken Nerven und konterte Mohammed kurz vor dem Schlußgong blitzschnell ab, um diesem den kampfentscheidenden Siegtreffer beizubringen. Mit 5:4 Treffern freute sich Benedikt über seinen wiederholten Einzug bei Deutschen Meisterschaften.

Stanislav Kindsvater von der Fortuna Offenburg bekam es im Gewicht bis 64kg mit dem Deutschen Meister Niklas Krieger vom VfL Waldkraiburg zu tun. Diesem trat unser Mann ohne Respekt gegenüber. Krieger übernahm jedoch in der zweiten Runde das Tempo und gestaltete nun den Kampf. Der Ringrichter brach die Begegnung in Runde 3 ab.

Mit Württembergs Slawa Spomer und Simon Strohmeyer standen sich zwei sehr erfahrene Welterlimit-Boxer gegenüber. Sie boten dem Publikum einen von Taktik dominierten Kampf. Beide Athleten agierten aus einer äußerst kompakten Doppeldeckung und versuchten den Gegenüber zu Fehlern zu verleiten. Bis in die dritte Runde gestaltete sich dieses taktisch geführte Duell offen, bis es Slawa gelang, eine Wertungstreffer über die Schlaghand zu setzen. Der Kampf endete mit 1:0 Wertungspunkte für den Neckargartacher Athleten.

Auch im Limit bis 75 Kilogramm  standen sich aufgrund erkrankter Athleten zwei Baden-Württemberger gegenüber. Mit "Routinier" Aznaur Gasanov vom SV Gold Blau Stuttgart hatte das Jungtalent Jose Rodriguez Schwarz vom KSC eine große Bewährungsprobe vor sich. Doch wer hier eine einseitige Begegnung erwartete, wurde eines Besseren belehrt: Bereits in der ersten Runde musste Aznaur nach einem Wirkungstreffer von Schwarz eine Auszeit nehmen und wurde vom Ringrichter angezählt. Beide Athleten zeigten Boxsport der Extraklasse. Finten, Konter, 2. Angriffe, Beinarbeit und schnelle Kombinationen. Und der Youngster aus Karlsruhe konnte bis kurz vor Ende der 3. Runde einen knappen Punktvorsprung verbuchen. In der 4. Runde spielte dann Aznaur seine ganze Erfahrung aus und entschied das knappe Duell mit 6:4 Treffern für sich.

In der Abschlusspartie trat Abdulsamt Akdogan (VfL Sindelfingen) gegen den favorisierten Albert Bulgardajan vom bayrischen Bushido Coburg an. Akdogan kämpfte sich beherzt durch die kommenden Runden und zeigte eine beeindruckende kämpferische Leistung. Jedoch blieb den Verantwortlichen in der Ecke in der 4. Runde keine andere Wahl, als den Kampf dann doch durch Aufgabe wegen Verletzung abzubrechen.

Bald UWV am OSP in Heidelberg

Vlcek kündigte an, im Rahmen der Unmittelbaren Wettkampf-Vorbereitung (UWV)  der Internationalen Deutschen Meisterschaft am Samstag, den 21.11.09, eine Sichtungsmaßnahmen am OSP Rhein Neckar in Heidelberg durchführen. Hierzu sind folgende Athleten der badischen Boxvereine eingeladen:

Athleten (männlich) der Jahrgänge 1999; 1998; 1997; 1996;
Athletinnen (weiblich) der Jahrgänge 1999 - 1992. PJ

Württembergs Benjamin Schmidt Deutscher Vizemeister

Bronze für Ravensburger Schwergewichtler Johann Witt / 18-Jähriger Miller-Bezwinger Wojcicki (Wolfsburg) bester Techniker des Turniers

Berlin. Folgendes teilt Alexander Mazur abvbaden.de vom Abschneiden unseres Nachbarverbands Württemberg mit (Bericht über Baden siehe unten): "Württembergs Boxteam trat mit fünf Athleten bei den 87. deutschen Boxmeisterschaften in der Berliner Sporthalle Charlottenburg an. Insgesamt bestritten die Sportler 11 Kämpfe, von denen diese 6 erfolgreich gestalten konnten, eine sehr erfolgreiche Bilanz... Doch im Finalkampf schlitterte der in prächtiger Form auftrumpfende Benjamin Schmidt (MBC Ludwigsburg) äußerst knapp an einer Goldmedaille vorbei." Außerdem für Württemberg am Start: Federgewichtler Eduard Schmidt (BR Schwenningen), Leichtgewichtler Toygar Kayalar (Germania Stuttgart), Mittelgewichtler Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg).  Kampfrichter: Holger Kussmaul (Schwäbisch Gmünd).

Alle Final-Ergebnisse der Box-DM Berlin (Elite) vom 28.-31.10.2009

48 Kg:             (4 Teilnehmer)

Bilnd Badia                 (BE)    - +08:08 PS ü. Andreas Robitsch                 (SA)   

51 Kg:             (3 Teilnehmer

Ronny Beblik              (SN)    - 06:02 PS ü. Hamsa Touba                         (NR)   

54 Kg:             (5 Teilnehmer)

Marcel Schneider       (BB)    - 10:03 PS ü. Edgar Walth                            (BY)   

57 Kg:             (12 Teilnehmer)

Markus Abramowski  (BE)    - 08:05 PS ü. Mario Spörle                            (MV)   

60 Kg:             (9 Teilnehmer)

Eugen Burhard           (NS)    - 09:06 PS ü. Artur Schmidt                          (WE)  

64 Kg:             (9 Teilnehmer)

Slawa Kerber             (NS)    - 09:02 PS ü. David Müller                            (TH)   

69 Kg:             (9 Teilnehmer)

Patrick Wojcicki         (NS)    - 05:03 PS ü. Dieter Döhl                              (NS)   

75 Kg:             (11 Teilnehmer)

Stefan Härtel              (BE)    - 07:03 PS ü. Jacob Deines                          (NS)   

81 Kg:             (8 Teilnehmer)

Enrico Kölling             (BE)    - 04:00 PS ü. Benjamin Schmidt                   (WÜ)  

91 Kg:             (10 Teilnehmer)

Stefan Köber              (BB)    - 06:03 PS ü. Alexander Povernov               (NS)   

+91 Kg:           (8 Teilnehmer)

Erik Pfeifer                 (NS)    - RSC-S. 3.R.ü. Philipp Gruner                     (SN)   

Bester Techniker:       Patrick Wojcicki                     (18, AKBC Wolfsburg, NS)

Bester Kämpfer:         Markus Abramowski              (SC Berlin, BE)

Bester Landesverband: Niedersachsen                   

Bilder von den "Süddeutschen" in Singen

Unsere Gruppenmeister in Aktion: KSC-Feder Loginov attackiert Bayerns Schmidt mit einer rechten Geraden (oben), der Knielinger Yöreci bedrängt Jahr: Das ABVB-Team war mit neun Boxern, darunter U19-Assen, in Singen vertreten. Sinan Bayrak (bild rechts, 3.v.r.) hote den Titel im Leichtgewicht. Links: Sportwart Jürgen Müller (BRK), Mitte: KSC-Coach Siggi Mehnert. Ganz unten: Auch die Boxer Mazara, Becker, Probst, Häfele und Arsumanyan waren dabei. (alle Bilder: Fototron)
 
 

Drei Süddeutsche Meister aus Baden

Loginov, Bayrak und Yöreci starten bei den DM in Berlin / Weitere Teilnehmer  möglich / Bayern am stärksten

Singen. Die Ergebnisse der Süddeutschen Meisterschaften in Singen. Bester Landesverband: Bayern mit vier Männer- und einem Frauentitel, gefolgt von Baden mit drei Finalsiegen für Michael Loginov, Sinan Bayrak (beide Karlsruher SC) und Aytekin Yöreci (BR Knielingen). Das Schlusslicht bildet diesmal Württemberg mit einem Regionalmeister im Mittelgewicht bis 75 Kilogramm.

Badens Bayrak verteidigte seinen Titel im 60-Kilogramm-Halbfinale zunächst gegen den aufstrebenden jungen Württemberger Toygar Kayalar (Deutscher U19-Meister von Germania Stuttgart) mit 18:14 und später im Finale gegen André Kurz aus Bayern mit 10:5 gewerteten Treffern. Loginov beherrschte im Federgewicht bis 57 Kilogramm den Ex-Europameister der Kadetten (U17), Eduard Schmidt aus Kaufbeuren.

Überraschend, aber denkbar knapp unterlag der gesundheitlich angeschlagene Bensheimer Weltergewichtler Dimitri Sorokin (KSC, DM-Dritter 2007, U21-Vizemeister 2008) dem fünf Jahre älteren Bayern und späteren Gruppenmeister Alfonso Fusco (1860 München) nur per Hilfspunktewertung nach einem spannenden 11:11-Remis im Halbfinale. "Dimitri war nicht fit, das hat man gemerkt", bedauerte ABVB-Chef Werner Kranz. Mit einer konzentrierten Leistung habe ihn Bantamgewichtler Loginov positiv überrascht. Insgesamt sprach Kranz von einer gelungenen Veranstaltung. Leider seien wohl aufgrund der TV-Übertragung des Fußball-Länderspiels Deutschland gegen Russland  zu wenig Zuschauer in der Halle gewesen. Fett gedruckt: die Titelträger. Halbfinal- und verbandsinterne Jugend-Qualikämpfe im ersten Teil.

 

 

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

1

M60 kg

ROT BLAU

BAYRAK Sinan KAYALAR Toygar

BA WÜ

ROT

PTS

18:14

2

M69 kg

ROT BLAU

FUSCO Alfonso SOROKIN Dimitri

BY BA

ROT

PTS

+11:11

3

M75 kg

ROT BLAU

DAHINTEN Wilhelm MAZARA Andreas

BY BA

ROT

PTS

20:4

4

M91+ kg

ROT BLAU

BECKER Andreas HUBER Oleg

BA WÜ

ROT

PTS

18:8

5

JG57 kg

ROT BLAU

HÄFELE Frederic PROBST Benedikt

KSC SING

BLAU

PTS

11:8

6

FR60 kg

ROT BLAU

UTKU Raziye MILLES Melanie

WÜ BY

BLAU

PTS

12:8

7

JG70 kg

ROT BLAU

ARSUMANJAN Sascha STROMEYER Simon

STEIN SING

BLAU

PTS

11:8

8

M54 kg

ROT BLAU

WALTH Edgar KONDRATEV Alexander

BY WÜ

ROT

PTS

17:2

9

M57 kg

ROT BLAU

LOGINOV Mihail SCHMIDT Eduard

BA WÜ

ROT

PTS

12:7

10

M64 kg

ROT BLAU

YÖRECI Aytekin JAHR Mike

BA BY

ROT

PTS

14:6

11

M91 kg

ROT BLAU

WITT Johann RENNER Eugen

WÜ BY

BLAU

PTS

10:8

12

M60 kg

ROT BLAU

KURZ Andre BAYRAK Sinan

BY BA

BLAU

PTS

10:5

13

M69 kg

ROT BLAU

TIRAS Serdar FUSCO Alfonso

WÜ BY

BLAU

PTS

9:3

14

M75 kg

ROT BLAU

PASKALI Xhek DAHINTEN Wilhelm

WÜ BY

ROT

PTS

14:10

15

M91+ kg

ROT BLAU

GORST Roman BECKER Andreas

BY BA

ROT

PTS

22:10

Finalkämpfe der "Badischen" in Lahr

Lahr. Hier die Ergebnisse der Landesmeisterschaften in Lahr.  

Kampf Gewichtsklasse

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

1

ELK65 kg

ROT BLAU

KINDSVATER Stanislav UEMIT Sen

OFFEN BBWL

ROT

PTS

24:6

2

ELK70 kg

ROT BLAU

SHALA U. HINZ Timo

FREIB BBWL

BLAU

PTS

16:6

3

MB64 kg

ROT BLAU

MÜLLER Sascha ZEYREK Serkan

BGHD BCS

BLAU

PTS

11:8

4

MB81 kg

ROT BLAU

RUSTEMI Ibrahim KINDSVATER Walter

BRK OFFB

BLAU

RSC

R3

5

MB69 kg

ROT BLAU

DJAF Ares SOMIK Artem

WALDH BGHD

ROT

PTS

6:5

6

MA75 kg

ROT BLAU

MAZARA Andreas TURCAN Gheorghe

FREIB BRK

BLAU

PTS

14:6

7

MA69 kg

ROT BLAU

SOROKIN Dimitri RYBKE Andreas

KSC KSC

ROT

RSC

R2 22.39

8

MA91 kg

ROT BLAU

DAUBERT Artur ASLLANI Avdi

BRK ÜBERL

BLAU

RSC

R3 22.54

9

MB75 kg

ROT BLAU

KEKLIK Mahmut STROH Igor

BRK KSC

BLAU

PTS

19:6

10

MA91+ kg

ROT BLAU

ÜLKER Sezer BECKER Andreas

KLAHR KSC

BLAU

RSC

R1 23.14

Geschafft: Jack Culcay-Keth ist Weltmeister

WM-Sieger Culcay-Keth mit dem ersehnten Pokal und, noch etwas fassungslos, auf dem Weg zum TV-Interview. Darunter vor dem Finale mit DBV-Chef Jürgen Kyas in Mailand, wo auch die Weltboxliga (WSB) beworben wurde. Der DBV und Jack wären gerne dabei. Hoffentlich klappt es. Uwe Hamann vom DBV-Kuratorium mit den Medaillenträgern Culcay-Keth und Beblik sowie Krause und Burhard, zwei von fünf Viertelfinalisten. Bild darunter: Hamann und die Kuratoriumsmitglieder Pütz und Sidiropoulos. Die Jugendlichen vom Bruchsaler Pugilist Boxing Gym um Badhia Gharib genossen nach ihrem Trainingslager vor Ort die Vorrundenkämpfe in Mailand.

WM-Gold für Culcay-Keth sorgt für Begeisterung / Unser Vize-Europameister schlägt den Russe Zamkovoy mit 7:4 verdient / Für Ronny Beblik bleibt es nach ebenfalls großer Leistung im Halbfinale bei Bronze 

Mailand. Auch DBV-Boss Jürgen Kyas sah im Mediolanum Forum, wie Culcay-Keth mit seinem großartigen und spannenden 6:4-Halbfinalsieg gegen den Usbeken Mahmudov die Endrunde erreichte. Da bezwang er am Finaltag vor rund 4000 Zuschauern auch den langen Russen Zamkovoy, der den Kasachen Sapiyev, immerhin Weltranglistenplatz 2, geschlagen hatte.

Riesenfreude im deutschen Lager über den schon fast historischen Titel!! Deutschland hat seit 1995 (Zoltan Lunka) erstmals wieder eine WM-Goldmedaille!! Insgesamt eine Riesenleistung von Culcay-Keth. Sogar die italienischen Fans, glücklich über zwei eigene Weltmeister, zeigten sich begeistert, liefen teils in Culcay-Trikots herum. "Ich kann es noch gar nicht fassen", sagte Culcay-Keth nach der Siegerehrung mit Nationalhymne und Schwarz-rot-goldener Fahne.

Culcay fing den Kampf um Gold prima an: Wie mit den Trainern verabredet, hielt er die Doppeldeckung verhältnismäßig geschlossen. Doch gab der eigenwillige Individualist aber in Runde 2 seine anfänglich unumstrittene Führung vorübergehend ab, die er in bekannter Manier hoch beweglich, sich ständig abduckend und Angriffen des etwa einen Kopf größeren Gegners geschickt ausweichend erreicht (Runde 1 endete 1:0) und danach weiter ausgebaut hatte. Runde 2 endete 3:3. Jacky punktete aber im Infight wieder fleißig und höchst sehenswert gegen den Rechtsausleger.

Interview mit Culcay-Keth nach dem Halbfinale

Wie fühlst du dich nach dem geglückten Einzug ins Finale, Jack?

Jack: Ich bin überglücklich. Das war ein sehr harter Kampf.

Du kanntest Mahmudov bereits vom Chemiepokal in Halle her, wo du ihn schon einmal geschlagen hast.

Jack: Da hat er aber ganz anders geboxt, ist immer nach vorne gerannt. Hier erst mal nicht. Da wusste ich nicht so recht, was ich machen soll.

Deshalb der anfängliche Rückstand von 0:2?

Jack: Genau. Nur so ist das zu erklären.

Dann hast du es geschafft, seine Doppeldeckung, hinter der er sich verschanzt hatte, zu öffnen. Das war der Wendepunkt.

