Chronik des Box-Verbands Baden-Württemberg

Schwergewichtler Johann Witt ist der erste Deutsche Meister des 2011 gegründeten Box-Verbands Baden-Württemberg. Die Satzung des zusammengeschlossenen Verbands wurde in Pforzheim verabschiedet. Verbändspräsident ist Jürgen Wiedemann (Leonberg, 2.v.r.), sein Stellvertreter Dr. Gund (3. v. l., Lahr).

29. Oktober 2011: In Pforzheim wird die Satzung des Box-Verbands Baden-Württemberg (BVBW) beschlossen.

Zur Bedeutung und zur Vorgeschichte des historischen Zusammenschlusses schreibt die Schwäbische Zeitung: "Nach Bayern ist der Boxverband Baden-Württemberg seit seiner Fusion der stärkste Landesverband innerhalb des Deutschen Boxsportverbands (DBV). 15 500 Mitglieder in 97 Vereinen zeigen die ganze Stärke des BVBW. ... Um zusammenzufinden, hatte der badische Verband bei seinem Verbandstag in Lahr seine Satzung dahingehend geändert, dass die Vereine des Württembergischen Amateur-Box-Verbands aufgenommen werden konnten."

Dieter Schmidt-Volkmar, Präsident des Landessportverbands (LSV) Baden-Württemberg kommentiert im LSV-Newsletter an alle Vereine im Lande: „Das ist ein zukunftsweisender Beschluss. Wir brauchen im Leistungsport den Fokus auf dem Wesentlichen und Strukturen, die den heutigen Gegebenheiten angepasst sind."

3. Dezember 2011: In Leipzig wird Schwergewichtler Johann Witt (25, Boxing Villingen-Schwenningen) der erste Deutsche Meister in der Geschichte des neuen Landesverbands. Witt war kurz zuvor EM-Dritter gworden. Im Mittelgewicht wird Xhek Paskali (21, MBC Ludwigsburg) Vizemeister. Kastriot Sopa (SpVgg Ludwigsburg) und Eduard Schmidt (Boxing VS) holen in ihren Limits Bronze. Der BVBW rückt in der Medaillenwertung von Rang 12 (Württemberg 2010) bzw. 13 (Baden 2010) auf Rang 5 unter den 15 Landesverbänden bei den 89. DM (19 insgesamt).

1. Dezember 2012: Baden-Württembergs Nummer 1 im Leichtgewicht, Kastriot Sopa (VfL Neckargartach), holt bei den 90. DM in Oldenburg den Titel im Leichtgewicht. Sopa schlug den Hannoveraner Ahmet Eminovic in einem spannenden Kampf mit 21:14 klar nach Punkten. Sopa wurde am Ende zum besten Kämpfer des Turniers gekürt. Der Ludwigsburger Xhek Paskali, der Deutsche Vizemeister von 2011 im Mittelgewicht, hatte ebenso das Finale erreicht: Wie im Vorjahhr unterlag Paskali leider erneut dem Kölner Radovan, diesmal mit 17:11 nach Punkten. Bei Bronze bleibt es für Aytekin Yöreci (BR Knielingen) und Dias Kuzembaew (KSV Schriesheim). Baden-Württemberg ist bei diesen DM in der Medaillen- und Teamwertung diesmal Dritter geworden hinter Sieger Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Sopa und Paskali gehören in der Weltboxserie der AIBA dem deutschen Team "German Eagles" an. Beide siegen am 7. Dezember in der Göppinger EWS-Arena gegen ihre Gegner von den "USA Knockouts", die dem deutschen Team vor 1000 Zuschauern mit 0:5 unterliegen.

Bilanz 2012: Europameisterin Irina Schönberger (PGB Bruchsal), zwei Bronzemedaillenträger bei Europameisterschaften Wladislaw Baryshnik (KSC Backnang) und Igor Teziev (Fit Boxing Esslingen), Deutscher Elite-Meister Kastriot Sopa (VfL Neckargartach), Deutscher Elite-Vizemeister Xhek Paskali (MBC Ludwigsburg) und unzählige Deutsche Meister im Nachwuchsbereich.

 

So sehen Sieger aus: Von oben nach unten David Eberle (ganz unten noch einmal mit BRK-Coach Fikret Yöreci bei den "Nordbadischen" 2009 im Knielinger Clublokal "Krone"), Hill, Probst, Abramovic und Rodriguez-Schwarz bei den U17-DM in Thüringen (DM-Fotos: Lothar Schwaiger).

Knielingens Eberle erneut Deutscher U17-Meister

Hill (Konstanz) wird Vizemeister / Drei weitere Medaillen für Baden, zweimal Gold für Württemberg

Bad Blankenburg. David Eberle (Box-Ring Knielingen) hat bei den Deutschen U17-Meisterschaften an der Sportschule in Bad Blankenburg (Thüringen) seinen Titel verteidigt und ist nun reif fürs Nationalteam. Patric Hill (Rheinstrom Konstanz) wurde Vizemeister seiner Gewichtsklasse.

Bronze gab es für Dimitri Abramovic, Benedikt Probst (beide BC Singen) und Jose Rodriguez Schwartz (Karlsruher SC). Insgesamt boxten 102 Kämpfer aus 18 Landesverbänden um die 64 zu vergebenden Medaillen.

Am erfolgreichsten schnitt der Landesverband Niedersachsen ab, nämlich mit vier Gold und drei Bronzemedaillen. Als bester Techniker wurde Veniamin Sotskov (TSV Plön) und als bester Boxer Vincenco Gualtriri (ASV Wuppertal) ausgezeichnet. Württemberg wurde mit zweimal Gold Vierter in der Landesverbandswertung vor Bayern und Baden.

"Ich bin mir aber sicher, dass wir in ein bis zwei Jahren die Ausbeute für Baden-Württemberg vergrößern", schreibt unser Landestrainer Oli Vlcek per Email aus Armenien, wo er die U17-WM beobachtet. Die Jungs beider Verbände hätten sich schon gefunden und wüchsen allmählich zu einem Team zusammen. Vlcek wörtlich: "Baden hat viele verdammt gute Jungs. Ein Probst braucht nur noch ein bisschen Zeit zum Reifen. Eberle gehört schon zur Spitze und wird nun in der Nationalmannschaft eingesetzt." Peter Jaschke

Seit 1956 acht nationale Titelkämpfe in Baden

Karlsruher SC und KSV Schriesheim waren jeweils zweimal Gastgeber

Baden. Acht Deutsche Männer Meisterschaften hat der Landesverband Baden bisher schon erfolgreich ausgerichtet. Statistisch gesehen war man durchschnittlich etwa alle sechs Jahre Gastgeber der Titelkämpfe, deren 85. Auflage 2007 im niedersächsischen Wolfenbüttel stattfinden. 

1956 Karlsruhe

1963 Freiburg

1972 Eppelheim bei Heidelberg

1978 Schriesheim

1980 Hemsbach

1988 Schriesheim

1992 Karlsruhe

2000 Schwetzingen

Bester Verband Deutschlands: Der ABVB 1986

Privatbild (Repro Jaschke): 1986 feierte der ABVB seine beiden Deutschen Meister Bernd Schwab (3.v.r.) sowie Ingo Schredle (4.v.l.) Außerdem zu sehen (v. l.): Manfred Rahm (BC Heidelberg), Trainer Werner Schredle, der damalige ABVB-Sportwart Werner Kranz, OB Reinhold Zundel, ABVB-Präsident Hermann Schütz und Trainer Helmut Schwab.

Schwab und Schredle Titelträger in Bochum / Väter Werner und Helmut als Trainer

Im Jahre 1986 erlebte der Amateur-Box-Verband Baden unter seinem damaligen Präsidenten Hermann Schütz, dem Amtsvorgänger von Werner Kranz, seinen bislang größten Erfolg: Als bester Landesverband Deutschlands gewann man bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum den Georg-Dietrich-Pokal. Zwei Titelträger stellte der ABVB damals (neben weiteren Medaillengewinnern aus Karlsruhe, Pforzheim und Mannheim): Bernd Schwab (Superschwergewicht) und Ingo Schredle (Halbweltergewicht). Beide gehörten seinerzeit zum BC 1957 Heidelberg und wurden von ihren Vätern Helmut und Werner trainiert.

(Die Chronik des ABVB ist in Vorbereitung ? ein Langzeitprojekt von ABVB-Pressewart Peter Jaschke in Zusammenarbeit mit Günter Ditzenbach und Werner Kranz.)

Deutsche Meisterschaften erstmals in Schriesheim

Die Deutschen Meister von 1978 in Schriesheim. Bild: Archiv Ditzenbach

1978 holten die Pforzheimer Weller und Körper Gold

Im Jahre 1978 holte unser heutiger Präsident Werner Kranz, damals noch Sportwart unter Hermann Schütz, die Deutschen Meisterschaften der Männer erstmals in seine Heimatstadt nach Schriesheim. Das von Günter Ditzenbach (Lahr) dankenswerter Weise zur Verfügung gestellte Bild zeigt die Titelträger, darunter Körper und Weller (beide BW Pforzheim) aus den Reihen des ABVB sowie die niederrheinische Boxsportlegende Peter Hussing (Mülheim), den deutschen Rekordmeister im Schwer- und Superschwer-Gewicht. René Weller, braun gebrannt im knappen Höschen, war später auch als Profi recht erfolgreich.

Von links, nach Gewichtsklassen aufsteigend zu sehen: Stefan Gertel (Worms), Harald Körper (BW Pforzheim), Roland Gier (Hamburg), Dieter Ott (Hannover), René Weller (Pforzheim), Werner Schäfer (Mülheim), Ernst Müller (Düren), Harald Sixt (damals Leverkusen), nicht auf dem Bild Manfred Jassmann (sein Kampf fand unter Protest statt, der Sieger wurde rechtsinstanzlich ermittelt), Kurt Seiler (Speyer) und Peter Hussing (Mülheim). Ganz links der damalige DABV-Sportwart, unser Ehrenvorstandsmitglied Heinz Birkle (Karlsruher SC).

Fritz Schupp neuer DBV-Präsident

Fritz Schupp ist der neue DBV-Präsident. Herzlichen Glückwunsch, lieber Fritz!

Einstimmiges Ergebnis beim Wahlkongress / Reibungsloser Verlauf

Bad Lippspringe. Fritz Schupp (Bad Säckingen), langjähriger Jugendwart des ABVB und Vorsitzender der südbadischen Box-Vereine, wurde beim DBV-Kongress in Bad Lippspringe einstimmig zum Nachfolger des bisherigen Präsidenten Paul Forschbach gewählt. Klaus Beckmann hatte seine Kandidatur lange vor der Zusammenkunft zurück gezogen. Schupps Stellvertreter sind unter anderem Hermann Sauer (Hessen, Vizepräsident Leistungssport), Günter Deuster (Bayern, Vizepräsident Breitensport und Vertreter der Landesverbände). Jürgen Kyas (Niedersachsen) bleibt DBV-Sportwart. Alexander Mazur (Württemberg) ist weiterhin für die Pressearbeit zuständig. ABVB-Ehrenvorstandsmitglied Kurt Maurath (Löffingen) wurde zum Ehrenpräsidenten des DBV ernannt.

Marco Grund als bester Boxer ausgezeichnet

Marco Grund (KSC) aus dem Olympiastützpunkt Rhein-Neckar, links im Bild, mausert sich zum Toptalent aus Baden.

Drei Süddeutsche Meister kommen aus Baden, vier aus Württemberg

Peißenberg. Drei Süddeutsche Junioren-Meister kommen aus dem Landesverband Baden: der 16-jährige Leichtgewichtler Marco Grund (Karlsruher SC) aus Bensheim wurde nach seinem Finalsieg über Lokalmatador Christoph Wittur vom TSV Peißenberg zum besten Boxer des Turniers gekürt. Im Halbwelterlimit setzte sich Dieter Walter (RW Lörrach) gegen Harun Karasjan (Ring Frei Leonberg) durch. Halbschwergewichtler Artur Schmidt (BC Villingen) bezwang seinen Chemnitzer Gegner mit 37:10 Punkten. Prabhpreet Aujla (BC Schwetzingen/ Weltergewicht) verlor im Finale gegen Peißenbergs Anatoli Rimmer mit 24:27 und wurde somit ebenso wie Eduard Frick (BC Villingen/ Federgewicht), welcher Württembergs Erich Fuhr unterlag, Vizemeister. Andreas Mazara (BSV Freiburg) schied im Halbfinale gegen den sächsischen Meister Finke (BC Döbeln) im Mittelgewicht aus.

Württemberg holte vier Titel durch Dieter Geyer (Gold-Blau Stuttgart), Erich Fuhr (SV Spaichingen), Hüsseyin Tuncir (FB Esslingen) und (kampflos) Alexander Kondratyev (SV Spaichingen). In Vertretung von ABVB-Jugendwart Fritz Schupp (zugleich Chef des Deutschen Boxsport-Verbands aus Bad Säckingen) zeigte sich Walter Kellmayer (Radolfzell), Sportwart der badischen Landesgruppe Süd, "sehr zufrieden" mit den Junioren in Peißenberg.

Am 10. November finden die Süddeutschen Gruppenmeisterschaften der Männer und Frauen im bayrischen Bamberg statt (siehe eigene Vorschau). Peter Jaschke

Fünf ABVB-Boxer für Wolfenbüttel qualifiziert

Sinan Bayrak (KSC) holte in Bamberg den Titel und wurde zum besten Techniker gekürt. Freundin Tasheena Bugar (KSC) musste gar nicht erst kämpfen.