Jack: Ja, mit Körpertreffern und Haken ist es mir gelungen. Am Schluss ging er wieder nach vorne. Das musste er ja, um wieder aufzuholen. Und das war dann genau der Stil, der mir liegt.

Du hast ihn mit offener Deckung provoziert, bist seinen verzweifelten Angriffen mit Meidbewegungen ausgewichen.

Jack: Ja, klar, wie immer. Mit meiner Art zu boxen, kommt keiner zurecht, das hat man ja wieder gesehen.

Zu den Ring-Gästen bei der Box-WM in Mailand zählten ab dem Achtelfinale auch Uwe Hamann (Salem). Der Vorsitzenden des DBV-Fördervereins (Kuratorium) war mit drei Vorstandskollegen vor Ort: Herbert Pütz, Dr. Sokrates Sidiropoulos und Karlheinz Krüger. Auch Beblik (Bronze), der vielleicht meist unterschätzte Boxer Deutschlands,  freute sich bei seinen Medaillenkämpfern über die Unterstützung der deutschen Fans. 

Respekt: Insgesamt standen fünf Deutsche im Viertelfinale (und zwei von ihnen kämpften um Medaillen): Beblik, Burhard, Culcay-Keth, Buga und Krause. Vor allem Buga, der nach drei Siegen sensationell den Kubaner Rey Recio geschlagen hatte, und Krause hatten wohl die schwersten Gegner. Buga boxte sogar einen Titelverteidiger, verlor leider 3:4. 

Zwischenbilanz des deutschen Disziplintrainers Roland Kubath zu abvbaden.de (noch vor den Halbfinalkämpfen): "Wenn man mehr als die Hälfte eines neunköpfigen Teams unter die besten Acht der Welt bringt, dann können wir, glaube ich, sehr zufrieden sein." Mit zwei Medaillen hat der DBV sein WM-Ziel schon jetzt erreicht. "Ich bin sehr stolz", sagte Kyas.

Die deutschen Halbfinals:

Jack Culcay-Keth gg. Botirjom Mahmudov (Usbekistan) 6:4 Punktsieg für Jacky, der am Samstag im Finale steht! 

Culcay-Keth: "Ich bin überglücklich! Es war ein sehr harter Kampf. Er boxte am Anfang ganz anders als beim Chemiepokal, wo ich ihn schon einmal schlagen konnte. Aber am Ende hat man ja wieder gesehen, dass mit meiner Art zu boxen, keiner kann. Das war eine Topleistung von mir!"

Ronny Beblik verliert gg. Arroyo McWilliams (Puerto Rico) im Halbfinale 7:9

Beblik: "Ich bin nicht enttäuscht. Mein Ziel, eine Medaille zu holen, habe ich erreicht. Damit kann ich sehr zufrieden sein."

Viertelfinalkämpfe:

Eugen Burhard verliert 2:9 gegen Koba Pkhakadze (Georgien), scheidet  im Viertelfinale aus.

Burhard: "Ich war vielleicht ein bisschen übermotiviert, der Gegner war einen Tick cleverer und schneller, hatte mich scheinbar gut studiert. Klar bin ich erstmal enttäuscht, dass es für mich keine Medaille gibt, aber wenn ich länger drüber nachdenke, dann kann ich eigentlich doch sehr zufrieden sein: Es war eine gute Leistung, bei meiner ersten WM das Viertelfinale erreicht zu haben." 

Jack Culcay-Keth siegt gg Torben Keller (Dänemark) 5:2, Bronze sicher für Culcay-Keth

Culcay-Keth: "Ich habe Torben jetzt zum vierten Mal geboxt und besiegt. Er ist kein Schlechter, hat hier einen Mexikaner geschlagen, das war eine gute Leistung. Deshalb weiß ich: Man kann nie sicher sein. Ich konnte aber gut mit meinem Aufwärtshaken arbeiten. Jetzt will ich auf jeden Fall Gold mit nach Hause bringen. Ich glaube, dass ich das schaffe."

Rene Krause verliert gg Elshod Rasulov (Usbekistan) 2:8

Krause: "Ich habe kein Mittel gegen ihn gefunden, bin gar nicht in den Kampf gekommen. Der hat auf mich gewartet, ich habe nicht gewusst, wie ich den angreifen soll. Ich bin nicht zufrieden mit mir. Ich hätte mir eine Medaille erhofft."

Bundestrainer Kubath: "Er war total von der Rolle. Drei Kämpfe haben Spuren hinterlassen. Es ist sein erstes großes Turnier. Das war nicht der Renee, der heute geboxt hat, und das gegen einen Weltklasse-Mann. Trotzdem eine Riesenleistung, auch von der ganzen Mannschaft.

Abends, ab 20.30 Uhr: Ronny Beblik gg Khalid Yafai (England) 9:3, Bronze sicher für Beblik.

Beblik: Das war mein Meisterstück. Das hätte ich nicht für möglich gehalten, nachdem ich schon soweit gekommen war.  Ich dachte: Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe und bin deshalb ganz unbeschwert in den Kampf gegangen. Es war ein harter Kampf. Am Ruhetag will ich mich erholen und hoffe, am Freitag wieder fit zu sein. Die Tieftreffer waren hart, für einen wurde  er verwarnt. Er hat auch sonst hart geschlagen, vor allem die Körpertreffer haben mir doch zu schaffen gemacht.

Bundestrainer Stachewicz: Er hat das clever gemacht und unsere Taktik voll umgesetzt gegen diesen schnellen und robusten Mann, und er hat seinen Vorsprung trotz des Tiefschlags klug verteidigt. Beblik ist die Überraschung des Turniers, hat sich von Kampf zuKampf gesteigert.

Konstantin Buga verliert gg. Abbos Atoev (Usbekistan) 3:4

Buga: Ich bin sehr enttäuscht.

Bronze für Tasheena Bugar (KSC) in der Türkei

Tasheena Bugar, hier als Deutsche Meisterin 2008, holte in der Türkei Bronze. Dafür gab es Lob vom Frauen-Teamchef Heinz Birkle (links).

Irmen-Göldner (Bayern) holt weitere Medaille bei hochkarätig besetztem Turnier / Delegationsleiter Heinz Birkle lobt alle vier DBV-Boxerinnen

Istanbul/ Karlsruhe. Mit zwei Bronzemedaillen kehrte ein vierköpfiges Frauenteam des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) aus Istanbul (Türkei) zurück: Beim 24. Ahmet-Comert-Turnier mussten sich Federgewichtlerin Tasheena Bugar, die Deutsche Meisterin vom Karlsruher SC, sowie Julia Irmen-Göldner (TV Regensburg, Leichtgewicht) erst im Halbfinale geschlagen geben.

Das Limit der Bayerin bis 60 Kilogramm dominierte erneut Katie Taylor, die Weltboxerin des Jahres 2008 und zweifache Weltmeisterin aus Irland. Auf eine weitere amtierende Weltmeisterin, nämlich Li Jinzi aus China, traf Ulrike Brückner (MTV München) in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm schon im ersten Kampf: Klares Aus im Viertelfinale für die Deutsche.

Etwas mehr Losglück hatte Cindy Metz (BC Piccolo Fürstenfeldbruck): Die ebenfalls aus Bayern stammende Deutsche Bantamgewichtsmeisterin schlug im Auftaktkampf eine der türkischen Lokalmatadorinnen, bevor sie im Viertelfinale allerdings der Inderin Ramilal Pavitra mit 8:5 unterlag.

Eiserne Disziplin und eine ?konditionell einwandfreie Verfassung? attestierte DBV-Ehrenmitglied und ABVB-Ehrenvorstandsmitglied Heinz Birkle (Karlsruher SC), der vom Verband mit der Teamleitung betraut worden war. Für die deutschen Frauen stellte die Kampfdauer von vier Runden á zwei Minuten ein Novum dar. Die Mannschaft hat laut Birkle ihr Soll erfüllt. ?Das Turnier entsprach vom kämpferischen Niveau her zumindest einer Europameisterschaft?, betonte der frühere DBV-Sportwart. Die meisten Goldmedaillen holte Russland mit vier Titeln vor Rumänien und der Türkei. Peter Jaschke

Die Kämpfe der deutschen Boxerinnen in Istanbul (Ergebnisse laut Alexander Mazur):

54 Kg: Cindy Metz   (GER)            - 11:05 PS ü. Sengul Coruh  (TUR)

54 Kg: Cindy Metz (GER)            - 05:08 PN g. Ramilal Pavitra (TUR)

57 Kg: Tasheena Bugar (GER)            - 06:05 PS ü. Gamze Terlani (TUR)

57 Kg: Tasheena Bugar (GER) - 03:13 PN g. Gulbahar Genc   (TUR)

60 Kg: Julia Irmen-Göldner (GER) - 08:00 PS ü. Meryem Aslan Zeybek       (TUR)

60 Kg: Julia Irmen-Göldner (GER) - 11:02 PS ü. Erkan Melek               (TÜR)

60 Kg: Julia Irmen-Göldner (GER)   - 01:06 PN g. Ozlem Dinc                (TUR)

75 Kg: Ulrike Brückner (GER)     - 01:08 PN g. Li Jinzi                           (CHN)

Deutschland gewinnt zweimal

Badens "Super-Marco" Grund (oben) schlug erst den Neapolitaner Donato Cosenza und im Schriesheimer Festzelt dann Massimo Avosani, den Dritten der italienischen U19-Camionati. "Dima" Sorokin gelang am Sonntag der Revanchesieg gegen den erfahrenen Italomeister 2006 und EU-Vizemeister 2005, Cirillo. Unten: Die Siegreiche Staffel mit Trainer Lunka in Schriesheim.

Erststart des Vergleichs mit italienischer Staffel endet 18:4 / 14:0-Sieg auch beim Zweitstart in Schriesheim / Sorokin gelingt Revanche / Culcay-Keth erkrankt, zwei Italiener verletzt

Schriesheim/ Wittenhofen. Auch beim Zweitstart der Staffeln in Schriesheim gelang Deutschland ein klarer Sieg: 14:0 hieß es am Ende nach sieben Wertungskämpfen. Die Vertreter Badens, "Super-Marco" Grund und Dimitri Sorokin, wuchsen dabei über sich hinaus. Der vor zahlreich am Ring vertretenen Fans wie entfesselt boxende Grund löste gleich im ersten Kampf des Vormittags Begeisterung aus. Sein Dank galt den Anhängern sowie vor allem Olympiastützpunkt-Coach Lunka: "Die Vorbereitung war so gut wie nie." Erneut ebenfalls hervorragend vor diesmal rund 1000 Besuchern: Thomas Vahrenholt und Dennis Radovan. Rene Krause schlug den WM-Dritten Rosciglione. Weitere Siege gab es für Boshenko und Pfeifer. Und am Ende nahm Dima Sorokin (wie Grund vom KSC) überzeugend Revanche an Cirillo für die knappe Niederlage im Hinkampf zwei Tage zuvor (Ergebnisliste folgt). 

Rund 700 Zuschauer sahen zwei Tage zuvor in der Wittenhofener Schmidtmeister-Halle im Bodenseekreis physisch starke, aber zumindest im ersten Teil des Abends boxerisch unterlegene Italiener. Im zweiten Teil lieferten die erfahreneren Männer der Federazione Pugilistica Italiana den Boxern mit dem Bundesadler auf der Trikotbrust einige sehenswerte Gefechte. Und wäre es nach dem Willen des Publikums gegangen, so hätte mit Boshenko (gegen Giacomoni) ein dritter Deutscher verloren. Doch der Reihe nach: Die jüngsten Kämpfer der Squaddra Azzura zahlten gegen die deutschen U19-Asse Thomas Vahrenholt, Marco Grund und Denis Radovan Lehrgeld. Vor allem Radovan, der im Kampf mehrfach die Auslage wechselte, begeisterte die Menge.

Zu den Höhepunkten nach der Pause zählten die Siege von Artur Schmidt im Leichtgewicht, Konstantin Buga (Mittel) und Artur Hofmeister (Schwer). Das Publikum zeigte sich begeistert vom variabel und beweglich boxenden Schmidt, der zuletzt international glücklos agierte.  Buga schickte den mehrfachen Italienmeister Grieco gleich in der ersten Runde mit einer Geraden der linken Führhand auf den Ringboden. Der WM-Fünfte beherrschte seinen theoretisch ebenbürtigen Gegner bis zum RSC in Runde drei. Aufgrund eines schweren Wirkungstreffers von Hofmeister in Runde drei nahm der Ringarzt wenige Sekunden, nachdem Italo-Vizemeister Iannuci wieder aufgestanden war, den Italiener aus dem Kampf.

Wie ein wilder Stier nahm Nationalchampion Erik Pfeifer (Superschwer) den Italienmeister Rossano auf die sprichwörtlichen Hörner. Der Niedersachsen konnte seinen heraus geboxten Punktvorsprung jedoch nicht halten, ließ sich gegen Ende auf unschöne Aktionen ein und verlor. Trotz Niederlage bewies Dimitri Sorokin, neben Youngster Marco Grund der einzige Vertreter des LV Badens im Aufgebot, sein technisches Können und Schlagstärke. Der Bensheimer vom Karlsruher SC hofft am Sonntag auf eine Revanche gegen den arg verbeulten Cirillo, Italienmeister von 2006.

Sorokin muss zweimal ran, weil Vize-EM Jack Culcay-Keth ebenso wie Hafid Bouji wegen einer Virusinfektion flachliegt. Auf italienischer Seite verletzten sich zwei Kämpfer. Es ist offen, ob sie für Schriesheim grünes Licht seitens der Ärzte bekommen. Klar dürfte sein, dass der EM-Dritte Rene Krause (Leverkusen) gegen den WM-Dritten Rosciglione antritt. Dieser unterlag im Halbschwerfight von Wittenhofen dem darüber überglücklichen Artur Schmitt, der sich damit wenige Tage vor seinem 19. Geburtstag selbst das schönste Geschenk machte.

Viel Lob hörte auch der verantwortliche Bundestrainer Zoltan Lunka für seine sportliche Vorbereitungsarbeit. Die deutschen Athleten wirkten in der Tat hervorragend eingestellt. Roland Kubath, Chef des Boxstützpunkts Heidelberg, warnt indes vor Übermut und Leichtsinn beim Zweitstart: "Die Italiener sind stärker, als Einzelergebnisse sowie das Gesamtresultat glauben machen könnten." Vor allem sind die Italiener jetzt eines: richtig sauer. Es wird noch einmal spannend. Peter Jaschke 

 

Kampf Gewichtsklasse

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

1

Jg64 kg

ROT BLAU

AVOSANI Massimo VAHRENHOLT Thomas

ITALI GER

BLAU

PTS

36:9

2

Jg64 kg

ROT BLAU

COSENZA Donato GRUND Marco

ITALI GER

BLAU

PTS

25:9

3

Jg69 kg

ROT BLAU

PIVA Dennis RADOVAN Denis

ITALI GER

BLAU

PTS

27:6

4

E54 kg

ROT BLAU

ALLEGRINI Luigi

GEIER Dieter

ITALI GER

BLAU

PTS

15:13

5

E91+ kg

ROT BLAU

GIACOMONI Samuel BOSHENKO Boris

ITALI GER

BLAU

PTS

23:9

6

E60 kg

ROT BLAU

GIANNINI Valerio SCHMIDT Artur

ITALI GER

BLAU

PTS

13:6

7

E75 kg

ROT BLAU

GRIECO Salvatore BUGA Konstantin

ITALI GER

BLAU

RSC

R3

8

E81 kg

ROT BLAU

ROSCIGLIONE Gianluca SCHMIDT Artur

ITALI GER

BLAU

PTS

19:9

9

E91 kg

ROT BLAU

IANNUCI Paolo HOFMEISTER Artur

ITALI GER

BLAU

RSCI

R3

10

E91+ kg

ROT BLAU

ROSSANO Francesco PFEIFER Erik

ITALI GER

ROT

PTS

16:15

11

E69 kg

ROT BLAU

CIRILLO Carmine SOROKIN Dimitri

ITALI GER

ROT

PTS

15:14

Nationale U19-Titelkämpfe: Oli Vlceks Analyse

Wie hier bei den "Badischen" in Singen, wo Simon Stromeyer mit Coach Giovanni Sestito in der Ringecke Landesmeister geworden war, erfüllte der Singener bei den U19-DM im stark besetzten Welterlimit die in ihn gesetzten Erwartungen. Mehr als das: Seine Bronzemedaille ist aller Ehren wert.