Sinan Bayrak (KSC) wurde in Bamberg bester Techniker / Youngster Sorokin (KSC) schlug Fusco klar

Bamberg. Fünf Boxer vertreten den Landesverband Baden bei den Deutschen Meisterschaften, 28. November bis 1. Dezember, in Wolfenbüttel: Bei den Süddeutschen Titelkämpfen im bayrischen Bamberg setzten sich Sinan Bayrak (KSC, Leichtgewicht) und Dimitri Sorokin (KSC, Weltergewicht) kämpferisch überzeugend durch. Der erst 19-jährige Landesmeister Sorokin aus Bensheim trat erstmals in der Männerklasse bei den Gruppenmeisterschafen an. Der fünf Jahre ältere Alfonso Fusco (Bayern) war ein erfahrener und starker Gegner, obwohl er deutlich weniger Kämpfe hat als Bundesligaboxer Sorokin aus dem Olympiastützpunkt Rhein-Neckar (Heidelberg). Sorokin besiegte ihn mit 23:19 nach Punkten. Für Michael Loginov (KSC) hatte sich kein Gegner qualifiziert. Er wurde kampflos Gruppenbester.

Außerdem hat der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) Alex Miller (BW Lahr, Weltergewicht) und Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim, Halbschwer) aufgrund ihrer internationalen Einsätze und Erfolge für die nationalen Titelkämpfe gesetzt.

Was uns besonders freut: Bei den ?Süddeutschen? in Bamberg wurde der sympathische Sinan Bayrak außerdem zum besten Techniker gekürt. Zu Recht Riesenfreude bei dem jungen Karlsruher, der erst den Bayern Herdt bezwang und wenige Stunden später im Finale den Württemberger Cakir ausschaltete. Der Freund von Tasheena Bugar (KSC), die kampflos Gruppenbeste bei den Frauen wurde (Claudia Grammelspacher, BSV Freiburg,  schlug Württembergs Nadine Szuppa 33:12), begeisterte auch ABVB-Präsident Werner Kranz (KSV Schriesheim): ?Das war eine Topleistung von Sinan."

Im Schwer- und Superschwergewicht hatte Baden leider nichts zu melden: Andreas Becker (BSV Freiburg) verlor 24:16 gegen Johann Witt (Württemberg) und der im Vorfeld überschätzte Seser Ülker (Kampfsport Lahr) musste gegen Denis Streck (Württemberg) sogar in Runde zwei aufgeben. Alexander Wilhelm (BW Lahr, Mittelgewicht) schied schon im Halbfinale aus.

Für den erkrankten  ABVB-Topboxer Sergej Nurislamov (KSC) aus Weinheim startete kurzfristig Aytekin Yöreci (BR Knielingen) in Bamberg, unterlag aber, in Runde vier mit seinen Kräften am Ende,  dem Bayern Birjukov mit 24:20 und bekam seine Grenzen aufgezeigt. Peter Jaschke

85. DM: Weiss verliert gegen Titelverteidiger Robert Woge

Alle Deutschen Meister von 2007. Gottlieb Weiss wurde Zweiter im Halbschwergewicht.

Finaltag in Wolfenbüttel / Es bleibt bei Silber für den Toptechniker aus Baden 

Wolfenbüttel. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) ist Deutscher Vizemeister im olympischen Boxen. Als einziger von ursprünglich vier Startern aus dem Ladensverband Baden hatte der 20-jährige WM-Teilnehmer bei seinen ersten nationalen Titelkämpfen in der Männerklasse die Finalrunde erreicht. Gegen den bulligen Titelverteidiger Robert Woge (BT Halle) fand Techniker Weiss nie zu seiner boxerischen Linie. Im Viertel- und Halbfinale der 81-Kilogramm-Klasse war Weiss seinen Gegnern dagegen jeweils klar überlegen gewesen.

Nach der bitteren 31:17-Niederlage gegen den Europameisterschaftsteilnehmer 2006 aus Sachsen-Anhalt wirkte der ehrgeizige Weiss untröstlich: ?Es heißt nicht umsonst: Du hast nicht Silber gewonnen, sondern Gold verloren.? Nach der aus deutscher Sicht gründlich verkorksten WM in Chicago, wo es auch dem Halbschwergewichtler aus Waldangelloch bei Sinsheim nicht gelungen war, sich vorzeitig für Olympia zu qualifizieren, geschweige denn eine Medaille zu holen, ist der erfolgsverwöhnte Weiss, Junioren-Europameister von 2005, nun noch bedrückter.

Um seinen Kaderplatz für die europäischen Olympia-Qualifikationsturniere im Frühjahr 2008 muss Weiss, Militärweltmeister von 2006, noch nicht bangen: Laut Helmut Ranze, dem Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) fliegt ?keiner gleich aus dem Kader, nur weil er nicht Deutscher Meister geworden ist?. Erst im Januar, nach einem internationalen Turnier in Ungarn, wird der Kaderkreis gegebenenfalls erweitert. Für Europas Boxer sind in jeder Gewichtsklasse noch vier (im Bantamlimit noch sechs) Plätze  im Flieger nach Athen frei.

Die Zeitspanne zwischen WM und DM betrug nur drei Wochen. Ranze erklärte: ?Man darf nicht vergessen, dass andere Athleten viel mehr Zeit für die DM-Vorbereitung hatten. Von der Psyche her mussten WM-Niederlagen verdaut werden. Dazu kam der mindestens einwöchige Jetlag aufgrund der Zeitumstellung.? Auch die im Vorfeld der DM favorisierten WM-Teilnehmer Marcel Herfurth (Halle, Feder) und Ronny Beblik (Chemnitz, Fliegen) strauchelten im Wolfenbüttel. "Wir WM-Teilnehmer waren eigentlich alle nicht in Form bei diesen DM", meinte der alte und neue Schwergewichtsmeister Alexander Povernov (Gifhorn).

Schon am Samstag, 15. Dezember, beginnt die Bundesliga (19 Uhr in der Schriesheimer Mehrzweckhalle). Weiss ist der Kapitän des Erstligateams von BC Olympia (BCO) Rhein-Neckar. Zum Team gehört auch der 19-jährige DM-Dritte von Wolfenbüttel aus Bensheim: Dimitri Sorokin machte bei den DM als viel versprechender Youngster mit zwei Siegen und einer Bronzemedaille auf sich aufmerksam.

Außerdem hat sich der BCO unter anderem mit dem frisch gebackenen Deutschen Meister Arthur Schmidt (Leichtgewicht) verstärkt, der in Wolfenbüttel zum besten Techniker des Turniers gekürt worden ist. Bester Landesverband wurde zum dritten Mal in Folge Niedersachsen um seinen Schwergewichtsmeister Alexander Povernov. Er boxt für den sechsfachen Deutschen Rekordmannschaftsmeister Velberter BC, der im März beim BCO zu Gast ist.

Freiburg und Singen stellen je vier Titelträger

Die Akteure der Badischen Meisterschaften der Jugendklassen beim PSV in Karlsruhe.

Badische Meisterschaften der Jugendklassen / Auch Knielingen, Konstanz und Schwetzingen stark

Karlsruhe. Insgesamt 16 Mal überreichte Bernd Schwab (BC Schwetzingen), der Jugendwart des Amateur-Box-Verbands Baden (ABVB), Siegermedaillen: In der Sporthalle des PSV Karlsruhe wurden die Landesmeister in den vier Nachwuchsklassen von den Schülern (U13) über die Kadetten (U15) und Junioren (U17) bis zur Jugend (U19, vormals Junioren) gekürt.

Über jeweils vier Titelträger, nämlich Andreas Mazara, Aron Kornmeier, Samuel Merz und Gyrkan Morino freuten sich die Verantwortlichen vom BSV Freiburg sowie vom BC Singen (Dimitri Abramovic, Benedikt Probst, Simon Stromeyer und Daniel Dammer).

Auf je drei Badische Nachwuchsmeister ist der BR Knielingen (David Eberle sowie die Brüder Alexander und Sergej Mironow) stolz.

Je zwei Finalsieger kommen aus den Vereinen Rheinstrom Konstanz (Admin Fetai, Patric Hill), BR Klettgau-Tiengen (Isah Bajrami, Kevin Kraus) und BC Schwetzingen (Alexander Ochs, Prabhpreet Aujla).

Je ein Meister stammt aus den Reihen von BW Lahr (Rudolf Kraft), BC Müllheim (Irfan Durmus), BC Heidelberg (Leutrim Kelmeni), AC Weinheim (Mentor Balaj). Bereits mit ihren Finalsiegen bei den nordbadischen Meisterschaften standen mangels Gegnern Tobias Klevenz (KSV Schriesheim), Marco Grund (Karlsruher SC), Dieter Walter (RW Lörrach) und Stanislaw Kindsvater (BAC Offenburg) schon vor Beginn der Kämpfe in Karlsruhe als weitere Landesmeister fest.

Wenn es in Karlsruhe einen Pokal für den besten Boxer gegeben hätte, dann wäre wohl der süddeutsche U15-Meister Patric Hill der Empfänger gewesen. Hill hielt seinen Gegner Badalli aus Weil mit 29:5 niedrig. Von dem jungen Konstanzer verspricht sich ABVB-Präsident Werner Kranz (Schriesheim) bei den kommenden Gruppenmeisterschaften ebenso viel wie unter anderem von Mazara (Freiburg), Eberle (Knielingen), Ochs (Schwetzingen),  Walter (Lörrach) und Grund (KSC).

Ergebnisse der Finalkämpfe

Die Ergebnisse aller Halbfinal- und Finalbegegnungen in Pforzheim.

Nebenstehend die Ergebnisse der Finalkämpfe von Pforzheim.

David Eberle Deutscher Kadettenmeister

Für Konstanzer Hill blieb es bei Silber / Württemberg stellt drei Meister / Internationaler Hessencup steht bevor

Lindow. Riesenjubel beim Boxring Knielingen: David Eberle, der jüngere Bruder von Halbschwergewichtler Kevin Eberle, schlug im Finale der 38-Kilogrammklasse Ruslan Saripov (Thüringen) mit 15:3 überlegen und holte damit bei den Deutschen Meisterschaften der Kadetten in Lindow (Brandenburg) einen Titel für Baden. Im Limit bis 42 Kilogramm blieb es bei Silber für Patric Hill (Rheinstrom Konstanz), der im Finale Ugor Kadam (Niederrhein) mit 8:11 unterlag. ?Zu Unrecht?, fand Landes-Jugendwart Bernd Schwab (BC Schwetzingen) und bemängelte eine ?schlechte Kampfrichter-Leistung?. Dennoch zeigte sich Schwab mit den Leistungen "seiner" beiden jungen DM-Teilnehmer hoch zufrieden. Glückwunsch an den LV Württemberg, der mit drei Teilnehmern drei Titel holte und seine Erfolgsserie im Nachwuchsbereich fortsetzt. Die DM-Bilanz der vergangenen Wochen in den anderen Nachwuchsklassen aus Sicht Badens: Okay, aber durchaus verbesserungsfähig. Bei den Junioren (Tobias Klevenz, KSV Schriesheim)und bei der Jugend (Marco Grund, Karlsruher SC) gab es immerhin jeweils Vizemeistertitel. Als nächstes steht der Internationale Hessencup an, der zu einer attraktiven Bewährungsprobe und Herausforderung nicht nur für die jungen Kaderboxer geworden ist. Peter Jaschke

U17-DM: Vizemeister-Titel und Bronze für Baden

Für Tobias Klevenz (16) bleibt es am Ende bei Silber / Probst (Singen) holt Bronze  / Neuerungen im Jugendbereich

Bad Blankenburg. Bei den DM der Junioren (U17) in der thüringischen Landessportschule Bad Blankenburg siegte Tobias Klevenz (KSV Schriesheim) im Halbfinale der 70-Kilogramm-Klasse mit 16:5 gegen Eduardo Pereira (BTSC Berlin), beide bislang 16 Kämpfe. Es blieb bei der Silbermedaille für Baden: Im Finale verlor der 16-Jährige mit 3:8 gegen den erst knapp 15-jährigen Maurice Schmidt (BC Horchheim, LV Südwest), der aber schon mehr als 20 Kämpfe absolviert hat und gerade als Mitglied der Junioren-Nationalstaffel bei einem internationalen Turnier in der Ukraine dabei gewesen war.

Eine Bronzemedaille sicherte Benedikt Probst (BC Singen) für Baden. Er bezwang im Viertelfinale des 50-Kilogramm-Wettbewerbs Dennis Bauer (VFB Oldenburg, NS) und verlor im Halbfinale gegen Lokalmatador Dennis Sochranny  (Weimarer BV, TH) durch RSC in Runde eins.

Im Viertelfinale des Limits bis 66 Kilogramm unterlag Badens Simon Strohmeier (BC Singen) in seinem erst neunten Kampf dem mit 38 Kämpfen wesentlich erfahreneren Dan Goliasch (SV Lichtenberg) im Viertelfinale mit 8:5 Punkten. Insgesamt gab es bei den DM kaum Überraschungen: Sämtliche weiteren international erfahrenen Favoriten wie Jakob Morgel, Christian Lewandowski, Marcus Okosun, Denis Radovan, Thomas Vahrenholdt, Tyron Zeuge, Artur Bril und Tom Tran setzten sich im Finale jeweils durch.

Die Bilanz des DBV-Sprechers Alexander Mazur: "Als bester Landesverband schälte sich in diesem Jahr der LV Mittelrhein heraus, der fünf Mal Gold, und einmal Bronze erboxte, doch den größten Anteil leistete der Traditionsverein, der SC Colonia Köln, mit drei ersten Plätzen. Mecklenburg, Bayern, Berlin und überraschender Weise auch der LV Sachsen, rangieren auf den nächsten Plätzen mit je zweimal Gold. Der sonst so starke LV Niedersachsen konnte nur einen ersten Rang für sich buchen, heimste aber die meisten Medaillen, nämlich zehn an der Zahl, für sich ein.