Fuhr Meister, Bronze für Stromeyer / Grund (KSC) geht diesmal leer aus / Mittelrhein bester Landesverband

Wolfsburg. Bronze für Simon Stromeyer (BC Singen): Über seinen dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften (DM) der Jugend (U19) freut sich der Singener Senkrechtstarter zu Recht: Verlor doch der Weltergewichtler im Limit bis 69 Kilogramm nach einem Sieg im Viertelfinale in der Runde der besten Vier gegen den hoch favorisierten Vorjahresvizemeister Dennis Radovan. Und das auch nur denkbar knapp mit einem Punkt Unterschied (5:4). Radovan wurde am Ende Vizemeister, aber auch bester Techniker des Turniers. Respekt! Dennoch gilt jetzt für Stromeyer: kühlen Kopf bewahren, auf dem Boden bleiben, hart weiter arbeiten. Denn eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

Riesenleistung von Stromeyer gegen Favorit Radovan

?Simon hat das super gemacht?, zeigte sich Singens Trainer Giovanni Sestito stolz auf seinen Schützling. Stromeyer habe ?mit der Doppeldeckung schön zu gemacht und im Nahkampf gepunktet?. Noch am Ende der zweiten Runde stand es 1:1. Sestito: ?Zum Schluss hat es Simon nur an Erfahrung gemangelt.?

Dabei hat der Süddeutsche Jugendmeister aus dem ältesten Boxverein Badens erst 2007 mit dem Faustkampf begonnen. Sein viel erfahrener und während des Kampfes wie immer ständig die Auslage wechselnder Halbfinalgegner Radovan vom SC Colonia Köln ist dagegen Europameisterschaftsdritter seiner Altersklasse und glänzte zuletzt auch beim Länderkampf Deutschland gegen Italien in Wittenhofen und Schriesheim mit überlegenen Siegen.

Ebenfalls gegen einen späteren Finalisten (Max Keller, Mittelrhein) seines Limits über 91 Kilogramm (Superschwer) zog sich der mit seinen erst fünf Kämpfen noch unerfahrene Sergej Dzilkibaev als so genannter ?Auffüller? vom BC Riegel (also kein süddeutscher Meister) trotz vorzeitiger Niederlage laut Sestito ?gut aus der Affäre?.

Badens mehrfacher Landes- und Regionalmeister im U19-Halbweltergewicht, der Bensheimer Marco Grund (18) vom Karlsruher SC, musste dagegen nach seinem ersten Kampf im Congress Park passen. Nach der schier unerklärlichen 13:5-Niederlage gegen den Berliner Alexander Maurer sagte Marco schwer enttäuscht: ?Ich war nicht gut drauf, habe einen rabenschwarzen Tag erwischt.? Abvbaden.de sagt: Kopf hoch, Marco!

Gastgeber war der niedersächsische Amateur Kick-Box Club (AKBC) Wolfsburg. Insgesamt waren rund 80 Jugendboxer im Alter von 17 und 18 Jahren im Congress Park am Start. Im Vorjahr war "Super-Marco" Grund in Straubing Deutscher Jugend-Vizemeister geworden, damals noch im Leichtgewicht. Baden hatte dank Grunds Medaille damals den zehnten Rang der Verbandswertung belegt (diesmal nur 13.), Württemberg indes den zweiten hinter Mecklenburg-Vorpommern. Es ging auch heuer in Wolfsburg darum, sich für den Brandenburg-Cup als Nominierungskriterium für die Jugend-EM im August in Polen zu qualifizieren.

Bester Landesverband wurde Mittelrhein, der sieben Medaillen erboxte, davon dreimal Gold, gefolgt vom Niederrhein und Berlin jeweils zweimal Gold. Die restlichen ersten Plätze gingen je einmal an Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Württemberg und an Niedersachsen.

Und so sah es Landestrainer Oli Vlcek, nämlich als "die ersten Gehversuche einer Baden-Württembergischen Staffel":

Nach Abschluß der Mitgliedervollversammlungen in den Landesverbänden Württemberg und Baden zeichnete sich ein klares Votum für eine zukünftige Zusammenarbeit beider Fachverbände ab. Einen ersten kleinen Test probte eine BaWü-Delegation im Rahmen der Jugend DM, welche in Wolfsburg ausgetragen wurde. Delegationsleiter Oliver Vlcek startete mit den Trainern Zoltan Lunka und Giovanni Sestito, sowie den fünf Athleten Erich Fuhr, Marco Grund, Simon Stromeyer, Sergej Dzilkibaev und Hüseyin Tuncer in das Abenteuer um die Medaillenjagd.

Dabei erwischte die Delegation einen denkbar schlechten Start in die Meisterschaft.
Die beiden Superschweren Sergej und Hüseyin mußten sich ihren starken Gegnern Max Keller und Jakob Morgel (beide Mittelrhein) geschlagen geben. Diese beiden trugen dann schlußendlich auch das Finale um den begehrten Titel untereinander aus. Trotzdem zeigten unsere beiden Jungs einen starken Kampf und insbesondere Sergej bot dem späteren Deutschen Meister Max Keller einen harten Kampf um den Einzug ins Halbfinale.

Nun lag es an den 3 Routinees Erich (DM 08), Marco (Vize DM 08) und Simon (DM Teilnehmer 08), die Fahnen der Delegation hoch zu halten.

Doch nun kam es zur ersten großen Überraschung im Rahmen der Deutschen Meisterschaften. Marco Grund erwischte einen rabenschwarzen Tag und schied gegen einen schwachen Alexander Maurer (Berlin) aus. In den späteren Kämpfen mußte dann auch der bisherige Deutsche Meister Thomas Vahrenholdt (Mittelrhein) Federn lassen. Somit bestritten zwei Newcomer das Finale in dieser Gewichtsklasse, während die Favoriten Marco und Thomas zuschauen mußten. Langfristig gesehen ist hier jedoch zu erwarten, dass das Toptalent Marco sich durchsetzen wird. Spätestens beim kommenden Brandenburg Cup werden die Karten neu gemischt.

Simon Stromeyer traf in der Vorrundenbegegnung auf Leon Bunn vom Landesverband Hessen. Mit einer kompakten Doppeldeckung stoppte Simon die behertzen, aber unüberlegten Angriffe von Leon. Dieser verstand es trotz seiner größeren Erfahrung nicht, Simon aus der Reserve zu locken, um Fehler zu provozieren.
Simon, mit seinen 20 Kämpfen der vermeintlich unerfahrenere Athlet, agierte ruhig und vorausschauend. Schlußendlich konnte er den Einzug ins Halbfinale durch einen verdienten Punktsieg gegen den Hessen feiern.

In der letzten Vorrundenbegegnung hatte es Erich Fuhr eilig. Kai Max Schröder vom Landesverband Mecklenburg Vorpommern versuchte es mit einer kompakten Doppeldeckung. Aber Erich wußte diese geschickt zu umgehen. Mehrmals knackte er die Mecklenburger Wand, bis der Gegner in der zweiten Runde nach harten Treffern aus dem Kampf genommen wurde.

Somit sah die Bilanz der Delegation nach Abschluß der Vorrundenkämpfe noch etwas mager aus. Von 5 Athleten konnten sich lediglich zwei Teilnehmer für das Halbfinale qualifizieren. Doch dieser Eindruck sollte sich im Verlauf der weiteren Meisterschaft noch gewaltig ändern.

Beide Kämpfer mußten gegen harte Brocken ran. Simon erwischte den Topathleten und 4fachen Deutschen Meister Denis Radovan vom LV Mittelrhein, während es Erich Fuhr mit dem Spitzenmann des Nachbarlandes Bayern, Niklas Krieger, zu tun bekam. Diesen hatte er bereits auf der Süddeutschen Meisterschaft in Singen klar geschlagen. Jedoch weiß jeder, dass bei einer Deutschen Meisterschaft die Karten neu gemischt werden.

Im Limit bis 60kg starteten dann auch beide Athleten beherzt in den Kampf um den Einzug ins Finale. Krieger änderte seinen Stil und versuchte nun mit einer kompakten Doppeldeckung zum Erfolg zu kommen. Erich jedoch erwies sich als Fuchs. Immer wieder knackte er mit kurzen Haken die Doppeldeckung, um dann die Nahdistanz zu verlassen. Krieger ließ sich auf das Spiel ein und öffnete immer wieder seine Deckung. Drei Runden lang zeigte die Punktmaschine einen minimalen Vorsprung von einem Zähler für unseren Erich. Dieser blieb gelassen und zeigte die Klasse eines absoluten Spitzenmannes. Mit Ruhe und Übersicht arbeitete er sich in die vierte Runde.
Nun stand Krieger mit dem Rücken zur Wand. Ein Punkt Rückstand und kaum mehr Zeit für einen Sieg. Nun öffnete er komplett und Erich konnte ihn im Rückwärtsgang locker ausboxen. Hier punktete er dann kräftig und entschied die Partie klar für sich. Das Finale war erreicht.

Nun mußte der "Aussenseiter" Simon in die "Höhle des Löwen" Denis Radovan. Doch wer hier mit einem kurzen Gastspiel oder einem langweiligen Gefecht gerechnet hat, wurde eines besseren belehrt. Simon bot alles auf, was er in der Singener Boxschule erlernt hatte. Überraschend für alle Zuschauer tobte der Kampf über 4 Runden. Weder Radovan, noch Simon konnten sich mit Zählern vom Gegner absetzen. Nach jeder Runde stand es entweder Unentschieden, oder maximal 1 Punkt Vorsprung für Denis.
Hier sei erwähnt, dass es sich bei Denis Radovan tatsächlich um ein absolutes Toptalent handelt. Doch auch diese haben manchmal schwer zu kämpfen. Quereinsteiger Simon, welcher dem Boxsport erst seit 2007 treu geworden ist, zeigte allen Anwesenden, dass man in Zukunft mit ihm rechnen sollte.

In der letzten Runde wurde es hektisch am Ring. Lediglich ein Punkt trennte die beiden Kontrahenten und mit dem Schlußgong konnte Radovan verdient den Einzug ins Finale feiern. Simon gratulierte diesem sogleich und wünschte ihm alles Gute für das kommende Finale. Das zeigt wahren Sportsgeist und Fairness.

Auch Erich Fuhr mußte im Rahmen der Finalkämpfe gegen den Topfavoriten und WM Teilnehmer Sergej Vögele vom Niederrhein ran. Dieser konnte bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften 2008 aufgrund eines Bruches im Handgelenk nicht antreten. Damals wurde Erich Fuhr Int. Deutscher Meister.

Somit trafen hier die beiden amtierenden Deutschen Meister aufeinander, um zu klären, wer den nun die wahre Nummer 1 ist. Und dies wollte Erich allen zeigen. Mit dem Ziel der EM Teilnahme startete Erich siegessicher in die Begegnung um den Meistertitel.
Von Beginn an setzte er Sergej mit einer gnadenlos schnellen Führhand unter Druck. Bereits zu Beginn der 1. Runde roch es nach einer kleinen Sensation. Sergej zeigte Nerven und fand kein geeignetes Mittel gegen den druckvoll boxenden Fuhr. Auf der Punktmaschine konnte Fuhr Runde für Runde einen mageren Vorsprung von einem Punkt vorweisen. Im Ring jedoch dominierte er seinen Gegner klar. In allen Distanzen war er einfach einen Tick schneller und akzentuierter.

Sergej kämpfte mit allen Mitteln, um das Gefecht noch zu drehen. Die Kampfspuren in Erich seinem Gesicht zeigten, wie hart der Kampf ausgetragen wurde.
In der letzten Runde entschied der stabilere Kämpfer das Ding und punktete seinen Gegenüber klar aus. Wer hier jedoch an Sergej Vögele dachte, mußte sich täuschen:
Erich Fuhr zeigte eine absolute Topleistung und konnte den Deutschen Meistertitel im Limit bis 60kg nach Baden-Württemberg bringen.

Gemeinsam feierte die Delegation diesen Erfolg. Oliver Vlcek bedankte sich ausdrücklichst bei den Heimtrainern aller Teilnehmer für die hervorragende Arbeit am Mann. Nun blicken wir alle gemeinsam auf das EM - Qualifikationsturnier, den Brandenburg Cup 2009. Dort werden unsere Topathleten um die Nominierung für die EM kämpfen.

Ergebnisse in den Limits mit badischer Beteiligung: 

64 Kg:  (8 Teilnehmer)

Alexander Maurer            (Eintracht Berlin; BE)        - 13:05 PS ü. Marco Grund   (Karlsruher SC, BA)

Evgenij Jabs                  (UBV Schwedt, BB)    - +17:17 PS ü. Dennis Gossmann (BC Gifhorn, NS)

Thomas Vahrenholt            (Colonia Köln, MR)         - Aufg.-S. 2.R. ü. Paul Schewtschenko (AKBC Wolfsb., NS)

Arayk Marutyan             (BSC Schwerin, MV)  - 08:07 PS ü. Erich Lang     (BC Marburg, HE)

Evgenij Jabs                  (UBV Schwedt, BB)    - 09:08 PS ü. Alexander Maurer            (Eintracht Berlin, BE)

Arayk Marutyan             (BSC Schwerin, MV)  - 08:04 PS ü. Thomas Vahrenholt (Colonia Köln, MR)

Arayk Marutyan            (BSC Schwerin, MV)  - 15:04 PS ü. Evgeniy Jabs     (UBV Schwedt, BB)

69 Kg:  (8 Teilnehmer)

Alexander Wünschmann (BC Fürstenwalde, BB) - 14:07 PS ü. Robin Eickhorst          (SV Oschersleben, SA)

Patrick Wojcicki                        (AKBC Wolfsburg, NS)  - 13:02 PS ü. Daniel Pavlovic            (Hamburger TB, HA)

Simon Strohmeyer            (BC Singen, BA)      - 09:07 PS ü. Leon Bunn        (SG Sossenheim, HE)

Dennis Radovan            (Colonia Köln, MR)         - Aufg.-S. 2.R. ü. Viktor Gasselbach (PSV Wismar, MV)

Patrick Wojcicki                        (AKBC Wolfsburg, NS)  - RSC-S. 1.R. ü. Alexander Wünschmann (BC Ebersw., BB)

Denis Radovan              (Colonia Köln, MR)         - 05:04 PS ü. Simon Strohmeyer (BC Singen, BA)

Patrick Wojcicki            (AKBC Wolfsburg, NS)  - 07:05 PS ü. Denis Radovan            (Colonia Köln, MR)

91+ Kg:            (7 Teilnehmer)

Jakob Morgel                (BR Düren, MR)      - RSC-S. 2.R. ü. Hüseyin Tuncer (FB Esslingen, WÜ)

Ali Kiydin                      (ABC Oberursel, HE)  - RSC-S. 2.R. ü. Marko Deckmann (Kagdamala Heide, SH)

Max Keller                    Kktiv Aachen, MR)     - RSC-S. 4.R. ü. Sergej Dzikibaev (BC Riegel, BA)

Jakob Morgel                (BR Düren, MR)      - RSC-S. 2.R. ü. Cengiz Gürbüz (BFC 80 Berlin, BE)

Max Keller                    (Aktiv Aachen, MR)     - 17:04 PS ü. Ali Kiydin               (AVC Oberursel, HE)

Max Keller                  (Aktiv Aachen, MR)     - 13:06 PS ü. Jakob Morgel  (BR Düren, MR)     

Bester Techniker:                        Denis Radovan                      (SC Colonia Köln)

Bester Boxer:                            Patrick Wojcicki                      (AKBC BC Wolfsburg, NS)

Knappster Verlierer:                        Dennis Gossmann                   (BC Gifhorn, NS)                                       

"Super-Marco" holt Silber in Berlin

Super-Marco (rot) bei seinem Sieg gegen den Niedersachsen Bulach (oben). Vahrenholt, einem der starken Kölner, muss sich Marco (blau) erst im Finale beugen (Mitte). Dennoch stolz auf Silber: Diplom-Trainer Zoltan Lunka vom Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar mit seinem Schützling Grund (KSC).

KSC-Kämpfer Grund nun auch Internationaler Deutscher Vizemeister / Tasheena Bugar bei Frauen-WM in China dabei

Berlin. Marco Grund, Bensheimer Vorzeige-Jugendboxer vom Karlsruher Sport-Club (KSC), hat sich als einziger U19-Kämpfer aus dem Landesverband Baden mit dem Titelgewinn in Spaichingen für die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaften (IDJM) in Berlin qualifiziert. Dort gewann "Super-Marco", Badens Deutscher Vizemeister, nach einem klaren 8:2-Punktsieg gegen Max Meier (Hessen) auch mit 7:5 im Halbfinale gegen Johannes Bulach (Niedersachsen). Erst im Finale musste er sich dem starken Thomas Vahrenholt (Mittelrhein) mit 5:10 geschlagen geben. Die Silbermedaille dürfte Marco über die Niederlage hinweg helfen.

Grunds Vereinskameradin Tasheena Bugar zählt zum dreiköpfigen Team, das Deutschland vom 22. bis 30. November bei den Frauen-WM in China vertritt. Unter den 237 Boxerinnen aus 42 Ländern mischen neben unserer nationalen Meisterin BUGAR (57 kg) aus Deutschland mit: Cindy METZ (54 kg) und Ulrike BRÜCKNER (80 kg).

Leider kann indes Badens Deutscher Meister Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim), die Nummer eins der nationalen Rangliste im Limit bis 81 Kilogramm, zunächst nicht für Velbert in der geplanten (aber noch nicht terminierten) Bundesliga starten: Wegen Abriss eines Knorpels im linken Schultergelenk muss er mit einer mehrmonatigen Pause rechnen. Peter Jaschke

U21-Asse in Minden: Silber für Yöreci und Sorokin

Aytekin Yöreci (oben) und Dimitri Sorokin (Bild unten, links, bei seinem Sieg bei den Landesmeisterschaften) holten für den badischen Landesverband jeweils den Vizemeistertitel bei den Internationalen U21-DM in Minden.

Minden. Die ABVB-Boxer Aytekin Yöreci (Halbwelter, BR Knielingen) und Dimitri Sorokin (Welter, Karlsruher SC) mussten sich bei den 1. Internationalen Deutschen Meisterschaften der U21 in Minden erst jeweils im Finale geschlagen geben, wurden somit beide Vizemeister ihrer Limits. Wir gratulieren! Yöreci war Thüringens Toptalent Felix Lamm (Nordhäuser SV) ein ebenbürtiger Gegner. Sorokin hatte es in einem unschönen Finalkampf mit dem unorthodox boxenden Bukurim Tairi (Niedersachsen) zu tun. Andreas Mazara (Mittel, BSV Freiburg) verlor seine beiden Kämfe in der nur schwach besuchten Kampa-Halle. Dennoch Chapeau allein dafür, dass der Freiburger an dem Auslese-Turnier teilnahm. Mit diesem U21-Turnier sowie den jeweils vier Besten der Jahrgänge 1988/1989/1990 in allen elf Limits unternahm der Deutsche Boxsport-Verband eine spezielle Fördermaßnahme mit dem Ziel , die der Jugend entwachsenen jungen Boxer leistungsmäßig zu fördern und intensiv an einen internationalen Leistungsstandard heranzuführen. Startberechtigt waren auch Athleten, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, einem deutschen Landesverbvandsverein angehören und ihren festen Wohnsitz in Deutschland nachweisen können. Peter Jaschke

Drei Medaillen in Liverpool

Badens Deutscher Meister Weiss muss länger pausieren / EM-Erfolge gehen auch auf Bundestrainer Pletnevs Konto

Liverpool/ Heidelberg. Boxer Gottlieb Weiss (21) vom BAC Hockenheim, Deutscher Meister im Halbschwergewicht bis 81 Kilogramm, muss sich wegen eines Kapselabrisses im Schultergelenk operieren lassen. Wie Bundestrainer Adolf Angrick auf Anfrage mitteilte, kann Weiss voraussichtlich mindestens drei Monate lang nicht in den Ring klettern. Bei der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung für die Europameisterschaften (EM) hatte Weiss über Schmerzen geklagt, musste einen Tag vor der Abreise nach Liverpool schweren Herzens passen.

Indes holte der Leverkusener DM-Dritte Rene Krause, der wie berichtet für Weiss zu den 37. EM geflogen war, Bronze in Liverpool. Jack Culcay-Keth (Darmstadt), am Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg von Bundestrainer Vladimir Pletnev (Schwetzingen) vorbereitet, verpasste den Finalsieg nur  unglücklich, wurde Vize-Europameister im Limit bis 69 Kilogramm. Von sechs Teilnehmern brachte das hauptsächlich am OSP stationierte DBV-Trainertrio Adolf Angrick, Vladimir Pletnev und Marian Gavrila fünf ins Viertelfinale, darunter Slawa Kerber und Sandro Schaer. Am Ende gab es drei Medaillengewinner für Deutschland, die an den Bundesstützpunkten in Heidelberg und Frankfurt/Oder vorbereitet wurden.

Eine weitere Bronzemedaille holte neben Krause Deutschlands neue Bantamhoffnung Denis Makarov in der Klasse bis 54 Kilogramm. Der auch für Makarov verantwortliche Bundestrainer Vladimir Pletnev habe damit bewiesen, dass er junge Leute zur Spitze führen könne. ?Auch Trainer müssen reifen?, brach der Berliner Boxlehrer Angrick (65) eine Lanze für den seit 2006 in DBV-Diensten stehenden Schwetzinger russischer Abstammung, der seinen Stuhl als Konsequenz aus dem Peking-Debakel bis Ende Dezember räumen soll.

Für den aus dem Amt des Chefbundestrainers scheidenden Helmut Ranze hat der DBV ebenfalls noch keinen Nachfolger präsentieren können. "Die EM-Erfolge geben uns Auftrieb und stimmen uns für Olympia 2012 optimistisch", sagte Bundestrainer Adolf Angrick zum Sportinformationsdienst, der seinerseits feststellte: ?Nach der totalen Olympia-Pleite haben sich Deutschlands Boxer schlagstark im internationalen Ring zurückgemeldet.? pj

Sieg gegen Woge: Weiss Deutscher Meister 2008

Oben: Deutscher Meister der Elite (Männer) 2008: Gottlieb Weiss (21) mit Vizemeister Robert Woge (links), René Krause (rechts) und Benjamin Schmidt. Unten: Weiss trifft Krause durch die Deckung hindurch, gewinnt 11:6 im Halbfinale. Zuvor schlug Weiss Bösel souverän. Darunter: Bronzegewinner Miller mit den anderen Medaillisten im Welterlimit um Titelverteidiger Culcay-Keth sowie (unten) mit Sorokin, Badens weiterem Weltergewicht-Ass.

86. DM in Straubing: Weiss für EM nominiert / Miller holt Bronze im Welterlimit wie Sorokin 2007

Straubing. Am Samstag, 25. Oktober, kam es in Straubing vor rund 800 Zuschauern in der Turmair-Sporthalle zur Neuauflage des Vorjahres-Finales: Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) musste in seinem Limit bis 81 Kilogramm gegen Robert Woge (BW Könnern) ´ran - und gewann 9:5 nach einem tollen Kampf gegen den starken Sachsen-Anhaltiner. Nach dem Halbfinalsieg über Klasse-Konterboxer René Krause (Leverkusen), der allerdings kaum zu seiner Linie fand, bedeutet das: Weiss ist DEUTSCHER MEISTER 2008. "Er hat super geboxt", freute sich Gottliebs Heimatverein-Trainer Dieter Hiegl (Weiss: "Der beste Trainer") über den jüngsten Erfolg und analysierte: "Gottlieb hat schön gerade geboxt, hat sich schön bewegt, Aufwärtshaken gebracht." "Viele haben schon gar nicht mehr an mich geglaubt", meinte Weiss überglücklich nach dem Fight, bei dem auch Robert Woge (SV Halle) überhaupt nicht klar kam mit einem Weiss in Bestform. 

Der Lohn für die Jungs vom OSP Rhein-Neckar: Nach den Finalkämpfen wurde Weiss neben den Meistern und alten BCO-Kameraden Makarov, Schaer, Schmidt, Pfeifer sowie Culcay-Keth (Darmstadt) und Vizemeister Kerber (Lohne) für die Europameisterschaften (5. bis 15. November, Liverpool) nominiert.

Halbfinale: Seine Linie verlor jedoch leider Badens Alex Miller (BW Lahr), allerdings erst während des Kampfes im Welterlimit gegen Dieter Döhl.  Führte der Lahrer zu Beginn rasch mit zwei Punkten, so gab er diesen Vorsprung ab, indem er seinen Reichweitenvorteil nicht weiter ausnutzte. Der kleinere Döhl konnte das Blatt zu einem13:8-Sieg für Niedersachsen wenden, weil Miller sein Distanzboxen aufgegeben hat. Immerhin Bronze für den Kadetten-Europameister von 2004.

So lief es im Viertelfinale:  Alexander Miller (BW Lahr) war an diesem Abend der bessere Mann im "Bruderkampf" der Baden-Boxer. Das gab es noch nie: Zwei ABVB-Asse im Weltergewicht bei einer DM. Dimitri Sorokin (KSC) lag nach der ersten Runde 3:2 hinten, dann 6:3, am Ende 9:6. Einer musste ja gewinnen. Am Ende umarmten sie sich. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) bezwang im Viertfelfinale Dominic Bösel.

Bald neue Kampfdauer im olympischen Boxen

Ab September zurück zur guten. alten Dreiminuten-Runde / Bezeichnungen für Altersklassen schon geändert

Es wurde lange diskutiert, jetzt ist es amtlich: Nach den Olympischen Sommerspielen in Peking wird im Boxen die drei mal drei Minutenregelung international wieder eingeführt. Bis und bei Olympia in Peking boxen die neuerdings so genannten Elite-Männer (elite men, 19 bis 34 Jahre) jedoch wie bislang regulär vier mal zwei Minuten lang.

Die bei den Profis und früher auch bei den Amateuren übliche Dreiminutenrunde soll die Qualität der Kämpfe verbessern. Der Amateur-Box-Verband Baden begrüßt diese zuschauerfreundliche Reform des Weltverbands AIBA grundsätzlich. Die Gesamtkampfdauer erhöht sich schließlich um eine Minute. Freilich steigen damit unter anderem taktische und konditionelle Ansprüche an die Sportler. Nachteil: der Übergang von der Jugendklasse (U19, weiterhin vier mal zwei Minuten) zur Männerklasse wird künftig noch härter als bislang schon.

Bei den Europameisterschaften im November 2008 in Liverpool soll schon die neue Zeitregelung in Kraft treten. Deshalb wird der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) bereits bei den kommenden 86. nationalen Titelkämpfen 2008 (im Oktober anberaumt, Ausrichter noch nicht benannt) ebenfalls jeweils erst nach drei Minuten den Gong oder die Glocke ertönen lassen. Der DBV regt laut Rundschreiben von Sportwart Jürgen Kyas (Lengerich) an, dass die Landesverbände bei den Landes- und Gruppenmeisterschaften zur DM-Qualifikation im Interesse der Boxer genauso verfahren.

Die Kampfdauer bei den Frauen beträgt künftig (nach Beendigung der Olympischen Sommerspiele) laut AIBA international vier (statt bisher drei) mal zwei Minuten, ebenso wie schon bislang bei der männlichen Jugend (17 und 18 Jahre). Die weibliche Jugend kämpft drei mal zwei Minuten, ebenso wie die männlichen Junioren (15 und 16 Jahre). Weibliche Junioren stehen dagegen nur noch drei mal 1,5 Minuten im Ring.

Die Bezeichnungen der Altersklassen werden vom DBV sowie im Bereich des ABVB bereits angewandt und lauten gemäß der neuen AIBA-Regelung wie folgt:

-                     Elite Männer und Elite Frauen (19-34 Jahre), bisher Männer und Frauen

-                     Jugend (weiblich/männlich, 17 und 18 Jahre), bisher Junioren (U19)

-                     Junioren (w/m, 15 und 16 Jahre), bisher Kadetten (U17)

-                     Kadetten (w/m, 13 und 14 Jahre), bisher Jugend (U15)

-                     Schüler (w/m, 11 und 12 Jahre) wie gehabt Schüler (U13).

Über 800 Zuschauer in Bruchsal

Beim Einmarsch von Sascha Roth mit Trainer Ali Demir und Betreuer Alison Pickering (unten) sowie beim Kampf Adrian Baum (rot) vs. Orhan Meral gut zu sehen, wie voll die Halle in Bruchsal war.

Geht doch: Professionell aufgezogene Amateurveranstaltung lockt Boxfans in hellen Scharen zum Turnier der Pugilisten

Bruchsal. Da waren sogar die Veranstalter baff: 15 Minuten vor Beginn des Turniers war bereits alles ausverkauft! Notgedrungen bot man noch Stehplätze vergünstigt an, und die Zuschauer dankten es. Bis zum letzten Kampf (19 insgesamt) blieben die Boxbegeisterten und feuerten leidenschaftlich, aber stets fair, ihre jeweiligen Favoriten  an.

Tribünen, Lichttechnik und Showeinlagen aus dem Kampfsport TaekwonDo schufen eine unvergleichliche Atmosphäre, wie die Veranstalter vom The Pugilist Boxing Gym in Bruchsal mitteilen. Besonders die ?Nummernboys? wurden frenetisch gefeiert. Das Team der Breakdancer des Gyms-Xperience (deutsche Vizemeister) demonstrierte faszinierende Akrobatik.

Bernd Schwab, der Vorsitzende der Nordvereine in Baden, und sein Team hatten das Ganze unterstützt und genossen nun sichtlich die Show. Die Kämpfer und Trainer waren selbst nach Niederlagen zufrieden und versprachen, jederzeit gern zu kommen, da es gerade für die Nachwuchsboxer eine ganz besondere Motivation ist, zu boxen unter ?professionellen Bedingungen?, wie es seitens der Organisatoren heißt.

Bardia Gharib, Präsident des Pugilist Gyms, konnte den Zuschauern bieten, was heute durch die TV-Übertragungen der Profi-Events einfach als Standard vorausgesetzt wird. Gharib schwärmte: "Sicher investierten wir mehr in Werbung und PR als normal üblich, aber unser Geschäftsführer reibt sich auch schon die Hände, denn das war eine gewinnbringende Veranstaltung, vom Werbeeffekt ganz abgesehen." Bei kraichgau.tv kann man sich laut Veranstalter den Filmbeitrag im Internet ansehen.

Kampfprotokoll, wie vom Pugilist Boxing Gym übermittelt:

Kampf 1
Andreas Hadakowski vom BW Pforzheim                           vs.          Alexander  Wasem vom SC Pforzheim, Sieger: Alexander Wasem in der 3.Runde

Kampf 2
M. Schubnell vom BW Lahr                                                        vs.          E. Gozembiler vom KSC Backnang, Sieger: M.Schubnell in der 3. Runde

Kampf 3
Mirnow vom BR Knielingen                                                       vs.          B.Wladislav vom KSC Backnang, Sieger: A. Mirnow in der 3. Runde

Kampf4
R. Kraft vom BW Lahr                                                   vs.          D. Schlegel vom BC Schwetzingen, Sieger: R.Kraft in der 3. Runde

Kampf 5
Christian Klein, JG 96 KSC Backnang                       vs.          Olgon Bozkort JG 95 BC Pforzheim, Sieger: C. Klein

Kampf 6
Andrej Likaj JG 94 Sc Pforzheim                                               vs.          Oliver Sapronov  vom Pugilist Boxing Gym, Sieger: Oliver Sapronov

Kampf 7
Felix Fuller PSV Karlsruhe                                                           vs.          Cedric Kouadio JG 93 Pugilist Boxing Gym, Sieger: F.Fuller

Kampf 8
Aron Kornmeier JG 95 BSV Freiburg                       vs.          Ferhardt Yildiz JG 94 KSC Backnang, Sieger: F.Yildiz

Kampf 9
Alexander Schneider PSV Karlsruhe                                      vs.          Sascha Roth vom Pugilist Boxing Gym, Sieger: A.Schneider in der 3. Runde

Kampf 10
Alexander Schneider PSV Karlsruhe       vs.          Steffen Weick vom Pugilist Boxing Gym, Sieger: Steffen Weick

Kampf 11
Göhrkan Morina BSV Freiburg                  vs.          Stanisllaw Kindsvater BAC Fortuna Offenburg, Sieger: G. Morina

Kampf 12
Serkan Zeyrek BC Schwetzingen                             vs.          Valerij Schweizer  Pugilist Boxing Gym, Sieger: Valerij Schweizer in der 3. Runde

Kampf 13
Ken Antwi-Adjei BS Waldhof                     vs.          Andrej Sutkevic SV Böblingen, Sieger: Ken AntwiAdjej durch RSC in der 3. Runde

Kampf14
Adrian Baum     BC Pforzheim                                   vs.          Orhan Meral  Pugilist Boxing Gym, Sieger: Orhan Meral in der 3. Runde

Kampf 15
Samuel Merz BC Pforzheim                                       vs.          Valentino Farris  Pugilist Boxing Gym, Sieger: Valentino Farris in der 3. Runde

Kampf 16
Jens Voss SC Pforzheim                                              vs.          Alexander Chrapatyj Pugilist Boxing Gym, Sieger: Alexander Chrapatyj durch R.S.C in der 2. Runde

Kampf 17
Saritas Erdogan BR Knielingen                   vs.          Justin Rasiah KSC Backnang, Sieger: Erdogan Saritas in der 3. Runde

Kampf 18
D. Ritscher                                                         vs.                          Timofej Sperling Pugilist  Boxing Gym, W.O.