Aber auch vermeintlich schwächere Landesverbände wie Südwest und Schleswig-Holstein ließen diesmal aufhorchen und ordneten sich mit je einer Goldmedaille in die vorderen Ränge ein. Die Ehrenpreise für besondere Leistungen, bester Techniker, ging an Tyron Zeuge (SV Stahl Schöneweide), den Pokal als bester Kämpfer der Meisterschaft holte sich der in überzeugender Manier auftretende Artur Bril vom SC Colonia Köln."

Unser Jugendwart Bernd Schwab teilt unter anderem Folgendes aus der Jugend-Ausschusssitzung des DBV mit:

Kopfschutz künftig nur noch in blau und rot erlaubt.

Im Dezember finden erstmals Internationale Deutsche U21-Meisterschaften (Geburtsjahrgänge 1988 bis 1990) statt. Kampfdauer: Drei mal drei Minuten. Jeder Landesverband kann einen Boxer pro Limit melden, ein DBV-Gremium entscheidet, welche vier Starter pro Gewichtsklasse zugelassen werden.

Die Gruppeneinteilung der regionalen Jugendmeisterschaften soll denen der Männerklassen angepasst werden: Baden wäre dann nur noch mit Württemberg und Bayern in der Gruppe 5.

 

Marco Grund Deutscher Jugend-Vizemeister

U19-DM der Jugend in Bayern / Zwei BCO-Oberligakämpfer holen Titel /Mecklenburg-Vorpommern bester Landesverband

Straubing. Bei den Deutschen U19-Meisterschaften der Jugend in Straubing blieb es für den Bensheimer Marco Grund (Karlsruher SC), sekundiert von Zoltan Lunka und Werner Schredle, bei der Silbermedaille. Der Leichtgewichtler verlor am Samstag im Finale gegen Felix Lamm (Thüringen). Grund schlug in Straubing erst Garbe (MV), dann Vögele (NR).

Alle vier weiteren Süddeutschen Meister aus Baden mussten im Viertelfinale bereits die Segel streichen: Schwergewichtler Eduard Gering (BC Weil), Mittelgewichtler Andreas Mazara (BSV Freiburg), Weltergewichtler Prabhpreet Aujla (BC Schwetzingen) und auch Halbweltergewichtler Dieter Walter (TSV Lörrach), in Rosswein noch zum besten Techniker gekürt, unterlagen jeweils. Walter verlor gegen Jacub Dolu (Berlin), für den es nach dem Halbfinale bei Bronze blieb.

Iris Ernst vom Straubinger Tagblatt schrieb über den Kampf von Freiburgs Mazara: "Vor allem der Fight im Mittelgewicht zwischen Andreas Mazara (Baden) und Karl Wenzel (Sachsen-Anhalt) wurde verbissen geführt. Ständig wechselte die Führung. Karl Wenzel konnte aber dann als knapper 16:14-Punkt-Sieger den Ring verlassen."

Finalsieger wurden Oberliga-Kämpfer des BC Olympia, nämlich Artur Schmidt (Wü) und Dieter Geier (Wü). Alexander Kondratev (Wü) und Eduard Schmidt (By) wurden Vizemeister wie Badens Grund. Für Kenan Bayrami (MR) und  BCO-Welterboxer Albert Becker (SH) sowie Erich Fuhr (Wü), ebenfalls aus dem Olympiastützpunkt Rhein-Neckar, blieb es bei Bronze.

Folgendes schrieb DBV-Presseprecher Alexander Mazur über das Turnier:

"Der BC Straubing, Ausrichter der 60. deutschen U19-Boxmeisterschaften, war wieder einmal ein Perfektionist in der Gesamtorganisation dieses bedeutenden Ereignisses der Sportstadt.

Durch ihr Vereinsmitglied Edgar Walth erboxte der BC Straubing dazu eine deutsche Meisterschaft im Bantamgewicht in ganz überzeugender Manier und wurden damit besonders für die Übernahme dieser Meisterschaften belohnt.

Bester Landesverband wurde Mecklenburg ? Vorpommern, der drei Goldmedaillen und 2x Bronze bei diesen Titelkämpfen auf sein Konto verbuchen konnte.

Die große Überraschung gelang den Württembergern, die mit zwei deutschen Meistern und einem Vizemeister den 2. Rang in der Medaillenwertung erreichten. Berlin gelang es, jeweils 2x Gold und 2x Bronze, den 3. Platz vor Bayern, die mit 1x Gold und 2x Silber den 4. Platz in der Wertigkeit der Medaillen erboxten."

Baden belegte in der Teamwertung Rang zehn unter 16 Landesverbänden.

Tasheena Bugar Deutsche Meisterin

Tasheena Bugar (KSC), ganz oben auf dem Treppchen, krönte ihre bisherige Karriere mit dem DM-Titel 2008 im Leichtgewicht. Ganz links freut sich KSC-Boxchef Heinz Birkle (neben DBV-Sportwart Jürgen Kyas) mit. Auf dem Gruppenbild mit der stolzen Siegerin neben Bugar-Coach Siggi Mehnert, Bernd Schwab (Schwetzingen, rechts) und Kampfrichter Leuthner (Lahr, links) zu sehen: Karla Bäuerle (SC Pforzheim, 2. v. links), die glücklich Bronze holen konnte. Etwas betrübt: Claudia Grammelspacher (BSV Freiburg) mit ihrem Betreuer Sven Schemmer in der Mitte.

KSC-Boxerin holt Leichtgewichtstitel bei DM der Frauen in Eichstätt / Dank Freilos Bronze für Karla Bäuerle (Pforzheim) / Schwab lobt alle drei Starterinnen aus dem LV Baden

Eichstätt/ Freiburg/ Karlsruhe/ Pforzheim. Tasheena Bugar (KSC) triumphierte mit einem 16:6-Punktsieg im Finale der 57-Kilogramm-Klasse über die Dortmunderin Dailydaite Goda. Zuvor bezwang Tasheena die Schwerinerin Claudia Schulz im Halbfinale, das die Karlsruherin per Freilos erreicht hatte. Losglück auch für Karla Bäuerle (Limit bis 63 Kilogramm): Im Halbfinale verlor die Pforzheimerin jedoch gegen Anette Klose. Dennoch immerhin Bronze für die noch unerfahrene Kämpferin aus Baden. Lospech: Die Freiburgerin Claudia Grammelspacher schied im ersten Kampf in der 54-Kilogrammklasse wie schon 2007 erneut gegen die Vorjahresmeisterin und aktuelle EU-Bronzegewinnerin Pinar Yilmaz aus, welche dann im Halbfinale scheiterte.  Die 6. Deutschen Boxmeisterschaften der Juniorinnen und Frauen fanden beim BC Eichstätt (Internet: www.bc-eichstaett.de) statt.

Tasheena Bugar (20) wird von KSC-Coach Siggi Mehnert trainiert, war von 2005 bis 2007 jeweils DM-Dritte, absolvierte 2007 auch Einsätze im Nationaltrikot. Ihr Vorbild bei den Frauen ist nicht etwa die Karlsruher Profi-Boxqueen Regina Halmich. Nein, die beruflich als Erzieherin Tätige zählt schon zur nächsten Generation und eifert Frauen wie der Stuttgarter Profikämpferin Alesia Graf, Amateurmeisterin von 2003, nach.