Kampf 19
Artur Daubert BR Knielingen                     vs.          Debatik Ibra, Sieger: Ibra Debatik

Süddeutsche: Bayrak holt einzigen Titel

KSC-Leichtgewichtler Sinan Bayrak, hier bei seiner Niederlage gegen Propp in Pforzheim, rettete in Friedrichshafen die Ehre Badens und verteidigte seinen Titel erfolgreich.

Kranz sieht "Debakel für Baden" am Bodensee / Allein fünf Titelträger aus Württemberg zu den DM in Straubing

Friedrichshafen. Titelverteidiger Sinan Bayrak (22, Karlsruher SC), den Hockenheims Andi Propp ja im Leichtgewichtsfinale der ?Badischen? in Pforzheim hauchdünn besiegt hatte, löste mit seinem Sieg am Bodensee das Ticket für die nationalen Titelkämpfe in Straubing (22. bis 25. Oktober). 

Nach kontroversen Diskussionen zwischen der Verbandsführung, dem BAC und Propp selbst vertrat letztlich Bayrak, ursprünglich als so genannter ?Auffüller? vorgesehen, Baden in Friedrichshafen in diesem Limit alleine.  Und Bayrak konnte in Friedrichshafen Württembergs starken Hasan Cakir mit 19:15 bezwingen.

In Straubing werden bislang neben Bayrak allerdings nur die vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV) bereits für die DM gesetzten Kaderboxer Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) und der Bensheimer Dimitri Sorokin (KSC) die Farben Badens repräsentieren.

Besonders bitter und überraschend: die Niederlage von Alexander Miller (BW Lahr) im Finale des 69-Kilogramm-Limits. Laut Kranz habe der ansehnlich agierende Miller, Kadetten-Europameister von 2004 und zuletzt Erstligakämpfer des BC Olympia Rhein-Neckar, seinen kompakt boxenden württembergischen Gegner Alexander Wegel zu selten klar genug getroffen. Miller erhielt den Trostpreis für den unglücklichsten Verlierer.

?Es ist jetzt fraglich, ob Miller noch als Auffüller zu den DM kommt?, erläuterte Kranz. Allenfalls auf einen solchen Startplatz als ?Auffüller? kann auch Badens Federgewichtler Michael Loginov (KSC), der in Friedrichshafen dem überragenden bayrischen Titelträger Roman Boger im Halbfinale unterlegen war, nur noch hoffen.

Im Schwergewicht unterlag Andreas Becker (BSV Freiburg) dem überragenden Titelverteidiger Johann Witt, dem württembergischen DM-Teilnehmer von 2007, mit 7:17 Punkten klar. Schon im Halbfinale scheiterten Badens Mittelgewichtler Alexander Posen (BC Singen) sowie der noch junge Andreas Rybke (Halbwelter, BW Lahr) an starken Bayern. So blieb es dank Bayrak bei einem Titel für den ABVB.

?Für Baden war es ein Debakel?, resümierte ABVB-Chef Werner Kranz das schwache Abschneiden hinter dem stark auftrumpfenden Gastgeber Württemberg (fünf Titel) und Bayern (zwei). Peter Jaschke

Die Ergebnisse von Friedrichshafen (übermittelt von Alexander Mazur):

57 Kg:

Roman Boger                (BC Kaufbeuren)            -14:09 PS ü. Michael Loginov     (Karlsruher SC)

Roman Boger                (BC Kaufbeuren)            -20:03 PS ü. Justin Rasiah        (KSC Backnang)

60 Kg:

Sinan Bayrak                (Karlsruher SC)             -19:15 PS ü. Hasan Cakir          (BC Olymp Aalen)

64 Kg:

Mike Jahr                     (BC Weißenburg)          -18:08 PS ü. Andreas Rybke      (BW Lahr)

Dominik Braun              (VfK Germ. Stuttgart)     -18:15 PS ü. Mike Jahr              (BC Weißenburg)

69 Kg:

Alexander Miller            (BW Lahr)                     -16:04 PS ü. Andreas Steinepreis (VfL Leipheim)

Alexander Wegel           (SV Neckarsulm)           -07:02 PS ü. Alexander Miller     (BW Lahr)

75 Kg

Willi Dahinten               (TuS Traunreut) -20:12 PS ü. Alexander Posen   (BC Singen)

Igor Sokratov                 (BC Ravensburg)           -26:25 PS ü. Willi Dahinten        (TuS Traunreut)

81 Kg:

Benjamin Schmidt         (MBC Ludwigsburg)       -14:09 PS ü. Eugen Renner       (BSC Augsburg)

91 Kg:

Johann Witt                  (BC Ravensburg)           -12:08 PS ü. Ramil Futullaew     (BC Ingolstadt)

Johann Witt                  (BC Ravensburg)           -17:07 PS ü. Andreas Becker     (BSV Freiburg)

+91 Kg:

Roman Gorst                (SV Pocking)                -40:22 PS ü. Sezer Ülker           (Kampfsport Lahr)

 

Nachlese der Landesmeisterschaften

Kämpfe wie der von Dimitri Sorokin (KSC, links) und Ehrungen in Pforzheim: Die Goldene ABVB-Nadel gab es für die KSC-"Punktmaschinistin" Marianne Seitz und Tasheena Bugar, Deutsche Meisterin des KSC. Außerdem erhielten der Deutsche U17-Meister David Eberle und DM-Vize (U19) Marco Grund Präsente. Gäste am Ring: Pforzheims Trainer-Urgestein Heinz Weisshaar und sein Ex-Schützling Rene Weller. Außerdem war Markus Bott Zuschauer beim Blau-Weiß in der Jahnhalle.

Goldene Verbandsnadel für Tasheena Bugar und Marianne Seitz / Auch Marco Grund (KSC) und David Eberle (BR Knielingen) geehrt

Pforzheim. Am Rande der Finalkämpfe der ?Badischen? in Pforzheim gab es Ehrungen: Marco Grund (17), der Deutsche Vizemeister seiner Altersklasse, wurde ebenso wie die nationalen Titelträger Tasheena Bugar (KSC) und David Eberle (BR Knielingen) von Landes-Frauen- und Jugendwart Bernd Schwab (Vorsitzender der Nordvereine vom BC Schwetzingen) mit Anerkennungsprämien bedacht.

KSC-Boxerin Bugar, frisch gebackene Titelträgerin im Limit bis 57 Kilogramm, erhielt außerdem neben Marianne Seitz (KSC), seit 1988 die Frau an der Punktmaschine des Amateurboxverbands Baden (ABVB), die Goldene Verbandsehrennadel aus der Hand von ABVB-Präsident Werner Kranz (Schriesheim). Frau Seitz, die zu den ABVB-Kampf- und Punktrichtern zählt, sorgt unter anderem dafür, dass diese Seite zeitnah mit Kampfergebnissen aus Baden "bedient" wird. Schon vor den Meisterschaften verabschiedeten die Gastgeber von Blau-Weiß um Bibi Kreutz ihr Trainer-Urgestein Heinz Weißhaar (76) mit allen Ehren.

 

Landesmeisterschaften in Pforzheim

Spannende Kämpfe vor rund 150 Zuschauern in der Jahnhalle / Hockenheimer Propp schlägt Bayrak nur knapp / Sorokin (KSC) überlegen 

Pforzheim. Die Finalkämpfe der Badischen Meisterschaften fanden am Sonntag in der Pforzheimer Jahnhalle statt. Erstmals seit zehn Jahren betrug die reguläre Kampfdauer wieder drei mal drei Minuten. Einer der Höhepunkte war das Leichtgewichtsduell zwischen Titelverteidiger Sinan Bayrak (Karlsruher SC) und Andreas Propp (BAC Hockenheim), dem zuletzt etwas von der Bildfläche verschwundenen Deutschen Meister von 2005. Hauchdünn und auch wegen konditioneller Schwächen etwas unsauber kämpfend schlug Propp (27) den 22-jährigen Karlsruher und startete damit sein Comeback. Propps Ziel sind die nationalen Titelkämpfe.

Folgendes war in der Pforzheimer Zeitung, die ansonsten voll des Lobes über die Veranstaltung und die Qualität der Kämpfe war, über Propps Kampf zu lesen: "Weniger schön war das Auftreten von Andreas Propp vom BAC Hockenheim im Leichtgewicht." Der Deutsche Meister von 2005 "zeigte im Finalkampf gegen Sinan Bayrak vom KSC alles, was man im Ring nicht sehen will." (Zitat PZ)

Obwohl Dimitri Sorokin, 20-jähriger DM-Dritter von 2007, für die diesjährigen nationalen Titelkämpfe in Straubing (22. bis 25. Oktober in Straubing) aufgrund internationaler Einsätze vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV) bereits gesetzt wurde, sollte er auf Wunsch seines Heimatvereins Karlsruher SC in Pforzheim antreten. Sorokin siegte sowohl im Halbfinale als auch im Finale klar und überlegen.

Der erhoffte "Knaller" im Schwergewicht: Landesmeister Andreas Becker (BSV Freiburg) schlug Avdi Asllani (Ringtrotters Überlingen) erneut.

Während es für die Männer der A-Klasse (Kämpfer mit mehr als sieben Siegen im Kampfpass) um die Qualifikation für die Süddeutschen Meisterschaften (4. Oktober in Friedrichshafen) ging, lösten einige U19-Boxer bei internen Ausscheidungskämpfen das Ticket für die Internationalen Süddeutschen Jugend-Meisterschaften (8./9. November in Spaichingen) knipsen.  Es siegten: Alexander Ochs (BC Schwetzingen) und Marco Grund (Karlsruher SC) jeweils überlegen. 

Die Ergebnisliste ist im Artikel unten anklickbar.

 

BCO ist Vizemeister

Der Bensheimer Dimitri Sorokin (KSC-Boxer im Ligatrikot des BCO, blau) setzte Alex Lais (Gotha) beim Heimsieg des BCO unter Druck.

1. Box-Bundesliga: 17:10-Kantersieg gegen Gotha / Velbert schlägt Berlin knapp mit 14:13

Nur einen Kampf von insgesamt neun Fights hat der BC Olympia Rhein-Neckar (BCO) beim Tabellenschlusslicht BC Wacker Gotha verloren: Mit einem 17:10-Kantersieg beendete der 2005 gegründete und seitdem jedes Jahr aufgestiegene Erstliganeuling seine erste Saison im Oberhaus.

Dank der Schützenhilfe von Hertha BSC Berlin darf sich der BCO auch über den Vizemeistertitel freuen: Die Hauptstädter verloren am letzten und entscheidenden Bundesligakampftag mit 13:14 knapp gegen den erneut triumphierenden Titelverteidiger Velberter BC. Der nunmehr siebenfache Rekordmannschaftsmeister beendet die Saison mit 9:3 Punkten vor dem BCO (8:4), Hertha BSC (7:5) und Wacker Gotha (0:12). Haarscharf schrammte Velbert am Debakel vorbei: Nur weil Berlins Olympiateilnehmer Jack Culcay-Keth wegen Tiefschlags disqualifiziert wurde, hieß es am Ende wieder: Sieg für den Rekordmeister. 

Eine empfindliche Niederlage erlitten die größtenteils unerfahreneren Wacker-Boxer: Lediglich Gothas ungarischer Mittelgewichtler Istvan Szili konnte gegen Halis Baran einen Siegpunkt verzeichnen. Denis Makarovs 21:0-Auftaktsieg schockte die Gastgeber. Als sich auch Gothas international erfahrener Federgewichtler Zsolt Hodosi dem BCO-Vizemilitärweltmeister Sandro Schaer mit 17:11 geschlagen geben musste, schien die Kampfmoral der Gothaer am Boden zu liegen.

BCO-Leichtgewichtler Artur Schmidt boxte sich bei seinem 31:3-Sieg den Frust über drei verpasste Olympiaquali-Chancen von der Seele. Gottlieb Weiss dagegen, der ebenfalls kein Ticket für Peking ergattern konnte, steckte die Enttäuschung wohl noch in die Knochen: Er lag nach zwei Runden gegen Peter Bäumler hinten, fand dann aber zu seiner Linie und gewann am Ende mit 22:13.

Mit einem Abbruchsieg in Runde drei gegen Weltergewichtler Dominik Preisner glänzte der junge Bensheimer BCO-Ligakämpfer Dimitri Sorokin, Dritter der Deutschen Meisterschaften vom Karlsruher SC. Sorokins Saisonbilanz ist damit makellos.

Auch Slawa Kerber (Halbwelter), Rinat Karimov (Welter neben Sorokin) und Erkan Teper (Schwer) fuhren Siegpunkte für den jubelnden BCO ein. Peter Jaschke

Alle Kämpfe des BCO bei BC Wacker Gotha (BCW)

54 Kilogramm: Denis Makarov (BCO) 21:0-PS ü. Michael Hensel (BCW); 57 Kilogramm: Sandro Schaer (BCO) 17:11 PS ü. Zsolt Hodosi (BCW); 60: Artur Schmidt (BCO) 31:3 PS ü. David Preisner (BCW); 64: Slawa Kerber (BCO) 15:12 PS ü. David Müller (BCW); 69: Rinat Karimov (BCO) Aufg.-S. R2 ü. Axel Brändel (BCW); 69: Dimitri Sorokin (BCO) RSC-S. R3 ü. Dominik Preisner (BCW); Istvan Szili (BCW) RSC-S. R3 ü. Halis Baran (BCO); 81: Gottlieb Weiss 22:13 PS ü. Peter Bäumler (BCW); 81+: Erkan Teper (BCO) Aufg.-S. ü. Dennis Streck (BCW).   

 

BCO schlägt Velbert in Schriesheim

BCO-Kapitän Gottlieb Weiss (links, Heimatverein BAC Hockenheim) schlug Robert Woge in einem spektakulären Fight mit 27:16 und fliegt am 6. April zur Olympiaqualifikation nach Athen.

Schriesheim. Der BCO besiegte den Titelverteidiger Velberter BC mit 14:13.

So sah es DBV-Pressesprecher Alexander Mazur in seiner Liga-Analyse für die bundesweite Presse: "BC Olympia Rhein-Neckar Heidelberg schafft die Sensation: Der Prestigekampf zwischen dem gastgebenden BC Olympia Rhein-Neckar Heidelberg und dem Titelverteidiger Velberter BC wurde überraschend vom Pokalsieger des vergangenen Jahres knapp mit 14:13 gewonnen. Die Olympiateilnehmer Rustam Rahimov und Wilhelm Gratschow (beide Velbert) siegten unangefochten, lediglich Konstantin Buga wurde als Verlierer eingereiht, denn er traf den Heidelberger Alexander Miller in der 1. Runde unter der Gürtellinie, also Tiefschlag, und wurde somit disqualifiziert.

Die Kandidaten für das letzte europäische Olympiaqualifikationsturnier in Athen, nämlich Artur Schmidt (BCO) und Gottlieb Weiss (BCO) sowie Harun Sipahi und Alexander Povernov (VBC) präsentierten sich jeweils in ansprechender Form und gewannen gegen starke Rivalen, so gelang Halbschwergewichtler Gottlieb Weiss (Heidelberg) die Revanche für die bei der DM erlittene Niederlage gegen Robert Woge recht eindrucksvoll. Superschwergewichtler Erkan Teper (Heidelberg), ein weiterer Athenstarter, unterlag gegen seinem Teamkollegen der Nationalmannschaft, Alexander Povernov, nur knapp (Zitat Ende)".

Als ?Sieger des Tages? bezeichnete Chefbundestrainer Helmut Ranze den 20-jährigen Bensheimer Dimitri Sorokin (Heimatverein Karlsruher SC). Der süddeutsche Meister im Limit bis 69 Kilogramm, der in seinem ersten Jahr in der Männerklasse auf Anhieb Dritter der nationalen Titelkämpfe 2007 wurde, schlug nämlich den erfahrenen Martin Dressen, den mehrfachen Deutschen Meister und WM-Bronzegewinner von 2003, in einem tollen Kampf mit 22:18.