Zum Abschneiden der badischen Starterinnen sagte Bernd Schwab, Jugend- und Frauenwart des ABVB: "Tasheena hat in ihren beiden Kämpfen mit einem enormen Siegeswillen gekämpft. Tolle Leistung. Für Karla Bäuerle war es eine erste Erfahrung und mehr wurde von ihr mit ihrer Nominierung auch nicht erwartet. Schade, dass Sie gleich eine solch starke gegnerin zugelost bekam. Claudia Grammelspacher ist zu bedauern: Kam sie doch gleich wieder in der mit 9 Athletinnen am stärksten besetzten Klasse sofort wieder wie bereits im Vorjahr auf die Titelverteidigerin und Favoritin Pinar Yilmaz und verlor nach Punkten. Sie kämpfte beherzt, konnte jedoch gegen diese Supertechnikerin nicht bestehen. Yilmaz war auch in diesem Jahr die überlegene Boxerin und verlor nur ihren Halbfinalkampf nach Punkten, da sie sich am Arm schwer verletzt hatte." (Zitatende)

So konnten nur Elena Marie Walendzik (BSK Seelze), Janina Bonorden (VfK Celle), Olivia Luczak (BSU Wuppertal) und Nicolina Orlovic (BC Bayer 02 Augsburg) verteidigten ihre Titel. Vorjahressiegerin Natalie Kalinowski (Berlin) verlor im Finale klar nach Punkten gegen Julia Irmen-Göldner.

International haben sich die deutschen Boxerinnen mit jüngsten Erfolgen einen guten Ruf verschafft. So holten erst vor drei Wochen bei den EU-Meisterschaften in Liverpool Elena Walendzik, Pinar Yilmaz und Ulrike Brückner jeweils Bronzemedaillen für Deutschland.

Die badischen Boxerinnen in Eichstätt:

54 kg: Grammelspacher, Claudia (BSV Freiburg, 12 Kämpfe/ 6 Siege, geboren am 01.06.71)

57 kg: Bugar, Tasheena (Karlsruher SC, 38/22, 01.10.87)

63 kg: Bäuerle, Karla (SC Pforzheim, 5/3, 12.11.89).

Peter Jaschke

Sieg gegen Woge: Weiss Deutscher Meister 2008

Oben: Deutscher Meister der Elite (Männer) 2008: Gottlieb Weiss (21) mit Vizemeister Robert Woge (links), René Krause (rechts) und Benjamin Schmidt. Unten: Weiss trifft Krause durch die Deckung hindurch, gewinnt 11:6 im Halbfinale. Zuvor schlug Weiss Bösel souverän. Darunter: Bronzegewinner Miller mit den anderen Medaillisten im Welterlimit um Titelverteidiger Culcay-Keth sowie (unten) mit Sorokin, Badens weiterem Weltergewicht-Ass.

86. DM in Straubing: Weiss für EM nominiert / Miller holt Bronze im Welterlimit wie Sorokin 2007

Straubing. Am Samstag, 25. Oktober, kam es in Straubing vor rund 800 Zuschauern in der Turmair-Sporthalle zur Neuauflage des Vorjahres-Finales: Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) musste in seinem Limit bis 81 Kilogramm gegen Robert Woge (BW Könnern) ´ran - und gewann 9:5 nach einem tollen Kampf gegen den starken Sachsen-Anhaltiner. Nach dem Halbfinalsieg über Klasse-Konterboxer René Krause (Leverkusen), der allerdings kaum zu seiner Linie fand, bedeutet das: Weiss ist DEUTSCHER MEISTER 2008. "Er hat super geboxt", freute sich Gottliebs Heimatverein-Trainer Dieter Hiegl (Weiss: "Der beste Trainer") über den jüngsten Erfolg und analysierte: "Gottlieb hat schön gerade geboxt, hat sich schön bewegt, Aufwärtshaken gebracht." "Viele haben schon gar nicht mehr an mich geglaubt", meinte Weiss überglücklich nach dem Fight, bei dem auch Robert Woge (SV Halle) überhaupt nicht klar kam mit einem Weiss in Bestform. 

Der Lohn für die Jungs vom OSP Rhein-Neckar: Nach den Finalkämpfen wurde Weiss neben den Meistern und alten BCO-Kameraden Makarov, Schaer, Schmidt, Pfeifer sowie Culcay-Keth (Darmstadt) und Vizemeister Kerber (Lohne) für die Europameisterschaften (5. bis 15. November, Liverpool) nominiert.

Halbfinale: Seine Linie verlor jedoch leider Badens Alex Miller (BW Lahr), allerdings erst während des Kampfes im Welterlimit gegen Dieter Döhl.  Führte der Lahrer zu Beginn rasch mit zwei Punkten, so gab er diesen Vorsprung ab, indem er seinen Reichweitenvorteil nicht weiter ausnutzte. Der kleinere Döhl konnte das Blatt zu einem13:8-Sieg für Niedersachsen wenden, weil Miller sein Distanzboxen aufgegeben hat. Immerhin Bronze für den Kadetten-Europameister von 2004.

So lief es im Viertelfinale:  Alexander Miller (BW Lahr) war an diesem Abend der bessere Mann im "Bruderkampf" der Baden-Boxer. Das gab es noch nie: Zwei ABVB-Asse im Weltergewicht bei einer DM. Dimitri Sorokin (KSC) lag nach der ersten Runde 3:2 hinten, dann 6:3, am Ende 9:6. Einer musste ja gewinnen. Am Ende umarmten sie sich. Gottlieb Weiss (BAC Hockenheim) bezwang im Viertfelfinale Dominic Bösel.

Schupp abgewählt, Jürgen Kyas neuer DBV-Boss

Baden-Chef Werner Kranz neuer DBV-Vizepräsident Breitensport und Vertreter der Landesverbände

Gifhorn. Beim DBV-Kongress in Gifhorn wurde am Samstag, 27. Juni, Jürgen Kyas (zugleich Landesverbandschef von Niedersachsen) neuer DBV-Präsident. Seine Amtszeit beträgt vier Jahre. Der bisherige Sportwart löst damit den 2007 gewählten Fritz Schupp (Baden) ab. Zum neuen Vorstand gehört neben Vizepräsident Finanzen Hermann Sauer (Hessen), Vizepräsident Leistungssport Heinz-Günter Deuster (Bayern), Vizepräsident Rechtswesen Klaus Beckmann (Niederrhein) auch Badens Landesverbandschef Werner Kranz (Schriesheim) als Vizepräsident Breitensport und Vertreter der Landesverbände.

Weitere Ämter

Sportwart (für Kyas): Karl-Heinz Nietsche, Mecklenburg-Vorpommern

Kampfrichterobmann: Erich Dreke (Niederhein)

Ligaobmann: Hans-Werner Stryak (Westfalen)

Pressewart: Alexander Mazur (Böblingen)

Jugendwart Thomas Kross sowie  Dr. Angelika Fischer (Vorsitzende der Ärztekommission) wurden vom Kongress ebenfalls in ihrem Ämtern bestätigt.

Günter Ditzenbach: Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen

Günter Ditzenbach (rechts), hier bei der Ernennung zum ABVB-Ehrenkampfrichter 2005, starb im Alter von 70 Jahren am Dienstag, 18. August 2009, in Lahr nach längerer schwerer Krankheit (Links im Bild; Ehrenvorstandsmitglied Heinz Birkle, Mitte: Badens Kampfrichter-Obmann Lothar Knoepple.

Lahr. Soeben erreicht uns die Nachricht, dass Günter Ditzenbach nicht mehr lebt. Der Ehrenkampfrichter des ABVB starb am Dienstag, 18. August, nur wenige Wochen nach seinem 70. Geburtstag, den er am 23. Juni, heuer ebenfalls ein Dienstag, gefeiert hatte. Günter Ditzenbach, Ehrenvorsitzender von Blau-Weiß (BW) Lahr sowie früherer Jugend- und Pressewart des Landesverbands, erlag nach längerer Krankheit einem schweren Atemwegsleiden. Die Bestattung findet am Freitag, 21. August, 15.15 Uhr, auf dem Bergfriedhof Lahr (Friedhofstraße) statt.

"Wir haben einen guten Freund verloren, der unwahrscheinlich viel für seinen Verein und den Amateur-Boxsport-Verband Baden getan hat", sagte ABVB-Präsident Werner Kranz, der den langjährigen Mitstreiter und Freund noch Ende Juli am Krankenlager besucht hatte. Nicht nur in Lahr und in ganz Baden wird man Sportfreund Ditzenbach künftig ein ehrendes Gedenken bewahren. Günter Ditzenbach war seit 1958 dem Boxsport eng verbunden. Bis 2008 engagierte sich der Lahrer aktiv für seine Sportart.

Beim SV Schopfheim, Abteilung Boxen, hat er die hohe Kunst des Faustkampfs erlernt und war mit 41 Kämpfen bis zum Jahr 1965 selbst aktiver Kämpfer. Bereits 1964 begann seine große Karriere als Kampfrichter. 1975 wurde Ditzenbach Europas jüngster Ringrichter mit EABA-Lizenz. In der Box-Bundesliga, wo er von Beginn an nahezu jedes Wochenende eingesetzt wurde, war Günter Ditzenbach ob seiner strengen aber immer korrekten Entscheidungen ein hoch angesehener Referee.

Zahlreiche Kämpfe mit allen deutschen Spitzenboxern wurden von ihm im Lauf der Jahre geleitet. Große Boxer wie Sven Ottke, die Brüder Rocciciani, Rene Weller, Peter Hussing, Luan Krasniqi und viele weitere standen mit ihm im Ring. Insgesamt hat Günter Ditzenbach über 7000 Kämpfe geleitet.

Auch als Trainer wirkte Ditzenbach: Bis 1980 war er (mit Unterbrechungen) Trainer der legendären BW-Staffel. Seit 1975 war Günter Ditzenbach 30 Jahre lang ununterbrochen Erster Vorsitzender der Boxstaffel Blau?Weiß Lahr. Er ist somit bis heute der am längsten amtierende Vorsitzende in der Geschichte der Lahrer Sportvereine. Während seiner Amtszeit wurden fünf Deutsche Meistertitel und ein Titel bei den Europameisterschaften der Kadetten durch ?seine? Kämpfer der Boxstaffel errungen.

Vielfach ausgezeichnet und geehrt

Für all diese Ehrenämter wurden Ditzenbach zahlreiche Ehrungen in und außerhalb seiner Heimatstadt zuteil. So trägt er die goldene Ehrennadel des Südbadischen- sowie des Badischen Boxverbandes. Ditzenbach ist außerdem Träger der Goldenen Ehrennadel und der Goldenen Verdienstnadel des Deutschen Boxsport-Verbandes. 1988 erhielt er aus den Händen der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth den Ehrenpreis der Deutschen Sportjugend. Verbunden mit dieser Ehrung erfolgte gleichzeitig die Verleihung der Goldenen Ehrennadel der Deutschen Amateur-Box?Jugend.

Tasheena Bugar Deutsche Vizemeisterin

Ausrichter werten Frauen-DM in Görwihl als Erfolg / Hamann: "Noch viel Arbeit vor Bundestrainer Birka"

Görwihl. "Es war auch diesmal eine sehr gute Veranstaltung", zog Friedrich Schupp als örtlicher Mitveranstalter und Gruppenvorsitzender der südbadischen Vereine im Boxverband Baden Bilanz. Schupp, Präsident des Deutschen Boxsport-Verbands (DBV) bis Juni 2009, hatte die Frauen-DM noch zu seiner Amtszeit erneut in seine Heimatregion im südbadischen Landkreis Waldshut, wo es bereits 2006 Frauentitelkämpfe gegeben hatte, damals in Herrischried. 

"Es herrschte eine tolle Atmosphäre und es gab eine ausgezeichnete Organisation seitens des BR Klettgau-Tiengen", sagte Schupp. Die Zuschauer waren begeistert von den Kämpfen. Über 400 sahen allein die 14 Finals der Frauen und der weiblichen Jugend in der Hotzenwaldhalle im südbadischen Görwihl.

Sagenhaft: die Bilanz der Bayern mit sechsmal Gold, darunter die Medaille für die Rechtsanwältin mit den schlagenden Argumenten, Ulrike Brückner (32). Die EM-Dritte, die im Vorjahr gar keine DM-Gegnerin gefunden hatte, schlug diesmal im einzigen 81-Kilogrammkampf Verena Poese vom Niederrhein und wurde so zum dritten Mal seit 2006 Meisterin.

Badens Tasheena Bugar (KSC) kehrt als Deutsche Vizemeisterin von den 7. DM der Frauen im badischen Görwihl zurück. Die 23-jährige Karlsruherin unterlag im Finale Goda Dailydaite (Westfalen) mit 4:6 nach Punkten. Im Vorjahresfinale hatte Bugar die Dortmunderin mit 16:6 noch klar beherrscht. Der Badischen Zeitung (Link zum Interview im Artikel unten) hatte Bugar vor den DM auf die Frage, vor wem sie am meisten Respekt habe, geantwortet: "Vor Goda Dailydaite, einer gebürtigen Litauerin. Voriges Jahr habe ich sie im Finale besiegt, aber vor zwei Jahren im Halbfinale gegen sie verloren."

Doch dieses Jahr war die Erzieherin gesundheitlich leicht angeschlagen. Gut möglich, dass Bugar auch noch die EM-Kämpfe in den Knochen steckten: Erst gut eine Woche vor dem DM-Start war das deutsche Frauennationalteam aus der Ukraine zurück gekehrt. Bugar hatte in der Ukraine immerhin einen Turniersieg eingefahren.