Sorokin führte damit im sechsten von neun Kämpfen an diesem Abend den Gleichstand herbei. Wegen unerlaubten Tiefschlags wurde danach Olympiakandidat Konstantin Buga (Velbert) vom Ringrichter disqualifiziert, was dem für den erkrankten Halis Baran im ungewohnten Mittelgewicht eingesprungenen Alexander Miller (BW Lahr) den Sieg in Runde eins brachte.

Damit war der BCO auf der Siegerstraße, auch wenn BCO-Mann Erkan Teper am Ende gegen Velberts Alexander Povernov am Ende den Kürzeren zog.

 Hier alle Ergebnisse des Bundesligakampfes vor rund 700 Zuschauern in Schriesheim.

1

Jun70 kg

ROT BLAU

FROSCH Marcel KLEVENZ Tobias

WORM KSV

BLAU

PTS

35:14

2

54 kg

ROT BLAU

RAHIMOV Rustam GEIER Dieter

VELB BCO

ROT

RET

R2

3

57 kg

ROT BLAU

GRATSCHOW Wilhelm SCHAER Sandro

VELB BCO

ROT

PTS

30:15

4

60 kg

ROT BLAU

KOCABAS Hasnu SCHMIDT Arthur

VELB BCO

BLAU

PTS

32:24

5

64 kg

ROT BLAU

SIPAHI Harun KERBER Slawa

VELB BCO

ROT

PTS

25:10

6

69 kg

ROT BLAU

MOSES Odion KARIMOV Rinat

VELB BCO

BLAU

PTS

30:11

7

69 kg

ROT BLAU

DRESSEN Martin SOROKIN Dimitri

VELB BCO

BLAU

PTS

22:18

8

75 kg

ROT BLAU

BUGA Konstantin MILLER Alexander

VELB BCO

BLAU

DSQ

R1

9

81 kg

ROT BLAU

WOGE Robert WEISS Gottlieb

VELB BCO

BLAU

PTS

27:16

10

+81 kg

ROT BLAU

POVERNOV Alexander TEPER Erkan

VELB BCO

ROT

PTS

12:7

 

Der Oberligakampf des BCO II gegen Chemnitz endete ebenfalls in Schriesheim 11:11.

1

Jg60 kg

ROT BLAU

DANILOW Pawel KUZEMBAEW Dias

SCPF KSV

BLAU

PTS

23:12

2

54 kg

ROT BLAU

BEBLIK Ronny GASHI Kasim

CHEM BCO

ROT

PTS

25:20

3

57 kg

ROT BLAU

GORK David SCHMIDT Eduard

CHEM BCO

BLAU

RET

R2

4

60 kg

ROT BLAU

HÄNSEL Toni GRUND Marco

CHEM BCO

BLAU

PTS

24:8

5

64 kg

ROT BLAU

HÄUßEL Rene YÖRECI Aytekin

CHEM BCO

BLAU

PTS

30:19

6

69 kg

ROT BLAU

ZIPPER Robin MOUSSAOUI Yassine

CHEM BCO

ROT

PTS

36:20

7

75 kg

ROT BLAU

BENIRSCHKE Rene KART Mehmet

CHEM BCO

ROT

PTS

29:17

8

81 kg

ROT BLAU

BÖRNER Benjamin BAYRAMI Kenan

CHEM BCO

BLAU

PTS

30:22

9

+81 kg

ROT BLAU

WASILEW Albert PFEIFER Erik

CHEM BCO

BLAU

RET

R4

Auch Boxer am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar ausgezeichnet

Damit darf sich auch das Boxen am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar nun schmücken: Dessen Strukturen sowie BC Olympia und BAC Hockenheim boten "ideale Voraussetzungen" für ein Regionales Spitzensportzentrum

BC Olympia und BAC Hockenheim stärken Regionales Spitzensport-Zentrum des Landessportverbands

Heidelberg. Der Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar in Heidelberg wurde am 18. Januar vom Landessportverband (LSV) offiziell zum Regionalen Spitzensport-Zentrum (RSZ), unter anderem für die Sportart Boxen, ernannt. Es ist dies die höchste Auszeichnung eines Leistungszentrums in Baden-Württemberg.

Das dem RSZ zugrunde liegende Konzept soll den Übergang von Nachwuchssportlern aus dem Landes- in den Bundeskader erleichtern. Bei diesem schwierigen Schritt seien bislang viele talentierte Athleten in ein Förderloch gefallen, wie LSV-Chef Dieter Schmidt-Volkmar ausführte. Die bundesweit einmaligen RSZ-Standorte in Baden-Württemberg erhielten dafür zusätzliche Fördermittel. Das Prädikat erleichtere es auch, Sponsoren zu gewinnen.

Regionale Spitzensportzentren sind laut LSV Trainings-, Service-, Management- und Betreuungseinrichtungen für den Nachwuchsleistungs- und den Spitzensport. In diesen werden zur Konzentration der Förderanstrengungen die besten Nachwuchsathleten zusammengefasst, die Förderbedingungen optimiert und die personellen und materiellen Mittel gezielt eingesetzt.

Dank Partnerschulen und OSP-Internat seien in Heidelberg wichtige Voraussetzungen für ein RSZ gegeben. Ideale Partner stellten auch die leistungsstarken Vereine des ?Hochburgen-Standorts? dar, nämlich unter anderem Box-Club Olympia Rhein-Neckar und BAC 55 Hockenheim.

Als ?Paradebeispiel? nannte OSP-Chef Hans Leciejewksi die Boxer der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württemberg: Es sei den Verantwortlichen hervorragend gelungen, Trainer aus verschiedenen Landesverbänden zu rekrutieren und zu bezuschussen.

Eindrücke von den badischen Titelkämpfen in Pforzheim

Lokalzeitung lobt Dimitri Sorokins Kampfstil / Isik sieht sich bestärkt 

Pforzheim. Bei den Badischen Meisterschaften, erstmals und tadellos ausgerichtet vom BC Pforzheim um Ayhan Isik, holten bzw. verteidigten Michael Loginov (KSC), Dimitri Sorokin (KSC), Alexander Wilhelm (BW Lahr), Andreas Becker (BSV Freiburg) und Sezer Ülker (Kampfsport Lahr) vor rund 250 bis 300 Zuschauern die Titel in der A-Klasse der Kämpfer mit mehr als sieben Siegen. Bei den Frauen siegte Claudia Grammelspacher (BSV Freiburg). Sie alle vertreten Baden neben den erneut kampflos Landesbesten Sinan Bayrak (KSC), Sergej Nurislamov (KSC) und Tasheena Bugar (KSC) bei den "Süddeutschen" in Bamberg (10. November).  In der B-Kategorie setzten sich Saritas (BR Knielingen), Bartel (BR Knielingen), Pflaum (AC Weinheim), Below (BC Eppingen) und Zoller (AC Weinheim) durch. Für die Internationalen Süddeutschen Juniorenmeisterschaften in Peißenberg (3./4. November) qualifizierten sich in zwei Vorkämpfen Marco Grund (KSC) und Dieter Walter (RW Lörrach). Zwei nette Nummerngirls zeigten in der Jahnhalle die Runden an. Es gab eine sehenswerte HipHop-Aufführung und Einmarschmusik für die Kämpfer. Der Lapsus, dass die rote und die blaue Ringecke anfangs verkehrt herum gekennzeichnet waren, wurde schnell behoben. Dann befand sich die rote Ecke links des Sprechertischs. Am Mikrofon: Werner Kranz, der ABVB-Präsident. Der angekündigte Pforzheimer Ex-Champ René Weller war zwar für einige Zeit anwesend, musste seinen geplanten Mitternachtsshowkampf (ausdrücklich nach der ABVB-Veranstaltung vorgesehen) wegen Fiebers absagen. Im Publikum weilte unter anderem auch "Bibi" Kreutz, der Chef von BW Pforzheim, in seiner Eigenschaft als Kreissport-Funktionär. Peter Jaschke

P.S.: Die "Pforzheimer Zeitung" schrieb unter anderem:   

"Eines der technisch besten Gefechte des Abends lieferte zweifellos KSC-Boxer Dimitri Sorokin. Der süddeutsche Junioren-Meister dominierte im Weltergewicht (69 Kilogramm) der Männer seinen ungestümen Widersacher Fethi Gören nach Belieben und räumte verdient den Titel ab." Auch Gastgeber Ayhan Isik schwärmte laut PZ-Reporter in vollen Zügen vom leichtfüßigen Stil des BCO-Erstligaboxers und kündigte nach der Premieren-Veranstaltung seines Vereins an: ?Das war sicher nicht unsere letzte Box-Gala.?

 

Kadetten-DM: Bronze für Mazara und Gering

Mecklenburgs Nachwuchs räumt in Wismar ab / Württembergs Geier holt einen Titel

Wismar. Vierzehn der zwanzig Landesverbände teilten die Medaillen unter sich auf, wie DBV-Pressewart Alexander Mazur analysierte. Der gastgebende Landesverband holte wie schon bei den Junioren-Titelkämpfen in Altentreptow die meisten Medaillen, nämlich elf der in den 15 Gewichtsklassen zu erboxenden 60 Medaillen. Erste Plätze belegten laut Mazur ferner Mittelrhein, Berlin, Bayern (je zweimal), Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niederrhein, Württemberg, Westfalen und Schleswig-Holstein (je einmal).

Und Baden? Andreas Mazara (BSV Freiburg) holte mit einem Sieg und einer Niederlage immerhin Bronze. Für die noch relativ unerfahrenen Boxer Gering (nach einer Niederlage reichte es bei nur vier Teilnehmern in diesem Limit ebenfalls für Bronze) und Bellmann war schon die Teilnahme an den DM ein Erfolg.

Hier die Ergebnisse der ABVB-Kämpfer im Einzelnen:

57 Kg: David Wolter BB - 34:22 PS über Marco Grund (Karlsruher SC)

70 Kg: Andreas Mazara (BSV Freiburg) - 25:16 PS über S. Wagner NR, Albert Becker SH - 22:08 PS über Andreas Mazara.

86 Kg: Dietrich Morosow BB - 20:10 PS über Eduard Gering (BC Weil)

+86 Kg: Paul Gneidig NS - RSC-S. 1.R. über Vladimir Bellmann (BC Singen)

Bester Kämpfer: Jacob Dolu (Berlin), Bester Techniker: Eduard Schmidt (Bayern), Knappster Verlierer: Erich Fuhr (Württemberg), Jüngster Finalist: Alexej Bludow Brandenburg), Bester Landesverband: Mecklenburg-Vorpommern.

Badens Nachwuchs glänzt in Sachsen

Roßwein. Riesenerfolg für Badens Youngster bei den Süddeutschen Titelkämpfen ums Ticket für die nationalen Meisterschaften: Mit neun Goldmedaillen kehrte die 17-köpfige Gruppe aus Rosswein (Sachsen) zurück. Außerdem gab es vier Vizemeistertitel (Kadetten: Aron Kornmeier, BSV Freiburg; Junioren: Frederic Häfele, KSC; Benedikt Probst, BC Singen; Jugend: Vladimir Bellmann, BC Singen) und vier Mal Bronze (Kadetten: Dimitri Abramovic, BC Singen; Junioren: Kevin Kraus, Klettgau Tiengen; Alexander Ochs, BC Schwetzingen; Stanislaw Kindsvater, BAC Fortuna Offenburg) für den ABVB. Das heißt in der Gesamtwertung Platz eins vor Württemberg, Sachsen und Bayern.

Süddeutscher Meister des ABVB wurden jeweils in der Jugendklasse (U19, vormals Junioren): Eduard Gering (BC Weil), Andreas Mazara (BSV Freiburg), Prabhpreet Aujla (BC Schwetzingen) und Marco Grund (KSC). Titelträger Dieter Walter (TSV RW Lörrach) wurde obendrein bester Techniker unserer U19-Boxer.

Junioren (vormals Kadetten): Simon Strohmeyer (BC Singen), Tobias Klevenz (KSV Schriesheim); Kadetten (vormals Jugend): David Eberle (BR Knielingen) und Patric Hill (KSV Konstanz).

Bei den kommenden Deutschen Meisterschaften ist der ABVB also mit fünf Kämpfern in der Altersklasse Jugend (vormals Junioren also U19) und je zwei in der Altersklasse Junioren (vormals Kadetten) und Kadetten (vorm. Jugend) vertreten.

DM der Altersklasse Jugend (Jahrgang 1990/91) vom 23.-26.04.2008 in Straubing/Bayern 

60 kg    Marco Grund                           Karlsruher SC

64 kg    Dieter Walter                          TSV RW Lörrach

69 kg    Prabhpreet Singh Aujla            BC Schwetzingen

75 kg    Andreas Mazara                      BSV Freiburg

91 kg    Eduard Gering                         BC Weil

DM der Altersklasse Junioren (Jahrgang 1992/93) vom 21.-24.05.2008

in Bad Blankenburg/Thüringen

66 kg    Simon Stromeyer                     BC Singen

70 kg    Tobias Klevenz                         KSV Schriesheim

50 kg    Benedikt Probst                         BC Singen  (als Auffüller beantragt)

DM der Altersklasse Kadetten (Jahrgang 1994/95) vom 05.-08.06.2008 in Lindow/Brandenburg

38 kg    David Eberle                          BR Knielingen

42 kg    Patric Hill                               KSV Rheinstrom Konstanz 

 

Chemiepokal: Alex Miller holt Gold

So wie gegen Velberts Deutschen Meister Merjasov jubelte Miller (BW Lahr), hier im BCO-Ligatrikot, jetzt auch in Halle: Er gewann gegen Velberts Culcay im Finale des Chemiepokalturniers (Bild: Jaschke)

Topturnier in Halle unter ABVB-Beteiligung / Lahrer schlägt Culcay

Das ist der Hammer: Alexander Miller (BW Lahr) ist Chemiepokal-Sieger im Weltergewicht. Der Toptechniker hat das deutsch-deutsche Finale gegen Velberts Bundesligaboxer Jack Robert Culcay (TG Darmstadt) mit 19:15 nach Punkten gewonnen. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) schied bei seinem ebenfalls ersten Auftritt bei den Mini-WM in Halle im Halbfinale aus: Er verlor gegen den kasachischen Weltmeister Janabergenov mit 9:15 nach Punkten. Es blieb bei Bronze für Weiss. Dem starken Janabergenov unterlag dann auch Robert Woge (BW Könnern) mit 8:21 im Halbschwergewichtsfinale. Die weiteren deutschen Sieger neben Badens Miller, der 2004 Europameister der Kadetten war: Ronny Beblik, Rustam Rahimov, Konstantin Buga, Alexander Povernov.

Und so berichtet die Internetseite www.chemiepokal.de: "Bester Boxer des Turniers wurde Serik Sapiyev (Kasachstan) - schon seine Halbfinalbebegnung hatte angedeutet, dass er nichts anbrennen lassen wollte. Für die beste kämpferische Leistung wurde Rustam Rahimov (Velberter BC) im Bantamgewicht geehrt.

Fünf von dreizehn deutschen Athleten gewannen ihre Finalkämpfe und stellten damit nach mehr als einem Jahrzehnt wieder die Hälfte aller Chemiepokalgewinner in einem Turnier. Das ist nicht nur für die Zuschauer ein gutes Ergebnis, sondern auch für Sportler und Trainer eine wichtige Standortbestimmung vor der WM 2007 in Chicago."

Anzumerken bleibt: Russland und Kuba waren diesmal nicht in Halle dabei.

 

Bronze für Weber und Jätzold

DM der Junioren: U-19-Boxer von BW Lahr scheitern im Halbfinale

Altentreptow. Die beiden badischen Teilnehmer bei den Junioren-DM in Altentreptow (Mecklenburg-Vorpommern) gehören zu den besten vier Boxern ihrer jeweiligen Gewichtsklasse: Nach Halbfinalniederlagen gegen Titelverteidiger und international erfahrene Leute wie Edmund Gerber bleibt es bei Fliegengewichtler Andreas Weber (BW Lahr) und Superschwergewichtler Max Jätzold (BW Lahr, vormals BC Riegel) bei Bronze. "Eine super Organisation", lobte Trainer Stefan Leuthner (BW Lahr) die Ausrichter. Das Turnier habe auch ihm und Olympiastützpunkt-Coach Zoltan Lunka "richtig Spaß gemacht". Peter Jaschke

Kranz und Co. in Ämtern bestätigt

Vizepräsident Bernd Sitterle (links) ehrte Knoblauch, Knöpple, Rahm und Fischer mit Goldenen Ehrennadeln des DBV

Harmonischer Verbandtstag im "Grünen Baum" in Lahr / Ehrungen

Beim Verbandstag in Lahr wurden alle Vorstandsmitglieder des ABVB um Präsident Werner Kranz (Schriesheim) einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Für Fritz Schupp ließ sich kein Nachfolger finden. Der alte und neue Jugendwart aus Bad Säckingen kandidiert am 30. Juni für den Posten des Präsidenten des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV). Im wahrscheinlichen Falle seiner Wahl würde Schupp, derzeit DBV-Vizepräsident, von Stefan Leuthner (Lahr), Jürgen Müller (Karlsruhe-Knielingen) und Gerhard Grether (Lauchringen) unterstützt.

Der neue Verbandsarzt heißt Bernhard Nimis (Wiesloch). Er löst Dr. Yaris Gräfin von Buxhövenden nach zwölf Jahren ab. Nimis ist zugleich Dopingbeauftragter des ABVB.

Künftig ist das Fachmagazin Box-Sport kein amtliches Mitteilungsorgan mehr, da der Amateursport kaum noch darin vertreten sei, wie Schupp eine der Satzungsänderungen begründete. Bekanntmachungen des ABVB erfolgen fortan als Rundschreiben, möglichst per Fax und Internet.

Der DBV erhöht die Beiträge. Jeder Landesverband soll in zwei Stufen bis 2009 voraussichtlich jeweils 50 Euro mehr zahlen pro Verein. Diese Erhöhung wird an die Klubs weitergegeben.

Kampfrichter-Obmann Lothar Knöpple (Forst) betonte, dass die dritten Männer und Frauen im Ring stärker auf die Einhaltung des Paragraphen 27 der Wettkampfbestimmungen achten: Auf den Treppen zum Ring habe während des Kampfes kein Sekundant etwas zu suchen. Wenn seitens der Trainer und Betreuer zu oft hinein geschrieen werde, setze es konsequent Verwarnungen und schließlich Hausverbote.

Ehrungen (siehe Bild): Goldene Ehrennadeln des DBV nahmen, soweit anwesend, Rolf Knoblauch (BC Ketsch), Hans Fischer, Manfred Rahm (beide BC Heidelberg), Lothar Schwaiger (AC Weinheim), Lothar Knöpple (Karlsruher SC), Albert Engelkraut (Karlsruher SC), Peter Kölmel (PSV Karlsruhe) und Erich Maier (BR Klettgau-Tiengen) aus der Hand von ABVB-Vizepräsident Bernd Sitterle (Freiburg) entgegen. Tyson Gray (Karlsruher SC) erhielt in Abwesenheit die silberne Ehrennadel des DBV.

Wangen: Acht Titel für Baden

Die Siege der badischen Nachwuchsboxer bei den Süddeutschen Meisterschaften in Wangen (Württemberg)

Jugend, 38 kg: Patrick Hill (KSV Rheinstrom Konstanz) RSC-Sieg R. 1 ü. Eric Dietze (Sachsen), 46 kg: Benedikt Probst (BC Singen, 46) Aufgabesieg R2 gegen Mohamed Maher (Württemberg); Kadetten: 54: Alexander Ochs (BC Schwetzingen) 19:13-PS ü. Denis Volkov (Sachsen), 57: Marco Grund (Karlsruher SC, 57) 16:3-PS ü. Wilhelm Kublik (Bayern), 70: Andreas Mazara (BSV Freiburg) 18:11-PS ü. Gleb Bojarinow (Sachsen), +86: Vladimir Bellmann (BC Singen) RSC R1. ü. Andreas Langlortz (Sachsen); Junioren, 51: Andreas Weber (BW Lahr) 15:14-PS. ü. Sergej Davidenko (Bayern), +91: Maximilian Jätzold (BC Riegel) RSC R2 ü. Felix Schulte (Sachsen).

Hill (KSV Rheinstrom-Konstanz, Jugend), Grund (KSC), Mazara (BSV Freiburg) und Bellmann (BC Singen, alle Kadetten) sowie die Junioren Weber (BW Lahr) und Jätzold (BC Riegel) wurden durch jeweils einen siegreichen Kampf süddeutsche Meister und reisen zu den DM in ihren Altersklassen. Auch die Kadetten Philipp Vogler (BC Müllheim) und Eduard Gering (BC Weil) kamen zu Titelehren. Nach Siegen im Halbfinale mussten sich Abramovic und Probst (Jugend, beide BC Singen), Danilov (SC Pforzheim) und Ochs (BC Schwetzingen, beide Kadetten) im Titelkampf jeweils erfahreneren Leuten geschlagen geben oder konnten verletzt wie Ochs gar nicht erst antreten. Sie dürfen sich aber ebenso wie Denis Craciun (BW Lahr, Kadett) mit der Silbermedaille trösten. Glückwunsch an alle! 30 ABVB-Jungs waren insgesamt in Wangen angetreten. Peter Jaschke

BC Olympia Rhein-Neckar gewinnt Super-Cup

So jubelte das BCO-Team mit dem Sieger-Pott

Leimen-St.Ilgen: Losglück nach Remis gegen Velberter BC  

Vor rund 350 restlos begeisterten Zuschauern, darunter 50 Fans der Gegner aus Velbert, holte der Zweitligameister am Samstagabend in St. Ilgen zunächst ein 12:12-Remis gegen den fünffachen Oberhaus-Primus Velberter BC. Danach entschied Münzwurf. Und das Team um Ligamanager Roland Kubath jubelte. Sogar die Gegner zogen den Hut vor diesem Team. ?Wenn der Meister der Zweiten Liga gegen uns ein Unentschieden holt, dann hat er das eigentlich schon gewonnen?, urteilte Velberts Chefcoach Hennie van Bemmel. Auch er fand den Kampf von Alexander Miller mit am besten. Der BCO-Weltergewichtler vom Heimatverein BW Lahr schlug den Deutschen Meister Artem Merjasov mit 46:31 Punkten. Ausnahmslos alle BCO-Athleten waren gut vorbereitet und hochmotiviert.

Die Ergebnisse im Einzelnen:
54 kg: Rahimov (VBC) 19:13 PS ü. Makarov (BCO/ BSF Bottrop)
57 kg: Fuchs (BCO/ BC Bad Kreuznach) 39:24 PS ü. Gratschow
60: Schaer (BCO) 23:21 PS ü. Propp (VBC/ BAC Hockenheim)
64: Dreßen (VBC) 31:24 PS ü. Sorokin (BCO/ Karlsruher SC)
69: Miller (BCO/ BW Lahr) 46:31 PS ü. Merjasov
75: Serdjoek (VBC) 63:26 PS ü. Härtel (BCO)
81: Woge (VBC) 32:22 PS ü. Cinkara (BCO/ BC Schifferstadt)
81+: Tomala (BCO) 31:20 PS ü. Boot.

Weiss fliegt nach Chicago, Propp ist draußen

Die Sieger der Adidas-Boxgala des DBV in Heidelberg: Weiss ist der Zweite von links in der hinteren Reihe.

Tolle Boxgala am OSP in Heidelberg / Krauses Traum noch nicht geplatzt

Heidelberg. Der 20-jährige Militärweltmeister Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) fliegt zu den WM nach Chicago. Als die Hockenheimer Fans "ihren" Gottlieb mit Trommeln zum direkten Duell zwischen den beiden besten deutschen 81-Kilogramm-Kämpfern begrüßten, erklangen vom Zuschauerblock nebenan die ?René?-Chöre. Am letzten Tag des allseits gelobten Drei-Länderkampfs am OSP war zumindest bei dieser Begegnung fast so viel Stimmung in der mit immerhin rund 400 Zuschauern gefüllten großen Halle des Olympiastützpunkts wie am Vorabend. Da hatte ein gutes Dutzend Mannheimer Freunde um den Bruder von Kenneth Egan aus dem irischen Team in Irland-Trikots und riesigen grünen Boxhandschuhen für ausgelassene Pub-Atmosphäre gesorgt. Irlands Darren Sutherland wurde bester Boxer des allseits gelobten Turniers, während Frankreich erwartungsgemäß die meisten Siege errang.  

Aufgrund einiger Blessuren in allen Lagern mussten etliche Boxer am letzten Tag passen, als eigentlich Deutschland I und II komplett aufeinander treffen sollten. So traten nur jeweils sechs anstelle von zehn Athleten an. Doch Ronny Beblik (BC Chemnitz) bewies gegen Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde), dass er im Fliegengewicht Deutschlands Nummer eins ist. Auch Alexander Povernov (BC Gifhorn), der WM-Dritte im Schwergewicht von 2005, und der superschwere Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) unterstrichen mit klaren Siegen deutlich ihre nationale Vorherrschaft. Allerdings gefiel der bewegliche Erkan Teper in der Klasse über 91 Kilogramm vielen Beobachtern boxerisch besser.

Schon an den ersten beiden Kampftagen hatte beispielsweise auch der hervorragende Techniker Jack Culcay-Keth (TG Darmstadt) klar gemacht, dass er unter anderem neben Vizeweltmeister Rustam Rahimov (Velberter BC) zum zehnköpfigen WM-Aufgebot gehört. Der Kaiserslauterer Rahimov konnte wegen einer schmerzhaften Prellung mit Nervenquetschung an der rechten Schlaghand nicht ins Geschehen eingreifen. Laut Ranze ist der Olympiadritte von 2004 bis zur WM wieder fit. Sein nationaler ?Kronprinz? im Bantamgewicht, Denis Makarov (Bottrop/ BC Olympia Rhein-Neckar), erwies sich bei allem Talent noch nicht als WM-reif.

Und Weiss? Er machte es spannend. Am Ende der dritten Runde stand es 4:5 für den cleveren René Krause, der flitzte und flitzte. Das Publikum stand Kopf. Erst in der letzten von vier Runden ging dem Leverkusener die Puste aus. ?Da habe ich seine Schläge, die vorher überfallartig trafen, kommen sehen.? Jetzt gelang es Weiss, der nach seinen Rückenproblemen noch nicht in Topform war, die nötigen Treffer zu setzen. Riesenjubel bei den Weiss-Anhängern, als der 12:8-Punktsieg auf der Anzeigetafel stand.

Strahlend fiel der 20-jährige Teamkapitän des gastgebenden BC Olympia Rhein-Neckar Bundestrainer Vladimir Pletnev (Schwetzingen) um den Hals. ?Das war ein hartes Stück Arbeit?, sagte Pletnev. Bevor es am 3. September zu einem letzten internationalen WM-Test nach Rumänien geht, kann auch er bei den geliebten Spaziergängen im Schwetzinger Schlosspark wieder Kräfte sammeln. Krauses Traum von Olympia 2008 ist noch längst nicht geplatzt: es gibt 2008 noch Qualiturniere, falls Weiss in Chicago scheitern sollte. Dagegen hat Andreas Propp (BAC Hockenheim) wohl allen Kredit verspielt. Er verlor zwei Kämpfe, zeigte sich im Ring konzeptlos und konnte "seine letzte Chance" (Sportdirektor Ranze) leider nicht nutzen. Peter Jaschke

 

Adidas-Boxgala: Weiss für WM nominiert

Heidelberg. Bei der Adidas-Boxgala wurde Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar) nach seinem Sieg über René Krause nominiert: Beim Länderkampf in Heidelberg ging es um die Tickets für die Weltmeisterschaften (WM) ab 23. Oktober in Chicago (USA). Im Olympiastützpunkt (OSP) Rhein-Neckar kämpften Deutschlands Beste in zehn Gewichtsklassen um ihre Nominierung und verglichen sich mit den Nationalstaffeln Irland Und Frankreich. Die WM sind das erste Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2008. Die Ergebnisse der vom BC Olympia Rhein-Neckar ausgerichteten DBV-Boxgala hier: 

SAMSTAG

Deutschland I gegen Deutschland II endet 8:2. Rahimov, Schmidt, Miller traten verletzungsbedingt nicht mehr an. Weiss schlägt Krause 12:8 und wird von DBV-Sportdirektor Ranze für die WM nominiert. Außerdem voraussichtlich in Chicago dabei: Beblik, Rahimov, Herfurth, Schmidt, Dressen, Culcay-Keth, Buga, Weiss, Povernov und Köber.

51 Kilogramm: Ronny Beblik (BC Chemnitz) 32:17-PS ü. Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde)

57 Kilogramm: Benni Fuchs (Bad Kreuznach/ BCO) 12:11-PS ü. Denis Makaraov (BSF Bottrop)

60 Kilogramm: Jean Gomis (F, für D I) 15:6-PS ü. Eugen Burhardt (Raspo Osnabrück

81 Kilogramm: Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar) 12:8-PS ü. Rene Krause (Bayer Leverkusen)

91 Kilogramm: Alexander Povernov (BC Gifhorn) 23:6-PS ü. Lukas Schulz (Bahrenfelder SV)

über 91 Kilogramm: Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) 19:8-PS ü. Erkan Teper (BSK Ahlen)

Frankreich gegen Irland endet 10:2. Frankreich bestes Team des Turniers. Darrell Sutherland (Irland) bester Boxer des Turniers.

FREITAG

Frankreich gegen Deutschland II endete 10:2. Krause siegt. Culcay-Keth schlägt auch Noel. Auch Herfurth scheitert an Djelkhir.

51 Kilogramm: Jerome Thomas 20:13-PS ü. Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde)

54 Kilogramm: Ali Halab 23:14-PS ü. Denis Makaraov (BSF Bottrop)

57 Kilogramm: Khedafi Djelkhir Aufg.-S. R4 ü. Marcel Herfurth (SV Halle)

60 Kilogramm: Daouda Sow 22:6-PS ü. Eugen Burhardt (Raspo Osnabrück)

64 Kilogramm: Adriani Vastine 36:12-PS ü. Rafi Harutunyan (NL, für D II)

69 Kilogramm: Jack Culcay-Keth (TG Darmstadt) 22:15-PS ü. Xavier Noel;

75 Kilogramm: Samy Anouche RSC-I-S. ü. Dimitri Serdjoek (Niederlande, für D II))

81 Kilogramm: Rene Krause (Bayer Leverkusen) 24:11-PS ü. Daniel Kooy (NL, für F)

91 Kilogramm: Jean-Michael M´Bumba 28:18-PS ü. Lukas Schulz (Bahrenfelder SV);

über 91 Kilogramm: Erkan Teper (BSK Ahlen) 24:11-PS. ü. Erik Pfeifer (D, für F).

Irland gegen Deutschland I endete 12:6. Trotz Niederlage: Weiss liefert Egan starken Kampf. Propp verliert enttäuschend 5:29. Lob für Bebliks zweiten Sieg.

51 Kilogramm: Ronny Beblik (BC Chemnitz) 29:9-PS ü. Conor Ahern

57 Kilogramm: Carl Framton 26:16-PS ü. Benni Fuchs (Bad Kreuznach/ BCO)

57 Kilogramm: David O. Joyce 29:5-PS ü. Andi Propp (BAC Hockenheim)

60 Kilogramm: Eric Donovan 23:12-PS ü. Sandro Schaer (BC Demmin/ BCO)

64 Kilogramm: John Joe Joyce 23:20-PS ü. Martin Dreesen (BSC Schwerin)

69 Kilogramm: Jauid Chiguer (F, für Irl) Aufg.-S. R4 ü. Alex Miller (BW Lahr/ BC Olympia Rhein-Neckar)

75 Kilogramm: Darren Sutherland 31:19-PS ü. Konstantin Buga (NSF Berlin)

81 Kilogramm: Kenneth Egan 15:12-PS ü. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar)

91 Kilogramm: 27:10-PS ü. John Sweeney

über 91 Kilogramm: Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) 23:11-PS ü. Cathad McMonagle.

DONNERSTAG

Auftaktkampf Irland gegen Deutschland II (Sieger vorne) endete 14:2 für Deutschland II. Auftakt nach Maß für DBV. Krause schlägt Egan (Irland).