Bei den DM hatte Bugar als beste Starterin aus dem LV Baden zunächst Martina Labes (Hessen) mit 23:6 Punkten sowie im Halbfinale Susann Köpke (Mecklenburg-Vorpommern) mit 20:10 Punkten überzeugend aus dem Weg geräumt. Mit dieser Bilanz darf sich Bugar wohl weiterhin Hoffnungen auf einen WM-Start 2010 in Barbados und vor allem auf Olympia 2012 in London machen. Schon im kommenden November steht ein Internationales Turnier in Kasachstan an.

Solche Einsätze sind für alle Frauen dringend erforderlich, findet Uwe Hamann (Salem). Der Chef des DBV-Kuratoriums (Förderverein) glaubt nach den DM, dass ?noch eine Menge Arbeit? vor Frauen-Bundestrainer Hansi Birka liegt: ?Bei vielen merkt man einfach, dass da die Wettkampferfahrung fehlt.?

Bugars Vereinskameradin Sarah Stahlberger belegte im Bantamlimit einen fünften Platz. In der Medaillenwertung belegt Baden den zwölften Rang. Am besten schnitten Bayerns Boxerinnen ab. So holte EM-Bronzegewinnerin Ulrike Brückner (MTV München) den nationalen Titel in der schwach besetzten Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm mit nur einem Kampf. Die Württembergerin Olga Brezinska glänzte mit einem U19-Titel. Außerdem Bronze für Britta Wolf bei den Frauen, macht Rang sechs für Württemberg.

Kampf

Gewichtsklasse

Ecke

Name

Team Code

Sieger

Resultat

Zeit/Pkt Entscheid

43

48 kg

GOLD SILBER

PETEREIT Cindy ZEPPERITZ Susanne

SN SA

BLAU

PTS

5:2

 

 

BRONZE BRONZE

SCHÜNKE Stefanie KÖRKE Jane

MV MV

 

 

 

44

51 kg

GOLD SILBER

WALENDZIK Elena ZANGGL Angy

NS BY

BLAU

PTS

12:1

 

 

BRONZE BRONZE

WARNKE Diana WARNKE Diana

BB BB

 

 

 

45

54 kg

GOLD SILBER

KEMPIN Lisa

METZ Cindy

NR BY

ROT

PTS

6:2

 

 

BRONZE BRONZE

YILMAZ Pinar WOLF Britta

NR WÜ

 

 

 

46

57 kg

GOLD SILBER

DAILYDAITE Goda

BUGAR Tasheena

WE BA

BLAU

PTS

6:4

 

 

BRONZE BRONZE

MILLES Melanie KÖPKE Susann

BY MV

 

 

 

47

60 kg

GOLD SILBER

IRMEN Julia KÖLLNER Desiree

BY SA

BLAU

PTS

13:2

 

 

BRONZE BRONZE

TUBACH Stefanie KRÜGER Theresa

NR NS

 

 

 

48

64 kg

GOLD SILBER

LUCZAK Olivia SCHMILL Yawa

NR NS

BLAU

PTS

9:1

 

 

BRONZE BRONZE

BONORDON Janina LANGE Steffi

NS MV

 

 

 

49

69 kg

GOLD SILBER

STROMAIER Andrea REDEGELD Sandra

BY NR

ROT

RET

R2 22:43

 

 

BRONZE BRONZE

KÖPPEN Janina NASMA Laila

SN NR

 

 

 

50

75 kg

GOLD SILBER

ORLOVIC Nicolina MATTHIAS Jeanine

BY BE

ROT

RSC

R3 22:54

51

81 kg

GOLD SILBER

BRÜCKNER Ulrike POESE Verena

BY NR

ROT

PTS

17:11

 

 

DM-Bronze für Loginov, Yöreci und Miller

Bringen immerhin DM-Bronze aus Berlin mit: Die badischen Halbfinalisten Aytekin Yöreci (oben) und Alex Miller, hier mit Wlad Klitschko am OSP in Heidelberg, verloren leider ihre Kämpfe um den Finaleinzug ebenfalls wie Michael Loginov.

87. Titelkämpfe in Berlin ohne Live-TV im Internet / Loginov, Yöreci und Miller verlieren Halbfinalfights /Bayrak und Sorokin gehen leer aus

Berlin. Doch keine DM-Kämpfe live im Internet: Angeblich "aus rechtlichen Gründen", wie der Online-Sender kleinlaut mitteilte. Jetzt konnten die Daheimgebliebenen doch nicht am PC-Monitor mitverfolgen, wie sich beispielsweise die fünf Teilnehmer aus Baden (Kampfrichter: Egidio Piseddu, BW Lahr) geschlagen haben.

Michael Loginov (Feder, KSC) gelang mit einem RSC-Sieg in Runde 2 gegen den erst 18-jährigen Marcel Schulz (Sachsen-Anhalt) der Sprung ins Halbfinale: Er verlor aber dann mit 0:6 Trefferpunkten gegen den jungen deutschen Ranglistenzweiten aus Mecklenburg-Vorpommern, Mario Spörle. Titelverteidiger und WM-Teilnehmer Sandro Schaer ist in Berlin nicht dabei. Federgewichtsfavorit ist neben Spörle der Lokalmatador Marcus Abramowski. Für Loginov bleibt es bei Bronze.

Aytekin Yöreci (Halbwelter, BR Knielingen) und Alex Miller (Welter, BW Lahr) haben durch ihre Siege (Yöreci nur knapp durch Hilfspunktewertung gegen den 19-jährigen Hamburger Artem Harutyunyan) jeweils ebenfalls zumindest Bronze sicher. Yöreci unterlag im Kampf um den Finaleinzug mit 2:6 Punkten dem aufstrebenden Thüringer David Müller. Immerhin Bronze für den Knielinger DM-Novizen im Uni-Klausurstress. Respekt!

Alex Miller (Welter, BW Lahr) verlor im Halbfinale gegen den jungen Niedersachsen Patrick Wojcicki, der amtierende U19-Meister und Teilnehmer der Jugend-WM 2008 startete erstmals in der Männerklasse, mit 4:11 klar nach Punkten. Auch für Miller, der beim Chemiepokal 2008 noch unseren heutigen Weltmeister Culcay-Keth schlagen konnte, bleibt es bei Bronze. Wojcicki (18) schlug später auch den in Culcay-Keths Abwesenheit favorisierten Vorjahresvizemeister Dieter Döhl, holte den Titel und wurde obendrein zum besten Techniker gekürt.

Bereits vor den Medaillenrängen ausgeschieden waren leider Sinan Bayrak (Leicht, KSC), der gegen den niedersächsischen WM-Viertelfinalisten Eugen Burhard mit 2:10 das Nachsehen hatte, und der als "Auffüller" nachnominierte Dimitri Sorokin (KSC), der wie schon bei den "Süddeutschen" in Singen auch in Berlin dem Bayer Alfonso Fusco (2:11) unterlag. Miller (Freilos) nahm dann im Viertelfinale aber sozusagen "Revanche" für Baden, schlug Fusco mit 8:3 nach Punkten. Peter Jaschke