48 Kilogramm: Nordine Oubaali (Frankreich, für Deutschland II) 25+:25-Punktsieg über Paddy Barnes (Irland);

51 Kilogramm: Marcel Schneider (KSV Fürstenwalde) 23:8 PS ü. Conor Ahern;

54 Kilogramm: Denis Makaraov (BSF Bottrop) 24:15-PS ü. Ryan Lindbergh;

57 Kilogramm: Marcel Herfurth (SV Halle) 21:15-PS ü. Carl Framton

60 Kilogramm: Eric Donovan 37:10-PS ü. Eugen Burhardt (Raspo Osnabrück);

64 Kilogramm: John Joe Joyce 26:17-PS ü. Adriani Vastine (Frankreich, für D II);

69 Kilogramm: Jack Culcay-Keth (TG Darmstadt) 15:8-PS ü. Roy Sheehan;

75 Kilogramm: Darren Sutherland 22:16-PS ü. Dimitri Serdjoek (Niederlande für D II);

81 Kilogramm: Rene Krause (Bayer Leverkusen) 15:12-PS ü. Kenneth Egan;

91 Kilogramm: Lukas Schulz (Bahrenfelder SV) John Swenney

über 91 Kilogramm: Cathad McMonagle Erkan Teper (BSK Ahlen)

Frankreich gegen Deutschland I endete 10:10. Sieg für Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia Rhein-Neckar). Miller (BW Lahr/ BCO) verliert leider. Propp chancenlos gegen Djelkhir: Aufgabe im Hinblick auf zwei weitere Kämpfe vernünftig.

51 Kilogramm: Ronny Beblik (BC Chemnitz) 17:16 PS ü. Jerome Thomas;

54 Kilogramm: Ali Halab 33:12-PS ü. Benjamin Fuchs (Bc Bad kreuznach/ BC Olympia Rhein-Neckar);

57 Kilogramm: Khedafi Djelkhir Aufg.-S. ü. Andreas Propp (BAC Hockenheim);

60 Kilogramm: Daouda Sow RSC-I-S. ü. Artur Schmidt (VfB Marl-Hüls)

64 Kilogramm: Alexis Vastine 18:17-PS ü. Martin Dreesen (BSC Schwerin);

69 Kilogramm: Xavier Noel 18:11-PS ü. Alex Miller (BW Lahr/ BC Olympia Rhein-Neckar);

75 Kilogramm: Konstantin Buga (NSF Berlin) Aufg.-S. R2 ü. Jean-Michael Raymond;

81 Kilogramm: Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim/ BC Olympia) Aufg.-S. ü. Mamadou Diambang;

91 Kilogramm: Alexander Povernov (BC Gifhorn) RSC-S. R3 ü. Jean-Michael M´Bumba;

über 91 Kilogramm: Stefan Köber (BC Frankfurt/ Oder) RSC-S. R2 ü. Mohammed Samoudi.

 

Auf geht´s, Andi Propp!

Zwei ABVB-Boxer bei den WM: Andi Propp (rechts) und Gottlieb Weiss, hier mit BAC-Coach Hiegl, könnten einen Traum wahr machen.

Auch Gottlieb Weiss will bei Boxgala in Heidelberg WM-Ticket lösen / Zwei ABVB-Boxer in Chicago, ein Traum?

Bei Andreas Propp (26) war es die Hand, Gottlieb Weiss (20) quälte der Rücken: Die beiden Meisterboxer des BAC Hockenheim aus den Reihen des ABVB mussten in den vergangenen Monaten verletzungsbedingt Rückschläge verkraften. Die Konkurrenz schlief nicht. Jetzt geht es ums Ganze: Bei der Boxgala in Heidelberg mit den Besten aus Deutschland, Frankreich und Irland müssen sich auch die beiden Rennstadt-Kämpfer gegen ihre deutschen Rivalen durchsetzen. Denn nur die jeweilige Nummer eins in zehn Gewichtsklassen (Fliegen- bis Superschwergewicht) fliegt zu den Weltmeisterschaften (WM) nach Chicago (USA) vom 23. Oktober bis 3. November.

?Wer sich bei der Gala durchsetzt, geht zur WM?, betonte Helmut Ranze (Worms), der Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV). Heidelberg-Chicago-Peking: Das wäre die optimale Marschroute für die Hockenheimer ?Sportsoldaten? der Bundeswehr, die 2002 (Propp) und 2006 (Weiss) jeweils Militärweltmeister wurden. Bei den kommenden WM qualifizieren sich nämlich vom Halbfliegen- bis zum Halbschwergewicht nur diejenigen schon frühzeitig direkt für die Olympischen Spiele 2008, die mindestens das Viertelfinale erreichen.

Schwer genug. Und deshalb wollen auch ?Feder? Propp und der halbschwere Weiss in Heidelberg ihre WM-Tickets lösen. ?Beide haben in der Vergangenheit einige Klasse bewiesen?, unterstrich Ranze. Propp habe bei den WM 2005 in China sogar das Viertelfinale erreicht. Zwischenzeitlich habe es Propp jedoch an Ehrgeiz und Biss fehlen lassen, lässt Ranze durchblicken. Dabei ist der nationale Federgewichtsmeister von 2005 wegen seines großen Kämpferherzens bei den Fans so beliebt: "Auf geht´s, Andi Propp", möchte man ihm zurufen. 

Der Modus bei der WM-Quali in Heidelberg: In jedem Limit kämpft jeder gegen jeden. Drei Punkte gibt es pro Sieg. Bei Zählergleichstand entscheidet die Wertigkeit der jüngsten internationalen Erfolge. Und dabei hat im Halbschwergewicht bis 81 Kilogramm derzeit noch der Leverkusener Rene Krause mit seiner Grand-Prix-Goldmedaille aus Usti die Nase vorne. ?Gottlieb Weiss muss sich noch strecken. Er ist hoffentlich aufgewacht und hat erkannt, dass weit mehr als sein unbestritten großes Talent dazu gehört, um international erfolgreich zu sein?, erklärte Ranze nach Weiss´ Niederlage gegen einen schlagbaren Gegner beim Chemiepokalturnier in Halle und dem kampflosen Ausscheiden von Weiss in Vigo (Spanien). Woran lag es? Weiss laborierte lange an Rückenbeschwerden. Nach einer intensiven Reha-Behandlung ist jetzt aber gesundheitlich angeblich ?alles im grünen Bereich?. Peter Jaschke

Info: Boxgala im Heidelberger Olympiastützpunkt: Donnerstag, 23. August, 15h, Irland gegen Deutschland II, 19.30h: Frankreich gegen Deutschland I (mit Propp und Weiss sowie Alex Miller vom BC Olympia Rhein-Neckar); Freitag, 24.8., 15h: Frankreich gg. Deutschland II (mit Makarov und Schaer vom BCO), 19.30h: Irland gegen Deutschland I; Samstag, 25.8., 15h: Frankreich gegen Irland; 19.30h: Deutschland I gegen Deutschland II (mit Herfurth und Krause sowie Jack Culcay-Keth von TG Darmstadt). Eintritt frei.

Liga-Pokal: Povernov und Co. kommen

Zweitligameister BCO ist heiß auf den Ligapokal
Teamkapitän Weiss mit BCO-Coach Pletnev

BCO empfängt Velbert am 14. April in St. Ilgen / 50. Jubiläum des BC Heidelberg

Ein Fest für Faustkampf-Freunde gibt es am Samstag, 14. April, in der Kurpfalzhalle im Leimener Stadtteil St. Ilgen (bei Heidelberg): Bereits um 18 Uhr beginnt der entscheidende Kampfabend der Siegerteams beider Spitzenligen um den Supercup des Deutschen Boxsportsverband (DBV). Die jungen Überflieger und frisch gebackenen Zweitliga-Meister vom BC Olympia (BCO) Rhein-Neckar sind heiß auf das Duell mit dem Velberter BC, der soeben zum fünften Mal in Folge den Mannschaftstitel im Box-Oberhaus gewonnen hat.

Welches Team ist der Superchampion in Deutschland? Können die jungen Wilden um den 20-jährigen BCO-Kapitän und Militärweltmeister Gottlieb Weiss der mit WM-Medaillengewinnern und Deutschen Männermeistern nur so gespickten Truppe aus Nordrhein-Westfalen trotzen? Favorit Velbert nimmt die Auseinandersetzung sehr ernst. Die Mannschaft um den Vizeweltmeister und Olympiadritten Rustam Rahimov (Bantamgewicht) und den WM-Dritten Alexander Povernov (Schwergewicht) reist bereits am Vortag an.

Im Vorfeld lässt sich aus taktischen Gründen keiner in die Karten schauen. Doch am spannendsten dürfte das voraussichtliche Aufeinandertreffen von Gottlieb Weiss (Heimatverein BAC Hockenheim) und dem dreifachen Deutschen Männermeister und international erfahrenen Robert Woge (Heimatverein Blau-Weiß Könnern) werden: Die beiden stilistisch völlig unterschiedlich veranlagten Boxer - hier der bullige ?Panzer? Woge, da der bewegliche Techniker Weiss ? konkurrieren im Halbschwergewicht bis 81 Kilogramm um die nationale Vorherrschaft. Will Weiss wirklich zur WM und zu Olympia muss er gegen Woge überzeugen.

Möglicherweise wird im Trikot von Velbert auch Weiss´ Hockenheimer Mannschaftskamerad Andreas Popp antreten: Der WM-Fünfte von 2005 im Federgewicht bis 57 Kilogramm aus Hockenheim gehört zum Stammkader der Bundsligisten aus der Schlossstadt im Kreis Mettmann. Mit ihm könnte es Benjamin Fuchs (Heimatverein BC Bad Kreuznach) zu tun bekommen, der mit seinem Sieg für den BCO im entscheidenden letzten Zweitligagefecht gegen Seelze nach langer Verletzungspause geglänzt hatte.

Im Leichtgewicht bis 60 Kilogramm kommt es zur Neuauflage eines Halbfinales der jüngsten DM in Straubing: Sandro Schaer (BCO) verlor damals gegen den späteren Vizemeister Sergej Haan. Das will Schaer korrigieren. BCO-Ass Dimitri Sorokin (Heimatclub Karlsruher SC) aus Bensheim dürfte im Halbweltergewicht bis 64 Kilogramm auf den Deutschen Meister von 2005 und ehemaligen WM-Dritten Martin Dreesen (Heimatverein BSC Schwerin) treffen. Mit dem amtierenden Weltergewichtsmeister Artem Merjasow bekommt Alexander Miller, der BCO-Kämpfer im Limit bis 69 Kilogramm, ebenfalls eine harte Nuss zu knacken.

Aus terminlichen Gründen gibt es keinen Rückkampf. Die unterklassige Mannschaft hat Heimrecht. Anlässlich seines 50. Jubiläums richtet der BC Heidelberg um seinen Vorsitzenden Manfred Rahm den Kampf um den DBV-Supercup aus. Die Begegnung endet rechtzeitig vor Beginn der TV-Übertragung des WM-Spektakels der Profis Valuev und Chagaev.

Anfahrt per Auto und Bahn:
Leimen ist über die Bundesautobahn A 5 Karlsruhe-Heidelberg (Ausfahrt Walldorf/Wiesloch oder Heidelberg/Schwetzingen) zu erreichen. Zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil St. Ilgen verläuft die Bundesstraße B 3 Heidelberg-Bruchsal. Im Stadtteil St. Ilgen befindet sich der Bahnhof St. Ilgen/Sandhausen an den Bahnstrecken Heidelberg-Karlsruhe beziehungsweise Heidelberg?Stuttgart Hier verkehrt auch die S-Bahn Rhein-Neckar. Peter Jaschke

Ab Dezember Erstliga-Kämpfe in der Region

Der Schifferstädter Ligakämpfer des BCO, Hüseyin Cinkara, bot sich mit dem starken Ravensburger Johann Witt im Halbschwergewicht eine Ringschlacht. Witt unterlag nur knapp.

Olympische Boxer bestritten bei Gala im Mannheimer Rosengarten Rahmenkämpfe / DBV gab grünes Licht für Kooperation mit Profilager

Mannheim. Ausnahmsweise an dieser Stelle mal Nachrichten aus dem Profilager: Box-Weltmeisterin Silke Weickenmeier hat mit einem einstimmigen Punktsieg (100:89, 99:90, 100:90) über Maribel Santana ihren WM-Titel verteidigt. ?Silke hat mit Bravour geboxt?, sagte Siggi Weickenmeier nach der Gala in Mannheim. Seine Tochter bleibt somit Profi-Weltmeisterin nach Version der Global Boxing Union (GBU), einem Ableger des Frauenweltverbands WIBF. Im November kommt es zu einer freiwilligen Titelverteidigung.

Ab Mitte Dezember 2007 gibt es Erstliga-Boxen in der Region: Der BC Olympia Rhein-Neckar nimmt sein Aufstiegsrecht wahr. Was die Faustkampffreunde der Region erwartet, bewiesen neun sehenswerte Begegnungen im Rahmenprogramm der Boxgala: So zeigte beispielsweise der ?Pfälzer Puncher? Hüseyin Cinkara (BC Olympia Rhein-Neckar/ BC Schifferstadt) bei seinem Sieg über den Ravensburger Johann Witt, wie attraktiv olympisches Boxen mit Kopfschutz ist. ABVB-Kadett Praphbreet Singh Aujla (BC Schwetzingen) schlug in einem weiteren von acht erlaubten Einlagekämpfen Magomed Janguabev (BR Knielingen, Baden) nach Punkten. Weitere ABVB-Boxer im Rosengarten-Ring waren David Eberle und Stefan Tatus (beide BR Knielingen, Kampf blieb ohne Wertung), Alex Ochs (BC Schwetzingen, Punktsieg gegen Trim Shoreci) und Max Jätzold (LZ Heidelberg, Punktniederlage gegen Emir Ahmatowic, TG Leun, Hessen). Einen der besten Kämpfe zeigte vor rund 500 Zuschauern Aznaur Gasanov (Gold-Blau Stuttgart, Württemberg), der Arwid Schneider (Condor Limburg, Hessen) bezwang. Organisator Siggi Weickenmeier dankte Roland Kubath (OSP Rhein-Neckar), Oliver Vlcek (LV Württemberg) und Rainer Simon (LV Hessen) für die arbeitsreiche Zusammenstellung des beispielhaften sportlichen Rahmenprogramms. pj

Miller und Weiss Dritte der DBV-Rangliste

Dimitri Sorokin (KSC) triumphierte bei einem Ligakampf im Trikot des BC Olympia Rhein-Neckar über DM-Vizemeister Kerber (Seelze)

ABVB-Kämpfer bundesweit vorne dabei / Sorokin schon unter "Top-Ten"  

Einige Athleten aus den Reihen des Amateur-Box-Verbands Baden (ABVB) belegen in der jüngsten nationalen Rangliste des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV), die das Magazin BoxSport in seiner aktuellen Juni-Ausgabe veröffentlicht, vordere Plätze in ihrer jeweiligen Gewichtsklasse. So sind unser Chemiepokal-Sieger Alex Miller (BW Lahr, bis 69 Kilogramm, hinter dem 2., Artem Merjasov) und unser Militär-Weltmeister Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim, bis 81 Kilogramm, hinter dem 2., René Krause) im ersten Jahr bzw. zweiten Jahr in der Männerklasse schon jeweils Dritter ihres Limits hinter erfahreneren mehrfachen nationalen Titelträgern. Vierter im Halbweltergewicht ist Sergej Nurislamov (Karlsruher SC) hinter Enrico Wagner (Cottbus, 3.) und Slawa Kerber (Seelze, 2.). Nurislamovs junger Vereinskamerad Dimitri Sorokin teilt sich im selben Limit bis 64 Kilogramm schon den siebten Rang mit Dieter Döhl (BC Gifhorn) und Alex Kuhn (TV Fischbek). Andreas Propp (BAC Hockenheim) findet sich auf Rang sechs hinter den ?Jungen Wilden? Herfurth (Halle, 1.), Abramowski (Berlin, 2.), Gratschow (Gifhorn, 3.), Schinske (Cottbus) und Lebeda (Welzow).

Folgende Athleten führen die Ranglisten vom 18. Mai 2007 jeweils (mit Ausnahme des Weltergewichts, wo die ersten drei punktemäßig eng beieinander liegen) klar und deutlich an: Ronny Beblik (BC Chemnitz, Fliegengewicht), Rustam Rahimov (BC Velbert, Bantamgewicht), Marcel Herfurth (SV Halle, Federgewicht), Artur Schmidt (VfB Marl-Hüls, Leichtgewicht), Martin Dreßen (BSC Schwerin, Halbweltergewicht), Jack Culcay (TG Darmstadt, Weltergewicht), Konstantin Buga (NSF Berlin, Mittelgewicht), Robert Woge (BW Könnern, Halbschwergewicht), Alex Povernov (BC Gifhorn, Schwergewicht) und Erkan Teper (BSK Ahlen, Superschwergewicht).